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OF-Stern für „Das Mädchen aus dem Goldenen Westen (La fanciulla del West)“ am Theater Bonn

Nein, ich bin kein Feind des Regie-Theaters, aber es gibt Stücke, die muss man einfach so erzählen, wie sie sind und nicht irgendeinen dramaturgischen Überbau hinzuerfinden. Genau das macht man in Bonn, und es entsteht ein Abend, der sich auf Werk, Figuren und Musik fokussiert und das Publikum zum Jubeln bringt. Exzellente Akteure auf der Bühne, eine hervorragende Leistung im Graben und eine . . .

Wien, Konzert: „Bruckners 8.“, Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti

Die Wiener Musikwelt befindet sich im Bruckner-Muti-Fieber. Und das erscheint allzu verständlich, lässt sich doch ein vergleichbar klanglicher Reichtum in diesem Monumentalwerk des österreichischen Spätromantikers höchst selten vernehmen. Zudem wird hier nahezu priesterlich die Musik mit der großen Gesanglichkeit unter weiten Atembögen zelebriert, die die Wiener Philharmoniker in so . . .

Gelsenkirchen: „Wozzeck“, Alban Berg

Das Musiktheater im Revier eröffnet die neue Intendanz mit einer äußerst radikalen und zugleich raffinierten Neuinterpretation von Alban Bergs Wozzeck. Von Büchner bleibt in der Gelsenkirchener Inszenierung zwar wenig übrig. Dennoch gelingt es ihr, mit Bergs Musik und Libretto Fragen nach der gewalttätigen Animalität der Gesellschaft und nach kollektiver Schuld am Holocaust zu stellen. Die . . .

Essen: „Das Wunder der Heliane“, Erich Wolfgang Korngold (zweite Besprechung)

Ein Tyrann knechtet sein Reich. Im Kerker hält er einen mysteriösen Fremden gefangen, dem das Volk magische Kräfte zuschreibt. Eine junge Frau schleicht sich hinab, verfällt dem Gefangenen und zieht sich vor ihm aus. Der Herrscher kocht vor Eifersucht, sinnt auf Rache… Nein, das ist nicht „Salome“, sondern Erich-Wolfgang Korngolds „Das Wunder der Heliane". – Ein . . .

Buchkritik: „Wahnfried“, Sven Friedrich (zweite Besprechung)

Das Haus ist mehr als ein Museum oder eine Künstlervilla. Man muss sich also nicht darüber wundern, dass im Lauf seiner Geschichte schon mehrere Bücher darüber geschrieben wurden, zumal seit 2015 ein seinerzeit umstrittener Neubau neben dem Altbau steht – kurz vor der Schließung des Hauses kamen die Erinnerungen Manfred Egers, des ersten Museumsdirektors, heraus, der es 1976 eröffnete, . . .

OF-Schnuppe: „Eine florentinische Tragödie“ / „Herzog Blaubarts Burg“ in Wien

Schürhaken anstelle von Schwertern – und wo sind die sieben Türen? – Leider fühlt sich der Herausgeber gezwungen, dazu einen Schnuppentext zu schreiben, was ich üblicherweise selten mache. Denn genau zu dem Thema habe ich während meines Anglistik-Studiums vor 100 Jahren einen längeren Vortrag gehalten. Thema, wenn ich mich noch richtig erinnere, war „Oscar Wilds fantastisches . . .

Hagen: „Cavalleria rusticana“, Pietro Mascagni / „Pagliacci“, Ruggero Leoncavallo

Das klassische italienische Doppel „Cav and Pag“ (wie die Amerikaner sagen), also Mascagnis Cavalleria rusticana und Leoncavallos I Pagliacci, ist die erste eigene und auch gleich sehr gelungene Opern-Neuproduktion des Theaters Hagen in dieser Saison. Und es spricht für die ambitionierte Leistungsfähigkeit dieser Bühne, dass sie es nicht bei einer der beiden Opern belässt, wie zuletzt in . . .

Bonn: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Die Spielzeiteröffnung im Bonner Opernhaus mit Mozarts Oper Die Zauberflöte stand ganz im Zeichen der Magie. Schon vor Beginn der Abendveranstaltung wurde im Foyer der Oper Papagenos Panflöte, die zwischenzeitlich abhanden gekommen und ihrer Magie beraubt war, zur großen Freude nicht nur der zahlreichen Kinder mit allen möglichen Zaubertricks wieder mit magischer Kraft „aufgetankt“. . . .

Dresden: „Un ballo in maschera“, Giuseppe Verdi

Der immer auf der Suche nach geeigneten Stoffen für seine Libretti und Schauspiele unterwegs gewesene französische Schriftsteller Eugènie Scribe (1791-1861) griff im Jahre 1833 die Umstände um das Attentat schwedischer Adliger bei einem Maskenball im Stockholmer Opernhaus, an dessen Folgen der König  Gustav III. einige Tage später verstarb, auf. Scribe fügte dem Geschehen noch eine . . .