DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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Beethoven und Mozart

Innere Schönheiten des Universums

Lisa Jacobs und das Sinfonieorchester Wuppertal am 19.10.2020

 

 

Zu „Fidelio“, der einzigen Oper Ludwig van Beethovens (1770-1827), gab es immerhin vier Ouvertüren. Mit der letzten eröffnete jetzt das Sinfonieorchester Wuppertal sein 2. Abonnementskonzert (158. Saison). Sie scheint im Vergleich zur 2. oder 3. Leonoren-Ouvertüre, die die Revolution und Liebe der Oper nicht vorwegzunehmen, sondern stimmt mit punktiertem Trompeten-Motiv einer fallenden Quart und dem drängenden 1. Thema im Wechsel mit lyrischen Passagen auf das Drama ein. Im Konzert war Fidelio nach knapp 10 Minuten vorbei. Erst zehn Jahre nach der Uraufführung auf dem „tanzenden“ Wiener Kongreß (1814/15) feierte Beethoven im Kärntnertortheater mit seiner Oper richtig große Erfolge. Spätestens damit wurde er zum europäischen Ereignis, hatte er doch, damals unbehelligt von Corona, vor fünftausend Besuchern (!) auch schon sein Konzertstück „Wellingtons Sieg…“ dirigiert. In der Historischen Stadthalle Wuppertal durften jetzt immerhin 150 maskierte Personen zuhören.

Fünf seiner acht Violinkonzerte schrieb Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) im Alter von 19 Jahren für den eigenen Gebrauch als Konzertmeister am Salzburger Hof. Obwohl geübter Geiger, war er jedoch „… kein großer Liebhaber von Schwierigkeiten", aber ein Liebling seines Publikums, welches den „schönen reinen Ton lobte und es ging wie Öl“. Tatsächlich gelten auch heute noch Reinheit und Sauberkeit dieses Konzertes als Qualitätskriterien für Geiger, die sich auf eine Violinstelle im Sinfonieorchester bewerben. Musikalisch nicht von der Tiefe und Hintergründigkeit der späteren Klavierkonzerte, bezaubert aber das 5. Violinkonzert A-Dur (KV 219) durch Galanterie und Eleganz. Zu Beginn nach den langsam aufsteigenden gebrochenen Akkorden des 1. Themas, verschafft sich die Violine mit freier Adagiopassage Gehör. Dann aber legte die Geigerin mit mozartischer, tänzerischer Energie und fliegenden Haaren los in engelsgleiche Höhen und klangvolle Tiefen. „Mozarts Musik ist so rein und schön, daß ich sie als die innere Schönheit des Universums selbst ansehe“. schrieb Albert Einstein, der auf seiner Geige mit Namen Lina gerne gespielt hat. Lisa Jacobs aber spielt auf einer Ruggieri des Jahres 1683. In ständigem Kontakt mit dem Orchester, beglückte sie die Zuhörer mit feinem Ton, emotionalem, virtuosem Spiel und konnte in den Kadenzen ihre ganze geigerische Persönlichkeit zeigen. Als 17jährige hatte sie ihr Debüt mit dem Concertgebouw Orchester unter Riccardo Chailly gegeben. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit unterrichtet Sie am Königlichen Konservatorium von Gent. Als Zugabe spielte sie für das begeisterte Publikum die höchst anspruchsvolle „Ballade“ (3. Sonate für Solovioline) von Eugène Ysaÿe wunderbar.

Zuletzt gab es Beethovens 4. Sinfonie (B-Dur Werk 60) aus seinem produktivstem Jahr 1806. Mit der kleinsten Besetzung seiner neun Sinfonien behandelt Beethoven hier die Fülle der musikalischen Ideen und Motive heiterer und lockerer, eher improvisatorisch, alles andere als heroisch oder schicksalhaft. Robert Schumann sprach von „edler Simplizität“. Tatsächlich aber glaubt man bei dem lebensvollen, eleganten, synkopisch-pochenden Allegro vivace des 1. Satzes schon Mendelssohn zu erahnen. Leider spielte das Blech heute nicht in der bekannten Hochform. Im Adagio es 2. Satzes macht das auftaktartige punktierte Quartmotiv, das den Satz insgesamt prägt, schon vor dem gegenläufigen lyrischen Thema auf sich aufmerksam. Und der 3. Satz entpuppt sich mit Taktverschleierung und Überraschungen als echtes Scherzo. Es litt unter dem auch hier mächtigen, stellenweise wolkigen, überhaupt nicht schlanken Orchesterklang (nur Überakustik?). Unter dem eleganten, kapellmeisterlich-musikantischen Dirigat von Julia Jones wurden mit dem buffoartigen, sehr flinken Finale alle Instrumente gefordert und die Seelen des Publikums durchpustet, welches sich mit großem Applaus bedankte.

 

Bilder vom Autor

Johannes Vesper, 20.10.2020

Besonderer Dank an unseren Kooperationspartner Musenblaetter.de

 

 

Klassische Gassenhauer und anderes

1. Wuppertaler Kammerkonzert der 158. Konzertsaison

Wieviel Neues entdecken Orchestermusiker bei der Kammermusik? Jedenfalls kam hier die Individualität von Selina Lohmüller (Klarinette), Vera Milićevic (Violoncello) und Alberto Carnevale Ricci (Klavier) aus dem Sinfonieorchester Wuppertal voll zur Geltung, was den Reiz dieser Konzerte ausmacht.

Ludwig van Beethoven (1770-1827) konnte nicht nur ernst und dramatisch, sondern auch locker und humoristisch wie z.B. in seinem Trio op. 11 B-Dur für Klarinette, Violoncello und Klavier von 1798. Das krasse und freche Thema des letzten Satzes, welches in munteren Variationen ausgebreitet wird, wurde von Beethoven aus der Oper eines erfolgreichen Zeitgenossen geklaut. Mit Kraft und Energie, singendem, beseelten Cello, flinker Klarinette, zuletzt mit Synkopen und Taktwechseln perlte das „Gassenhauer“- Trio vergnüglich vorüber.

Leonard Bernstein begründete seine Karriere mit Musicals wie z.B. West Side Story begann sie aber als Student um 1940 mit Kammermusik, darunter der Sonate für Klarinette und Klavier WVZ 256 (1942). Im 1. Satz eher neoklassizistisch akademisch, beginnt der 2. Satz langsam elegisch, wechselt aber schnell zu synkopisch flottem Scherzo mit komplexer Rhythmik, wobei Jazz und Groove der späteren Jahre noch kaum zu erkennen sind. Souverän wie elegant trotz schwieriger Rhythmen und stellenweise großer Virtuosität endet das ganze zuletzt poco piu lento.

Über ein populäres Thema Variationen zu schreiben, war um 1800 aus finanziellen Gründen beliebt. Beethoven hatte mit fünf Sonaten das Violoncello als Soloinstrument entdeckt und zusätzlich noch 3 Variationszyklen für Klavier und Cello geschrieben. Er nutzte dafür wieder kein eigenes Thema, sondern das bekannte „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus der ›Zauberflöte‹. Die technisch anspruchsvollen Variationen des an sich einfachen Themas, blitzsauber gespielt, wurden vom dunklen Alt bis in seelenvolle Höhen, vom ausdrucksvollen Adagio bis zum flotten Allegro und musikantischen Scherzo in Dur und Moll nahezu zu Charakterstücken. Alle Aspekte des wichtigen Themas loteten Cellistin wie Pianist intensiv aus.

 

Gabriel Faurés einziges Klaviertrio stammt aus seinem Todesjahr 1923. Zur einleitenden Cello-Kantilene, begleitet vom Klavier, kommt bald die Violine hinzu; unterschiedliche Themen sind im breiten, dynamisch an- und abschwellendem Fluss des 1. Satzes kaum auszumachen. und eine musikalische Auseinandersetzung zwischen gegensätzlichen Themen findet nicht statt. Im Andantino des 2. Satzes atmen weite kantable Bögen oft unisono umeinander bzw. wogen merkwürdig hin und her. Mit Poesie und Noblesse nahm man sich dieses in Deutschland vielleicht unterschätzten französischen Komponisten (1845-1924) an, der als Kompositionslehrer u.a. von Maurice Ravel die Musik Frankreichs stark beeinflußt hat. Die Melancholie dieses Klaviertrios kann als Ausdruck schweren Gehörleidens und eingeschränkten Sehvermögens des ständig erschöpften Komponisten gedeutet werden, wie er damals seiner Frau schrieb. Gleichwohl läuft der Schlußsatz noch als Allegro vivo mit einem für das Klavier anspruchsvollen Part flink.

 

Johannes Vesper, 15.10.2020

Foto vom Autor

Besonderer Dank an unsere Freunde von den MUSENBLÄTTERN

 

 

Benefizkonzert zum Tag der Deutschen Einheit

Das Sinfonieorchester Wuppertal unter Łukasz Borowicz glänzte mit Strawinsky, Kussewitzki und Tschaikowski

Dreißig Jahre Wiedervereinigung. Ist zusammengewachsen, was zusammengehört? In Fernsehen und Presse wird zwar viel darüber geredet und geschrieben, aber der Tag wird gefeiert und traditionsgemäß lädt das Sinfonieorchester Wuppertal am 3. Oktober zu einem Benefizkonzert ein. In diesem Jahr erbringt das Konzert 10.250.- €, und die Spende geht an „ZWAR“, eine Vereinigung älterer Mitbürger, die zwischen Arbeit und Ruhestand ihr Leben zusammen gestalten wollen. 1979 im Rahmen eines Seniorenstudiums zur Unterstützung „sozialer, kultureller und politischer Beteiligung von Menschen in der nachberuflichen Lebensphase“ entwickelt, gibt es ZWAR-Gruppen inzwischen landesweit in NRW, allein 12 in Wuppertal. Renate Wernecke und Frank Gottsmann nahmen den Scheck entgegen. Oberbürgermeister Andreas Mucke sprach in der letzten offiziellen Rede seiner Amtszeit über die Bürgerpflicht, stets für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und gegen Diskriminierung von Minderheiten aller Art einzutreten. Für seine Abschiedsrede erhielt er langanhaltenden, warmen Applaus, zu dem sich die Gäste von ihren Plätzen erhoben.

Andrew Lee - Łukasz Borowicz

 

Bei der Nationalhymne durfte wegen Corona nicht mitgesungen werden. Das sehr gut besuchte Festkonzert wurde mit der einsätzigen Bläsersinfonie für 24 Bläser von Igor Strawinsky (1882-1971) eröffnet, der das Werk 1920 zum Tod seines Freundes Claude Debussy geschrieben hat. Der polnische Dirigent Łukasz Borowicz, der als Sternschnuppe am Musikhimmel Karriere gemacht und vor vielen großen Orchestern Europas, darunter allen bedeutenden polnischen Orchestern, gestanden hat, bietet eine eindrucksvolle Diskographie von mehr als 30 CDs. Mit klarem Dirigat gestaltete er trotz stellenweise vertrackter Rhythmik mit allen Bläsern hinter Spuckschutzwänden die etwas spröde Musik souverän, immer ausgleichend zwischen den verschiedenen Bläsergruppen.

Sergei Kussewitzki (1874-1951) hat als Chefdirigent des Boston Symphony Orchesters 24 Jahre lang das amerikanische Musikleben geprägt. Bela Bartok schrieb auf seinen Auftrag hin sein Konzert für Orchester. Lorin Maazel wie Leonard Bernstein wurden von ihm gefördert bzw. entdeckt und er veranlaßte Maurice Ravel die „Bilder einer Ausstellung“ zu orchestrieren. Als Komponist zwar weniger bekannt, gehören seine Kontrabaßkonzerte auch heute noch zum Repertoire. Das dreisätzige 17-minütige Konzert für Kontrabaß und Orchester in fis-moll op. 3 lebt nach von spätromantisch-russischen, nahezu schwärmerischen, gefühlsbetonten Melodien, die auf dem Kontrabaß allerdings ihr eigenes Flair entwickeln. Das Konzert wurde vom Komponisten seiner Geliebten gewidmet, der Tochter eines sehr reichen Teehändlers. Die beiden heirateten noch im gleichen Jahr. Solist Andrew Lee spielt seit 2013 stellvertretender Solokontrabassist hier im Sinfonieorchester Wuppertal. Alles andere als ein verbitterter alter Kontrabassist wie bei Süskind, spielte er mit hinreißender Technik das stellenweise virtuose Konzert, immer wieder tief über die Zargen gebeugt, mit Daumenaufsatz hoch hinauf in Richtung Steg. Bei Harfenarpeggien und Zwiesprache mit den verschiedensten Orchesterstimmen schöpfte er seelen- wie ausdrucksvoll alle Möglichkeiten des Kontrabasses aus. Als Mitglied des Kontrabaßensembles Bassiona Amorosa eine Traumbesetzung für dieses tiefe Liebeslied. Welch seltenes Bonbon des Programms.

v.l.: Carola Seibt, Konzertmeister Yusuke Hayashi, Andrew Lee - Ensemble

 

Inzwischen schon an Konzerte ohne Pause gewöhnt, wurde zuletzt Peter I. Tschaikowskis (1849-1893) sehr bekannte Streicherserenade op. 48 angestimmt. Aus seiner Verehrung für Mozart entstand die relativ kleine Orchesterbesetzung zwischen Streichquintett und Kammerorchester, damals keine Forderung von Virologen und Gesundheitsämtern. In Bewunderung für Mozarts Leichtigkeit und Eleganz schrieb Tschaikowski dieses Werk, in welches er sich selbst „schrecklich verliebte“ und dessen Uraufführung 1880 er kaum erwarten konnte. Komponiert hat er es in einer seiner seltenen Phasen psychischer Ausgeglichenheit und Stabilität: alle Sätze in Dur. Musikalisch vereint sich deutsche Spätromantik mit französischer Eleganz und russischer Seele. Die schnellen wie heiklen Passagen des 1. Satzes kamen gestochen in fast lupenreiner Brillanz. Für Walzer war Tschaikowski berühmt - man denke nur an den aus dem Nußknackerballett; der populäre des 2. Satzes gilt unter Musikern als höllisch schwer wegen seiner schwierigen Agogik. Vorhalte, Verzögerungen und a tempo-Wiederaufnahmen des Zeitmaßes gelangen in größter Leichtigkeit musikalisch und sensibel. Das Sinfonieorchester Wuppertal mit Konzertmeister Yusuke Hayashi folgte dem Dirigat des Gastdirigenten aufmerksam und konzentriert, während das Publikum vom Herbstball im Großen Saal der Historischen Stadthalle träumte und „sich jünger und munterer“ fühlte, wie Tschaikowski bei Mozart. Elegisch sangen Violoncello und Geige im Adagio des 3. Satz einander zu, bevor sich die Bratsche herrlich lyrisch zu Ohr meldete. Nach wunderbaren Pianissimi, Generalpause und Himmelssphärenmusik wird Im flotten 4. Satz der russischen Seele mit 2 Volksliedern unterschiedlichen Charakters gehuldigt. Zuletzt erklingt noch einmal das markante Eingangsthema aus dem 1. Satz, bevor das Konzert mit einer sehr schnellen Stretta furios zu Ende geht. Nach starkem Applaus leert sich der Saal in alle Richtungen im Gänsemarsch, entsprechend den Forderungen des Gesundheitsamtes.

 

Johannes Vesper, 8.10.2020

Besonderer Dank an unsere Freunde von den MUSENBLÄTTERN (Wuppertal)

Fotos (c) Gerhard Bartsch

 

 

 

Chaplins „Moderne Zeiten“ mit Live-Orchesterbegleitung in Wuppertal

Stummfilm mit Livemusik - Ein gelungener Abend

You'll find that life is still worthwhile

If you just... Smile.

 

Zum zweiten Mal nach 2013 machte das Sinfonieorchester Wuppertal die Aufführung von Charlie Chaplins (Teil-)Stummfilm „Moderne Zeiten“ mit Live-Orchesterbegleitung zu einem gefeierten Konzertereignis, zugleich aber auch in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Andreas Mucke, des Opernintendanten Berthold Schneider und des Bühnen-Geschäftsführers Dr. Daniel Siekhaus zu einem von der Historischen Stadthalle Wuppertal umsichtig organisierten gesellschaftlichen Glanzpunkt in Zeiten der kulturfeindlichen Corona-Pandemie.

350 Gäste folgten am vergangenen Samstag im Großen Saal der Historischen Stadthalle der Aufführung des restaurierten Films (Timothy Brock) und der von Chaplin komponierten Musik unter der Stabführung von Stefan Geiger – und empfanden es deutlich als Befreiung von erzwungener Isolation.

So wurde Charlie Chaplins 1936 fertiggestellte, unter dem Eindruck der großen amerikanischen Depression, sozialer Not, Arbeitslosigkeit und fortschreitender menschenfeindlicher Automatisierung geschaffene kritische Tragikomödie „Modern Times“ heute wie damals zum Ventil für gesellschaftlichen Druck, wenn auch ganz anderer Art. Das Glück „rauszukommen“ und unter Menschen Film und Orchester erleben zu können, verzauberte neben dem künstlerischen Genuß spürbar die Besucher. Und die üblichen Konzerthuster - ein sonst allgegenwärtiges Phänomen – fehlten fast gänzlich. Es geht anscheinend doch.

Unter der bildschnitt-genauen Leitung von Stefan Geiger, einem Spezialisten für Stummfilm-Live-Begleitung, setzte das Sinfonieorchester Wuppertal die Musik Charlie Chaplins (bei deren Niederschrift ihn der damals noch junge David Raksin unterstützt hatte), verzahnt mit den wenigen O-Tönen des Films so getreu um, daß die Stimmungen aus Fabrik und Straßenszenen, Gefängnis und Restaurant, Slapstick und Romantik das Publikum ins Geschehen hineinzog. Vor allem der schroffe Gegensatz zwischen den unmenschlichen Arbeitsbedingungen am Fließband, dem Hunger und der Hoffnungslosigkeit - und der zarten Romanze unseres Helden mit dem heimatlosen Mädchen (Paulette Goddard) ist durch die Musik greifbar. Chaplins wohl berühmtestes Stück, das Thema des Mädchens „Smile (though your heart is aching)“ gelang berührend.

Chaplin beherrschte den schmalen Grat zwischen der Tragik des Individuums in einer automatisierten, industrialisierten Gesellschaft und den mit einem Lächeln oder mit befreiendem Lachen überzuckerten Momenten von Sorglosigkeit und Glück. Elemente von Fritz Langs „Metropolis“ finden sich ebenso wie Griffe in Chaplins eigene Gag-Kiste, denken wir nur an „Goldrausch“ und „The Kid“. Ist einem zu Beginn trotz großartiger Slapstick-Ideen am Fließband so gar nicht zum Lachen zumute, platzt der Knoten spätestens bei Chaplins legendärem Rollschuhlauf im nächtlichen Warenhaus, dem trauten Heim in der Bretterbude und seinem Auftritt als singender, tanzender Kellner und seiner Entenbraten-Jonglage. Am berührendsten bleibt wohl für alle das Schlußbild (oben), das zum ersten Mal in der Geschichte der Chaplin-Filme am Ende den Tramp nicht alleine zeigt - ein unerreichtes Manifest der Hoffnung.

Ein gelungener Abend, für den dem Sinfonieorchester unter Stefan Geiger, der Stadthalle und Charlie Chaplin zu danken ist und dem vom Publikum mit Applaus gedankt wurde, der bei vollem Saal nicht hätte größer sein können.

 

credits

Komödie, USA 1936 - restaurierte Fassung von Timothy Brock

Regie: Charlie Chaplin. Buch: Charlie Chaplin. Kamera: Roland H. Totheroh, Ira Morgan, Musik: Charlie Chaplin

Filmphilharmonic Edition - Film mit Genehmigung der Roy Export S.A.S., - Musik mit Genehmigung der Bourne Co. Music Publishers

Mit: Charlie Chaplin (Arbeiter Charlie) - Paulette Goddard (das Mädchen) - Tiny Sandford (Fließbandarbeiter Big Bill) - Chester Conklin (Mechaniker) - Allan Garcia (Chef des Stahlkonzerns) - Richard Alexander (Zellengenosse im Gefängnis)

 

Sinfonieorchester Wuppertal (Leitung: Stefan Geiger)

 

Frank Becker, 16.9.2020

 

 

Pina Bausch Fellowship

Meet The Fellows! 2020 In Wuppertal

12.2.2020

 

Die Pina Bausch Fondation wurde direkt nach dem Tode der berühmten Choreographin gegründet, feierte 2019 also ihr 10jähriges Bestehen. Sohn Salomon Bausch brachte ihren gesamten Nachlaß in die Stiftung ein. Die Stiftung will die Spuren der großen Tänzerin und ihre Kunst sichern, sieht ihre Aufgabe vor allem im Aufbau und in der Pflege eines Archivs, in welchem das außerordentlich umfangreiche künstlerische, inzwischen historische Material zu ihren 53 Stücken bewahrt, digitalisiert, dokumentiert und Interessenten auch zukünftig zur Verfügung gestellt werden soll. Dazu wird am Wuppertaler Schauspielhaus, in welchem jahrzehntelang Pina Bausch ihre Stücke erarbeitet und gespielt hat, auch in Zusammenarbeit mit dem Pina Bausch Tanztheater das Pina Bausch Zentrum entstehen, wozu dieser wunderbare denkmalgeschützte Theaterneubau aus den 1960er Jahren umgebaut und erhalten werden wird. Bis dahin dauert es jedoch, obwohl Pläne und Finanzen schon weit gediehen sind, noch Jahre.

Die Pina Bausch Fondation strahlt aber mit ihren Aktivitäten inzwischen auch schon in die Welt aus. So entstand aus Bildern des Stückes „Palermo Palermo“ eine Filmfassung, die vor kurzem in Wuppertal wie in Palermo mit großartigem Publikumserfolg gezeigt wurde. Auf der Webseite der Stiftung (http://www.pinabausch.org/de/editions/film/palermo-palermo) kann der Film kostenfrei angesehen werden. Außderdem vergibt die Stiftung zusammen mit der Kunststiftung NRW seit 2016 vier Stipendien/Jahr (Pina Bausch Fellowship for Dance und Choreographie (https://fellowship.pinabausch.org/de/fellowship/ueber-die-fellowship), mit dem junge Künstler und Künstlerinnen ihre Ausdrucksformen in Tanz und Choreographie frei von ökonomischen Zwängen entwickeln und erweitern können. Voraussetzung für eine Bewerbung dieses Stipendiums ist eine abgeschlossene Tanzausbildung und/oder eine zweijährige Berufserfahrung in einem professionellen Ensemble. Das Stipendium wird international ausgeschrieben und für eine Zeit von 3-6 Monaten gewährt.
Für 2020 gab es 140 Bewerbungen (45 Tänzerinnen und 95 Choreografinnen) aus 47 Ländern im Alter von 18-63 Jahren (Durchschnitt 32 Jahre). Aus Deutschland und den USA kamen je 20 Bewerbungen. Die international hochkarätig besetzte Jury besteht derzeit aus Madusree Dutta aus Indien (aktuell künstlerische Leiterin der Akademie der Künste Köln), Nora Chipaumire (geboren in Simbabwe, lebt in New York) und Ruth Mackenzie (u.a. erste künstlerische Leiterin des Théatre du Chatelet in Paris, Leiterin des Holland Festivals).
Diese Jury wählte für 2020 aus: McIntosh Jerahuni aus Simbabwe, der mit dem 1984 gegründeten URBAN BUSH WOMEN in New York kooperieren wird. Neve Mazique Kamilah Ricardie wird zu AXIS, einem der führenden Tanzkompanien für integrativen Tanz in die USA gehen. Majesty Royale aus North Carolina wird mit dem Künstler Duo Gerard& Kelly (Paris) arbeiten. Über ihre Erfahrungen werden die Fellows in einem Jahr berichten.
Am 01.02.2020 stellten sich jetzt die Fellows des Vorjahres im Foyer des Wuppertaler Schauspielhauses vor und berichteten in jeweils ca. 30minütigen Vorträgen mit Bildern oder auch Videos über ihre Erfahrungen.
Marc Philipp Gabriel, Choreograph in Berlin, hat als Stipendiat mit einer Tanzkompanie auf Madeira zusammengearbeitet, in welcher auch körperlich und geistig beeinträchtige Menschen tanzen. Er lernte dort Respekt, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit im Umgang mit den Menschen und Kollegen. Er will stets mit dem Körper, nicht gegen ihn tanzen, will als Choreograph alle Fähigkeiten und Möglichkeiten seiner Partner fördern und seinerseits von ihnen lernen.
Martha Hincapié Charry hat ihre Tanzausbildung in Kolumbien begonnen und an der Folkwang Hochschule Essen abgeschlossen. Sie fand die Kooperationspartner für ihr Stipendium bei indigenen Gemeinschaften der Tairona-Kultur auf der Sierra Nevada de Santa Maria in Kolumbien. Mit Hilfe ihres dortigen Mentors lernte sie nicht nur viel über den dort von Ausrottung bedrohten Jaguar und den weltgrößten Nationalpark Chiribiquete , sondern in Gesprächen und im Umgang mit der dortigen indigenen Bevölkerung deren Lebensphilosophie, Rituale, Rhythmen und zeremoniellen Tänze kennen. 
Nach der Pause, in der etliche Besucher (wegen der stellenweise nicht optimal verständlichen Vorträge in Englisch?) bereits nach Haus gegangen waren, präsentierte Lee Meir ihre Arbeit an der École des Sables im Senegal. Sie lebt und arbeitet als Choreographin in Berlin und Tel Aviv. Ihr Interesse gilt der Bedeutung von Bewegung, Klang und Sprache für die Menschen, die das als Tanzkunst gemeinsam erleben. Sie faszinierte das Publikum mit ihren lebhaften Berichten und Videos über Rhythmen, Tanz und Bewegung in Afrika, zeigte wie alle an der Tanzsituation Beteiligten mitmachen, sich gegenseitig unterstützen und welches Glück Tanz als Gemeinschaftserlebnis bringen kann.
Zuletzt dann Ariel Moreira, der in Argentinien lebt und sein Stipendium an der Subbody Resonance Butoh Himalayan Dance Scholl (Indien) absolviert hat. Seine Präsentation begann mit einem ebenso kurzen wie eindrucksvollen Video, in welchem sich ein schamanenhaft geschminkter, bedeutungsvoll gebärdender Tänzer uns zuwandte. Ariel schritt bei seinem Bericht über diese indische Tanzschule mit täglichem Unterricht von 10-15 Uhr, über seine Erfahrungen in der grandiosen Landschaft des Himalaya, die gesamte Bühne aus, warf sich immer wieder, ohne seine Rede zu unterbrechen, auf den Bühnenboden, kam in ständiger Bewegung wieder hoch, und das Publikum bekam eine Idee, wie am Himalaya das Leben im Körper, in jeder einzelnen Körperzelle schwingt, und zwar seit dem es Leben auf der Erde gibt, bzw. seitdem wir von den Bäumen stiegen und den aufrechten Gang erlernten. Jeden Morgen werde dort bei meditativer stiller Bewegung in sich hinein- bzw. in die Welt gehört, den Schwingungen uralter zellulärer Erinnerung und ihren Wirkungen auf Leib und Seele nachgespürt und auch die dunklen Seiten des Lebens spirituell wahrgenommen. Das alles hat in Indien Tradition und mit westlich ökonomisch motiviertem Tanz nichts zu tun.
Großer Applaus für die Stipendiaten, die alle die Erweiterung ihrer Vorstellungen von Leben und Tanz in den Mittelpunkt ihrer Berichte gestellt haben. Es wurde sehr deutlich, daß sie wie Pina mit den in der Welt gesammelten Erfahrungen im Tanz eine Sprache für das Leben suchen und das Stipendium als große Chance begriffen und genutzt haben.
Für weitere Informationen siehe zu Stipendiaten und Kooperationspartnern siehe https://fellowship.pinabausch.org/de/home zur Jury 2020:
 
Johannes Vesper, 15.2.2020
Besonderer Dank an unsere Freunde von Musenblaetter.de

 

 

 

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