Basel, Ballett: „Giselle“

Mit rauschendem, langanhaltendem Applaus belohnte das zahlreich erschienene Publikum die gelungene Aufführung des Balletts Giselle zur Musik von Adolphe Adam.

Der schwedische Choreograph und Tänzer Pontus Lidberg zeigte mit der Ballettcompagnie Basel seine Version (Uraufführung 2012 in Genf), seine Interpretation des Balletts aus dem Jahre 1841.

(c) Ingo Höhn

Lidberg sagt zu seiner heutigen Sichtweise: ‘Ich glaube nicht an Geister, noch finden wir heute viele junge Menschen, die an einem schwachen Herz sterben müssen. Aber es gibt sicher eine Menge junger Erwachsener, die in ihrem Leben einen gewissen Herzschmerz erleben und dabei so verzweifelt sind, dass sie an Suizid denken’ (Theater Basel).

Giselle wurde expressiv und ausdrucksvoll getanzt von Serena Landriel, Max Zachrisson tanzte ihren Partner Albrecht und Giselles Mutter wurde hervorragend interpretiert von Tana Rosás Suñé. Am Schluss des ersten Aktes begeht Giselle Suizid.

Im zweiten Akt erscheinen die Geister ganz in weiß. Die Präzision der Tänzerinnen in diesen Szenen ist hervorragend. Dabei darf nicht vergessen werden, dass in einigen asiatischen Regionen weiß als die Farbe der Trauer gilt, so wie bei uns in der westlichen Hemisphäre Trauer mit schwarz angezeigt wird.

Das schwarze Bühnenbild, entworfen von Pontus Lidberg, wurde durch schwarz-weiß Fotografien ergänzt, welche den Handlungsort der aktuell getanzten Szene zeigten, so zum Beispiel das Spital. Die Kostüme waren entweder weiß oder dunkel mit Ausnahme der farbenfrohen Party-Gesellschaft in Albrechts Haus. Alle Kostüme wurden von Rachel Quarmby Spadaccini entworfen. Diese waren dem jeweiligen Handlungsstrang sehr gut angepasst.

(c) Ingo Höhn

Ein ganz spezielles Lob gebührt dem Lichtdesigner Patrick Bogärdh. Seine Lichtführung war nie aufdringlich aber verstärkte den dramaturgischen Gehalt dieses Tanztheaters.

Das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Thomas Herzog interpretierte die Komposition Adolphe Adams in gewohnter Präzision, kraftvoll aber mit viel Empathie für die Handlung.

Allen Beteiligten in dieser Produktion gehört ein kräftiger Applaus, welcher vom Premierenpublikum ausgiebig gespendet wurde.

Peter Heuberger, 06.11.2022


Adam „Giselle“

Premiere: 04.11.2022

Choreographie: Pontus Lidberg

Musikalische Leitung: Thomas Herzog

Sinfonieorchester Basel