Hildesheim: „Guillaume Tell“ Gioachino Rossini

Nur sehr selten kann man Rossinis letzte, in Paris komponierte Oper erleben, was an den hohen Anforderungen an alle Ausführende liegen mag. Umso erfreulicher ist es, dass es sich bei der in Hildesheim seit einigen Jahren gewählten Trilogie diesmal um den schweizerischen Freiheitshelden Wilhelm Tell handelt. Später in der Spielzeit wird es das Schiller-Drama und ein Musical über den Tell-Stoff . . .

Frankfurt: „Ottone“, Georg Friedrich Händel (zweite Besprechung)

Schönheitstrunkenes, aber verrätseltes Barock-Regisseurinnen-Theater – Am elften Oktober fand die dritte Premiere der neuen Spielzeit an der Oper Frankfurt statt, nach Tschaikowsky und Mozart stand eine Barockoper auf dem Spielplan – und zwar eine Oper von Georg Friedrich Händel, dessen Opern man in den letzten Jahren regelmäßig in Frankfurt erleben konnte. Diesmal ein Werk, das . . .

Meiningen: „Flavio, Re de’ Longobardi“, Georg Friedrich Händel

Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: Die Musik, die in ihrer barocken Akkuratesse zu Händels Juwelen zählt, die prächtigen Kostüme eines hochkarätigen Ensembles oder den geschmeidigen Ablauf einer Vielzahl von kurzen Szenen, die stets mit einem geschickt inszenierten und intonierten Umbau der Bühne vonstattengehen. – Drei Stunden darf das Publikum, Voyeuren gleich, die . . .

Oberhausen: „Die Päpstin – Das Musical“, Dennis Martin

Nachdem der Spielzeitauftakt des Oberhausener Metronom Theater im September mit einer sehenswerten Roncalli-Zirkusproduktion die Wandlungsfähigkeit des im Sommer neu konzipierten Zuschauerraums unter Beweis stellen konnte, steht mit Die Päpstin – Das Musical seit dieser Woche wieder eine große Musiktheaterproduktion auf dem Spielplan des Hauses. Das Stück ist dabei erstmals in . . .

Bochum: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, Thomas Zaufke und Karel Svoboda

Wenn die Tage kürzer werden und die Regale im Supermarkt mit den Leckereien für die Weihnachtsfeiertage fast leergekauft sind, ist es auch Zeit für liebgewonnene Traditionen. Für viele Menschen gehört dazu auch der Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel aus dem Jahr 1973, eine tschechisch-deutsche Koproduktion, die inzwischen zu den bekanntesten Märchenfilmen überhaupt zählt. Neben . . .

Wien, Ballett: „Nijinsky“, John Neumeier

Genie und Wahnsinn – Wer sich nur ein bißchen aus Ballett macht, dem ist der Name Vaslaw Nijinsky (1889 – 1950) ein Begriff, legendärer Tänzer und Choreograph, größter Star der von Serge Diaghilew gegründeten Ballets Russes. Wenn einem jungen Mann, aus dem einmal John Neumeier wird, ein Buch über Nijinsky in die Hände fällt, wird diese lebenslange Faszination auch ein . . .

München: „Die Reise nach Reims“, Gioachino Rossini

Dass das Theater ein Irrenhaus und die Oper die Abteilung für die Unheilbaren ist, ist eine hübsche Binsenweisheit, die man auch im Programmheft findet. Also spielt Rossinis Reise nach Reims nicht im Gasthaus zur Goldenen Lilie, sondern in einer Nervenheilanstalt, wobei die Übergänge zwischen Kurhotel, Klinik und geschlossener Anstalt fließend sind. Auch in München gab es, erfährt man aus . . .

Stuttgart: „Die schlaue Füchsin“, Leoš Janáček

An der Staatsoper Stuttgart ist mit großem Erfolg Leoš Janáčeks Oper Die schlaue Füchsin wiederaufgenommen worden. Wer nun versucht, in diversen Opernführern das Werk zu finden, wird vergeblich suchen. Andererseits wird er ohne Zweifel auf eine Oper Janáčeks mit dem Titel Das schlaue Füchslein stoßen. Hierbei handelt es sich in der Tat um ein und dasselbe Werk. Regisseur Stephan Kimmig, . . .

Gelsenkirchen: „Tosca“, Giacomo Puccini

Ein erstklassiges Sängerfest erlebte das Musiktheater im Revier bei seiner umjubelten Premiere des Politthrillers Tosca, an dem Wochenende, an dem in mehreren Ländern - Albanien, Frankreich, Italien, Serbien, USA - Menschen millionenfach auf die Straßen gingen, um, leider teils mit Gewalt, gegen verkrustete und zum Teil korrupte Regierungen zu demonstrieren. Wohin das führen kann, zeigen uns . . .