Berlin KO: „La cage aux folles“, Jerry Herman

Berlin KO: „La cage aux folles“, Jerry Herman

Erstmals seit seiner langen Intendantenzeit verantwortet der Regisseur Barrie Kosky eine Neuproduktion am Haus als Gast. Das Stück über Toleranz und Mut zur Befreiung aus Konventionen ist wie geschaffen für den Australier, der das Genre der Operette und des Musicals mit spektakulären Erfolgen an der Behrenstraße wieder belebt hat. Vertraute Mitstreiter standen ihm zur Seite, vor allem der  . . .

Krefeld: „Cabaret“, John Kander

Krefeld: „Cabaret“, John Kander

Aktuell scheint das Musical „Cabaret“ zu den meistgespielten Musicals an deutschen Theatern zu zählen. Allein in Nordrhein-Westfalen fanden in dieser Spielzeit bereits die Premieren in Dortmund, Bonn und Düsseldorf statt. Am vergangenen Samstag erlebte auch das Theaterpublikum in Krefeld die Premiere dieses Musical-Klassikers, die ursprünglich bereits für den August 2020 in  . . .

Nürnberg: „Ritter Eisenfraß“, Kinderoper

Nürnberg: „Ritter Eisenfraß“, Kinderoper

Man nehme: eine kleine Operette von Jacques Offenbach, verwende die wenigen Charaktere, benutze ein bisschen Musik aus eben diesem Stück, nehme sodann als weitere Zutaten etliche andere und populärere Musik von Jacques Offenbach, schreibe, mit Grundlage einiger vorhandener Motive sowie neuer Idee, einen Text, ziehe einen musikalischen Bearbeiter und eine Handvoll Musiker hinzu, stelle einen  . . .

Zürich: „Roberto Devereux“, Gaetano Donizetti

Zürich: „Roberto Devereux“, Gaetano Donizetti

Die Beziehungsgeflechte in dieser Oper, die am Hof Elisabeths I. spielt, sind komplex: Die Königin, damals auch die mächtigste Frau der Welt, muss sich in einer patriarchalen Welt behaupten, pflegt ihr Image als Virgin Queen, hat aber trotzdem das Bedürfnis nach (körperlicher) Liebe und umgibt sich mit jugendlichen Liebhabern. Ihr letzter ist 32 Jahre jünger als sie, Roberto Devereux, der  . . .

Madrid: „Arabella“, Richard Strauss

Madrid: „Arabella“, Richard Strauss

Metamorphose zum Selbst und zur Eigenständigkeit – Das Teatro Real Madrid, welches im Prinzip die meisten seiner etwa zehn Opern pro Saison von anderen Häusern übernimmt oder kauft, hat sich nach der Tetralogie der „Ring des Nibelungen“ in den vergangenen vier Jahren (der Merker berichtete) für die erste Nachfolgesaison passenderweise für ein Werk von Richard Strauss entschieden.  . . .

Braunschweig: „Der hinkende Teufel“, Jean Françaix / „Die Geschichte vom Soldaten“, Igor Strawinsky

Braunschweig: „Der hinkende Teufel“, Jean Françaix / „Die Geschichte vom Soldaten“, Igor Strawinsky

Der französische Komponist Jean Françaix (1912-1997), 1979 Spohr-Preisträger  der Stadt Braunschweig, fand mit Instrumentalwerken mehr Anklang als mit seinen wenigen Beiträgen zum Musiktheater. Dazu gehört die bereits 1937 entstandene, mit rund zwanzig Minuten ganz kurze, komische Kammeroper „Der hin­kende Teufel“, die zurückgeht auf den gleichnamigen Schelmenroman von Alain-René  . . .

Dresden: „Attila“, Giuseppe Verdi

Dresden: „Attila“, Giuseppe Verdi

Die Historiker haben sich mit einer personellen Übereinstimmung des historisch belegten Attila (395 bis 406-453) mit dem legendären König Etzel der Nibelungen-Sage stets etwas schwer getan. Mit „Etzel gehe auf Attila zurück“ hilft man sich, die Unsicherheiten der Quellen, und die dort beschriebenen massiven Charakterunterschiede beider Personen zu überbrücken, auch wenn Sprachforscher  . . .

Koblenz: „La Traviata“, Giuseppe Verdi

Koblenz: „La Traviata“, Giuseppe Verdi

Lieber Opernfreund-Freund, Verdis La Traviata, die auch nach 170 Jahre nach ihrer Uraufführung noch immer zu den drei am meisten gespielten Opern der Welt gehört, ist seit gestern am Theater Koblenz zu erleben. Anja Nicklich und ihr Team haben sie in eine stimmungsvolle Inszenierung gegossen, das emotionsgeladene Dirigat von Marcus Merkel und die blendend disponierte Sängerriege machen die  . . .

Berlin: „La Traviata“, Giuseppe Verdi

Berlin: „La Traviata“, Giuseppe Verdi

Drei von den vielen, vielen Inszenierungen, die Götz Friedrich an der Deutschen Oper Berlin nicht nur während seiner zwanzig Jahre währenden Intendantenzeit ab 1981, sondern bereits davor verwirklichte, befinden sich noch im Spielplan des Hauses, und zwar die uralten, aber immer wieder frisch wirkenden Nozze di Figaro, La Bohéme und La Traviata. Nachtrauern muss man inzwischen auch dem Ballo  . . .

Wien: „Kabbala“, René Clemencic

Wien: „Kabbala“, René Clemencic

Vor einem Jahr ist der österreichische Universalgelehrte, Musikwissenschaftler, Flötenvirtuose, Dirigent, Flötenvirtuose, Philosoph, Dirigent, Komponist und Kunstsammler René Clemencic im 94. Lebensjahr in eine andere Welt gegangen. Ihm zu Ehren hat das Sirene Operntheater, das mit ihm schon öfter zusammengearbeitet hatte, im Oktober im Rahmen von Wien Modern sein Oratorium „Kaballa“ zur  . . .

Dresden: „Der Ring des Nibelungen“, Richard Wagner

Dresden: „Der Ring des Nibelungen“, Richard Wagner

Neben einer Zyklus-Aufführung im Premierenjahr der „Götterdämmerung“ 2003 und dem ersten Zyklus 2023 konnten wir die von uns geschätzte Ring-Inszenierung von Willy Decker bereits mehrfach, nur zum Teil als Komplettwerk, mit der Musikalischen Leitung Christian Thielemanns erleben. Als der Chefdirigent der Semperoper im Zeitraum vom 29. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018  fünf  . . .

Frankfurt: „Orlando“, Georg Friedrich Händel

Frankfurt: „Orlando“, Georg Friedrich Händel

Sie haben genug davon, die „Probleme unserer Zeit“ in einer Barock-Oper gespiegelt zu bekommen? Sie wollen gar nicht wissen, ob ein 290 Jahre altes Stück „brennend aktuell“ sein kann? Sie brauchen mal eine Pause von den vielen Verlegungen der Entstehungs- oder Handlungsszeit in Was-auch-immer-für-eine-Epoche? Möchten weder eine „Übermalung“ sehen, noch der „Freilegung von  . . .

Bonn: „Agrippina“, Georg Friedrich Händel

Bonn: „Agrippina“, Georg Friedrich Händel

Bereits im Juni 2021 war Leonardo Muscatos Inszenierung von Georg Friedrich Händels „Agrippina“ als Stream zu erleben, nun kommt die Produktion auf die Bühne des Bonner Opernhauses und entpuppt als großer Wurf. Solch eine unterhaltsame Händel-Inszenierung hat man seit Stefan Herheims „Xerxes“ nicht mehr gesehen. In dieser Oper spielen zwar gleich drei römische Kaiser mit, aber  . . .

Barcelona: „Tosca“, Giacomo Puccini

Barcelona: „Tosca“, Giacomo Puccini

Auswirkung unbegrenzter Macht in Namen der Gottesfurcht – In einer Koproduktion mit dem Théâtre Royal de la Monnaie, dem Teatro de la Maestranza y Salas del Arsenal Sevilla und dem Opéra Orchestre National Montpellier brachte das ehrwürdige und prachtvolle Gran Teatre del Liceu Barcelona im Januar eine Serie von 15 (!) „Tosca“-Aufführungen heraus, die mit den 2.286 Sitzplätzen –  . . .

Salzburg: „La finta giardiniera“, Wolfgang Amadeus Mozart

Salzburg: „La finta giardiniera“, Wolfgang Amadeus Mozart

Je mehr ich über Mozarts „Dramma giocoso“ La finta giardiniera, KV 196 nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass die Musik und das Libretto eine Mischung aus Ironie und Aufrichtigkeit widerspiegeln, wie sie im achtzehnten Jahrhundert üblich war. Keine der Situationen ist für bare Münze zu nehmen, und doch kommen gleichzeitig echte, tiefe Gefühle zum Ausdruck. Das Libretto, das  . . .