Frankfurt: „Orlando“, Georg Friedrich Händel

Frankfurt: „Orlando“, Georg Friedrich Händel

Sie haben genug davon, die „Probleme unserer Zeit“ in einer Barock-Oper gespiegelt zu bekommen? Sie wollen gar nicht wissen, ob ein 290 Jahre altes Stück „brennend aktuell“ sein kann? Sie brauchen mal eine Pause von den vielen Verlegungen der Entstehungs- oder Handlungsszeit in Was-auch-immer-für-eine-Epoche? Möchten weder eine „Übermalung“ sehen, noch der „Freilegung von  . . .

Frankfurt: „Eugen Onegin“, Peter I. Tschaikowski

Frankfurt: „Eugen Onegin“, Peter I. Tschaikowski

Die Frankfurter Produktion von Eugen Onegin aus dem Jahr 2016 profitiert ganz wesentlich von den Schauwerten des Bühnenbildes (Katja Haß). Die Szene ist zeitlich vom zaristischen Rußland in ein Ostblockland der späten 1980er Jahre versetzt worden. Der Spielort ist ein gehobenes Restaurant, dessen Rückwand von einem kolossalen realsozialistischen Mosaik geprägt wird. Durch Drehung um 180  . . .

Frankfurt: „Manon Lescaut“, Giacomo Puccini

Frankfurt: „Manon Lescaut“, Giacomo Puccini

Als die Oper Frankfurt vor drei Jahren eine Neuproduktion von Puccinis „Manon Lescaut“ herausbrachte, da überschlugen sich Publikum und Kritik in ihrer Begeisterung für das Traumpaar in den Hauptrollen. Nun ist dieses Traumpaar für die zweite Wiederaufnahmeserie zurückgekehrt und erntet erneut jubelnden Beifall. Dieser gilt nicht nur der musikalischen Seite. Regisseur Àlex  . . .

Frankfurt: „Die Zauberin“, Peter I. Tschaikowski

Frankfurt: „Die Zauberin“, Peter I. Tschaikowski

Ein Jahr nach der spektakulär gelungenen Produktion der Rimski-Korsakow-Rarität „Die Nacht vor Weihnachten“ (von welcher übrigens eine vorzügliche DVD-Produktion erhältlich ist) landet die Oper Frankfurt wieder einen Volltreffer auf dem Gebiet der unbekannten russischen Oper, dieses Mal mit Tschaikowskis „Zauberin“. Es greift wieder eines ins andere: Mit dem glänzend aufgelegten  . . .

Frankfurt: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Frankfurt: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Als aus einem Pressegespräch die Kunde drang, Regisseur Johannes Erath setze bei seiner Neuinszenierung von Wagners Meistersingern auf eine „Traumlogik“, war Skepsis angesagt. „Traumlogik“ wird allzu oft vorgeschützt, wo es der Regie nicht gelingt, ihre disparaten szenischen Ideen in einen flüssigen, bruchlosen Ablauf zu bringen und dabei einen roten Faden erkennen zu lassen. Am Ende  . . .

Frankfurt: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Frankfurt: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Bericht von der Premiere am 2. Oktober 2022 – Zauberflöte ohne Zauber – Die Inszenierung der Zauberflöte von Alfred Kirchner war zuletzt die älteste Produktion am Frankfurter Opernhaus. Seit der Premiere im Oktober 1998 hatte sie über 150 meist ausverkaufte Aufführungen erlebt. Für viele Besucher, nicht nur Kinder, war sie die ideale Einstiegsdroge in die Welt der Oper. Dafür  . . .

Frankfurt: „Ulisse“, Luigi Dallapiccola

Frankfurt: „Ulisse“, Luigi Dallapiccola

Bericht von der Premiere am 26. Juni 2022 – Zwölfton-Belcanto und Euro-Trash – Als der Komponist Luigi Dallapiccola anläßlich der Uraufführung seiner Oper Ulisse (unter dem in Deutschland gebräuchlicheren griechischen Namen „Odysseus“) an der Deutschen Oper Berlin im Jahr 1968 gefragt wurde, warum denn das Werk in deutscher Sprache aufgeführt werde, entfuhr ihm ein  . . .

Frankfurt: „Madama Butterfly“, Giacomo Puccini

Frankfurt: „Madama Butterfly“, Giacomo Puccini

Bericht von der Premiere am 22. Mai 2022 – Radikal entfettet – „Ich gestehe, daß ich selber sozusagen mit der Psychose lebe, ein Italiener zu sein. Ich kann Puccini nicht vertragen und sage so oft „Nein“ wie möglich zu italienischem Repertoire. „Bohème“, das sehe ich ein, ist ein Meisterwerk. Aber „Tosca“? Das dirigiere ich auf keinen Fall.“ Das sprach der  . . .

Frankfurt: „Fedora“, Umberto Giordano (2. Bericht)

Frankfurt: „Fedora“, Umberto Giordano (2. Bericht)

Die große Schauspielerin Sarah Bernhardt, Diva par excellence, welche die Rolle der Fedora in Victorien Sardous Drama aus der Taufe gehoben hatte, sagte über die Figur: "Für mich ist Fedora wie eine zweite Erschaffung der Frau. Eva, die Schöpfung Gottes, ist die Frau. Fedora, die Kreation Sardous, das sind alle Frauen, das ist die Verkörperung aller weiblichen Vorzüge und Schwächen … Ein  . . .

Frankfurt: „Fedora“, Umberto Giordano (Premierenkritik)

Frankfurt: „Fedora“, Umberto Giordano (Premierenkritik)

Premiere am 3. April 2022 – Musterhafte Produktion einer disparaten Verismo-Oper – In seinem voluminösen, fünfbändigen Referenzwerk „Die Kunst der Oper“ läßt Ulrich Schreiber kaum ein gutes Haar an Umberto Giordanos Verismo-Oper Fedora. Die Einrichtung des zur Entstehungszeit erfolgreichen Theaterstücks von Victorien Sardou für die Opernbühne sei „nicht gerade  . . .

Frankfurt: „Bianca e falliero“, Gioachino Rossini

Frankfurt: „Bianca e falliero“, Gioachino Rossini

Bericht von der Premiere am 20. Februar 2022 – Musikalische Kunstfertigkeit und dramaturgische Schwächen – Nicht jede Ausgrabung einer vergessenen Oper fördert ein Juwel zu Tage. Das gilt zumal für Werke eines ansonsten erfolgreichen Komponisten. Gerade bei Rossini ist Vorsicht geboten, wenn einem seiner Musiktheaterwerke schon beim zeitgenössischen Publikum kein nachhaltiger  . . .

Frankfurt: „Warten auf Heute“, Arnold Schönberg

Frankfurt: „Warten auf Heute“, Arnold Schönberg

Premiere am 16. Januar 2022 – Herausragende Teile fügen sich zum stimmigen Ganzen – Arnold Schönberg ist der große Säulenheilige in der musikalischen Moderne des vergangenen Jahrhunderts. Seine Bedeutung wird von der Musikwissenschaft vor allem wegen seiner theoretischen Grundlegung für eine nicht-tonale Musik und deren fruchtbringende Wirkung auf seine Schüler und Nachfolger  . . .

Frankfurt: „Die Nacht vor Weihnachten“, Nikolai Rimsky-Korsakow

Frankfurt: „Die Nacht vor Weihnachten“, Nikolai Rimsky-Korsakow

Vorstellung am 17. Dezember 2021 (Premiere am 5. Dezember 2021) Ein traumhaft schönes Gesamtkunstwerk – Ein großes Weihnachtsgeschenk hat die Oper Frankfurt mit ihrer jüngsten Neuproduktion dem Publikum gemacht. Genauer gesagt: Der Regisseur Christof Loy hat es der Oper Frankfurt und ihrem Publikum gemacht. Ihm ist es zu verdanken, daß von den ohnehin nicht sonderlich bekannten Opern  . . .

Frankfurt: „Maskerade“, Carl Nielsen

Frankfurt: „Maskerade“, Carl Nielsen

Premiere am 31. Oktober 2021 – Reim dich, oder ich freß dich! Auf ihren Streifzügen am Rande des gängigen Repertoires hat die Oper Frankfurt nun ein Werk ausgegraben, das immerhin in Dänemark den Status einer Nationaloper genießt: Maskerade von Carl Nielsen. Der Stolz des kleinen Nordvolkes auf das außerhalb der Landesgrenzen völlig unbekannte Stück ist so groß, daß die  . . .

Frankfurt: „L’Italiana in Londra“, Domenico Cimarosa

Frankfurt: „L’Italiana in Londra“, Domenico Cimarosa

Bericht von der Premiere am 26. September 2021 – Scherz, Satire, Ironie und (keine) tiefere Bedeutung – Der jubelnde und von Bravi gesäumte Schlußapplaus zeigt, daß die Oper Frankfurt mit der ersten Premiere der Saison am Großen Haus beim Publikum einen Nerv getroffen hat. Die Neuproduktion bietet seinen in kargen Pandemiezeiten kulturell ausgehungerten Zuschauern l‘art pour  . . .