DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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In eigener Sache

Heute müssen wir von einem Fall gekränkter Eitelkeit und neofeudalistischen Gebarens durch einen als kapriziös bekannten Intendanten berichten.

Warum geht es? Der Wiesbadener Intendant Laufenberg hat sich über den Verriß seiner jüngsten Regiearbeit (Verdi: Rigoletto) durch unseren Mitarbeiter Dirk Schauß gegrämt. Und zwar so sehr, daß er seine Pressesprecherin angewiesen hat, sich bei der Chefredaktion über den Mitarbeiter zu beschweren. Die Chefredaktion hat daraufhin jeden Versuch einer inhaltlichen Einflußnahme auf Veröffentlichungen im OPERNFREUND freundlich, aber bestimmt zurückgewiesen. (Zusammenfassung des Telephonats hier)

Das konnte Laufenberg offenbar nicht hinnehmen und sann auf Sanktionsmöglichkeiten. Sein Pech ist, daß der betreffende Redakteur seine Karten für Vorstellungen am Staatstheater Wiesbaden immer im regulären Vorverkauf erwirbt. Ein Entzug von Pressekarten ginge ins Leere, denn wo nichts in Anspruch genommen wird, kann auch nichts entzogen werden. Da der gekränkte Impressario für seinen Ärger aber ein Ventil benötigte, schlug er den Sack, da er den Esel nicht treffen konnte. Er ließ die Pressereferentin zu Beginn dieser Woche mitteilen, daß fürderhin nie wieder ein Mitarbeiter des OPERNFREUNDs eine Pressekarte erhalten werde. Zudem werde eine bereits zugesagte Pressekarte für die Chefredaktion storniert. Wörtlich heißt es in dem betreffenden Schreiben:

„Die Rezensionen von Dirk Schauß sind oft sehr emotional und verletzend, was unserer Meinung von professioneller Berichterstattung nicht entspricht und dieser eher schadet. Wir sehen in der Veröffentlichung seiner Rezensionen im „Opernfreund“ eine Unterstützung seiner Haltung seitens des Herausgebers und möchten uns zukünftig davor schützen, indem wir keine Freikarten mehr ausgeben.“ (vollständiger Text hier)

Es folgte ein Austausch von E-Mails, in denen die Redaktion das Vorgehen als Angriff auf die Freiheit der Berichterstattung zurückwies (vollständiger Text hier), woraufhin Intendant Laufenberg seinen Groll gegen die Person unseres Mitarbeiters illustrierte und zum Ausdruck brachte, daß er ein Magazin, welches solche Kritiken abdrucke, für „disqualifiziert“ halte (vollständiger Text hier). In einer Replik hierauf stellte die Redaktion verschiedene Fehlannahmen klar und verwies darauf, daß bei der Vergabe von Pressekarten aus Steuermitteln das Willkürverbot zu beachten sei (vollständiger Text hier). In seiner vorläufig letzten Antwort stellte daraufhin Intendant Laufenberg infrage, daß es sich beim OPERNFREUND und bei anderen Online-Magazinen überhaupt um Presseorgane handele (vollständiger Text hier).

Warum machen wir diesen Fall öffentlich? Weil hier Grundsatzfragen einer freien Berichterstattung und des rechtmäßigen Umgangs mit öffentlichen Mitteln berührt sind.

Den Mitarbeitern des OPERNFREUNDs geht es nicht um den Erhalt von Pressekarten als finanziellem Vorteil. Jeder unserer Mitarbeiter ist solvent genug, eine Abendkarte im regulären Vorverkauf zu erwerben, was auch oft geschieht. Es ist ja das Bizarre an dem vorliegenden Fall, daß der geschmähte Mitarbeiter seine Karten für Wiesbadener Aufführungen immer selbst bezahlt. Vielmehr geht es um den Versuch der Einflußnahme über das vermeintliche Druckmittel der Pressekartenvergabe. Die anfängliche Begründung des Staatstheaters Wiesbaden bringt das deutlich zum Ausdruck: man möchte sich „zukünftig davor schützen“. Auch die nachgeschobene Begründung des Intendanten, man habe sich „disqualifiziert“, macht es nicht besser. Vielmehr offenbart sie den Sinn als Bestrafungsaktion.

Viel problematischer ist jedoch die aus jedem Satz des Intendanten sprechende feudalistische Grundhaltung eines großzügig Vergünstigungen nach freiem Belieben gewährenden Autokraten. Er sagt es deutlich: Pressekarten gibt es nur für Personen, die seine Wertschätzung genießen. Tatsächlich aber ist der Intendant ein Angestellter im öffentlichen Dienst. Das Theater, dem er zeitlich befristet vorsteht, wird aus Steuermitteln finanziert. Er zahlt Pressekarten nicht aus seinem Privatvermögen, sondern nutzt öffentliche Mittel dazu. Deswegen hat er bei der Vergabe kein freies Ermessen. Wenn er bei der Vergabe differenzieren will, muß er einen legitimen Zweck verfolgen und eine willkürfreie Auswahl treffen. Der Zweck, sein Haus vor unliebsamer Berichterstattung zu schützen, ist nicht legitim. Er ist verfassungswidrig. Sein Auswahlkriterium der persönlichen Wertschätzung ist ein Lehrbuchfall von Willkür.

Deswegen haben wir das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gebeten, diesen Fall dienstaufsichtsrechtlich zu klären.

Bis zu dieser Klärung wird es keine weitere Berichterstattung über Wiesbadener Opernaufführungen im OPERNFREUND geben. (MD)

 

Dokumentation:

1. Zusammenfassung eines Telephonats mit der Pressestelle

2. E-Mail der Pressereferentin vom 18.02.2019

3. Unsere Antwort hierauf vom 19.02.2019

4. Antwort des Intendanten vom 19.02.2019

5. Unsere Antwort an den Intendanten vom 20.02.2019

6. Replik des Intendanten vom 20.02.2019

DER OPERNFREUND  | opera@e.mail.de