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Sinfonieorchester Baselist zurück aus der Sommerpause – und wie!

Besuchte Aufführung:30.08.2018

 

Frisch gestärkt und bestens disponiert meldet sich das Sinfonieorchester Basel (SOB) aus der Sommerpause zurück und legt die Messlatte für die kommende Saison mit einem „Konzert mit Überlänge“ bereits zu Beginn sehr hoch.

Eröffnet wird dieses erste Konzert der neuen Saison mit Johann Sebastian Bachs „Contrapunctus XIX aus Die Kunst der Fuge“, welcher von Luciano Berio für 23 Spieler transkribiert wurde. Dieses Stück ist bereits musikgeschichtlich hoch interessant. Bach starb nämlich, bevor er es zum Druck freigeben konnte. Rätsel ranken sich auch um den Schluss dieser Fuge: Das entsprechende finale Notenblatt wurde nicht überliefert und so bestehen durchaus berechtigte Zweifel, ob das Ende tatsächlich aus Bachs Feder stammt. Luciano Berio hat den Contrapunctus XIX neu instrumentiert, allerdings nicht für nur einen Spieler sondern gleich für derer 23. Er lässt das Stück mit einem B-A-C-H-Cluster enden: Die Noten der wohl berühmtesten Notenfolge überhaupt erklingen nicht nacheinander sondern gleichzeitig. Dem Sinfonieorchester Basel (SOB) unter seinem Chefdirigenten Ivor Bolton gelingt eine stimmungsvolle, technisch äusserst gelungene Vorführung dieses interessanten Werkes.

Nach einem leidenschaftlichen Orchesterauftakt setzt mit schwarzer Tiefe das Violoncello ein, darauf antwortet die Violine mit feiner Zartheit. So beginnt das „Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll, op. 102 (1887)“ von Johannes Brahms. Die Violinistin Corina Belcea, welche für Soyoung Yoon (1. Konzertmeisterin beim SOB) eingesprungen ist, und Antoine Lederlin (Solo-Cellist beim SOB) am Violoncello glänzen mit einer technisch grossartigen, höchst emotionalen Leistung. Ivor Bolton setzt wie gewohnt auf grosse Klangbogen, phrasiert differenziert und lässt Solisten und Orchester in sämtlichen Emotionen in den schönsten romantischen Klangfarben erstrahlen.

Wenn das Sinfonieorchester Basel unter Ivor Bolton Werke von Anton Bruckner aufführt, darf mit höchstem Musikgenuss gerechnet werden. Das SOB hat in den vergangenen Jahren mit Aufführungen von Werken von Wagner, Strauss, Mahler, Schubert, Schumann und eben Bruckner mehrfach bewiesen, dass es die Romantiker „drauf hat“. Die Zusammenarbeit mit Brucknerspezialist Ivor Bolton ist ein wahrer Glücksfall für Orchester und Publikum.

Zur Saisoneröffnung steht Anton Bruckners „Sinfonie Nr. 5 B-Dur, WAB 105 (1877)“ auf dem Programm. Die hohen Erwartungen an Orchester und Dirigent werden voll und ganz erfüllt. Maestro Bolton und das SOB liefern eine musikalisch fein akzentuierte, höchst emotionale Leistung. Der Dirigent lässt das Orchester zu veritablen Klangwogen anschwellen und nimmt es dann sofort wieder zurück und arbeitet so die feinen, stillen Partien dieser wunderbaren Sinfonie gekonnt heraus. Im finalen vierten Satz spielt dann die schwierige Akustik des Münsters der überbordenden Spielfreude der Aufführenden einen kleinen Streich: Das Blech wird zu dominant und überdeckt das restliche Orchester, es kommt zu klanglichen Verwischungen. Das ist aber, wie gesagt, nicht dem Orchester und dem Dirigenten anzulasten.

Ein gelungener, vom Publikum heftig umjubelter Saisonauftakt in gleich zweifacher Hinsicht: Nebst dem musikalischen Erfolg darf das SOB eine Zunahme der verkauften Abonnemente von 20 Prozenten verbuchen. Wenn das kein gutes Omen ist!

Michael Hug 6.9.2018

Bilder (c) Der Opernfreund / Michael Hug

 

NACHTIGALL

Sinfonieorchester Basel - Ltg. Ivor Bolton

06.06.18 (Besuchte Aufführung), 07.06.18

Ein stimmungsvolles Spätfrühlingskonzert

Zum Saisonende präsentiert das Sinfonieorchester Basel (SOB) ein stimmungsvolles Spätfrühlingskonzert und kann unter grossartigen akustischen Verhältnissen der Grossen Bühne am Theater Basel nochmals sämtliche musikalischen Register ziehen. Eröffnet wird das Saisonfinale mit Gabriel Faurés „Prélude zu Pénelopé“ (1912), die emotionale, getragene Ouverture zu Faurés gleichnamiger Oper, aus welcher durchaus ein Touch „Tristan“ spürbar ist, ohne dass Fauré direkt auf Wagner zurückgreift. Das SOB unter der Leitung von Ivor Bolton geht das Stück äusserst meditativ an, steigert sich zum dramatischen Höhepunkt und findet dann in die Stille zurück. Es entsteht ein grosser Spannungsbogen, welcher vom Orchester äusserst sensibel umgesetzt wird.

Ich kann es vorweg nehmen: Wie Bertrand Chamayou das „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-Moll, op. 22 (1868)“ von Camille Saint-Saëns umsetzt, ist schlicht und ergreifend grossartig. Bereits nach dem rasanten Solostart ist klar, diese Aufführung wird etwas ganz besonderes. Der Pianist besticht durch fingerbrecherische Brillanz in den Läufen und äusserst sensible Gestaltung. Gerade der zweite Satz gerät dank der leichten, vergnügten Verspieltheit des Pianisten zu dem, was die Bezeichnung „Allegro scherzando“ auch tatsächlich verdient. Das Zusammenspiel zwischen Orchester und dem Solisten funktioniert. Das SOB steht dem Solisten an Glanz, Musikalität und Virtuosität um nichts nach. Da stimmt alles. Ivor Bolton achtet auf zügige Tempi und differenziertes Musizieren. Die feinen Stellen geraten besonders sensibel, die dramatischen Passagen ertönen als gewaltige, mitreissende Klangwogen – einfach wunderbar (und das ist eigentlich eine Untertreibung ...)

Wie gut, dass die Musikwissenschaftlerin Natalia Braginskaya im Hinterzimmer (!) eines Archives beim wissenschaftlichen Stöbern 2015 die Orchesterstimmen von Igor Strawinskys „Chant funèbre (1908)“ entdeckte und daraus die Partitur rekonstruierte. Sonst wäre dieses ergreifende Werk nach seiner Uraufführung am 17. Januar 1909 wohl für immer durch die Wirren der Russischen Revolution in der Versenkung verschwunden und in Vergessenheit geraten. Das Werk wurde anlässlich des Gedenkkonzertes für Rimski-Korsakow aufgeführt und bringt eindrücklich zum Ausdruck, wie tief Strawinsky der Tod seines ehemaligen Lehrers getroffen haben muss. Diese Stimmung setzt Ivor Bolton mit dem Sinfonieorchester Basel gekonnt um. Das Orchester musiziert kompakt. Auch hier achten Dirigent und Orchester auf den dramatischen Aufbau des Werkes und arbeiten die Stimmungen mit enormer Emotionalität heraus. Die Soloinstrumente können sich voll entfalten, die Begleitstimmen unterstützen und verstärken dadurch die Emotionalität.

Es kommt immer wieder vor, dass Musiker des SOB solistisch einen Teil des Konzertes bestreiten – und das ist eine wirklich feine Sache! Heuer kommt Cellist Antoine Lederlin, seit 2003 Solo-Cellist im SOB, zum Zug. Mit seinem ergreifenden, warmen Cellospiel ist er eine wunderbare Besetzung für Gabriel Faurés „Elégie, op. 24 (1895)“. Gleich zu Beginn entsteht eine wunderbare Harmonie zwischen Cello und Flöte. Mit grosser Sensibilität steigert sich Lederlin aus der elegischen Ruhe hin zur dramatischen Leidenschaft, um dann gefühlsvoll wieder in die Ruhe zurückzukehren. Lederlin begeistert durch ausgezeichnete Technik und grosse Emotion beim Musizieren.

Den Schlusspunkt setzt das SOB mit Strawinksys „Chant du rossignol (1914/17)“, dessen Manuskript sich übrigens im Besitz der Basler Paul Sacher Stiftung befindet. Es gelingt eine dynamische Aufführung, wobei die äusserste Präzision der Flöten, die absolut reinen Piani der Solotrompete sowie der sensible Vortrag der Solo-Violine besonders hervorzuheben sind.

Ein wunderbares Ende einer verdient erfolgreichen Konzertsaison mit dem Sinfonieorchester Basel! Der jubelnde grosse Applaus des Publikums zeigt dem SOB, dass es sich in jeder Hinsicht auf dem richtigen Weg befindet. Wir freuen uns auf die Saison 2018/19!

Michael Hug 10.6.2018

Bilder (c) SOB

 

 

                                   

 

Alpensinfonie - Midori (Violine)

7. Mai 2018

Generationentreff: Midori und Hans Drewanz auf musikalischer Wanderschaft

Gross ist die Freude bei Publikum und Orchester über die erneute Zusammenarbeit mit Maestro Hans Drewanz, der 2015 am Theater Basel mit seinem fulminanten Dirigat von Richard Strauss’ „Daphne“ für Furore sorgte. So überrascht es überhaupt nicht, dass ihm das Sinfonieorchester Basel heuer erneut einen Strauss-Abend anvertraut.

Nun ist es so, dass an den SOB-Konzerten immer auch noch etwas Neuzeitliches geboten wird. Diesmal erklingt „DoReMi, Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 (2012)“ von Péter Eötvös. Vorgetragen wird das Werk von Midori, einstiges Wunderkind, welches sich zur Violinstin allerersten Ranges, sprich, zum Weltstar entwickelt hat. Dass Midori gerade dieses Konzert aufführt, ist kein Zufall. Komponist Eötvös hat es der Ausnahmeviolonistin, deren Namen in variierter Reihenfolge im Werktitel erscheint, gewidmet. Musikalisch eröffnet wird das Konzert mit dem „MiDoRe“-Motiv, welches immer wieder auftaucht. Ein schöneres Zeichen eines Komponisten für seine Verehrung für eine fantastische Künstlerin ist kaum denkbar! Eötvös verlangt seiner Solistin sowohl technisch als auch emotionell äusserst viel ab. Midori meistert die Herausforderung souverän und stellt ihre herausragendes technisches Geschick und ihre grosse Emotionalität gekonnt unter Beweis. Schade ist jedoch, dass Midori an diesem Abend nicht ein längerer Auftritt mit vielleicht noch einem „populären“ Stück gegönnt ist, so fällt der Applaus des von diesem Werk stark geforderten Publikums lediglich freundlich und nicht – wie eigentlich verdient – euphorisch aus.

Bruckner, Wagner, Mahler – und eben Strauss: das sind Komponisten, welche dem Sinfonieorchester Basel besonders gut liegen. Und wenn das Dirigat zudem noch von herausragenden Spezialisten dieser Tonschöpfer übernommen wird, dann gibt es beim SOB kein Halten mehr – und ein rauschendes Klangfest nimmt seinen Lauf. Da bildet auch die Aufführung der berühmten „Alpensinfonie op.64 TrV 233(1915)“ von Richard Strauss an diesem Abend keine Ausnahme. Maestro Hans Drewanz dirigiert in zügigem Tempo und vermag vor dem geistigen Auge der Zuhörer prächtige Bilder von Bergen, Alpwiesen, Wälder und Bächen entstehen zu lassen. Dem Orchester und seinem Dirigenten gelingt ein farbenfroher musikalischer Bilderbogen, der sehr episch, feierlich – ja, majestätisch – aber nie kitschig wird. Strahlende Blechbläser, fein differenzierte Klangmuster im Holz, solide Streicher, präzises Schlagwerk sorgen für einen wunderbaren Ausflug in die Berge. Es wird überdeutlich, wie Richard Strauss auf der Bergwanderung, welche dieser Sinfonie zugrunde liegt, empfunden haben muss. Einziger Wermutstropfen dabei ist die schwierige Akustik im Musical-Theater. Gerade beim Gewittersturm kommt es zu Vermischungen, viele musikalische Details gehen im Grundgetöse unter. Das liegt jedoch nicht an Dirigent oder Orchester, sondern an den akustischen Gegebenheiten des Hauses, welches letztendlich nicht für sinfonische Konzerte konzipiert ist. Es bleibt die Hoffnung, dass die Bauarbeiten am Stadtcasino Basel bald abgeschlossen sind und die Basler Musikfreunde bald wieder dessen grossartige Akustik geniessen können.

Grosser Applaus für einen mitreissenden, grossartigen Konzertabend, verbunden mit dem Wunsch an Hans Drewanz! auf ein baldiges Wiedersehen und -hören...


Fotos (c) SOB             

Michael Hug 20.5.2018

 

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