DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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EINE NACHT IN VENEDIG

Das 3. digitale Opernhaus

5. November 2020

 

In Meiningen plante man für den November die Premiere dieser wunderschönen Operette, was Corona wohl nicht zulässt. So möchte ich sie zur Aufheiterung in dieser schlimmen Zeit im Opernfreund vorstellen.

 

1. Geschichte:

Von seinen 16 Operetten hat Johann Strauß (1825 – 99) nur diese eine nicht in Wien

*hier BILD 2 uraufgeführt, sondern in Berlin. Und prompt wurde sie ein Riesendurchfall. Das lag aber nicht an der Musik, die wurde gefeiert wie alles von ihm. Nein, die Berliner lachten sich schief über das blödsinnige Textbuch. Da musste zum herrlichen Lagunen Walzer gesungen werde: „Nachts sind alle Katzen grau, nachts tönt es zärtlich laut miau“ In Wien dann mit anderen Texten „Ach wie so herrlich zu schaun, sind doch die lieblichen Fraun!“ gab es dann gleich den üblichen Jubelerfolg. Und sie gehört seitdem neben Fledermaus und Zigeunerbaron zu seinen 3 bekanntesten Bühnenwerken.

 

2. Der Inhalt:

Also das ist eigentlich ganz einfach: drei Paare begehen nur Partnertausch, es ist aber auch kompliziert, weil‘s halt Operette ist. Der als Frauenverführer gefürchtete Herzog von Urbino kommt zum Karneval nach Venedig. Der alte Senator Delaqua bangt um die Treue seiner jungen Frau Barbara und will sie vorsorglich nach Murano schicken. Die will aber nicht, weil sie der Herzog interessiert und so schickt sie dafür ihre Freundin Annina. Deren Freund, der Barbier Caramello ist aber sofort eifersüchtig und schmuggelt sich als Gondoliere mit ein. Der alte Senator braucht aber für den Empfang beim Herzog eine „Gattin“ und nimmt die Zofe Ciboletta als Ersatz mit, worauf deren Freund, der Makkaroni koch Papacoda, nun ebenfalls vor Eifersucht kocht. Alles klar??? Daneben gibt es noch eine Politsatire über die 3 korrupten Senatoren. Zum Schluss ernennt der Herzog Caramello zu seinem Verwalter, weil er dann die hübsche Annina immer in seiner Nähe weiß. Der ganze Blödsinn wird einzig und allein durch die herrliche Musik von Johann Strauß erträglich und natürlich höchst vergnüglich.

 

3.Zur genialen Musik

 

Mit einem üppigen Strauß herrlicher Melodien hat Strauß das blöde Textbuch geradezu veredelt. Eine der allerschönsten Melodien ist die Arie des Caramello „Komm in die Gondel…“ mit der er als falscher Gondoliere seine Annina zur Fahrt nach Murano einlädt. In dem Opernfilm singt das, der damals total ausgesungene Tenor Ion Piso derart schlecht, dass ich es Euch vorweg, zum Appetit holen mal mit einem anderen vorspielen will.              Ihr werdet es gleich merken, wer da singt, es ist kein geringerer als der großartige Fritz Wunderlich.

                                                                              

https://www.youtube.com/watch?v=f6dFV5JenAI

 

 

Andere Ohrwürmer sind die Arien des Herzogs „ Ach wie so herrlich zu schaun….“ und „Treu sein das liegt mir nicht…!“ usw. Ihr werdet es genießen! Wunderbar gesungen und gespielt vom damals berühmten Tenor Anton de Ridder, den heute keiner mehr kennen dürfte. Der Film ist von 1975   vom Bayerischen Rundfunk, wie früher üblich im Playback- verfahren. Es gibt auch einen Querschnitt davon als CD bei Amazon schon für 39 cts. !!! erhältlich.

Die Sänger waren die Operettenelite von damals: Sylvia Geszty, die Koloraturkönigin, Julia Migenes, der Glamoustar aus USA, Anton de Ridder, Cesare Curzi (unser Startenor in Nürnberg) und dann, hier schon recht abgesungen, Ion Piso, der früher mal sehr gut gewesen war, und schließlich der unverwüstliche Erich Kunz,. Kurt Eichhorn dirigierte.

 

4. Und jetzt nur den Link anklicken drücken, und schon geht’s los mit der ganzen Operette!( 95 Min.)

 

https://www.youtube.com/watch?v=ZV9_gxnfL4c

 

5. Drei weitere Aufnahmen als Trailer:

 

 

Wer noch Lust auf mehr hat, der kann ganz kurz in 3 andere Aufnahmen hereinspitzen, es sind zwar nur Trailer mit einigen Ausschnitten, aber es ist schon interessant, was andere Theater daraus machten:

 

St. Gallen (4,07 Min.)

 

https://www.youtube.com/watch?v=d88yq0C8ClA&app=desktop7

 

Mörbisch (2,13 Min.):

 

https://www.youtube.com/watch?v=nLW_QCm5y_47

 

https://www.youtube.com/watch?v=Z6qvhcn1dQo

 

Ich hoffe, Ihr kommt mit allem zurecht und habt viel Spaß!

 

Herzlich

         

Diesmal Euer Operettenpeter

 

 

 

Giuseppe Verdi: Ein Maskenball

1. Geschichte:

1792 wurde der Schwedische König Gustav III. bei einem Maskenball ermordet. Das war für viele Opernkomponisten eine Steilvorlage, daraus eine Oper zu machen. Natürlich mit einer Liebesgeschichte als Inhalt, wie es sich für eine echte Oper halt gehört. Bekannt wurde 1833 die Variante von Auber (1782-1871), der in Frankreich ungeheure Popularität hatte. Auch Rossini und Verdi reizte der Stoff. Verdi aber bekam in Italien sofort Probleme mit der Zensur: Ein König als Ehebrecher!!!…Unmöglich!!! Und gar noch ein Königsmord auf der Opernbühne!!!… Ganz undenkbar. So verlegte Verdi die Handlung nach….Amerika!!! und machte aus dem König einen Gouverneur. So ging es. Musikalisch wechselte Verdi oft zwischen reinen Arienopern in und Musikdramen hin und her. Beim Maskenball, seiner 22. Oper, tendierte er um 1857 (nach dem damals wenig erfolgreichen weil zu modernen) Simone Boccanegra wieder mehr zur Nummernoper. Eine herrliche Arie folgt hier der anderen und das Publikum kann in Melodien baden. So liebten es seine Italiener.1859 war in Rom die umjubelte Premiere und ein begeisterter Siegeszug durch alle großen Opernhäuser der Welt folgte sofort. Bis heute blieb der Maskenball eine der beliebtesten Opern, nicht nur Verdis.

 

2. Kurzinhalt als Karikatur:

Wer sich an solchen Ort begibt

und dort des Freundes Gattin liebt

wird, wenn es diesem hinterbracht

beim Maskenballe umgebracht

 

3. Der Inhalt erzählt:

1.Akt,1.Szene: Der Gouverneur Riccardo (Tenor) hält Hof, sein Page Oscar (Koloratursopran) bringt ihm die Liste der eingeladenen Gäste zum Ball, dort entdeckt er den Namen seiner Geliebten und singt sofort eine herrliche Liebesarie. Diese Geliebte, Amelia (Sopran) ist aber die Frau seines besten Freundes Renato(Bariton) der eben eintritt und eine herrliche Treuearie zu seinem Freund singt. Wie peinlich! Der eine schwärmt von der Frau des anderen und der versichert ihm seine unverbrüchlichen Treue. Dann soll Riccardo über die Verbannung einer Wahrsagerin namens Ulrica entscheiden und beschließt mit dem ganzen Hofstaat verkleidet dorthin zu gehen, um sich einen Jux zu machen, wie Nestroy sagen würde

2.Szene:. bei Ulrica (Alt) mischt sich der Gouverneur unerkannt unters Publikum und verwirklich aus Jux einige ihrer Prophezeiungen. Aber dann kommt doch tatsächlich seine Amelia und sucht ein Kraut gegen ihre verbotene Liebe zu ihm. Sie soll es am Richtplatz vor der Stadt um Mitternacht dort finden.

2.Akt: Um Mitternacht lauert am unheimlichen Platz natürlich der verliebte Gockel Riccardo und nach einigem Zögern singen die beiden eines der schönsten Liebesduette aller Zeiten. Aber auch die bösen Verschwörer lauern dort. Da erscheint, man glaubt es kaum, der treue Freund Renato, um seinen Herrn zu retten. So was gibt’s halt nur in der Oper. Sie tauschen die Kleider und der Gouverneur verschwindet eilfertig. Die verschleierte Amelia vertraut er, man glaubt es schon wieder kaum, ausgerechnet seinem Freund zur Begleitung an. Natürlich kommt nun alles raus. Mit einem herrlichen Verhöhnungschor der begeisterten Verschwörer endet der Akt.

3. Akt, 1.Szene: zuhause tobt sich Renato aus, und will seine Frau töten, wie sich das in solchen Fällen in jeder anständigen Oper auch gehört. Sie singt eine großartige Verzweiflungsarie und ist zum Sterben bereit. Da erkennt er, mittels einer der herrlichsten Baritonarie, dass ja sein fieser Freund der Hauptschuldige ist. Nun richtet sich sein Zorn gegen ihn. Passenderweise kommen jetzt die Verschwörer und sie beschließen, den fremdgehenden Gouverneur beim Maskenball umzubringen.

2. Szene: Riccardo bereut inzwischen bitterlich und beschließt Freund und Gattin als Botschafterehepaar wegzuschicken. Dazu singt er wieder eine der schönsten Tenor Arien. Dann aber ereilt ihn aber doch sein Schicksal! Der wütende Freund ersticht ihn. Das folgende große Ensemble ist eines der schönsten, das je geschrieben wurde. Wie sich die Sopranstimme herrlich über den Chor erhebt, in grandiosem Aufschwung, das geht wirklich zu Herzen und ist nicht mehr von dieser Welt. Wer da noch unberührt bleibt, der ist für die Oper hoffnungslos verloren.

 

4. Zur genialen Musik:

Verdi ist hier ein ganz großes Meisterwerk gelungen, das sich nicht nur in schönen Melodien erschöpft. Die Leichtigkeit mit der er vom Tragischen ins Heitere übergeht, beweist seine reife Meisterschaft. Gleich zu Beginn: da singt der Riccardo eine schmachtende Liebesarie und dann im übernächsten Takt schon, wenn Renato ihn vor den Feinden warnt schlägt Verdi geradezu dramatische Töne an, die sofort wieder zur heitersten Leichtigkeit übergehen, wenn der Page lustig über die Wahrsagerin in den höchsten Tönen zwitschert. In der 2. Szene, bei der Wahrsagerin, wieder zunächst geradezu übermütiges belustigtes Singen dann kommt mit Amelia die große Tragödie in die Musik und sofort danach wieder die muntersten Melodien, wenn Riccardo den bösen Spruch Ulrikas veräppelt.           

Auch im 2. Akt: mit Amelia kommen immer die Moll-Tonarten, dunkelstes Drama, das Duett dann zu gewaltiger Leidenschaft aufrauschend und dann der lockere Spottchor der Attentäter, als Amelia erkannt wird. Beinahe gleichzeitig die dunkle Bedrohung durch den beleidigten Gatten. Eine geradezu brennende Intensität wird da erreicht, die dem sensiblen Zuhörer den Atem stocken lässt. Vor allem dieser Spottchor ist einer der genialsten Einfälle Verdis. 

Im 3. Akt dann Renatos Arie, zuerst Wut und Tod, dann wieder der jähe Wechsel zu milden Tönen und der tief bewegenden nostalgischen Klage über das verlorene Glück. Genial mit Flöte und Harfe eingeleitet. Ja diese Arie hat nicht ihresgleichen in der ganzen Baritonliteratur! Es folgen Riccardos Arien mit leidenschaftlicher Traurigkeit und dann wieder die Trällerarie des Pagen als Antwort auf die Frage nach dem Kostüm. Und die elegant heitere Mazurka zum Tanz beim folgenden Maskenball, die unbeirrt weiter ertönt, obwohl schon der Mord stattgefunden hat und dann fast beschämt verstummt. Aber dann sofort wieder das ganz große Drama zum gewaltigen mitreißenden Ensemble aufsteigend. Diese vermeintliche Leichtigkeit im schnellen Wechsel extremster Stimmungen beherrschte sonst eigentlich nur der gute alte Mozart.

 

5. Die Besetzung:

 Den Riccardo singt einer der wohl zur Zeit besten Verdi- Tenöre, Francesco Meli, der ebenso elegant singt wie agiert. Unermüdlich ist seine leichte Höhenpräsenz, so sensibel wie man es in der Arena selten hört, denn da werden ja mehr die lauten robusten Töne bejubelt. Die liefert mit gewaltiger Stimme Luca Salsi, der führende Verdi Bariton, der mir aber fast immer etwas zu sehr auf reine Stimmgewalt setzt. Hui He hat den typischen Verdiklang und spielt elegant wirkungsvoll. Serena Gamberoni ist der hinreißende Page, die ihrem Getriller auch Inhalt zu geben weiß und großartig spielt. Die Ulrika Elisabetta Fiorillos orgelt ihre Partie wie es sich gehört und bemüht sich, keine Hexe zu sein. Die sehr schöne Inszenierung stammt von Pierluigi Picci und Andrea Battistoni ist für das spannende Dirigieren zuständig. Meines Erachtens eine der sympathischsten und besten Produktionen dieser großartigen Oper (2014). Auch wenn sie, oder gerade weil sie, ohne hochgejubelte Superstars auskommt.

 

6. Nun könntet Ihr die Ganze Oper (136. Min.) anhören,   

 dazu müsstet Ihr den folgenden Link kopieren und eingeben:

https://www.3sat.de/kultur/musik/un-ballo-in-maschera-102.html

Wer einen Fernseher mit wlan - Anschluss hat, der kann auch direkt bei 3Sat die Sendung in der Mediathek aufrufen.

 6. Viel Freude dabei!

Ich hoffe, es klappt alles!

Herzlich Euer Opernpeter

 

GESCHICHTEN AUS PETER KLIERS BÜCHERN

 

Das digitale Opernhaus: Nr 2 

Carl Maria von Weber (1786-1826)   „Der Freischütz“

 

 1.zum Anfang diesen Opernführer genau lesen!

Handlung: 1.Akt: Also der Jägers-bursche Max (Tenor) will Förster werden und Agathe(Sopran), die Tochter seines Chefs heiraten. Dazu muss er erst einen Probeschuss leisten. Aber er schießt dauernd daneben. In romantischen Opern steckt dahinter nicht Aufregung sondern immer der Teufel, hier Samuel (Sprechrolle) und sein irdischer Gehilfe der böse Kaspar(Bass). Der verlockt Max mit immer treffenden Freikugeln. 2.Akt: Inzwischen bangt Agathe lange mit einer herrlich romantischen Arie um ihr zukünftiges Glück, weil sie ein herabfallendes Bild vom Opa als schlechtes Omen sieht. Max kommt und geht nach einem Terzett wieder, er eilt zur Wolfsschlucht, Freikugeln zu gießen. Mit dieser Szene nun ist Weber seiner Zeit weit voraus: ein durchkomponiertes Musikstück mit wilder romantischer Dramatik. Da bleibt kein Romantiker trocken. 3. Akt: Vor Ottokar, dem Landesfürsten (Bariton), soll er nun den Probeschuss leisten, er knallt daneben und sein Braut fällt in Ohnmacht. Alle denken, er hätte sie versehentlich erschossen. Aber nein, der fromme Eremit (Bass) hat die Freikugel abgelenkt (siehe Bildchen) und den bösen Kaspar erledigt. Jetzt soll Max auf ewig verbannt werden, aber der Eremit betont, dass er immer brav in die Kirche geht und verlangt stattdessen ein Probejahr. Happy End mit Chor.

Geschichte: Auf der Suche nach einem romantischen Opernstoff stieß Weber in einer „Gespenstergeschichtensammlung“ nach „echten“ Begebenheiten auf diese Story aus dem 17. Jahrhundert Da die Romantiker solche märchenhafte Begebenheiten nach alten Sagen liebten, ließ er sofort ein Libretto schreiben und komponiert ab 1817. 1821 war dann die umjubelte Premiere in Berlin, die einen wahren Erfolgsmarathon auslöste. Weber wurde das Bindeglied zwischen der Klassik (Mozart, Beethoven) und der Vollromantik mit Richard Wagner als Höhepunkt und gilt als Schöpfer der „Deutschen Oper“. Hatte doch bisher überall die italienische Oper allein den Ton angegeben. Übrigens: Weber führte als erster den modernen Taktstock zum Dirigieren ein, statt des bis dahin üblichen 2 Meter langen Zeremonialstabes!.

Musik: Herrliche Melodien und ganze durchkomponierte Szenen, wie sie erst viel später unter Wagner üblich wurden, zeichnen seine Musik aus. Und wunderschöne Melodien. Die sehr schnell wahre Gassenhauer wurden. Aber auch die Natur beschrieb er, wie es bisher noch keiner in einer Oper gemacht hatte. Hauptdarsteller dieser Oper, spöttelte man, sei der Deutsche Wald. Echt empfundene Innigkeit, auch wenn sie uns    heute manchmal etwas naiv vorkommt, gibt seiner Oper aber auch die nötige Tiefe der Empfindung.

Die Seite oben könnt Ihr ausdrucken für Eure Sammlung der Opern im Opernkreis.

PK 27.7.2020

 

 

 

DER OPERNFREUND  | opera@e.mail.de