Dortmund, Konzert: „70 Jahre Mozart Gesellschaft Dortmund“

Mit berechtigtem Stolz blickt die „Mozart Gesellschaft Dortmund“ auf ihr 70-jähriges Bestehen zurück. So lange fördert sie herausragende musikalische Nachwuchstalente im Alter von 17 bis 27 Jahren mit Stipendien, Auftrittsmöglichkeiten und Hilfen bei der Karriereplanung. Und das ausschließlich ohne öffentliche Gelder auf rein privater Basis durch Spenden und Eintrittsgelder aus eigenen Konzerten.

© Melanie Graas

Und fast alle der nach strengen Auswahlkriterien geprüften Stipendiaten haben ihren Weg gemacht, viele sogar auf internationaler Ebene. Zu den bisher 150  Auserwählten gehören, um nur einige zu nennen, die Pianisten Boris Giltburg, Katia Buniatishvili, Matthias Kirschnereit, Joseph Moog, Güher und Süher Pekinel und Christian Zacharias. Die Liste der Streicher zieren Geigerinnen und Geiger wie Mirjam Contzen, Vilde Frang und Susanna Henkel sowie die Cellisten Georg Faust und Gustav Rivinius. Die Bläser sind u.a. mit dem Klarinettisten Sebastian Manz und dem Trompeter Matthias Höfs prominent vertreten. Und unter den Ensembles haben das Cherubini Quartett sowie das „Trio Jean Paul“ eine Weltkarriere angetreten.

Zu den Markenzeichen der Gesellschaft gehören die „Young Artist Matineen“ im Konzerthaus Dortmund, in denen sich etwa viermal pro Saison die ganz frischen Stipendiaten auf großer Bühne mit einem Sinfonieorchester bewähren können. So demnächst auch am 22. Februar die drei Talente Katharina Hack (Klavier), Claire Wells (Violine) und Anouchka Hack (Violoncello) mit dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie.

Für die feierliche Jubiläums-Matinee hat man mit dem Bundesjugendorchester die Creme noch jüngerer Spitzentalente eingeladen. Deren Mitglieder sind gerade einmal 14 bis 19 Jahre alt und die estnische Dirigentin Anu Tali holte mit ihnen aus Igor Strawinskys „Feuervogel“-Suite sprichwörtlich mehr Feuer, Souveränität und brillante Soli heraus als man es von manchem altgedienten Orchester hören kann.

Vor der Pause begleitete das Orchester den niederländisch-amerikanischen Geiger Stephen Waarts zu Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll. Der heute 29-jährige Waarts war 2015 Stipendiat der Mozart Gesellschaft und hob in einer kleinen Ansprache hervor, dass die Unterstützung durch die Gesellschaft seiner mittlerweile internationalen Karriere einen kräftigen Schub verliehen habe. So wie die vieler seiner Kollegen. Dass Waarts mittlerweile in der vorderen Reihe der Geigen-Elite steht, bewies er mit einer emotional mitreißenden und spieltechnisch makellosen Interpretation von Mendelssohns Konzert-Hit.

Es ist zwar keine bequeme Basis, finanziell ohne jede öffentliche Förderung auf Spenden und eigene Auftritte angewiesen zu sein. Der seit 70 Jahren andauernde Erfolg der nahezu ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Gesellschaft wirkt auf Sponsoren und Konzertbesucher jedoch so attraktiv, dass die Vorstandsvorsitzende Karen Ann Bode zuversichtlich in die Zukunft blicken dürfte.

© Melanie Graas

Die Stadt Dortmund kann und sollte damit auf diese gemeinnützige Art der Förderung herausragender Solisten ebenso stolz sein wie auf die Arbeit des ebenfalls hier ansässigen Orchesterzentrums, einem Zusammenschluss aller Musikhochschulen des Landes NRW zur Ausbildung professioneller Orchestermusiker.

Pedro Obiera 23. Januar 2026


Zum 70. Geburtstag der Mozart Gesellschaft Dortmund
Werke von Mendelssohn und Strawinsky
Konzerthaus Dortmund

18. Januar 2026

Musikalische Leitung: Amu Tali
Solist: Stephen Waarts, Violine
Bundesjugendorchester