Bücher und Tonträger

Bücherecke Tonträger

CD: „Parsifal auf zwei Klavieren“, Christiane Behn / Emiliano Ramniceanu

Kann man Wagner für das Klavier bearbeiten? Man kann – aber gelingt es so, dass man den Eindruck hat: Das genau ist Wagner? – Es gelingt – und es gelingt nicht, denn es liegt in der Natur der Sache, dass ein Perkussionsinstrument zumal Wagners späte Farbmagie nicht 1:1 zu reproduzieren vermag. Die Zahl der berühmten und unbekannt gebliebenen Klavier-Transkripteure ist zwischen . . .

Buchkritik: „Oper in Bewegung“, Reinhard Strohm (zweite Besprechung)

Eigentlich – und uneigentlich – könnte der Band auch heißen: „Barockoper in Bewegung“ – denn die Mehrzahl der Beiträge, es sind 16 von 26, hat es mit Werken zu tun, die zwischen 1691 und 1761 auf die Bühnen kamen. Kein Wunder, wurde der Autor doch 1971 mit der Dissertation Italienische Opernarien des frühen Settecento (1720–1730) zum Doktor gemacht, bevor er Mitherausgeber der . . .

Buchkritik: „Aufgehobene Revolution. Annäherungen an Richard Wagners Ring“, Laurenz Lütteken (zweite Besprechung)

Schon das Foto auf dem Cover zeigt, wo es hingeht. Da sieht man, ausgeschnitten aus einer Inszenierung von 2020, die drei Nornen auf dem Felsen das Seil schwingen. Wir wissen: Mit dem Wissen hat es ein Ende – doch das Drama fängt danach, nach dem Vorspiel, erst an. – Es ist dies eine jener Wagnerschen Paradoxien: dass ein Drama dort behauptet wird, wo es in Wahrheit Epos ist und auf . . .

Buchkritik: „Aufgehobene Revolution. Annäherungen an Richard Wagners ‚Ring'“, Laurenz Lütteken

Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner ist auch 150 Jahre nach der Uraufführung des gesamten Zyklus eine Herausforderung. In acht Essays nähert sich der deutsch-schweizerische Musikwissenschaftler Laurenz Lütteken vor allem Wagners Chef d'Œu­v­re. Sein Grundgedanke und roter Faden der vier Texte, die er für die Ring-Inszenierung am Theater LaMonnaie/De Munt in Brüssel 2023/2024 . . .

Buchkritik: „Genie und Gewissen. Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus“, Michael Wolffsohn

Karajan und kein Ende – Michael Wolffsohns neuestes Buch „Genie und Gewissen“ entlastet den Star-Dirigenten – Das „Wunder Karajan“ wurde vor allem von der NSDAP-treuen Presse erfunden und setzte sich als beispiellose Karriere auch nach 1945 fort. Karajan wurde zu einem der künstlerisch herausragenden, mit mehr als 300 Millionen zu Lebzeiten verkauften Tonträgern kommerziell . . .

Buchkritik: „Oper Dortmund: Der Ring des Nibelungen 2022 – 2025“

Wagner und kein Ende… Der bekannte Seufzer könnte auch lauten: Der Ring und kein Ende – denn kein Werk der Operngeschichte hat bis in die jüngste Gegenwart die Gemüter und Gehirne des intellektuellen und nicht intellektuellen Publikums so bewegt wie die Tetralogie. Es ist also durchaus berechtigt, gerade in Zusammenhang mit dem Großwerk vom „Kosmos Wagner“ zu sprechen, wie man es . . .

Buchkritik: „GötterVERdämmerung. Ein Opernroman“, Rainer Buland, Claudia Steiner-Fridrich

Ringkampf – so heißt der Roman, den Thea Dorn einst in Anlehnung an den Ring des Nibelungen, freilich sehr frei montiert, geschrieben hat. Der (historische) Brand der Frankfurter Oper war da nur ein vergleichbares Motiv. Auch in einem neuen „Opernroman“, einer nicht erst seit Donna Leons Venezianisches Finale populären Gattung, brennt die Oper: doch nun am Ende, also passend zum . . .

Buchkritik: „Triangel der Wiener Tradition – Zemlinsky – Schönberg – Hoffmann“, Gerold Gruber

Sie waren einander erst als Lehrer und Schüler, später als Kollegen verbunden, und was zu allen Zeiten  zwischen ihnen herrschte (wenn es auch private Probleme geben mochte), war die große Wertschätzung, die sie einander entgegenbrachten. – Als „Triangel“ einer Wiener Tradition, die nichts mehr mit der legendären Wiener Klassik zu tun hatte, wurden sie 2024 zu einer Ausstellung . . .