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Oldenburg: „La forza del destino“, Giuseppe Verdi

Gleich zu Beginn der Spielzeit ist dem Oldenburgischen Staattheater mit Giuseppe Verdis La Forza del Destino ein veritabler Volltreffer gelungen - und das in jeder Hinsicht. Die Regie von Joan Anton Rechi war klug durchdacht und absolut werkgerecht, musikalisch sorgte Vito Cristofaro am Pult des bestens disponierten Oldenburgischen Staatsorchesters einmal mehr für eine spannende, differenzierte . . .

Dortmund, Konzert: „Franz Welser Möst – Abschiedstournee“, Cleveland Orchestra

Da ist dem Konzerthaus Dortmund ein veritabler Coup gelungen: Neben der Elbphilharmonie in Hamburg ist es die einzige deutsche Station der diesjährigen Europatournee des Cleveland Orchestra. Denn in dieser Saison verabschiedet sich das amerikanische Spitzenorchester nach einem Vierteljahrhundert von seinem österreichischen Musikdirektor Franz Welser-Möst. Die langjährige, seit 2002 währende . . .

Baden-Baden: „Illusionen – wie Schwanensee“, John Neumeier

Es gibt mehrere Schwanensee-Interpretationen. 1895 die Choreografie von Marius Petipa und Lew Iwanow. 1976 Illusionen - wie Schwanensee von John Neumeier in Hamburg, 2011 in München. Welche ist die wahre und richtige? An Schwanensee scheiden sich immer wieder die Geister. Ist die Choreografie von Petipa und Iwanow zur Musik von Peter Tschaikowsky - die Originale? Schließlich wurde sie vom . . .

Darmstadt: „Andrea Chénier“, Umberto Giordano

Meine Berliner Kritiker-Kollegen haben mich um diese Premiere beneidet. Im Repertoire der Deutschen Oper erfreute sich die Produktion seit dem Jahr 1994 ungebrochener Beliebtheit. „Bis in alle Ewigkeit aufführen, falls die Kulissen und wunderbar ironischen Kostüme (José Manuel Vasquez) nicht früher zerfallen, könnte man ohne Zweifel Giordanos Andrea Chénier in der Regie von John Dew“, . . .

Buchkritik: „Gefühlswegweiser und Komponiermaschine“, Christian Schaper

Selbst der große Komponist habe, so las man es 1968 in Hellmuth Stegers und Karl Howes Der neue Opernführer, mit seiner Musik die „artistische Urkraft der Oper nicht ganz verdecken“ können. Zwei Jahre zuvor hatte Kurt Honolka im Großen Reader’s Digest-Opernführer bemerkt, dass dem Werk „die unmittelbare theatralische Wirkung“ fehle. Noch im 1978 wiederaufgelegten und erneuerten . . .

OF-Stern für „Das Mädchen aus dem Goldenen Westen (La fanciulla del West)“ am Theater Bonn

Nein, ich bin kein Feind des Regie-Theaters, aber es gibt Stücke, die muss man einfach so erzählen, wie sie sind und nicht irgendeinen dramaturgischen Überbau hinzuerfinden. Genau das macht man in Bonn, und es entsteht ein Abend, der sich auf Werk, Figuren und Musik fokussiert und das Publikum zum Jubeln bringt. Exzellente Akteure auf der Bühne, eine hervorragende Leistung im Graben und eine . . .

Wien, Konzert: „Bruckners 8.“, Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti

Die Wiener Musikwelt befindet sich im Bruckner-Muti-Fieber. Und das erscheint allzu verständlich, lässt sich doch ein vergleichbar klanglicher Reichtum in diesem Monumentalwerk des österreichischen Spätromantikers höchst selten vernehmen. Zudem wird hier nahezu priesterlich die Musik mit der großen Gesanglichkeit unter weiten Atembögen zelebriert, die die Wiener Philharmoniker in so . . .

Gelsenkirchen: „Wozzeck“, Alban Berg

Das Musiktheater im Revier eröffnet die neue Intendanz mit einer äußerst radikalen und zugleich raffinierten Neuinterpretation von Alban Bergs Wozzeck. Von Büchner bleibt in der Gelsenkirchener Inszenierung zwar wenig übrig. Dennoch gelingt es ihr, mit Bergs Musik und Libretto Fragen nach der gewalttätigen Animalität der Gesellschaft und nach kollektiver Schuld am Holocaust zu stellen. Die . . .

Essen: „Das Wunder der Heliane“, Erich Wolfgang Korngold (zweite Besprechung)

Ein Tyrann knechtet sein Reich. Im Kerker hält er einen mysteriösen Fremden gefangen, dem das Volk magische Kräfte zuschreibt. Eine junge Frau schleicht sich hinab, verfällt dem Gefangenen und zieht sich vor ihm aus. Der Herrscher kocht vor Eifersucht, sinnt auf Rache… Nein, das ist nicht „Salome“, sondern Erich-Wolfgang Korngolds „Das Wunder der Heliane". – Ein . . .

Buchkritik: „Wahnfried“, Sven Friedrich (zweite Besprechung)

Das Haus ist mehr als ein Museum oder eine Künstlervilla. Man muss sich also nicht darüber wundern, dass im Lauf seiner Geschichte schon mehrere Bücher darüber geschrieben wurden, zumal seit 2015 ein seinerzeit umstrittener Neubau neben dem Altbau steht – kurz vor der Schließung des Hauses kamen die Erinnerungen Manfred Egers, des ersten Museumsdirektors, heraus, der es 1976 eröffnete, . . .