DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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Musikverein für Steiermark

http://musikverein-graz.at/

Der Musikverein für Steiermark ist der zweitälteste Konzertveranstalter der Welt, der seit seiner Gründung Anfang des 19. Jahrhunderts ohne Unterbrechung tätig ist. In der Saison 2014/15 feiert der Musikverein sein 200-jähriges Bestehen. An dieser Stelle wird aus dem vielfältigen Konzertangebot regelmäßig über jene Veranstaltungen berichtet, die für den Opernfreund relevant sind.

 

 

 

 

LIEDERABEND

LOUISE ALDER - GARY MATTHEWMAN

Eine große Karriere kündigt sich an

Stephaniensaal Graz am 5. 2. 2019

 

 

Louise Alder ist nicht zum ersten Male in Graz. Sie war bereits 2015 Teil einer Liedgala und 2016 Gast der styriarte. Damals stand sie am Anfang ihrer internationalen Karriere - inzwischen ist die 32-jährige englische Sopranistin etabliertes Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, war 2017 Preisträgerin des Gesangswettbewerbes Cardiff und ist auf vielen Bühnen und Konzertpodien Europas zu Gast - man schaue sich den Terminplan auf ihrer Homepage und das oben wiedergegebene Titelbild ihrer Facebook-Seite an. Im Grazer Musikverein ist Louise Alder, „die als strahlendster lyrischer Sopran der jungen Generation gilt“ (Ankündigung des Veranstalters), in dieser Saison Young Artist in Residence. Ihrem Liederabend folgen im April zwei Orchesterkonzerte mit Strauss-Liedern.

Auch ihren Begleiter am Steinway kennt man bereits in Graz - vor zwei Jahren hatte Gary Matthewman im Liederabendzyklus Adam Plachetka sehr kompetent in Schuberts Winterreise begleitet. Louise Alder und Gary Matthewman haben wiederholt gemeinsam konzertiert - und sie kennen sich natürlich vom Cardiff-Wettbewerb, wo Matthewman offizieller Begleiter ist und in dieser Funktion auch Louise Alder begleitete, als sie 2017 den Wettbewerb gewann. Damals sang sie unter anderem Liszts Pace non trovo (hier nachzuhören), das nun auch in Graz zum zweiten Male nach 2015 auf ihrem Programm stand.

Und damit sind wir beim Programm dieses Abends - es war ein klug zusammengestelltes abwechslungsreiches Programm, das in seiner Vielfalt der jungen Sängerin reiche Möglichkeiten der Entfaltung bot. Man konnte seit dem letzten Auftreten von Louise Alder in Graz eine sehr erfreuliche Weiterentwicklung registrieren. Wenn die Entwicklung so weitergeht, dann kündigt sich zweifellos eine große Karriere an.

Zu Beginn standen mit An Chloe - Abendempfindung - Der Zauberer drei bekannte Mozart-Lieder auf dem Programm, die man von sehr vielen großen Liedinterpretinnen kennt und im Ohr hat. Louise Alder ist mit absolut sicherer Stimmtechnik und erfrischender Unbekümmertheit an die Lieder herangegangen. In der Abendempfindung erfreute man sich an wunderschönen Pianophrasen (etwa bei in das Land der Ruh), an breit ausschwingenden Gesangsbögen, an einigen ungewohnten, aber durchaus stilsicheren Fiorituren und an langem und ruhigem Atem. Ein Kabinettstück drastischer und gleichzeitig natürlich-unaufdringlicher Gestaltungskraft bot die charmante Sängerin dann im Zauberer. Danach folgten fünf Lieder von Gabriel Fauré nach Texten von Paul Verlaine. Auch hier fand Louise Alder einen werkgerechten eigenständigen Zugang und überzeugte mit französischer Klangfärbung. So wie bei Mozart ging Louise Alder auch bei Fauré primär vom musikalischen Duktus der Lieder aus - die sprachliche Artikulation war sauber, manche Textungenauigkeit verzieh man bei der grundmusikalischen Gestaltung gerne. Den Schluss vor der Pause bildeten die drei Ophelia-Lieder von Richard Strauss - überaus intensiv und geradezu „bühnenwirksam“ gestaltet, ohne vordergründig übertrieben zu sein. Hatte der Pianist beim einleitenden Mozart so manchen Sechzehntel-Lauf vielleicht noch etwas verschwommen erklingen und bei Fauré parfumiertes französisches Sentiment ein wenig vermissen lassen, so erwies sich dann bei Richard Strauss Gary Matthewman als brillanter Liedbegleiter und bestätigte das, was über ihn geschrieben wird: one of the UK’s leading song pianists!

Nach der Pause erklangen zunächst drei Lieder von Francis Poulenc - facettenreich dargeboten in der großen Tradition englischer Gesangskultur, die sich immer mit dem französischen Lied auseinandergesetzt hatte. Man denke an die maßstabsetzenden Interpretationen von Dame Felicity Lott mit Graham Johnson - hier eine Aufnahme mit genau diesen Stücken aus dem Jahre 1984. Darauf folgten dann die drei Petrarca-Sonette von Franz Liszt - sie waren für mich der musikalische Höhepunkt des Abends. Da verbanden sich stimmliche und pianistische Brillanz wunderschön zu einem bewegenden, zu einem großen Ganzen. Für alle, die nicht dabei sein konnten, sei nochmals auf das bereits eingangs erwähnte Video vom Cardiff-Wettbewerb 2017 hingewiesen. Ich hatte die Aufnahme vorher angehört und erlebte dann im Konzert, wie sich in diesen knapp zwei Jahren Louise Alders Stimme in Klangfarbe, Volumen und feinem Differenzierungsvermögen weiterentwickelt hat. Die beiden Puccini-Lieder danach wirkten nach dem gewichtigen Liszt-Zyklus fast ein wenig banal. Den wirksamen Schlusspunkt bildeten zwei Verdi-Liedchen - zuerst das bitter-humoristische Stornello (Volksliedchen) aus Verdis Spätzeit und dann das höchst charmante Lo spazzacamino (Der Schornsteinfeger) aus dem Jahr 1845 mit seinem übermütigen Walzerrefrain. Louise Adler war hier in ihrem jugendlich-belkantesken Element. Das Publikum jubelte - es gab Bravo-Rufe und Blumen.

Zwei Zugaben rundeten den Abend sehr schön ab - zuerst die Traumerzählung der Magda aus Puccinis La Rondine. Über dieses Stück war einmal in der „Zeit“ sehr poetisch zu lesen: Zugleich beseligter und beseligender als in Giacomo Puccinis "La Rondine" ("Die Schwalbe") von 1917 ward die wie frühlingsberauschte, die pure Euphorie des Lebens nicht Ton, nie so leuchtend und doch so zart wie in diesem sopranistischen "Ch'il bel sogno di Doretta" zum Eingang der Oper. Dieses Bild konnte Louise Alder mit gesund-strahlender Stimme und Begeisterungsfähigkeit wahrhaft vermitteln: Euphorie des Lebens - leuchtend - und doch zart Und ganz zum Schluss gab es Englisches: Fair House of Joy des vor allem in England sehr beliebten Liedkomponisten Roger Quilter (1877 - 1953).

Es war ein überaus erfrischender Liederabend und man ging mit der Gewissheit nachhause, dass von Louise Alder eine Karriere als bedeutende Liedgestalterin erwartet werden darf.

 

6. 2. 2019, Hermann Becke

 

Hinweis: trotz ihrer Jugend kann Louise Alder schon auf eine stattliche Anzahl von CD-Aufnahmen verweisen

 

 

 

JUAN DIEGO FLÓREZ

Stephaniensaal Graz am 20. 1. 2019

Ein Belcanto-Fest

„Mit seinem ausdrucksstarken Gesang hat sich Juan Diego Flórez als einer der wichtigsten Sänger der Opernwelt etabliert. Sein Charisma und seine Leidenschaft inspirieren und begeistern Musikfreunde weltweit. Das langersehnte Debüt des peruanisch-österreichischen Startenors zählt zu den großen Glanzlichtern der Musikvereinssaison!“ So kündigte der Musikverein Graz diesen Abend an - und das mit Recht: Juan Diego Flórez ist ein absoluter Weltstar - im Vorjahr war er „Sänger des Jahres“ und er begeistert auf allen Bühnen der Welt, auch wenn er zuletzt kurzfristig an der Met den Alfredo in La Traviata abgesagt hatte.

Der Generalsekretär des Grazer Musikvereins Dr. Michael Nemeth holt immer wieder Weltstars auf das Podium des Grazer Stephaniensaals. Nach Anna Netrebko, Angela Gheorghiu, Cecilia Bartoli, Elina Garanca, Elisabeth Kulman, Piotr Beczała, Jonas Kaufmann - um nur einige Namen zu nennen - ist es Nemeth nun gelungen, Juan Diego Floréz während seiner Probenphase für die am 9. Februar stattfindende Lucia-Premiere an der Wiener Staatsoper für ein Festkonzert nach Graz zu locken. Seit geraumer Zeit ist Wien der Lebensmittelpunkt des gebürtigen Peruaners. An der Wiener Staatsoper debütierte Juan Diego Flórez 1999 als Conte d’Almaviva (Il barbiere di Siviglia) und sang hier seither außerdem noch Rinuccio (Gianni Schicchi), Lindoro (L’italiana in Algeri), Arturo (I puritani), Elvino (La sonnambula), Tonio (La Fille du régiment), Ernesto, Nemorino (L’elisir d’amore), Roméo und Duca. In Wien lebt er mit seiner Familie, hier wurde er bereits mit dem Titel "Österreichischer Kammersänger" geehrt und hier steht er eben jetzt vor seinem Wiener Debüt als Edgardo in Donizettis Lucia di Lammermoor.

Sein Grazer Auftritt war wahrhaft ein Fest! Der 1100 Plätze fassende Saal war völlig ausverkauft, der Stehplatz übervoll und auf dem Podium hatte man noch weitere rund 50 Stühle untergebracht. Auch die dort Sitzenden bezog Juan Diego Flórez in seiner ungemein charmant-gewinnenden Art immer wieder in sein Auftreten ein. Natürlich erlebte man in Graz kein neues Programm, sondern jene Stücke, die Flórez regelmäßig bei seinen weltweiten Konzerten präsentiert. Das Grazer Programm entsprach fast zur Gänze jenem Programm, das er im November 2018 in der Carnegie-Hall in New York gesungen hatte. Allerdings war diesmal am Klavier nicht sein gewohnter Partner Vincenzo Scalera, sondern die Französin Cécile Restier - seit 2012 Solorepetitorin an der Wiener Staatsoper. Sie erwies sich als eine sicher-routinierte Begleiterin - einerseits mit steter Rücksichtnahme auf den Sänger, andererseits mit durchaus kräftigen und farbenreichen Akzenten in den Orchestertranskriptionen.

Das Programm wurde eröffnet mit dem Addio ai viennesi von Gioachino Rossini, der dieses Stück im Zuge seines Abschiedes aus Wien im Jahre 1822 für das Wiener Publikum geschrieben hatte. Das kam übrigens damals derartig gut an, dass er das gleiche Stück später auch in anderen Städten aufführte und dort die entsprechenden anderen Namen einsetzte. Bereits in diesem ersten Stück beeindruckte Flórez nicht nur mit seinem unverwechselbaren Timbre, sondern mit auch in der tiefen Lage ausgeglichener Stimmführung, langem und ruhigem Atem, wie selbstverständlich klingenden Koloraturen und natürlich auch mit glanzvollen Spitzentönen - er hatte sein Publikum sofort in den Bann gezogen. Nach einem weiteren Rossini-Lied, dem Spätwerk Mi lagnerò tacendo, spielte Cécile Restier ein Solostück von Rossini - charmante Gebrauchsmusik, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es war allerdings durchaus klug, dieses Stück gleichsam als Atempause für Publikum und Tenor einzuschieben, bevor man sich ganz der Oper zuwendete. Nun ging es Schlag auf Schlag - zuerst sehr breit-melancholisch und fast kammermusikalisch interpretiert Una furtiva lagrima aus Donizettis Liebestrank und dann mit gebührend-dramatischem Zugriff die große Edgardo-Szene aus Lucia di Lammermoor. Zum Abschluss vor der Pause gab es noch zwei wenig bekannte Verdi-Arien aus Les vêpres siciliennes und I Lombardi - stilistisch durchaus zu Rossini und Donizetti passend. Der Beifall war groß und freundlich.

Nach der Pause dann ausschließlich Französisches - zunächst eine Lied-Miniatur von Massenet Ouvre tes yeux bleus und ein Nocturne für Klavier solo von Bizet. Dann die Überraschung: Flórez wendete sich an das Publikum und sagt mit leicht ironischem Lächeln: „Ich bin krank“. Das Publikum lachte - man konnte es einfach nicht glauben, denn bisher war Flórez in Glanzform und man hatte nichts von einer stimmlichen Beeinträchtigung bemerkt. Wie auch immer: En fermant les yeux aus Massenets Manon entfiel. So wie praktisch alle Stücke des Abends, findet der Opernfreund natürlich auch das im Internet - in Grafenegg im letzten Sommer hatte Flórez diese Arie gesungen. Danach erklangen mit prächtigem Stimmglanz und subtiler Gestaltung Gounods Demeure chaste - natürlich mit strahlendem C und aus Massenets Werther Pourquoi me réveiller. Juan Diego Flórez erwies sich in beiden Arien als ein Meister des französischen Belcantos - wunderbar, wie er bei ganz klarer Textartikulation die Phrasen auf ruhigem Atem führte und nach Belieben an- und abschwellen lassen konnte. Auch die im Programm eigentlich vorgesehene Bohème-Arie wollte er nicht singen, aber stattdessen bezauberte er mit der Roméo-Arie aus Gounods Roméo et Juliette. Damit war der offizielle Teil zu Ende, aber natürlich wartete das Publikum auf den obligaten Zugabenteil.

Flórez kam mit seiner Gitarre: selbst einem Schmachtfetzen wie Besame mucho oder dem kitschverdächtigen Cucurrucucú paloma verleiht Flórez Eleganz und Natürlichkeit. Das Publikum war begeistert und erhielt noch zwei weitere Zugaben - es waren zwar nicht wie in der Carnegie-Hall insgesamt sieben(!) und es war auch nicht die berühmte Arie aus Donizettis Regimentstochter mit den vielen hohen Cs darunter. Aber das Publikum war trotzdem zufrieden und war begeistert. Es war unzweifelhaft ein wahres und großes Belcanto-Fest eines der ganz großen Gesangsstars unserer Zeit.

Für jene, die dabei waren, aber vor allem aber auch für alle jene Opern- und Stimmfreunde, die nicht dabei sein konnten, hier der Zugabenteil zum Nachhören und Nachsehen: Consuelo Velázquez: Bésame mucho - hier auf der 2018 erschienenen DVD nachzuhören. Tomás Méndez: Cucurrucucú paloma - hier in einer Aufnahme aus 2016. Agustín Lara: Granada - hier ein Video mit Orchester

Giuseppe Verdi: La donna è mobile  - der phänomenale Schluss ist hier in einem vom Generalsekretär des Musikvereins persönlich aufgenommenen Musikvideo nachzuerleben - das sollte man unbedingt anschauen und anhören!

 

21. 1. 2019, Hermann Becke

Fotos Musikverein Graz © Manfred Baumann

 

 

 

 

HE KING’S SINGERS

Wahrhaft exquisiter A Cappella-Gesang

Stephaniensaal Graz am 25. 11. 2018

Dem Generalsekretär und Künstlerischen Leiter des Musikvereins für Steiermark Dr. Michael Nemeth ist wieder einmal ein Abend geglückt, der ideal dem Motto des rührigen Konzertveranstalters entspricht: Der Musikverein für Steiermark ist der größte Konzertveranstalter der Landeshauptstadt Graz und Tor zur internationalen Musikwelt

Die zweite und sonst einzige  österreichische Station der weltweiten Jubiläumstour der „GOLD 50TH ANNIVERSARY SEASON 2018“ war (nach dem Festspielhaus in St.Pölten im Oktober) der Grazer Musikverein. Am Tag unmittelbar nach ihrem Auftritt im Münchner Prinzregenten-Theater war das seit 50 Jahren bestehende britische Vokalsextett The King’s Singers im völlig ausverkauften Stephaniensaal zu Gast und riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Es war ein kluge Aktion, das Liederabend-erprobte Abonnementpublikum aus diesem Anlass durch eine Kooperation mit dem gerade in Graz stattfindenden internationalen Chorfestival Voices of Spirit um junge Chorinteressierte „aufzustocken“ - der Abend war nicht zuletzt deshalb so ausgezeichnet besucht.

Was macht nun das Besondere dieses Vokalsextetts aus??

Die sechs Herren arbeiten seit vielen Jahren in unzähligen Konzerten - es sind meist 120 pro Jahr - , aber auch in regelmäßigen Workshops und Meisterkursen an ihrem Klangideal und sie kommen aus einer gemeinsamen musikalischen Tradition. Es ist sehr informativ, sich auf der Homepage ihre Lebensläufe anzuschauen.

Es ist den King’s Singers gelungen, eine völlig homogene Klangpyramide zu bilden, bei der sich die hohen Stimmen auf ein kräftiges Fundament der Baritone und des Basses stützen. Nie entsteht im Klang eine Lücke oder gar ein störender Registerbruch. Ein Detail fällt auf und sei erwähnt: Der 2. Countertenor gibt vor jedem Einsatz die Töne ganz diskret und (schon in der 3.Reihe des Saals) kaum hörbar ganz kurz mit einer Stimmpfeife an. Beim Einsatz schauen die sechs dann nicht aufeinander, sondern atmen gemeinsam ein und hören konzentriert aufeinander. Damit wird eine überzeugende Präzision erzielt. Auch die Schlussakkorde enden absolut homogen und natürlich ohne jedes Handzeichen - da gibt es keinen primus inter pares. Das ist unbestreitbar höchste Ensemblekunst, die durch ein gemeinsames Atmen und wohl auch durch eine enorme Routine erreicht wird.

Dazu kommen eine stets natürlich wirkende, individuell abgestimmte Mimik und (sparsame) Gestik sowie ein locker-konzentriertes Auftreten mit britischem Understatement, aber auchmit Sinn für Situationskomik - etwa wenn der durch eine Beinverletzung gehandicapte und mit Krücke auftretende Bariton Christopher Gabbitas bei einer Klatscheinlage nicht mitmachen kann.

Viele der Stücke werden auswendig gesungen, bei manchen hat man die Noten auf einem Tablet und erspart sich so störendes Notengeblätter. Die Ansage der Stücke ist auf alle sechs Ensemblemitglieder aufgeteilt, die in sehr gut artikuliertem Deutsch die Stücke durchaus launig einbegleiten und ein aufmerksames Zuhören des Publikums sichern. Auch das zeugt von hoher Professionalität - wie oft konnte man sonst schon bei Liederabenden erleben, dass auch bedeutende Sängerpersönlichkeiten mit ihren Ansagen unverständlich bleiben….

Wenn die Herren zu Beginn Henry Leys Vertonung eines Gebets von König Heinrich VI. anstimmen, anschließend das rhythmisch-dichte „We are“ des ehemaligen Ensemblemitglieds Bob Chilcott, zwei Renaissance-Stücke von Juan Vásquez und Claude Le Jeune, einen Morgengesang von Max Reger und ein Abendlied von Josef Rheinberger erklingen lassen, dann ist das feinste Vokalkunst auf höchstem Niveau. Und damit ist der stilistische Rahmen noch lange nicht ausgeschöpft. Es folgten Chansons von Georges Auric und Gabriel Fauré und zum Abschluss vor der Pause die heiter-geistreiche Auftragskomposition Quintessentially von Joanna und Alexander L’Estrange. Nach der Pause gab es zunächst Ironisches mit Steve Martlands Poor Roger und dann ein weiteres, durchaus heiteres Auftragswerk - diesmal von Toby Hession, einem ganz jungen Komponisten aus Cambridge, mit dem beziehungsreichen Titel Master of Music. Dass die sechs Herren tatsächlich Masters of Music sind, bewiesen sie dann mit einer kleinen Auswahl ihrer Close-Harmony-Songs. Es gab eine einzige  Zugabe - der bei vielen Konzerten im deutschen Sprachraum beliebte „kleine grüne Kaktus“ kam in Graz leider nicht. Trotz stürmischen Beifalls ließen sich die King’s Singers zu keiner weiteren Zugabe bewegen und zogen mit ihren Tablets freundlich winkend endgültig in ihre Garderoben.

Nach dem Konzert gab es im Foyer natürlich noch den Verkauf ihrer Jubiläums-CD, die die Herren geduldig signierten. Das letzte europäische Konzert findet am 27.11. sozusagen zu Hause statt: im King‘s College in Cambridge, wo vor 50 Jahren alles begonnen hatte. Aber damit ist die Jubiläumstour 2018 noch immer nicht zu Ende: im Dezember folgen noch 17 Auftritte in den USA und in Canada!! Und zuletzt noch für alle an aktivem Musizieren Interessierten eine Vorschau:

Vom 27. Juli bis 2. August 2019 geben die King’s Singers eine Summer-School in Cambridge

26. 11. 2018, Hermann Becke

 

 

Hinweis:

Im Shop auf ihrer Website bieten die King’s Singers sowohl ein Buch über die Geschichte des Ensembles an als auch eine Box mit 3 CDs - und vor allem ein kurzes Video (aufgenommen 2017) mit jener Auftragskomposition We are, die auch in Graz zu hören war. Damit können sich alle Interessierten einen akustischen und optischen Eindruck vom Grazer Konzert verschaffen.

 

 

 

RENÉ PAPE - CAMILLO RADICKE

Intensive Liedgestaltung - Spiritualität und Tod

Stephaniensaal Graz am 12. 4. 2018

‚René Pape gilt als eine der herausragenden Sängerpersönlichkeiten der jüngeren Generation. In Dresden geboren und auf den größten Bühnen der Welt zu Hause, umgibt den „Atlas unter den Bässen“ (FAZ) mit seinem unvergleichlichen Timbre und künstlerischem Feingefühl „die Aura eines Popstars“ (Die Presse).‘  

So kündigte der Musikverein den Grazer Abonnement-Liederabend an - und dieser Abend ist wahrlich etwas Besonderes. Üblicherweise gelingt es nämlich dem Musikverein, die großen Liedinterpreten im Zusammenhang mit einer Tournee nach Graz zu bringen. Bei René Pape ist das anders: der 53-jährige Weltstar singt neben seinen großen Opernrollen auf den ersten Bühnen der Welt immer nur ganz wenige Liederabende in einer Saison. Wie man René Papes Homepage entnehmen kann, ist der Grazer Liederabend wohl sein einziger in der Saison 2017/18 - und so versteht man es gut, wenn der Musikverein am Konzerttag stolz postet: Es ist gelungen! :) Weltstar René Pape gastiert heute im Musikverein!

René Pape wird seit langem bei seinen Liederabenden immer vom Dresdner Pianisten Camillo Radicke begleitet - gemeinsame Abende gab es etwa an der Met in New York (2014), in Zürich (2015), in Paris und München (2016), an der Mailänder Scala, in Edinburgh und in Dresden (2017) sowie im Sommer 2017 erstmals auch auf österreichischem Boden bei der Schubertiade in Schwarzenberg. Wie erfreulich, dass sich nun Graz in diese eindrucksvolle Liste einfügen konnte!

Ich habe René Pape zum ersten Male im Oktober 1992 in Basel als König Philipp in Verdis Don Carlos gehört - übrigens in der ersten Verdi-Regie von Ruth Berghaus, die mich so gar nicht überzeugt hatte. Da war René Pape mit 28 Jahren gerade ganz am Anfang seiner großen Karriere und ich hatte damals notiert: eine außerordentliche Stimme - der wird seinen Weg machen! Für diese Feststellung bedurfte es keiner besonderer prophetischer Gabe, hatte ihn doch zuvor schon 1991 Sir George Solti als den jüngsten Sarastro zu den Salzburger Festspielen geholt, und mit dieser Rolle hatte René Pape auch bereits im Herbst 1991 an der Wiener Staatsoper debütiert. Heute ist René Pape wohl auf einem Höhepunkt seiner internationalen Erfolge auf allen großen Bühnen der Welt  und man freut sich, ihn einmal in einem Liederabend erleben zu dürfen.

Wenn man die Liedprogramme von René Pape durchsieht, dann man stellt man fest, dass er für seine seltenen Liederabende ein fixes, nicht allzu großes Liedrepertoire hat. aus dem er den jeweiligen Abend zusammenstellt. In Graz sang er eines seiner Standardprogramme: Ludwig van Beethoven Sechs geistliche Lieder nach Gedichten von Gellert op. 48, Antonin Dvořák Biblische Lieder op. 99, Roger Quilter Three Shakespeare Songs op. 6  und zum Abschluss Modest Mussorgsky Lieder und Tänze des Todes.

Das ist ein ernstes, ja düsteres Programm über Spiritualität und Tod, das sehr gut zur dunklen mächtigen Stimme passt.

Natürlich merkt man, dass René Pape vom breit ausladenden Operngesang herkommt - den einfach strukturierten Gellert-Lieder von Ludwig van Beethoven fehlte ein wenig die kammermusikalische Klarheit der Stimmführung. Da fiel auch gelegentlich ein opernhaftes Forte aus dem Rahmen der kurzen Spruchlieder. Ein renommierter Musikwissenschaftler hatte einmal vorgeschlagen, man solle sich bei der Wiedergabe der Gellert-Lieder nicht mit den von Beethoven einzig notierten Anfangsstrophen begnügen, sondern zumindest einige der weiteren Gellertschen Strophen anfügen. Dann würde nicht nur der Inhalt plastischer, sondern es würde auch die Balance mit dem sechsstrophig durchkomponierten Schlusslied hergestellt. Das wäre vielleicht auch eine Anregung für René Pape, der dann mit seiner vorbildlichen Artikulation mehr Farbe in seine Beethoven-Interpretation bringen könnte.

Großartig waren dann die Dvorak-Lieder in der tschechischen Originalfassung und vor allem zuletzt die Lieder von Mussorgsky. Da verstand es René Pape - durchaus kongenial vom Partner am Klavier unterstützt -, eine breite Palette von Stimmfarben, von Seelenstimmungen und dynamischen Abstufungen mit der großen Erfahrung des Bühnenkünstlers vor dem aufmerksamen Publikum auszubreiten, ohne je den Rahmen der spätromantischen Liedform zu sprengen. Die dazwischen präsentierten gefälligen Shakespeare-Lieder des Engländers Roger Quilter (1877 -1953) haben zwar nicht den Rang von Dvorak oder Mussorgsky, sorgten aber in Papes effektvoller Wiedergabe für eine der wenigen Aufhellungen an diesem düsteren Abend.

Das Publikum war begeistert und feierte am Ende die beiden Liedinterpreten mit Standing Ovations.

Zwei klug gewählte Zugaben gewährten die Künstler - zuerst mit breiter Opernstimme die Zueignung von Richard Strauss und dann die Miniatur von Robert Schumann Wenn fromme Kindlein schlafen gehen. Bei diesem Kinderlied registrierte man zwar wieder die stimmlichen Grenzen des großen Opernheroen René Pape im kammermusikalischen Lied, aber es war so charmant vorgetragen, dass sich die Begeisterung des Publikums geradezu noch steigerte. Und man freut sich, wenn René Pape am Tag nach dem Konzert auf seiner Facebook-Seite schreibt:

Danke Graz für die begeisterte und warmherzige Aufnahme meines gestrigen Liederabends! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Servus und Bussi, René Pape

Zwei Tage nach dem Grazer Liederabend steht übrigens René Pape schon wieder als Gurnemanz auf der Bühne -in einer Festaufführung in Mannheim.

Das Grazer Publikum wir ihm sehr gerne bestätigen, dass er jederzeit neuerlich als Liedinterpret in Graz sehr willkommen ist!

Hermann Becke, 13. 4. 2018

 

Ein spezieller Hinweis:

 

Der Opern-Weltstar René Pape als Liedsänger

Für alle Musikinteressierten ist Youtube eine unerschöpfliche Schatzkiste - deshalb führt DER OPERNFREUND zu Recht seit kurzem dazu eine eigene Rubrik

René Pape verzeichnet auf seiner Website eine reiche Dokumentation seiner CD- und DVD-Aufnahmen. Da findet man praktische alle seine großen Opernpartien, allerdings keinerlei Liedaufnahmen, obwohl er seit Jahren weltweit auch als Liedsänger auftritt. Wenn man ein wenig auf youtube sucht, findet man vielfältige Liedaufnahmen - und auf die sei hier ausdrücklich mit einigen Beispielen hingewiesen. Es lohnt sich unbedingt, in diese Live-Aufnahmen hineinzuhören:

     - Tokio im Jahre 2011: Serenade und Wiegenlied sowie Der Feldmarschall  aus Mussorgskys „Lieder und Tänze des Todes“

     - New York im Jahre 2014: Bußlied von Ludwig van Beethoven

     - und sogar die beiden Grazer Zugaben kann man unschwer finden: Barcelona am 30.1.2012 - Zueignung von Richard Strauss (ab 1:16:43) und Robert Schumanns Kindeswacht (ab 1:18:57)

       Dieser Liederabend in Barcelona ist vollständig mit folgendem Programm dokumentiert:

Franz Schubert (1797-1848) «Aufenthalt», núm. 5, de Schwanengesang, D 957 (Text: Rellstab) «Ständchen», núm. 4, de Schwanengesang, D 957 (Text: Rellstab) «Der Atlas», núm. 8, de Schwanengesang, D 957 (Text: Heine) Hugo Wolf (1860-1903) Drei Lieder nach Gedichten von Michelangelo 1. «Wohl denk ich oft an mein vergangnes Leben» 2. «Alles endet, was entstehet» 3. «Fühlt meine Seele das ersehnte Licht» (traducció a l’alemany de W. R. Tornow) Franz Schubert Der Einsame, op. 41, D 800 (Text: Lappe) Im Abendrot, D 799 (Text: Lappe) «An die Musik», op. 88, núm. 4, de Vier Lieder, D 547 (Text: Schober) «Lachen und Weinen», op. 59, núm. 4, de Vier Lieder, D 777 (Text: Rückert) «Heidenröslein», op. 12, núm. 3, de Drei Lieder, D 257 (Text: Goethe) «Der Musensohn», op. 92, núm. 1, de Drei Lieder, D 764 (Text: Goethe) «Lied eines Schiffers an die Dioskuren», op. 65, núm. 1, de Drei Lieder, D 360 (Text: Mayrhofer) Prometheus, D 674 (Text: Goethe) Robert Schumann (1810-1856) Dichterliebe, op. 48 (Textos: Heine) 1. «Im wunderschönen Monat Mai» 2. «Aus meinen Tränen spriessen» 3. «Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne» 4. «Wenn ich in deine Augen seh’» 5. «Ich will meine Seele tauchen» 6. «Im Rhein, im schönen Sommer» 7. «Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht» 8. «Und wüssten’s die Blumen, die kleinen» 9. «Das ist ein Flöten und Geigen» 10. «Hör’ ich das Liedchen klingen» 11. «Ein Jüngling liebt ein Mädchen» 12. «Am leuchtenden Sommermorgen» 13. «Ich hab’ im Traum geweinet» 14. «Allnächtlich im Traume seh’ ich dich» 15. «Aus alten Märchen winkt es» 16. «Die alten, bösen Lieder»

Und dazu gibt es noch die beiden Zugaben, die auch in Graz erklungen sind.

 

 

 

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