Innsbruck: „Atalanta“, Georg Friedrich Händel

Im April 1736 komponierte Händel aus Anlass der Hochzeit des Thronfolgers Frederik Louis von Hannover (dem Mitbegründer der „Opera of the Nobility“, welche Händels „Royal Academy of Music“ schwere wirtschaftliche Konkurrenz machte) mit Augusta von Sachsen – Gotha-Altenburg, Prinz und Prinzessin von Wales, in nur drei Wochen die Pastorale Atalanta. Dem folgten zwei Wochen Probenzeit, . . .

Hagen: „Ich, ich, ich – Je suis narcissiste“, Raquel García-Tomás

„Komische Oper“ ist eine etwas untertriebene Bezeichnung für diese rasanten pausenlosen neunzig Minuten, in denen die spanische Komponistin Raquel García-Tomás (*1984) das Publikum auf eine Zeitgeist-Analyse mitnimmt. Diese könnte man auch ernst vornehmen, befreiendes Lachen ist jedoch manchmal hilfreicher, und dazu gibt es in der gemeinsam mit der Librettistin Helena Tornero erstellten . . .

Sankt Gallen: „Hoffmanns Erzählungen“, Jacques Offenbach

Lange ist's her, dass ich bei einer Opernaufführung so viel geschmunzelt, ja gar gelacht habe – und schon gar nicht bei HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN. Dabei reiht sich Offenbachs unvollendet gebliebenes Meisterwerk nicht in die Reihe seiner berühmten Bouffes (LA BELLE HÉLÈNE, LA VIE PARISIENNE, ORPHÉE AUX ENFERS) ein. Und doch enthält diese Opéra fantastique derart viele echt komische . . .

Minden: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Die Premiere von Die Meistersinger von Nürnberg gerät zu einem Triumph des Richard Wagner Verbandes Minden e.V., der es geschafft hat, den Bayreuther Kanon komplett im Mindener Stadttheater auf die Bühne zu bringen. Es begann 2002 mit einer Co-Produktion des Theaters, der Nordwestdeutschen Philharmonie und der örtlichen Wagner-Freunde von Der fliegende Holländer anlässlich des 90-jährigen . . .

Ruhrtriennale: „Vorhang!“, Les Apaches / „Balkan Erotic Epic“, Marina Abramović / „Landless & Opus“, Christos Papadopoulos

Die Projekte der „Ruhrtriennale“ leben maßgeblich von schroffen Gegensätzen minimalistischer Reduktion und überbordender Reizüberflutung. So auch in drei Produktionen im Duisburger Landschaftspark und dem Essener PACT Zollverein. – Unter dem schlichten Titel Vorhang!“ nahm das Pariser Ensemble „Les Apaches!“ das Publikum in der voll besetzten Gebläsehalle des . . .

Bregenz: „La traviata“, Giuseppe Verdi (zweite Besprechung)

Sehr gut, aber zu viel Show! – Der international renommierte italienische Opernregisseur Damiano Michieletto, der sich besonders im italienischen Fach einen Namen gemacht hat, wurde mit der erstmaligen Inszenierung der Oper La traviata von Giuseppe Verdi auf der Seebühne in Bregenz betraut, die auch noch im kommenden Jahr laufen wird. Auch wenn sich dieses Stück nicht gerade für die . . .

Bilanz extra: Tops und Flops der „Saison 2025/26“ im Bereich Musical

Neben Oper und Operette liegt mir im Musiktheater besonders der Bereich des Musicals sehr am Herzen. In der Spielzeit 2025/26 habe ich mir insgesamt 50 verschiedene Musicalproduktionen angesehen, einige davon sogar mehrfach. Trotzdem ist dieser Bereich so groß, dass diese sehr persönliche Saisonbilanz natürlich nur einen sehr kleinen Bruchteil der vielen Musical-Vorstellungen abdecken kann, . . .

Ruhrtriennale: „Rebel Rebel“, Ivo Van Hove / „Emily – No Prisoner Be“, Kevin Puts / „RI TE“, Marlene Monteiro Freitas und Israel Galván

Die Tage, in denen die Ruhrtriennale mit extrem aufwändigen und entsprechend selten zu sehenden Werken des modernen Musiktheaters nachhaltige Akzente setzte, sind vorbei. Gedacht sei etwa an Messiaens Saint François d’Assise 2003 unter dem ersten Intendanten Gerard Mortier oder unter seinen ebenfalls musikaffinen Nachfolgern Jürgen Flimm, Willy Decker und Heiner Goebbels mit Meilensteinen . . .