Mailand: „Lucia di Lammermoor“, Gaetano Donizetti

Bei der letzten vor der Sommerpause gezeigten Produktion handelt es sich um eine von Marco Monzini bestens betreute Wiederaufnahme der Arbeit des für Regie, Bühnenbild und Kostüme verantwortlichen Yannis Kokkos vom Frühjahr 2023. Die Wiedergabe der bei Ricordi erschienenen kritischen Ausgabewurde damals von Riccardo Chailly betreut, dem es bekanntlich am Herzen liegt, auch nicht die kleinste . . .

München: „Der Besuch der alten Dame“, Gottfried von Einem

Natürlich kann, ja muss man den Satz zitieren, den der Dichter in seinen dem Stücktext angefügten Anmerkungen geschrieben hat: „Ich beschreibe Menschen, keine Marionetten.“ Wer eine Inszenierung von Nikolaus Habjan anschaut, weiß, dass er mindestens eine Puppe zu sehen bekommt. Nun kann man eine Puppe nicht mit einer Marionette verwechseln, aber hier wie dort drängt sich der Eindruck . . .

Frankfurt: „Der Triumph von Zeit und Erkenntnis“, Georg Friedrich Händel (zweite Besprechung)

Bereits dieses eine Video genügt, um denen, die für die im Bockenheimer Depot wie üblich schnell ausverkauften Vorstellungen keine Karte mehr bekommen haben, eine Ahnung davon zu geben, was sie verpaßt haben: Younji Yi singt „Lascia la spina“, eine frühe Fassung des bekannten „Lascia ch’io pianga“. Makellos, innig, mit einem wunderbar gerundeten, jugendlich-frischen Sopran, der . . .

Berlin: „Die Entführung aus dem Serail“, Wolfgang Amadeus Mozart

Zwischen Arte und RTL – Tief eingegraben in das Gedächtnis der Historiker hat sich das Jahr 1780, denn da begann es in Berlin auf Anweisung Friedrichs des Großen mit der Arbeit der Kaffeeriecher, die jeden Bürger zur Anzeige brachten, der das braune Gesöff zubereitete, das des Königs Ziel, Preußens Bilanzen durch eine Überzahl von Ausfuhren und geringe Zahl von Einfuhren im Sinne . . .