Bücher und Tonträger

Bücherecke Tonträger

Buchkritik: „Mythische Sinnlichkeit. Zur Funktion der Wahrnehmung in Richard Wagners Dramen“, Stefanie Spindler

Zu kurz greifende, einseitig verzerrte, ja verzichtbare Studie über Wagners Sinnlichkeit – Wagner ohne Ende. Schon wieder ist eine jener eitlen Dissertationen erschienen, die zwar durchaus interessant sind, aber nicht unbedingt nötig bzw. anschaffenswert, zumal bei dem geforderten Ladenpreis. Wohl nur Bibliotheken und Seminare werden sich das – zugegeben schön gebundene, . . .

Buchkritik: „Gustav Mahler: Vom Elend eines Genies“, Franz Willnauer (Hrsg.)

Es sind Fundstücke, die Franz Willnauer „aus unterschiedlichsten Quellen in jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Komponisten zusammengetragen“ hat, „ohne zunächst eine Veröffentlichung zu beabsichtigen.“ Nun aber hat er diese Fundstücke doch publiziert, als facetten- und perspektivenreiche Dokumentation. „Es sind Dokumente, Erinnerungen und Briefe von und über Mahler“, oft . . .

CD: „Parsifal auf zwei Klavieren“, Christiane Behn / Emiliano Ramniceanu

Kann man Wagner für das Klavier bearbeiten? Man kann – aber gelingt es so, dass man den Eindruck hat: Das genau ist Wagner? – Es gelingt – und es gelingt nicht, denn es liegt in der Natur der Sache, dass ein Perkussionsinstrument zumal Wagners späte Farbmagie nicht 1:1 zu reproduzieren vermag. Die Zahl der berühmten und unbekannt gebliebenen Klavier-Transkripteure ist zwischen . . .

Buchkritik: „Oper in Bewegung“, Reinhard Strohm (zweite Besprechung)

Eigentlich – und uneigentlich – könnte der Band auch heißen: „Barockoper in Bewegung“ – denn die Mehrzahl der Beiträge, es sind 16 von 26, hat es mit Werken zu tun, die zwischen 1691 und 1761 auf die Bühnen kamen. Kein Wunder, wurde der Autor doch 1971 mit der Dissertation Italienische Opernarien des frühen Settecento (1720–1730) zum Doktor gemacht, bevor er Mitherausgeber der . . .

Buchkritik: „Aufgehobene Revolution. Annäherungen an Richard Wagners Ring“, Laurenz Lütteken (zweite Besprechung)

Schon das Foto auf dem Cover zeigt, wo es hingeht. Da sieht man, ausgeschnitten aus einer Inszenierung von 2020, die drei Nornen auf dem Felsen das Seil schwingen. Wir wissen: Mit dem Wissen hat es ein Ende – doch das Drama fängt danach, nach dem Vorspiel, erst an. – Es ist dies eine jener Wagnerschen Paradoxien: dass ein Drama dort behauptet wird, wo es in Wahrheit Epos ist und auf . . .

Buchkritik: „Aufgehobene Revolution. Annäherungen an Richard Wagners ‚Ring'“, Laurenz Lütteken

Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner ist auch 150 Jahre nach der Uraufführung des gesamten Zyklus eine Herausforderung. In acht Essays nähert sich der deutsch-schweizerische Musikwissenschaftler Laurenz Lütteken vor allem Wagners Chef d'Œu­v­re. Sein Grundgedanke und roter Faden der vier Texte, die er für die Ring-Inszenierung am Theater LaMonnaie/De Munt in Brüssel 2023/2024 . . .

Buchkritik: „Genie und Gewissen. Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus“, Michael Wolffsohn

Karajan und kein Ende – Michael Wolffsohns neuestes Buch „Genie und Gewissen“ entlastet den Star-Dirigenten – Das „Wunder Karajan“ wurde vor allem von der NSDAP-treuen Presse erfunden und setzte sich als beispiellose Karriere auch nach 1945 fort. Karajan wurde zu einem der künstlerisch herausragenden, mit mehr als 300 Millionen zu Lebzeiten verkauften Tonträgern kommerziell . . .