Hildesheim: „Rigoletto“ Giuseppe Verdi

Warum nur müssen Regisseure immer wieder Opern-Libretti auf den Kopf stellen? Dass Gilda Opfer eines patriarchalen Systems ist, das sie von klein auf isoliert und ihr jede Form von Selbstbestimmung nimmt, wie Regisseurin Shira Zsofia Szabady ineinem Interview vor der Premiere ausführt, ist gut nachvollziehbar, weil dies ja auch dem Libretto entspricht. Ebenso kann man die Deutung verstehen, . . .

Nürnberg: „La finta giardiniera“, Wolfgang Amadeus Mozart

La Finta giardiniera hat eine denkbar vielfältige Deutungsgeschichte hinter sich – weniger auf den Bühnen, wo sie relativ selten auftaucht, als in der Mozart-Fachliteratur. Konnte man vor gut 100 Jahre, bei Hermann Abert, einem der ersten großen Mozart-Biographen, noch lesen, dass der Gesamteindruck des Werks viel weniger „harmonisch und befriedigender“ sei als die Vertonung des . . .

Krefeld: „Trouble in Tahiti“, Leonard Bernstein / „Herzog Blaubarts Burg“, Béla Bartók

Inzwischen hat sich am Theater Krefeld-Mönchengladbach in der Sparte Musiktheater das „On Stage“-Format etabliert, bei dem das Publikum in kleineren Produktionen auf der Bühne Platz nimmt. Dies ermöglicht nicht nur einen interessanten Blick in den Theatersaal, sondern schafft auch eine viel größere Nähe zu den Darstellern und Musikern. In dieser Spielzeit kommt dieses Format bei den . . .

Dortmund: „Mazeppa“, Clémence de Grandval (zweite Besprechung)

Seit einigen Jahren bringen viele Opernhäuser verstärkt die Werke von Komponistinnen auf die Bühne und heben dabei vergessene Schätze. Erinnert sei an Fausto von Louise Bertin in Essen und La Montagne Noir von Augusta Holmes in Dortmund. The Wreckers von Ethel Smyth hat es sogar in Schwerin, Meiningen, Karlsruhe und zuletzt in Detmold auf die Bühne gebracht. Im Dortmunder Opernhaus ist jetzt . . .

Duisburg: „Die blaue Sau“, Anno Schreier

Gewöhnlich werden junge Leute mit Klassikern wie Zauberflöte oder Hänsel und Gretel in die Welt der Oper eingeführt (oder, wie der Rezensent schon mehrfach erleben durfte, erfolgreich mit Werken Richard Wagners). Mittlerweile gibt es Werke, die unter der Gattung Familienoper diese Zielgruppe direkt anspricht, oft mit aktuellen Themen und mit einer Musiksprache, die eingängig, aber raffiniert . . .