Bücher und Tonträger

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Buchkritik: „Oper in Bewegung. Europäisches Musiktheater vom Barock zur Romantik“, Reinhard Strohm

Es geht nicht etwa um das Thema „Bewegung in der Oper“, wie man aufgrund des Titels annehmen könnte, sondern um die fortwährende Veränderung der Gattung an sich in dem neuen Buch des Musikwissenschafters Reinhard Strohm. Er war viele Jahre Redakteur der Richard-Wager-Gesamtausgabe in München, dann Professor an renommierten britischen Universitäten in London und Oxford. Zweifellos ein . . .

Buchkritik: „Antonio Salieri – Die unsichtbare Präsenz“, Matthias Kadar

Gleichermaßen als Wissenschaftler wie als Fan nähert sich Matthias Kadar dem Sujets seines Buchs Antonio Salieri-Die unsichtbare Präsenz, als Fan, da sowohl auf dem Titelbild, und zwar mit der Kennzeichnung als Hommage, als auch auf der Rückseite mit einem „Mit diesem Buch möchte ich ihm dafür danken“, ausdrücklich auf die verehrende Haltung gegenüber dem Sujet hingewiesen wird. . . .

Buchkritik: „Wagners Welttheater“, Bernd Buchner (zweite Besprechung)

Auch die Geschichte der Bayreuther Festspiele ist eine politische Geschichte. Kann man eine Geschichte der Festspiele schreiben, die das alles noch einmal in den Blick nimmt? – Der Historiker Bernd Buch hat es getan – 2013 legte er mit Wagners Welttheater eine Geschichte der Bayreuther Festspiele zwischen Kunst, Politik und Religion vor, die das Alles noch einmal, von der Gründung über . . .

Buchkritik: „Wagners Walküre. Eine Deutung von Leitmotivik und Orchestration“, Will Humburg

Nachdem der erste Band herausgekommen war, den ich schon begeistert rezensiert habe, schrieb ich dem Autor, dass er doch bitteschön einen zweiten Band über Die Walküre nachfolgen lassen solle. Denn das, was Will Humburg 2021 vorgelegt hatte, war so erstaunlich, tiefgründig und präzis, dass man sich ein wenig wunderte, wieso Vergleichbares noch nicht geschrieben worden war. – Gewiss: . . .

Feuilleton: „Die Wiederentdeckung von Lise Cristiani an ihrem 200. Geburtstag“

Lange Zeit kannte man nur ihren Namen als Widmungsträgerin des einzigen Lied ohne Worte für Cello von Felix Mendelssohn. Am 4. Dezember wäre sie 200 Jahre alt geworden. Nun erscheint die erste Biografie dieser außergewöhnlichen Frau, die es als Erste wagte, mit einem Cello auf eine Konzertbühne zu steigen, und die als erste westliche Musikerin 1849 ganz Sibirien durchquerte, bis sie nach . . .

Buchkritik: „Heldenopern und Opernhelden um 1850“, Morten Grage

Gibt es das noch, Helden? Oder, gendermäßig gerecht formuliert, Heldinnen? Während es in der so genannten DDR noch „Helden der Arbeit“ gab und in der Corona-Zeit Krankenschwestern und sonstiges Hilfspersonal als Heldinnen der Krise symbolisch gefeiert wurden, duldet es keinen Zweifel, dass „Held“ und „Oper“ so etwas wie Synonyme sind. Zumindest dürften jedem Opernfreund sofort . . .

CD: „Der angenehme Betrug oder der Carneval von Venedig“, Reinhard Keiser

Venezianischer Carneval auf Hamburgisch – „Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig“ erfreute sich seinerzeit an führenden Opernhäusern in mittel- bis norddeutschen Landen besonderen Beliebtheit. Das «Spiel mit Gesang», welches den Gästen der Hamburger Oper am Gänsemarkt als auch des Leipziger Opernhauses am Brühl ein Menü großer Affekte servierte, zeichnete aus . . .

Buchkritik: „Richard Wagner und Russland“, Eckart Kröplin (zweite Besprechung)

Wagner und Russland – man wird nicht behaupten können, dass dieses Thema von den Wagnerforschern unbelichtet geblieben ist. Und doch muss man sich als des Russischen unkundiger Leser die Informationen, die das beiderseitige Verhältnis betreffen, intensiv heraussuchen, wenn man sich nicht darauf beschränkt, die relativ wenigen deutschen Publikationen zum Thema zu studieren. – Eckart . . .

Buchkritik: „Gaspare Spontini – The Berlin Years“, Fabian Kolb und Alessandro Lattanzi (Hrsg.)

Erst 2024 wurde der Tagungsband eines interessanten Symposions veröffentlicht: Zwischen Olympia und Freischütz. Oper in Berlin im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Schon 2015 veröffentlichte Anne Henrike Wasmuth mit Musikgeschichte schreiben. Ein Beitrag zur Spontini-Rezeption im Kontext der kulturellen Topographie Berlins 1820-1841 eine umfangreiche Rehabilitation des übel angefeindeten . . .