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ALBIN FRIES: „Darf man heute noch so komponieren?“


Foto privat

Nach der Uraufführung („Orlando“) ist vor der Uraufführung: Die Kinderoper „Persinette“ steht an der Wiener Staatsoper bevor, wieder ist ein österreichischer Komponist, der Oberösterreicher Albin Fries, damit beauftragt. Für seine Oper „Nora“ hat er im Vorjahr den ersten Preis der Bartok Opera Composition Competition gewonnen – obwohl er sich weigert, atonal zu schreiben…
 
Mit Albin Fries sprach Renate Wagner
 
Herr Fries, ich sage Ihnen offen, dass ich mit dem Namen „Persinette“ auf Anhieb nichts anfangen konnte. Ich musste nachlesen, dass es sich um eine französische Frühform des „Rapunzel“-Märchens handelt, das wir alle von den Brüdern Grimm her kennen. Rapunzel mit den goldenen Haaren würde sofort Assoziationen in Gang setzen. Warum haben Sie darauf verzichtet?
 
Aus einem ganz einfachen Grund: Versuchen Sie einmal „Rapunzel“  zu singen – das geht einfach nicht, ganz im Gegensatz zu dem melodiösen „Persinette“, das wir als Ersatz-Titel gefunden haben. Aber natürlich ist uns der Bekanntheitsgrad von „Rapunzel“ klar, darum wird der Name in Klammern neben der Persinette stehen…
 
Wie kam es nun dazu, dass Sie diese Oper im Auftrag der Wiener Staatsoper komponiert haben?
 
Ich hatte das Projekt schon früher in Angriff genommen, als ich Dominique Meyer davon erzählte. Der war offenbar auf der Suche nach einer weiteren Kinderoper, als wir einmal miteinander sprachen. Ich schreibe allerdings wirklich für großes Orchester, und die Idee, das Werk in den Raum der Walfischgasse zwängen zu müssen, hätte mir nicht gefallen. „Aber nein!“, sagte Dominique Meyer, „für das große Haus!“ Und so habe ich mit der Librettistin Birgit Mathon das Werk auf eine kompakte Stunde eingerichtet.
 
Herr Fries, Sie sind Jahrgang 1955, wenn Sie 2005 „wieder“ zu komponieren begonnen haben, wie man in Ihrer Biographie liest – warum so spät?
 
Ich habe in meiner Jugend schon komponiert, habe damals Preise gewonnen und hatte 1982 auch das Glück, in Wien Leonard Bernstein zu begegnen, der sich einige meiner Kompositionen in Ruhe angesehen hat, mit Anmerkungen versehen, mit mir darüber gesprochen – es war ein großes Erlebnis, und ich kann aus tiefer Seele sagen, dass Bernstein neben Carlos Kleiber das einzige Genie ist, dem ich in meinem Leben begegnet bin… Als Musiker habe ich damals nach einem Studium bei Alexander Jenner eigentlich noch die Karriere eines Solopianisten angestrebt, habe unter Franz Welser-Möst auch im Musikverein das Zweite Klavierkonzert von Tschaikowsky gespielt. Aber dann wurde mir klar, dass ich für eine Weltkarriere nicht gut genug war, ich hatte Frau und Kinder, die ernährt werden wollten – und so ging ich als Korrepetitor an die Wiener Staatsoper. Und bin in dieser Funktion immer noch hier tätig.
 
Und haben mit „Ihrer“ Besetzung die Rollen in „Persinette“ einstudiert?
 
Natürlich, obwohl ich üblicherweise als der Spezialist für Wagner und Strauss, also das „schwere deutsche Fach“, gelte…
 
Und nach einer Pause von 20 Jahren  haben Sie wieder zu komponieren begonnen?

Ja, erst Lieder, Kammermusik, Orchesterstücke. Meine Erfahrungen mit meiner ersten Oper waren allerdings so verheerend, dass ich es fast wieder aufgegeben hätte. Denn ich schreibe die Musik, die mir gefällt, und sie passt absolut nicht in den Mainstream dessen, was man heute als „modern“ empfindet: Ich glaube an Harmonie und Melodik. So habe ich 2010 die abendfüllende Oper „Nora“ geschrieben – die übrigens nichts mit Ibsen zu tun hat -, einzig mit dem Ziel, ein Werk zu schaffen, das die Zuhörer emotional berührt… Ich habe die Partitur mit einer Demo-CD, die viele prominente Sänger für mich eingespielt haben, an 20 Opernhäuser gesendet. Was soll ich sagen? Ein einziges Haus, San Francisco,  hat die Partitur mit Dank zurück geschickt, die anderen haben nicht einmal den Erhalt bestätigt. In Graz habe ich die „Nora“ der damaligen Intendantin Elisabeth Sobotka gezeigt, die ich kannte, und sie hat mich gefragt: „Darf man denn heute noch so komponieren?“ Simone Young war von meiner Partitur sehr angetan, aber sie hätte – sie war damals noch Intendantin in Hamburg – nicht gewagt, ein „tonales“ Werk zu spielen. Das hat mich in eine tiefe Krise gestürzt… eine Opern-Krise sozusagen.
 
Da muss doch der Preis in Ungarn ein Triumph gewesen sein?
 
Nun ja, im Vorjahr habe ich gedacht, ich gebe der „Nora“ noch eine Chance und habe sie beim Bartok Opera Composition Competition eingereicht, wobei ich mir gar keine Chance ausgerechnet habe, zumal, als ich erfuhr, dass Péter Eötvös den Vorsitz in der Jury hatte, denn er ist ja ein „Moderner“ reinsten Wassers. Ich war wirklich erstaunt, dass ich gewonnen habe, und glücklich, dass eine Aufführung von „Nora“ damit verbunden war, und das Publikum hat danach 15 Minuten lang applaudiert. Nichtsdestoweniger haben mich die ungarischen Kritiker fast tot geschlagen. Wie könne man nach Ligeti noch so komponieren? haben sie gewettert. Aber das ist für mich nicht entscheidend: Ich schreibe die Musik, die mir gefällt. Und ich hoffe sehr, dass „Persinette“ auch dem Publikum gefallen wird.
 
Haben Sie je bedauert, als Brotberuf Korrepetitor an der Wiener Staatsoper geworden zu sein?
 
Nie. Es ist ein spannender Beruf, und man kann davon leben. Als Starsolist und Komponist müsste man ganz an der Spitze rangieren, um seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Außerdem sind seit den achtziger Jahren so gut wie alle Ensemblemitglieder der Staatsoper, wenn sie Strauss oder Wagner sangen, durch meine Hände gegangen. Daraus haben sich viele Freundschaften entwickelt, und viele Sänger haben meine Lieder interpretiert, von Elisabeth Kulman bis Angelika Kirchschlager.
 
Wie sind Sie eigentlich dazu gekommen, neben sehr viel „hoher Literatur“ 2017 auch Gedichte von Kaiserin Elisabeth zu vertonen, die es als „Sisi Poems“ auf CD gibt?
 
Die Idee war nicht von mir, die Sängerin Nina Bernsteiner hatte sich in diese Gedichte „verliebt“, und sie fragte auf Facebook bei ihren Followern nach, welcher Komponist wohl geeignet sei, sie zu vertonen. Offenbar gab es zahlreiche Hinweise auf mich – und ich habe es gemacht.
 
Neben den Lieder gibt es auf der CD noch einige Klavierstücke, Impressionen zu Sisi. Dürfen wir verraten, wer der Pianist Gerhard Schlüsslmayr ist?
 
Ja, das ist mein gutbürgerlicher oberösterreichischer Name, Tauf- und Familienname. Als ich wieder zu komponieren begann und ich es einfach im klassisch-romantischen Stil tun wollte, habe ich mir eine Geschichte ausgedacht, die vielleicht etwas romanhaft anmutet. Ich dachte, wenn ich einen Komponisten namens Albin Fries erfinde, der 1920 gestorben wäre und dessen Werke ich auf einem Dachboden finde, dann würde diese Art von Musik vielleicht eher akzeptiert werden… Aber als ich wieder zu komponieren begonnen hatte, konnte ich gar nicht mehr aufhören, so viel Musik konnte man glaubhaft auf keinem Dachboden finden… und dann dachte ich, was soll’s, ich behalte den Namen und komponiere einfach, wie es mir gefällt. Aber wenn Sie an der Wiener Staatsoper nicht nach dem „Persinette“-Komponisten, sondern nach dem Korrepetitor fragen, dann bin ich der Gerhard Schlüsslmayr.
 
Es ist kein Geheimnis an der Wiener Staatsoper, dass Sie der Lebensgefährte der schönen russischen Mezzosopranistin Margarita Gritskova sind. Nun gibt es in „Persinette“ eine tolle Mezzo-Rolle, die Hexe – ist sie nicht beleidigt, dass sie die nicht singen darf?
 
Eigentlich hätte Margarita liebend gern die Persinette gesungen, aber ich musste ihr das ausreden, weil die Textur für sie einfach zu hoch gewesen wäre – obwohl sie zum Spaß auch die Salome studiert… Was die Hexe betrifft, so macht  Monika Bohinec das toll. Für Margarita komponiere ich gerade einen Zyklus von Rückert-Liedern.
 
Wenn „Persinette“ ein Erfolg wird, könnten Sie sich vorstellen, eine abendfüllende Oper daraus zu machen?
 
Eigentlich nicht, so wie sie ist, ist sie jetzt sehr rund und richtig. Aber man könnte eine andere Märchenoper komponieren und dazu stellen, „Dornröschen“ oder dergleichen, das wäre möglich. Schließlich ist die Nachfrage zumindest jetzt sehr groß – die vier „Persinette“-Vorstellungen waren auf Anhieb ausverkauft, noch ohne, dass man viel davon erfahren hätte.
 
Das heißt, dass der Opernschock der „Nora“ überwunden ist und Sie sich weiter dem Opernkomponieren zuwenden?
 
Ja, doch. Derzeit arbeite ich an einer Oper nach Arthur Schnitzlers  „Traumnovelle“…
 
Dann können wir für „Persinette“ und alle künftigen Projekte nur das Allerbeste wünschen. Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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