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Prag: „Pelléas et Mélisande“, Claude Debussy

Claude Debussys einzige vollendete Oper „Pelléas et Mélisande“ gehört wohl zu den faszinierendsten Werken der Opernliteratur, und dies nicht nur wegen der neuen Wege, die Debussy im musikdramatischen Bereich hinsichtlich der Orchesterbehandlung, der Komposition der Gesangsstimmen und der Verwendung atmosphärisch-assoziativer Klänge, die dort weiterführen, wo Worte nichts mehr . . .

Wien, Musical: „Chicago“, John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse

Wien darf nicht Chicago werden! – Für diesen Spruch hat die FPÖ einst viel Schelte einstecken müssen. Und dennoch würde man ihn gerne Lotte de Beer angesichts ihrer „Chicago“-Aufführung an der Volksoper ins Stammbuch schreiben. Denn wieder einmal hat sie (wie beispielsweise auch bei „West Side Story“) gezeigt, dass sie für diese Kunstform kein Händchen und kein Gefühl, . . .

Hildesheim: „Guillaume Tell“, Gioachino Rossini

Nur sehr selten kann man Rossinis letzte, in Paris komponierte Oper erleben, was an den hohen Anforderungen an alle Ausführende liegen mag. Umso erfreulicher ist es, dass es sich bei der in Hildesheim seit einigen Jahren gewählten Trilogie diesmal um den schweizerischen Freiheitshelden Wilhelm Tell handelt. Später in der Spielzeit wird es das Schiller-Drama und ein Musical über den Tell-Stoff . . .

Bremerhaven: „Die verkaufte Braut“, Bedřich Smetana

Die verkaufte Braut ist die erfolgreichste Oper des tschechischen Komponisten Bedřich Smetana. Eigentlich spielt sie in einem böhmischen Dorf. Weil aber die Stadt Bremerhaven im nächsten Jahr ihr 200jähriges Gründungsjubiläum feiert, verlegte Regisseur Sebastian Kranner die Handlung nach Bremerhaven. „Wir nehmen das Jubiläum der Stadt auf und ziehen einen historischen Bogen über 200 . . .

Frankfurt: „Ottone“, Georg Friedrich Händel (zweite Besprechung)

Schönheitstrunkenes, aber verrätseltes Barock-Regisseurinnen-Theater – Am elften Oktober fand die dritte Premiere der neuen Spielzeit an der Oper Frankfurt statt, nach Tschaikowsky und Mozart stand eine Barockoper auf dem Spielplan – und zwar eine Oper von Georg Friedrich Händel, dessen Opern man in den letzten Jahren regelmäßig in Frankfurt erleben konnte. Diesmal ein Werk, das . . .

Karlsruhe: „The Wreckers“ Ethel Smyth

Was war das doch wieder für ein phantastischer Opernabend! Absolut toll! Was einem das Badische Staatstheater Karlsruhe hier auf höchstem Niveau präsentierte, ging in jeder Beziehung ungemein unter die Haut. Hier haben wir es mit einer echten Rarität zu tun, einem Meisterwerk allererster Güte, das hoffentlich  noch von vielen anderen Opernhäusern nachgespielt wird. Und da sage noch . . .

Meiningen: „Flavio, Re de’ Longobardi“, Georg Friedrich Händel

Man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: Die Musik, die in ihrer barocken Akkuratesse zu Händels Juwelen zählt, die prächtigen Kostüme eines hochkarätigen Ensembles oder den geschmeidigen Ablauf einer Vielzahl von kurzen Szenen, die stets mit einem geschickt inszenierten und intonierten Umbau der Bühne vonstattengehen. – Drei Stunden darf das Publikum, Voyeuren gleich, die . . .

Oberhausen: „Die Päpstin – Das Musical“, Dennis Martin

Nachdem der Spielzeitauftakt des Oberhausener Metronom Theater im September mit einer sehenswerten Roncalli-Zirkusproduktion die Wandlungsfähigkeit des im Sommer neu konzipierten Zuschauerraums unter Beweis stellen konnte, steht mit Die Päpstin – Das Musical seit dieser Woche wieder eine große Musiktheaterproduktion auf dem Spielplan des Hauses. Das Stück ist dabei erstmals in . . .

Buchkritik: „Italien übertrifft alles, was man mir darüber gesagt hat“, Günter Berger

„Sie werden Italien wie eine alte Kokotte finden, die sich für so schön hält, wie sie es in ihrer Jugend war.“ Nein, Friedrich II. war nicht begeistert von Italien. Und er fügte, nebst anderem, als schlechte Beispiele „die Herren Soprane“ und schlechten Musikmeister“ hinzu. – Der Preußenkönig hatte gut reden, hat er doch niemals seinen Fuß in das Land (nennen wir trotz . . .

Bochum: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, Thomas Zaufke und Karel Svoboda

Wenn die Tage kürzer werden und die Regale im Supermarkt mit den Leckereien für die Weihnachtsfeiertage fast leergekauft sind, ist es auch Zeit für liebgewonnene Traditionen. Für viele Menschen gehört dazu auch der Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel aus dem Jahr 1973, eine tschechisch-deutsche Koproduktion, die inzwischen zu den bekanntesten Märchenfilmen überhaupt zählt. Neben . . .

Dresden: „Die wunderbaren Jahre“, Torsten Rasch

Torsten Raschs Oper „Die wunderbaren Jahre“ erzählt von einer Jugend unter den Bedingungen der DDR-Diktatur. Nora Bussenius macht daraus in Dresden einen visuell und musikalisch eindrucksvollen Abend. Doch ausgerechnet die wunderbaren Jahre selbst bleiben kaum erfahrbar. – „Die DDR-Biografie, also eine persönliche Lebensgeschichte von in meinem Fall 35 Jahren in einem Staat der . . .

Berlin, Konzert: „Richard Strauss“, Staatskapelle unter Christian Thielemann

„Mein Lebenswerk ist zerstört. Meine Opernwerke werde ich nicht mehr hören und sehen, kurz, mein Leben ist zu Ende und ich kann nur mehr in Gottergebenheit warten, bis mich mein seliger Namenskollege zu sich in den Walzerhimmel holt“. (Richard Strauss im Herbst 1944). Der Zweite Weltkrieg ist in seiner Endphase, die für den Komponisten so bedeutsamen Kulturmetropolen Dresden, Berlin, . . .