Opernfreund-Stern: „Maestro“ – Der grandiose Film über Leonard Bernstein

Wenn der Sommer singt nicht mehr, singt nichts in Dir.

Es gibt zu diesem Biopic (der Film ist keine ausufernd langweilige Biografie!), denn bei seinem ausufernden und detailreichen Leben müsste dieser 20 Stunden dauern. Bernsteins reiches Leben biographisch zu fassen, wär ohnedies ein Ding der Unmöglichkeit und von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Also sind Kritiken, die wichtige fehlende Details erwähnen Unsinn. Ich bewerte den Film als absoluter Bernstein-Fan und vor allem auch aus den Augen des Kinofreunds mit 5 von 5 Sternen. Wobei besonders der Schnitt, die Kameraführung und die grandiose Schauspielerleistung (Cooper hat 2 Jahre Dirigieren trainiert), damit er nur die Sequenz vom Finale der 2. Sinfonie authentisch hinkriegt. Und da stimmt jede Bewegung (!) jedes Fingerzucken, jede Emotion bis hin zu den entrückten Freudentränen. Wahnsinn! Und Carey Mulligan spielt oscarreif seine Frau. Bei der Oscarverleihung müssten beide berücksichtigt werden; allerdings wird das schwer dieses Jahr, denn mit Scorses Killers of the Flower Moon und Christopher Nolans Oppenheimer gibt es zwei weitere absolute Megafilme.

Unsere Kritikerin Renate Wagner schreibt „Wenn man „Bernstein“ zu Beginn des Films (in Farbe, die Frühzeit ist Schwarzweiß) als alten Mann bei einem Interview erlebt, ist man total verblüfft – das ist doch Lenny, er selbst? Bradley Cooper erreicht (wie beabsichtigt) eine verblüffende Ähnlichkeit, mit dem Vorbild wobei er es natürlich als (begabter) Schauspieler leicht hatte, denn Bernstein war medial ungemein präsent, man konnte seine Sprache und Köpersprache bis ins Detail studieren.“ Hier das Bernstein Original!

Die Preise sind schon jetzt unübersehbar und die Oscars folgen ja noch. Warum soll ich viel mehr schreiben, lesen Sie den Wikipedia Artikel. Man braucht nicht unbedingt eine Vorbereitung. Aber es ist natürlich hilfreich, wenn man sich in der Biografie Lennys doch ein bisserl auskennt – auch ohne dies ist der Film für jeden, der Augen, Herz und Ohren hat ein Juwel.

Ich empfehle nur drei Dinge:

1. Unbedingt im Kino schauen, nicht auf dem Home TV, es sei denn Sie haben einen 1,80 Bildschirm oder einen Beamer.

2. Nicht in der diesmal nicht gelungenen deutschen Übersetzung, sondern im Original (notfalls mit englischen Untertiteln) anschauen. Bitte auf Bluray, wenns der Silberling sein muss. Oder im Stream gratis bei NETFLIX.

3. Und schauen Sie bitte vorher den besten Trailer aller Zeiten !!! an. Ich babe ihn nach dem Film noch mindestens 20 Mal geschaut. Er haut einen fast um.

Fazit: Dieser Film ist wirklich unfassbar gut bis ins kleinste Detail. Und fangen Sie bitte nach dem Film mit unserer Renate-Wagner-Kritik an. Ich verlinke am Ende noch alle weiteren aus meiner Sicht trefflichen Kritiken.

20. Januar 2024 Peter Bilsing


„Ein über die Maßen bemerkenswerter, ganz besonderer Mensch“ Musenblaetter.de

„Bewegende Hommage an Leonard Bernstein“ BR-Klassik

„Ehrliche Künstlerbiographie“ NDR

Souverän“ Filmtoast auf Youtube

„Die Liebe und das Leben des Leonard Bernstein“ Scene-Talk auf Youtube

„Behind the scenes“ Zusatzmaterial der Bluray