Essen: „Das Wunder der Heliane“, Erich Wolfgang Korngold (dritte Besprechung)

Der Komponist Erich Wolfgang Korngold dürfte einem breiten Opernpublikum in erster Linie durch seine Tote Stadt ein Begriff sein. Dieses im Jahre 1920 gleichzeitig in Hamburg und Köln aus der Taufe gehobene Werk bescherte dem damals erst 23jährigen Korngold den großen Durchbruch als Opernkomponist. Keine seiner späteren Schöpfungen für das Musiktheater erreichte auch nur annähernd die . . .

Bielefeld: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Oper Die Zauberflöte ist gleichzeitig eine der eingängigsten und eine der schwierigsten Opern, die beliebteste und stellt wie kaum ein anderer Regisseur vor größte Herausforderungen bei der Frage, was dieses Werk voller phantasievoller Magie und hochtrabender Moral uns zu sagen hat. Theater hoffen in vielen gut besuchte Vorstellungen Opernneulinge zu gewinnen, Stammpublikum nicht zu . . .

Wien: „Eine florentinische Tragödie“ / „Herzog Blaubarts Burg“, Alexander von Zemlinsky / Béla Bartók (zweite Besprechung)

Vom Öffnen aller Türen – Zemlinskys Florentinische Tragödie ist wieder da! Erstmals seit 1917 ist sie an der Wiener Oper zu hören, wo es kurz nach ihrer Uraufführung in Stuttgart zu fünf Vorstellungen kam. Wie überhaupt Zemlinskys Musik, heutzutage wieder öfter zu hören, mit dessen erzwungener Emigration lange Zeit verstummte. Nach einem initiatorischen Lohengrin-Erleben, . . .

Oldenburg: „La forza del destino“, Giuseppe Verdi

Gleich zu Beginn der Spielzeit ist dem Oldenburgischen Staattheater mit Giuseppe Verdis La Forza del Destino ein veritabler Volltreffer gelungen - und das in jeder Hinsicht. Die Regie von Joan Anton Rechi war klug durchdacht und absolut werkgerecht, musikalisch sorgte Vito Cristofaro am Pult des bestens disponierten Oldenburgischen Staatsorchesters einmal mehr für eine spannende, differenzierte . . .

Baden-Baden: „Illusionen – wie Schwanensee“, John Neumeier

Es gibt mehrere Schwanensee-Interpretationen. 1895 die Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow. 1976 Illusionen - wie Schwanensee von John Neumeier in Hamburg, 2011 in München. Welche ist die wahre und richtige? An Schwanensee scheiden sich immer wieder die Geister. Ist die Choreografie von Petipa und Iwanow zur Musik von Peter Tschaikowsky - die Originale? Schließlich wurde sie vom . . .

Darmstadt: „Andrea Chénier“, Umberto Giordano

Meine Berliner Kritiker-Kollegen haben mich um diese Premiere beneidet. Im Repertoire der Deutschen Oper erfreute sich die Produktion seit dem Jahr 1994 ungebrochener Beliebtheit. „Bis in alle Ewigkeit aufführen, falls die Kulissen und wunderbar ironischen Kostüme (José Manuel Vasquez) nicht früher zerfallen, könnte man ohne Zweifel Giordanos Andrea Chénier in der Regie von John Dew“, . . .

Gelsenkirchen: „Wozzeck“, Alban Berg

Das Musiktheater im Revier eröffnet die neue Intendanz mit einer äußerst radikalen und zugleich raffinierten Neuinterpretation von Alban Bergs Wozzeck. Von Büchner bleibt in der Gelsenkirchener Inszenierung zwar wenig übrig. Dennoch gelingt es ihr, mit Bergs Musik und Libretto Fragen nach der gewalttätigen Animalität der Gesellschaft und nach kollektiver Schuld am Holocaust zu stellen. Die . . .