Wien: „Eine florentinische Tragödie“ / „Herzog Blaubarts Burg“, Alexander von Zemlinsky / Béla Bartók (zweite Besprechung)

Vom Öffnen aller Türen – Zemlinskys Florentinische Tragödie ist wieder da! Erstmals seit 1917 ist sie an der Wiener Oper zu hören, wo es kurz nach ihrer Uraufführung in Stuttgart zu fünf Vorstellungen kam. Wie überhaupt Zemlinskys Musik, heutzutage wieder öfter zu hören, mit dessen erzwungener Emigration lange Zeit verstummte. Nach einem initiatorischen Lohengrin-Erleben, . . .

Oldenburg: „La forza del destino“, Giuseppe Verdi

Gleich zu Beginn der Spielzeit ist dem Oldenburgischen Staattheater mit Giuseppe Verdis La Forza del Destino ein veritabler Volltreffer gelungen - und das in jeder Hinsicht. Die Regie von Joan Anton Rechi war klug durchdacht und absolut werkgerecht, musikalisch sorgte Vito Cristofaro am Pult des bestens disponierten Oldenburgischen Staatsorchesters einmal mehr für eine spannende, differenzierte . . .

Baden-Baden: „Illusionen – wie Schwanensee“, John Neumeier

Es gibt mehrere Schwanensee-Interpretationen. 1895 die Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow. 1976 Illusionen - wie Schwanensee von John Neumeier in Hamburg, 2011 in München. Welche ist die wahre und richtige? An Schwanensee scheiden sich immer wieder die Geister. Ist die Choreografie von Petipa und Iwanow zur Musik von Peter Tschaikowsky - die Originale? Schließlich wurde sie vom . . .

Darmstadt: „Andrea Chénier“, Umberto Giordano

Meine Berliner Kritiker-Kollegen haben mich um diese Premiere beneidet. Im Repertoire der Deutschen Oper erfreute sich die Produktion seit dem Jahr 1994 ungebrochener Beliebtheit. „Bis in alle Ewigkeit aufführen, falls die Kulissen und wunderbar ironischen Kostüme (José Manuel Vasquez) nicht früher zerfallen, könnte man ohne Zweifel Giordanos Andrea Chénier in der Regie von John Dew“, . . .

Gelsenkirchen: „Wozzeck“, Alban Berg

Das Musiktheater im Revier eröffnet die neue Intendanz mit einer äußerst radikalen und zugleich raffinierten Neuinterpretation von Alban Bergs Wozzeck. Von Büchner bleibt in der Gelsenkirchener Inszenierung zwar wenig übrig. Dennoch gelingt es ihr, mit Bergs Musik und Libretto Fragen nach der gewalttätigen Animalität der Gesellschaft und nach kollektiver Schuld am Holocaust zu stellen. Die . . .

Essen: „Das Wunder der Heliane“, Erich Wolfgang Korngold (zweite Besprechung)

Ein Tyrann knechtet sein Reich. Im Kerker hält er einen mysteriösen Fremden gefangen, dem das Volk magische Kräfte zuschreibt. Eine junge Frau schleicht sich hinab, verfällt dem Gefangenen und zieht sich vor ihm aus. Der Herrscher kocht vor Eifersucht, sinnt auf Rache… Nein, das ist nicht „Salome“, sondern Erich-Wolfgang Korngolds „Das Wunder der Heliane". – Ein . . .

Hagen: „Cavalleria rusticana“, Pietro Mascagni / „Pagliacci“, Ruggero Leoncavallo

Das klassische italienische Doppel „Cav and Pag“ (wie die Amerikaner sagen), also Mascagnis Cavalleria rusticana und Leoncavallos I Pagliacci, ist die erste eigene und auch gleich sehr gelungene Opern-Neuproduktion des Theaters Hagen in dieser Saison. Und es spricht für die ambitionierte Leistungsfähigkeit dieser Bühne, dass sie es nicht bei einer der beiden Opern belässt, wie zuletzt in . . .