Bayreuth: „Götterdämmerung“, Richard Wagner (zweiter Zyklus)

Wie im Fußballstadion klingt das Gegröle eines Teils des Publikums, kaum dass der letzte Ton verklungen ist. Wie unsensibel und rücksichtslos muss man sein, dass man nach diesem musikalischen Wunder nicht wenigstens einmal durchatmen und die Musik einige Sekunden nachklingen lassen kann? Oder es wenigstens anderen zu gestatten. Erschreckend! Letztendlich treffen diese Buhrufe das Orchester im . . .

Salzburg: „Saint François d’Assise“, Olivier Messiaen

Der leibliche Mensch in der radikalen Nachfolge der Liebe – Ungewohnt erscheint die Felsenreitschule, wenn der breite Bühnenraum von einem dicken grauen Vorhang verhüllt ist. Auf diesem befinden sich zwei Linien, eine vertikale und, mit etwas Abstand rechts daneben, eine horizontale. Zuerst schenkt man diesen ominösen Strichen keine weitere Beachtung, doch dann regt sich ein Gedanke: es . . .

Bayreuth: „Siegfried“, Richard Wagner (zweiter Zyklus)

Über die KI-Projektionen ist mittlerweile genug gesagt worden, deshalb sei nur erwähnt, dass es beim schlechten Gesamteindruck des Konzeptes bleibt. Und auch wenn einige Projektionen geradezu magische Räume erschaffen, mitunter sogar zur richtigen Zeit, bleibt der überwiegende Teil so diffus, nichtssagend und fehlgeleitet, dass man am besten einfach nicht hinsieht. Aber dann wird im Siegfried . . .

Martina Franca: „Il schiavo di sua moglie“, Francesco Provenzale / „Carmen“, Georges Bizet / „Pulcinella“, Igor Strawinsky / „La favola di Orfeo“, Alfredo Casella

Auch heuer wieder haben Festivalleiterin Silvia Colasanti und Musikdirektor Fabio Luisi ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das vom 17. bis zum 20. Jahrhundert reichte. – „Il schiavo di sua moglie”, Francesco Provenzale – Francesco Provenzale (Neapel 1632 - ebd. 1704) wird insofern als Vater der neapolitanischen Oper betrachtet, als er in Venedig bereits bekannte . . .

Bayreuth: „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ – Halbzeitbilanz des zweiten Zyklus

Es war vermutlich von vornherein eine Schnapsidee, einer KI die Illustration des Bayreuther Jubiläumsrings anzuvertrauen. Auch wenn ich nach den vernichtenden Berichten über den Premierenzyklus noch Schlimmeres erwartet hatte. Aber nun soll jede Vorstellung ohnehin anders sein, und einen Vergleich vom ersten zum zweiten Zyklus könnte nur jemand ziehen, der beide Zyklen gesehen hat. Vielleicht . . .

Bayreuth: „Die Walküre“, Richard Wagner (zweiter Zyklus)

Es wird nicht besser. Die Unzulänglichkeiten dieser KI als Medium für eine Ring-Inszenierung sind so offenkundig, die Bilder so sinnfrei, einfältig und banal, dass es teilweise zum Fremdschämen ist. Auffallend sind die immer wiederkehrenden Projektionen von Geröll, Müll, schimmligen Flächen und Metallschrott. Mit welchen Informationen muss man die KI bestücken, damit bei Siegmunds . . .

Bayreuther Festspiele: „Das Rheingold“, Richard Wagner (zweiter Zyklus)

Auch wenn es nicht so schlimm war wie erwartet, muss man trotzdem sagen, dass auch nach dem Rheingold des zweiten Ring-Zyklus das Experiment gescheitert ist. Dass KI noch lange nicht die Fähigkeiten hat, die ihr zugeschrieben werden, ist nicht verwunderlich. Aber wenn eine Maschine ein so hochkomplexes Werk wie den Ring illustrieren soll, muss sie scheitern. Und auch wenn von den . . .

Bayreuth: „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ – Bilanz der zweiten Hälfte des „KI-Rings“

Dass „Kurator“ Marcus Lobbes und sein Team nach der Götterdämmerung vom Bayreuther Premierenpublikum massiv niedergebuht wurden, überraschte nicht. Bereits an den vorherigen drei Abenden bahnte sich wachsender Unmut an angesichts einer Inszenierung des Rings des Nibelungen, die keine war. Das Wagnis, „KI“ in eine Opernproduktion zu integrieren, scheiterte auf ganzer Länge. Und zwar . . .

Bayreuth: „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ – Bilanz der ersten Hälfte des „KI-Rings“

„Kinder, macht Neues! Neues und abermals Neues!“ Richard Wagners vielzitierter Appell entspricht dem ursprünglichen Werkstattcharakter der Bayreuther Festspiele, für den Wagner jede technische Neuerung seiner Zeit in Anspruch nahm. Es ist deshalb völlig legitim, wenn 150 Jahre nach der Gründung der Festspiele mit der sogenannten „KI“, der „künstlichen Intelligenz“, eine der wohl . . .

Bayreuth: Gedanken zum Eröffnungswochenende mit Festakt und „Rienzi“

150 Jahre Bayreuther Festspiele: Damit gilt es nicht nur das wohl „merkwürdigste, absonderlichste Festival der Welt“  zu würdigen, wie es Nike Wagner in ihrer Festrede nannte, damit geht es nicht einmal nur um das Werk eines genialen Komponisten, sondern über einen Abriss der deutschen Geschichte, die der Komponist und seine Nachfahren nicht nur vom Seitenrand beobachtet und . . .