Duisburg: „Malle Olé! – Das Musical, das ballert!“, Sven-Oliver Müller

Malle Olé wird als Musical angepriesen, das die großen Hits des Ballermanns mit einem großen Theatererlebnis verbinden möchte. Tatsächlich dürften an diesem Abend aber nur diejenigen Zuschauer Freude haben, die sich einmal im Jahr auf Mallorca dermaßen betrinken, dass ihnen mehr oder weniger alles egal ist. Denn genau darum dreht sich die Geschichte des Abends. In der Ankündigung zum . . .

Basel: „El barberillo de Lavapiés“, Francisco Asenjo Barbieri

Als im September die Zarzuela „El barberillo de Lavapiés“ im Theater Basel Premiere feierte, war sofort klar, dass dies ein absolutes Highlight der Saison wird. Christof Loy hat bei einem Aufenthalt in Spanien seine Liebe zu dieser Musikgattung entdeckt und sich zur Aufgabe gemacht, die Zarzuela in Europa wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. In Spanien gehört diese energievolle Musik zum . . .

Coburg: „Eine Nacht in Venedig“, Johann Strauss (Sohn)

Venedig glänzt – die Schneekugel muss nur geschüttelt werden. Man kann auch auf einem Dachboden voller Erinnerungsstücke sitzen und sich in eine Vergangenheit hineinträumen, die man nie erlebt hat. – Eine Nacht in Venedig, ein sogenanntes „Traumstück“ von Johann Strauss Sohn – „Traumstück“ deshalb, weil es so viele traumhaft schöne Melodien enthält –, birgt in . . .

Hof: „Die Bajadere“, Emerich Kálmán (zweite Besprechung)

Ich werde den Satz nie vergessen: „Kálmán war ein Genie“. Gesagt hat ihn vor rund 25 Jahren Bónis Ferenc, einer der größten Kenner der ungarischen Musikszene, Gott hab ihn selig, am Rande eines der Salzburger Symposien für (Musik-)Theater. Wir unterhielten uns über die Csárdásfürstin, die ein halbes Jahr zuvor in einer umtosten Premiere an der Semperoper das auf Amüsement gepolte . . .

Mailand: „Lady Macbeth von Mzensk“, Dimitri Schostakowitsch

Die Auswahl des musikalisch und inhaltlich revolutionären Werks von Dimitri Schostakowitsch (ich verwende die im Deutschen geläufige Schreibweise seines Namens) für die Eröffnung der neuen Scala Saison hatte schon im Vorfeld zu zahlreichen Diskussionen geführt. Es gab Stimmen, die die Entscheidung fuer einen russischen Titel angesichts Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine als unzulässig . . .

Hamburg, Ballett: „Der Nussknacker“, Peter Tschaikowsky

Es ist erstaunlich: Jürgen Roses Ausstattung (Bühnenbild und Kostüme) ist in den Bildern eins und drei von einer unfassbar prachtvollen Opulenz - und erschlägt die mit faszinierender Ästhetik aufwartende, sorgfältig und kunstvoll gearbeitete Choreografie von John Neumeier trotzdem nicht. Im Gegenteil, die Ausstattung und der tänzerisch-erzählende Ablauf gehen Hand in Hand, schaffen diese . . .