Autor: <span>admin</span>

Zürich: „Aleko, Der geizige Ritter, Francesca da Rimini“, Sergej Rachmaninow

Eigentlich befinden wir uns ja nur im letzten der drei Einakter Sergej Rachmaninows in der Hölle, genauer im ersten und im zweiten Kreis von Dantes INFERNO, in welches Dante persönlich zusammen mit seinem Begleiter, dem römischen Dichter und Philosophen Vergil, hinabsteigt und dort auf Francesca da Rimini trifft, die zusammen mit ihrem Geliebten Paolo und ihrem Ehemann Lanciotto in diesen . . .

Bücherecke: „Reiner Tor und Superstar. Musiktheater als Gottesdienst“

Man könnte es fast als Ritual, zumindest als ritualistisch bezeichnen: dass immer wieder Opern Richard Wagners gespielt werden. In Nürnberg müssten – man darf gespannt sein, wie sich das in der Ersatzspielstätte ausnehmen wird – als Nächstes der Tristan, dann wieder die Meistersinger an der Reihe sein. Ein wenig rituell mutet auch die Tatsache an, dass die Schriftenreihe des . . .

München: „Siegfried“, Richard Wagner

Vorhang auf zum Scherzo. Mit einem rundum gelungenen Siegfried ging Tobias Kratzers im Bühnenbild und den Kostümen von Rainer Sellmaier spielende neue Ring-Produktion, an der in München seit zwei Jahren geschmiedet wird, erfolgreich in die dritte Runde.  Damit ist Kratzer, dem als Mitarbeiter der Regie Matthias Piro zur Seite stand, wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Gekonnt greift . . .

Braunschweig, Ballett: „Romeo und Julia“, Sergei Prokofjew

Mit der neuen Choreografie zu Prokofjews Ballettmusik Romeo und Julia ist dem Braunschweiger Ballettdirektor Gregor Zöllig gemeinsam mit dem Tanzensemble eine dichte Umsetzung des Stoffes gelungen. Geschickte Straffung und Eliminierung einiger Randfiguren des Geschehens halfen dabei; leider verzichtete auch Zöllig – wie die meisten Choreographen seit Cranko – auf den versöhnlichen Epilog . . .

Gütersloh: „Don Chisciotte della Mancia“, Hans Werner Henze

Vor einhundert Jahren, genau am 1. Juli 1926, wurde Hans Werner Henze in Gütersloh geboren, und seine Geburtsstadt würdigt ihn aus diesem Anlass mit einer Retrospektive. Bei verschiedenen Gelegenheiten wurden einige seiner Werke aufgeführt, und Auszüge aus seinem bislang unveröffentlichtem Kubanischem Tagebuch wurden gelesen, umrahmt von zeitgenössischer kubanischer Musik.  Er gehört . . .

Oldenburg: „The Sound of Music“, Richard Rodgers

Kinder und Tiere sind immer eine sichere Bank. Tiere gibt es in dem Musical The Sound of Music von Richard Rodgers zwar nicht, Kinder aber gleich sieben an der Zahl. Es sind die Kinder des verwitweten Barons Georg von Trapp. Sie sind zwischen 5 und 16 Jahren alt und ihr Vater sucht händeringend wieder mal eine Erzieherin (Gouvernante heißt es etwas altmodisch im Stück). Denn alle haben bisher . . .

OF-Stern für „La Bohème“ von Ruggero Leoncavallo am Teatro Regio di Torino

Den Welterfolgen von zwei Komponisten, denen jeweils ein One-Hit-Wonder gelungen ist, ein je unbekanntes Werk zur Seite zu stellen und alle vier Opern im Rahmen eines Festivals zu präsentieren, ist eine geniale Idee des Teatro Regio di Torino. Die Umsetzung von Leoncavallos La Bohème am Ort der Uraufführung von Puccinis gleichnamigen Welterfolg zeigt, dass dem aus Kalabrien stammenden . . .

Gelsenkirchen: „Wozzeck“, Alban Berg (zweite Besprechung)

Der Empfehlung für die Gelsenkirchener Inszenierung des Wozzeck von Alban Berg durch unsere erste Kritik kann ich nur zustimmen. Die musikalische Seite ist fabelhaft. Sogar Matthew Peña als Hauptmann erscheint mir nicht kritikwürdig. Seine leichte, helle und scharfe Stimme passt hervorragend zu seiner Physiognomie wie zu seiner Rollengestaltung als charakterliches Leichtgewicht. Ein Platz im . . .

Düsseldorf, Ballett: „Forsythe / Eyal“, William Forsythe, Sharon Eyal

Mit William Forsythe und Sharon Eyal stehen zwei große Namen der Ballettwelt im Titel des neuen Ballettabends des Ballett am Rhein. Die von Forsythe 1987 für das Ballet de l'Opéra de Paris entwickelte Choreografie In the Middle, Somewhat Elevated und Strong von Sharon Eyal, uraufgeführt am 8. Dezember 2019 in der Berliner Staatsoper Unter den Linden, bilden nicht zuletzt auch durch die . . .

Berlin: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

Wagners Oper als politisch-verquastes Musiktheater um Israel, Holocaust und Deutschlands Schuld – Nach mehreren nicht eben erfolgreichen Neuinszenierungen des Fliegenden Holländers hat man für die jüngste Produktion von Richard Wagners abgründiger Romantischer Oper an der Deutschen Oper Berlin den Schweizer Theaterregisseur Milo Rau engagiert, der für seine politischen, bisweilen . . .

Lüttich: „L’heure espagnole“ /„L’enfant et les sortilèges“, Maurice Ravel

Lieber Opernfreund-Freund, – mit Ravel im Doppelpack beschenkt die Opéra Royal de Wallonie-Liège seit gestern ihre Besucher. Der turbulenten Komödie L’heure espagnole (Die spanische Stunde) stellt die Produktion die tiefgründige Geschichte vom Kind und dem Zauberspuk (L’enfant et les sortilèges) zur Seite. Regisseur Jean-Louis Grinda und dem spielfreudigen Ensemble gelingt damit . . .