Wien, Ballett: „Nijinsky“, John Neumeier

Genie und Wahnsinn – Wer sich nur ein bißchen aus Ballett macht, dem ist der Name Vaslaw Nijinsky (1889 – 1950) ein Begriff, legendärer Tänzer und Choreograph, größter Star der von Serge Diaghilew gegründeten Ballets Russes. Wenn einem jungen Mann, aus dem einmal John Neumeier wird, ein Buch über Nijinsky in die Hände fällt, wird diese lebenslange Faszination auch ein . . .

München: „Die Reise nach Reims“, Gioachino Rossini

Dass das Theater ein Irrenhaus und die Oper die Abteilung für die Unheilbaren ist, ist eine hübsche Binsenweisheit, die man auch im Programmheft findet. Also spielt Rossinis Reise nach Reims nicht im Gasthaus zur Goldenen Lilie, sondern in einer Nervenheilanstalt, wobei die Übergänge zwischen Kurhotel, Klinik und geschlossener Anstalt fließend sind. Auch in München gab es, erfährt man aus . . .

Stuttgart: „Die schlaue Füchsin“, Leoš Janáček

An der Staatsoper Stuttgart ist mit großem Erfolg Leoš Janáčeks Oper Die schlaue Füchsin wiederaufgenommen worden. Wer nun versucht, in diversen Opernführern das Werk zu finden, wird vergeblich suchen. Andererseits wird er ohne Zweifel auf eine Oper Janáčeks mit dem Titel Das schlaue Füchslein stoßen. Hierbei handelt es sich in der Tat um ein und dasselbe Werk. Regisseur Stephan Kimmig, . . .

Gelsenkirchen: „Tosca“, Giacomo Puccini

Ein erstklassiges Sängerfest erlebte das Musiktheater im Revier bei seiner umjubelten Premiere des Politthrillers Tosca, an dem Wochenende, an dem in mehreren Ländern - Albanien, Frankreich, Italien, Serbien, USA - Menschen millionenfach auf die Straßen gingen, um, leider teils mit Gewalt, gegen verkrustete und zum Teil korrupte Regierungen zu demonstrieren. Wohin das führen kann, zeigen uns . . .

Düsseldorf: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Seit vielen Jahren wurde in Düsseldorf daran gearbeitet, eine Neuinszenierung der Meistersinger von Nürnberg auf die Bühne zu bringen. Die Idee dazu stammt noch aus der Zeit vor der inzwischen oft komplett verdrängten Corona-Pandemie. Dabei stand die Produktion immer wieder unter keinem günstigen Stern. So musste zuletzt auch der für die Premiere vorgesehene langjährige . . .

Duisburg, Ballett: „Grey Area“, Bridget Breiner, David Dawson, Lesley Telford

Für das Dutch National Ballet in Amsterdam schuf David Dawson im Jahr 2002 eine Choreographie, die im Folgejahr mit dem renommierten Prix Benois de la Danse ausgezeichnet wurde. Zu einer fast schon hypnotischen Musik von Niels Lanz bewegen sich drei Tänzerinnen und zwei Tänzer in einer Art Zwischenstadium, zwischen Ende und Neubeginn. Der Titel The Grey Area ist dabei nicht unbedingt farblich . . .

Wien: „Eine florentinische Tragödie“ / „Herzog Blaubarts Burg“, Alexander von Zemlinsky / Béla Bartók (dritte Besprechung)

Psychologisierende Einengung – Die Florentinische Tragödie von Alexander Zemlinsky und Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók erlebten an der Wiener Staatsoper eine Neuinszenierung von Valery Barkhatov. Der russische Regisseur legte beide Stücke als eines im selben profanen Bühnenbild (ein elegantes zweistöckiges Wohnzimmer mit Ehebett) von Christian Schmidt zusammen und reduzierte . . .

Zürich, Ballett: „Ein Sommernachtstraum“, Cathy Marston

„Karussell der Liebe, Karussell der Träume, hör nicht auf, dich zu drehen. Was so schön begann, darf nie vergehen“, sang Vicky Leandros 1968; mit „Das Karussell der Liebe hat schon so viel geseh'n: Tränen und auch Freude, es muss sich weiter dreh'n“, folgte Susan Jane 1972. Doch die beiden Schlagersängerinnen haben die Metapher des Karussells für Liebesrausch und Schwindel, für das . . .

Köln, Kinderoper: „Der König verschenkt was“, Philipp Matthias Kaufmann

Eine Welturaufführung in einem neu erbauten Opernhaus – wo gibt es das denn? Die rund 200 Gäste, davon viele Kinder, die am 10. Oktober 2026 in die Kölner Kinderoper gekommen waren, hatten das Privileg, die Premiere der Oper „Der König verschenkt was“ mit dem Libretto von Martin Baltscheid und der Musik von Philipp Matthias Kaufmann in der neuen Kinderoper mitten in Köln zu erleben. . . .