Bremen: „Ariadne auf Naxos“, Richard Strauss

Bremen: „Ariadne auf Naxos“, Richard Strauss

Die Oper Ariadne auf Naxos von Richard Strauss ist nicht nur ein Stück über das Theater, über Künstler und Primadonnen, sogar über das Verhältnis von Kunst und Geld, sondern betritt auch den schmalen Grat zwi­schen antikem Opernstoff und Commedia dell’arte. Die vom Libretti­sten Hugo von Hofmannsthal kunstvoll gehaltene Balance und gegen­seitige Durchdringung dieser beiden Welten  . . .

Nürnberg: „Goldberg“, Ballett von Goyo Montero

Nürnberg: „Goldberg“, Ballett von Goyo Montero

Abstrakt? Ein abstraktes Ballett. Kann ein (Tanz-)Theater zumal von Goyo Montero, der sich so gut auf die Menschendarstellung versteht, „abstrakt“, also nur dem Verstand oder in der Einbildungskraft zugänglich sein? Natürlich kann ein Theater nicht abstrakt sein – aber die neue Produktion des Nürnberger Compagniedirektors ist sicher das Abstrakteste, das er je für Nürnberg geschaffen  . . .

Berlin: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Berlin: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Nanu, gibt es denn noch eine dritte Fassung von Verdis Oper Simon Boccanegra nach der von 1857 und der weitaus erfolgreicheren und zumeist gespielten von 1881? Es scheint so zu sein, wenn man den landauf landein verbreiteten Ausführungen von Regisseur Vasily Barkhatov Glauben schenken kann, der das Stück gerade an der Deutschen Oper inszeniert hat. Da war nämlich im Vorfeld immer wieder die  . . .

Essen: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Essen: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Wenn in Giuseppe Verdis düsterster Oper im Publikum gelacht wird, dann stimmt etwas nicht, mag man denken.  Gestern feierte „Simon Boccanegra“ am Essener Aalto-Theater Premiere und fiel, nicht mit Gelächter, aber mit lautem Buh-Sturm (die ersten Buhs gab es bereits zur Pause) beim Publikum durch. Grund für diese Unmutsbekundungen war, was das Kreativteam aus dem Abend machte, während  . . .

Mailand: „Salome“, Richard Strauss

Mailand: „Salome“, Richard Strauss

Die Neuproduktion der Oper von Richard Strauss konnte 2021 wegen der Pandemie nicht vor Publikum über die Bühne gehen und war nur einigen ausgewählten Journalisten während der Aufzeichnung für ein Streaming gezeigt worden. Nun konnte sie unter normalen Bedingungen gespielt werden (bei der erwähnten Aufzeichnung waren Orchester und Dirigent ja im Parkett platziert gewesen). Der Eindruck, den  . . .

Lübeck: „Die Hochzeit des Figaro“, Wolfgang Amadeus Mozart

Lübeck: „Die Hochzeit des Figaro“, Wolfgang Amadeus Mozart

Das Adjektiv „toll“ im Titel „La Folle Journée ou le Mariage de Figaro“ („Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro“) des Schauspiels von Beaumarchais, das Mozarts „Le nozze di Figaro“ zugrunde liegt, kannten unsere Eltern noch als gleichbedeutend mit „verrückt“. Daß der Lübecker „Figaro“ in unserem heutigen Verständnis nur „toll“ gewesen sei, wäre eine  . . .

Leipzig: „Don Giovanni“, Wolfgang Amadeus Mozart

Leipzig: „Don Giovanni“, Wolfgang Amadeus Mozart

Die Inszenierung, basiert auf der Prager Fassung, erweitert um eine Arie für Don Ottavio aus der Wiener Fassung („Dalla sua pace“) im ersten Akt. In den zahlreichen Inszenierungen, die ich von dieser Oper gesehen habe, hat leider keine die Komplexität dieses Werkes erfasst. Ein Grund dafür ist der massive Wertewandel in Bezug auf Liebe, Sexualität und Ehe. Um die Geschichte für das  . . .

Linz: „La forza del destino“, Giuseppe Verdi

Linz: „La forza del destino“, Giuseppe Verdi

 „In Linz beginnts“ lautete vor ein paar Jahren der Werbespruch von Oberösterreichs Landeshauptstadt und noch ein paar Jahre früher träumten zwei Provinzschauspieler „in Linz müsste man sein“. In Linz sollte aktuell jeder Musikfreund sein, der spannendes Musiktheater erleben möchte. So wie gestern bei der Premiere von Verdis „La forza del destino“ in der Regie von Altmeister  . . .

Frankfurt: „Blühen“, Vito Žuraj

Frankfurt: „Blühen“, Vito Žuraj

Daß man unheilbar kranken Frauen beim Siechtum und schließlich beim Sterben zusieht, ist ein erstaunlich beiläufiger Vorgang zweier der erfolgreichsten Opern des internationalen Repertoires: Verdi läßt seine Traviata ebenso bühnenwirksam an Tuberkulose zugrunde gehen wie Puccini seine Mimi. Das Publikum ist gerührt bis ergriffen und empfindet keinerlei Scham über den eigenen Voyeurismus,  . . .

Wien: „Orpheus in der Unterwelt“, Jacques Offenbach

Wien: „Orpheus in der Unterwelt“, Jacques Offenbach

Innerhalb einer Woche Offenbach zum zweiten in den Musiktheatern Wiens. Ist im MuseumsQuartier eine Herde Trampeltiere für die „La Perichole“-Aufführung des Theaters an der Wien herumgerast (dafür wurde ausgezeichnet gesungen), nahm die Volksoper für „Orpheus in der Unterwelt“ einen ganz anderen Weg. Man engagierte ein englisches Comedy-Ensemble, von dem man sicher sein konnte, dass  . . .

Köln: „La Cenerentola“, Gioacchino Rossini

Köln: „La Cenerentola“, Gioacchino Rossini

Mit dieser Produktion debütierte die italienische Regisseurin Cecilia Ligorio in Deutschland und fuhr sofort einen großen, einstimmigen Erfolg ein. Ihr Gedanke war, die sprudelnde Kraft von Gioacchino Rossinis Musik zu nutzen, um die Handlung in ein ebenso sprudelndes Ambiente zu versetzen, nämlich in die Welt Amerikas in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts, als Tanzstars wie Fred  . . .

Hamburg: „Lady Macbeth von Mzensk“, Dmitri Schostakowitsch

Hamburg: „Lady Macbeth von Mzensk“, Dmitri Schostakowitsch

Die Handlung der Oper Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch bietet „Sex and Crime“ pur: Vergewaltigung, Ehebruch, Brutalität und Mord sind die äußerlichen Zutaten. Katerina Ismailowa lässt sich auf ein Verhältnis mit Sergei ein, einem Arbeiter im Betrieb ihres Schwiegervaters Boris.  Dieser Boris ist ein bigotter, brutaler und geiler Tyrann. Katarina vergiftet ihn. Und  . . .

Nürnberg: „Falstaff“, Giuseppe Verdi

Nürnberg: „Falstaff“, Giuseppe Verdi

Wie sich die Bilder nur scheinbar von Ferne gleichen: Als vor genau zwei Monaten die Oper am Fenice herauskam, konnten wir auf einen hölzernen Theatergaleriebau der Shakespeare-Zeit schauen, der sich in drei Etagen nach oben ausbreitete. Nun, in Nürnberg, wo im 16. Jahrhundert die sog. Meistersinger-Bühne bestand, über deren Rekonstruktion sich im frühen 20. Jahrhundert die  . . .

Wiesbaden: „Rusalka“, Antonín Dvořák

Wiesbaden: „Rusalka“, Antonín Dvořák

Wenn Sänger ins Regiefach wechseln, geschieht das zumeist nach Beendigung der aktiven Bühnenkarriere. Ein herausragendes Beispiel dafür ist Brigitte Fassbaender, die als international gefeierte Mezzosopranistin bereits im Alter von 56 Jahren die Profession wechselte und mit inzwischen rund 90 Inszenierungen eine der wichtigsten Opernregisseure im deutschsprachigen Raum geworden ist. Zuletzt  . . .