Reisebilanz IV: Tops und Flops der „Saison 2025/26“
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Mit dem Fokus auf die Opernhäuser in der Region Rhein/Ruhr haben wir das Ende unserer Bilanzen zu einzelnen Häusern und Regionen erreicht. Wie im vergangenen Jahr präsentieren wir nun wieder Bilanzen von Kritikern, die im Laufe einer Spielzeit gezielt zu einzelnen, vielversprechenden Produktionen im In- und Ausland reisen. Den Anfang macht ein Rundblick über Produktionen in Deutschland und . . .
Auch in diesem Jahr haben wir unsere Kritiker wieder gebeten, eine persönliche Bilanz zur zurückliegenden Saison zu ziehen. Wieder gilt: Ein „Opernhaus des Jahres“ können wir nicht küren. Unsere Kritiker kommen zwar viel herum. Aber den Anspruch, einen repräsentativen Überblick über die Musiktheater im deutschsprachigen Raum zu haben, wird keine Einzelperson erheben können. Die . . .
Zwischen Arte und RTL – Tief eingegraben in das Gedächtnis der Historiker hat sich das Jahr 1780, denn da begann es in Berlin auf Anweisung Friedrichs des Großen mit der Arbeit der Kaffeeriecher, die jeden Bürger zur Anzeige brachten, der das braune Gesöff zubereitete, das des Königs Ziel, Preußens Bilanzen durch eine Überzahl von Ausfuhren und geringe Zahl von Einfuhren im Sinne . . .
Double-Bill: Neoklassisch und zeitgenössisch – Der neue Abend des Staatsballetts ist ein kontrastreicher Zweiteiler mit dem Titel Fearful Symmetries. Dieser bezieht sich auf die gleichnamige Komposition von John Adams, welche 1988 in New York uraufgeführt wurde. Christian Spucks Choreografie des Konzertstücks wird nach der Pause gezeigt, zuvor gibt es mit Bizets Symphony in C ein Juwel . . .
Warum ausgerechnet Pfitzner? – Während es am Ende für meine Begleitung aus Friedenau noch Zweifel gibt, hat sich für mich nach dem heutigen Konzert diese Frage erübrigt. – Hans Pfitzner (1869-1949), bis heute als Komponist und Person heftig umstritten, sagte einst von sich selbst: „Ich werde es immer schwer haben“. Mit dieser wohl kokettierend gemeinten Äußerung sollte er . . .
Anspruchsvolle lustige Unterhaltung ist selten zu haben, erst recht dann, wenn Regisseure dem Libretto misstrauen. Der Trend, Texte, die unter Verdacht stehen, rassistisch, frauenfeindlich oder homophob zu sein, umzuschreiben, hat Fahrt aufgenommen. Mittlerweile gibt es dafür schon einen Markt an Agenturen. – Umso dankbarer ist man, dass Jan Philipp Gloger solchen Versuchungen in seiner . . .
Happy Birthday, Maestro! – Zubin Mehta, der Grandseigneur unter den Dirigenten, mehr als dreißig Jahre eng mit der Berliner Staatsoper verbunden, seit 2014 ihr Ehrendirigent, ein großer Künstler und Menschenfreund, ein Weltbürger, feierte am 29. April 2026 seinen 90. Geburtstag. Musik und Politik sind für ihn nicht voneinander zu trennen. Selbst im hohen Alter gilt er als . . .
Nicht zufällig gilt Richard Strauss (1864-1949) der Musikwelt, lange bevor er sich der Opernkomposition zuwendet, als Lyriker. Die frühen Lieder - Zueignung, Morgen, Cäcilie - und andere werden zu wahren Hits. Doch der Schein trügt: der Liedkomponist Strauss ist nur den Wenigsten wirklich bekannt, obwohl ungefähr 150 Lieder gedruckt vorliegen; 20 von ihnen gehören zum Repertoire in den . . .
Ein reichhaltiges, interessantes Programm mit dem Who is Who der internationalen Sängerwelt stellt die Berliner Staatsoper für die Saison 2026/27 vor und erweckt freudige Erwartung, getrübt von der Sorge darüber, dass es wie zuletzt mit Norma, Hoffmanns Erzählungen oder Un Ballo in Maschera wieder die Regie sein könnte, die einem ungetrübten Kunstgenuss im Wege stehen wird. – Es . . .
Ein Fall für die Medizin oder die Geisterjäger? – Eigentlich sind in Berlin die Werke von Benjamin Britten die Domäne der Deutschen Oper, gab es doch, nicht zuletzt durch das Wirken von Sir Donald Runnicles als Generalmusikdirektor, The Rape of Lucretia, Peter Grimes, Billy Budd, A Midsummer Night’s Dream und Death at Venice. Die Staatsoper jedoch hat sich das wohl populärste Werk . . .
Musikalisch Top, szenisch Flop – Kaum ein zweites Opernlibretto dürfte so dicht an die historische Wahrheit angelehnt sein wie das für Giuseppe Verdis Gustavo nach Eugen Scribes Theaterstück und von Antonio Somma zum Operntext gestaltet. Was bei der durch die römische Zensur verlangten Umgestaltung zum Un Ballo in Maschera bereits nicht mehr nachvollziehbar erscheint, so die Motive der . . .
Fuchs im Tutu – Eine wahrlich fuchsverliebte Stadt ist Berlin, wo man nicht nur abends aus der Oper kommend oder morgens mit dem Hund Gassi gehend auf einen der rotschwänzigen Burschen trifft, sondern wo ein solcher seinen anerkannten festen Wohnsitz im Park von Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, hat und ein anderer pünktlich nach Marktschluss am Maybachufer kontrolliert, . . .
Nach musikalischen Testsendungen im Jahr 1919 der Versuchsfunkstelle Eberswalde, nach der Übertragung eines Weihnachtskonzerts der Mitarbeiter der Reichspost 1920 wird am 8. Juni 1921 mit Madame Butterfly die erste Oper aus der Berliner Staatsoper über den Lichtbogensender auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen ausgestrahlt. Die erste Unterhaltungssendung durch die Radio – Stunde AG am . . .