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Duisburg, Ballett: „Grey Area“, Bridget Breiner, David Dawson, Lesley Telford

Für das Dutch National Ballet in Amsterdam schuf David Dawson im Jahr 2002 eine Choreographie, die im Folgejahr mit dem renommierten Prix Benois de la Danse ausgezeichnet wurde. Zu einer fast schon hypnotischen Musik von Niels Lanz bewegen sich drei Tänzerinnen und zwei Tänzer in einer Art Zwischenstadium, zwischen Ende und Neubeginn. Der Titel The Grey Area ist dabei nicht unbedingt farblich . . .

Wien: „Eine florentinische Tragödie“ / „Herzog Blaubarts Burg“, Alexander von Zemlinsky / Béla Bartók (dritte Besprechung)

Psychologisierende Einengung – Die Florentinische Tragödie von Alexander Zemlinsky und Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók erlebten an der Wiener Staatsoper eine Neuinszenierung von Valery Barkhatov. Der russische Regisseur legte beide Stücke als eines im selben profanen Bühnenbild (ein elegantes zweistöckiges Wohnzimmer mit Ehebett) von Christian Schmidt zusammen und reduzierte . . .

Feuilleton: Warum Thielemanns und Sobotkas Vertragsverlängerungen an der Berliner Staatsoper ein Segen sind

Ein Kommentar von Kirsten Liese – Vor wenigen Tagen verlängerten Christian Thielemann und Elisabeth Sobotka ihre Verträge an der Berliner Staatsoper bis 2034 (!) – also um acht Jahre. Das ist nach der kürzlichen Zusage des Bundes, seine jährlichen Zuschüsse für die Berliner Staatskapelle ab 2028 um eine Million jährlich aufzustocken, die schönste Nachricht innerhalb des . . .

Interview: Francesco Micheli zum Verismo-Festival Turin

Das Teatro Regio di Torino eröffnet die Opern- und Ballettsaison mit einer neuen Tetralogie zur Wiederentdeckung der Wurzeln des modernen italienischen Melodrams: Das Verismo-Festival bildet den ambitionierten Auftakt zur neuen Saison unter dem Motto Fatale und zeigt vom 15. Oktober bis zum 22. November neben den Dauerbrennern Cavalleria rusticana und Pagliacci die Opernraritäten La Bohème von . . .

Zürich, Ballett: „Ein Sommernachtstraum“, Cathy Marston

„Karussell der Liebe, Karussell der Träume, hör nicht auf, dich zu drehen. Was so schön begann, darf nie vergehen“, sang Vicky Leandros 1968; mit „Das Karussell der Liebe hat schon so viel geseh'n: Tränen und auch Freude, es muss sich weiter dreh'n“, folgte Susan Jane 1972. Doch die beiden Schlagersängerinnen haben die Metapher des Karussells für Liebesrausch und Schwindel, für das . . .

Duisburg, Konzert: „Mahler 7.“, Antrittskonzert Stefan Blunier

„Ich bin der Neue!“ Leutselig und mit viel Bodenhaftung stellte sich Duisburgs neuer Generalmusikdirektor Stefan Blunier seinem Publikum im Rahmen seines ersten Philharmonischen Konzerts in der Mercatorhalle vor. Im Rheinland ist der 62-jährige Schweizer seit seiner Tätigkeit als GMD der Stadt Bonn kein Unbekannter. In den Jahren 2008 bis 2016 empfahl er sich als versierter Orchesterleiter . . .

Köln, Kinderoper: „Der König verschenkt was“, Philipp Matthias Kaufmann

Eine Welturaufführung in einem neu erbauten Opernhaus – wo gibt es das denn? Die rund 200 Gäste, davon viele Kinder, die am 10. Oktober 2026 in die Kölner Kinderoper gekommen waren, hatten das Privileg, die Premiere der Oper „Der König verschenkt was“ mit dem Libretto von Martin Baltscheid und der Musik von Philipp Matthias Kaufmann in der neuen Kinderoper mitten in Köln zu erleben. . . .

Salzburg: „L’italiana in Algeri“, Gioachino Rossini

Nun, man müsste den Bericht in zwei Teilen abfassen: eine Reportage und eine Kritik! In der Reportage kann von großer Begeisterung des nachmittäglich ausverkauften Hauses berichtet werden, von viel Freude und Lachen und einem veritablen Erfolg! Von Zwischen-Appläusen nicht nur nach Arien, sondern auch einfach mal hinein: sogar in die Ouvertüre, die – wieder einmal „inszeniert“ – . . .

Nürnberg: „Tannhäuser“, Richard Wagner

Am Nachmittag sah man noch den Engelsgruß des Veit Stoß ganz tief im Chor der Lorenzkirche hängen. Man kam da Maria und dem Engel ganz nah. Wer eine Woche zuvor das Glück hatte, der hübschen spätgotischen Frau während einer Gerüstführung direkt in eine der Augen schauen zu können – Maria hat ja einen aparten Silberblick –, wird wieder begriffen haben, dass die Marienverehrung, wie . . .

Essen: „Das Wunder der Heliane“, Erich Wolfgang Korngold (dritte Besprechung)

Der Komponist Erich Wolfgang Korngold dürfte einem breiten Opernpublikum in erster Linie durch seine Tote Stadt ein Begriff sein. Dieses im Jahre 1920 gleichzeitig in Hamburg und Köln aus der Taufe gehobene Werk bescherte dem damals erst 23jährigen Korngold den großen Durchbruch als Opernkomponist. Keine seiner späteren Schöpfungen für das Musiktheater erreichte auch nur annähernd die . . .