Reisebilanz V: Tops und Flops der „Saison 2025/26“
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Auch in diesem Jahr haben wir unsere Kritiker wieder gebeten, eine persönliche Bilanz zur zurückliegenden Saison zu ziehen. Wieder gilt: Ein „Opernhaus des Jahres“ können wir nicht küren. Unsere Kritiker kommen zwar viel herum. Aber den Anspruch, einen repräsentativen Überblick über die Musiktheater im deutschsprachigen Raum zu haben, wird keine Einzelperson erheben können. Die . . .
Bei der letzten vor der Sommerpause gezeigten Produktion handelt es sich um eine von Marco Monzini bestens betreute Wiederaufnahme der Arbeit des für Regie, Bühnenbild und Kostüme verantwortlichen Yannis Kokkos vom Frühjahr 2023. Die Wiedergabe der bei Ricordi erschienenen kritischen Ausgabewurde damals von Riccardo Chailly betreut, dem es bekanntlich am Herzen liegt, auch nicht die kleinste . . .
Diese Produktion hätte aus mehreren Gründen „Don José“ heißen müssen. Ein bedeutender Grund liegt darin, dass die Regie von Damiano Michieletto die Schwierigkeiten des jungen Brigadiers zeigt, sich in der Welt zurechtzufinden. Offenbar stand er unter der Fuchtel einer besitzergreifenden Mutter, denn Micaelas Ankunft bereitet ihm keinerlei Freude, er weist sie im Gegenteil wiederholt grob . . .
Sehenswerte Interpretation von Puccinis letztem Werk! – Zur Feier des 100-Jahre-Jubiläums der Turandot, dem letzten Werk des großen Giacomo Puccini, über dessen Komposition er bekanntlich verstarb, brachte die Scala di Milano in einer äußerst beeindruckenden Regie von Davide Livermore eine sehr interessante und zeitweise mitreißende Neuinszenierung heraus. – In Bühnenbildern, . . .
Ja, Sie haben richtig gelesen – der gute alte Nabucco erhielt anlässlich seiner neuen kritischen Ausgabe den Originaltitel zurück, unter welchem das Werk des 29-jährigen Verdi 1842 an der Scala uraufgeführt worden war. Gewidmet war die Neuproduktion dem Dirigenten Gianandrea Gavazzeni anlässlich seines 30. Todestages und in Erinnerung an die von ihm 1966, also vor 60 Jahren, geleitete . . .
An der Scala 1908 auf Betreiben von Arturo Toscanini und unter seiner Leitung erstaufgeführt, wurde das verrätselte Werk auch 1925/26 unter demselben Maestro wieder auf Italienisch gegeben. Auf Französisch erstmals unter Victor De Sabata 1949 in einer Produktion der Opéra Comique, und als Eigenproduktion zum 50-jährigen Jubiläum der Komposition 1953. 1962 war Karajans Wiener Inszenierung in . . .
Diese Produktion war im Puccini-Jahr 2024 herausgekommen, im Juli jenes Jahres berichteten wir darüber. Nun wurde sie zum Hundertjahresjubiläum des Werks (Puccini war 1924 gestorben, die Uraufführung unter Toscanini fand 1926 statt) wieder aufgenommen (und auch Puccinis nach Liùs Tod in den Mond, der in dieser Oper eine so bedeutende Rolle spielt, projiziertes Porträt wurde wieder gezeigt). . . .
Um es gleich vorwegzunehmen: Das Publikum feierte bei dieser Premiere nach dem musikalischen Marathon Solisten, Dirigent und Orchester, buhte aber das Regieteam aus. Persönlich kann ich mich den Buh-Rufen nicht anschließen, aber auch nicht einem uneingeschränkten Lob für die sängerischen Leistungen. – Wie bereits von den vorangegangenen Inszenierungen der „Ring“-Teile berichtet, . . .
Die Auswahl des musikalisch und inhaltlich revolutionären Werks von Dimitri Schostakowitsch (ich verwende die im Deutschen geläufige Schreibweise seines Namens) für die Eröffnung der neuen Scala Saison hatte schon im Vorfeld zu zahlreichen Diskussionen geführt. Es gab Stimmen, die die Entscheidung fuer einen russischen Titel angesichts Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine als unzulässig . . .
Wolfgang Amadeus Mozarts dritte und letzte auf einen Text von Lorenzo Da Ponte geschriebene Oper war in Mailand zunächst nur zögerlich aufgenommen worden (Uraufführung 1807) und erhielt erst ab den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts mehrere Neuproduktionen. – Für Robert Carsen war es das erste Mal, dass er sich mit dem Werk auseinandersetzte, und er hatte einen überzeugenden . . .
Seit diese Koproduktion der Opernhäuser von New York, London und Wien 2007 entstand (eigentlich müsste es heißen „geschaffen wurde“), wanderte sie rund um die Welt, ohne an Erfolg und Attraktivität zu verlieren. An der Scala wurde die meisterliche Schöpfung von Laurent Pelly (Regie und Kostüme) und Chantal Thomas (Bühne) erstmals gezeigt und als „Rekonstruktion des Gran Teatre del . . .
Im Jahr 2022 war diese Produktion von Mario Martone (Regie), Margherita Palli (Bühnenbild), Ursula Patzak (Kostueme) und Pasquale Mari (Licht) herausgekommen und wurde nun, betreut von Marco Monzini, wieder gezeigt. – Ich habe damals ausführlich über diese gelungene szenische Interpretation berichtet, die die Handlung in das kapitalistische Heute verlegt und den Gegensatz zwischen dem . . .
Nach der Sommerpause begann die Scala wie üblich mit einer Vorstellungsserie, die aus der Accademia hervorgegangenen bzw. noch darin Studierenden die Möglichkeit gibt, sich einem internationalen Publikum vorzustellen. Dafür wurde diesmal die klassische, alterslose Produktion eingesetzt, die Claudio Abbado gemeinsam mit Jean-Pierre Ponnelle 1971 in Florenz und 1973 dann in Milano herausgebracht . . .