Autor: <span>admin</span>

Wien: „L’elisir d’amore (Der Liebestrank)“, Gaetano Donizetti

Unerwartete Hochdramatik – Eine Pointe? In New York liebt er als Tristan bekanntlich unglücklich seine Isolde. Wenig später in Wien jammert er als Nemorino um den Liebestrank ebenjener „Königin Isotta“, um mit seiner Adina glücklich zu werden. – Jeder Opernfreund, der sich ein wenig auskennt, kommt um die Frage nicht herum: Geht das? Kann man Wagners schwierigsten Helden und . . .

Berlin, Konzert: „Mozart, Beethoven“, Staatskapelle unter Zubin Mehta

Happy Birthday, Maestro! – Zubin Mehta, der Grandseigneur unter den Dirigenten, mehr als dreißig Jahre eng mit der Berliner Staatsoper verbunden, seit 2014 ihr Ehrendirigent, ein großer Künstler und Menschenfreund, ein Weltbürger, feierte am 29. April 2026 seinen 90. Geburtstag. Musik und Politik sind für ihn nicht voneinander zu trennen. Selbst im hohen Alter gilt er als . . .

Osnabrück: „Endstation Sehnsucht (A Streetcar Named Desire)“, André Previn

Schallplattensammlern dürfte André Previn (1929-2019) als Dirigent und Pianist für Repertoire der Spätromantik und klassischen Moderne bekannt sein, Kennern als Jazzmusiker und Filmmusik-Komponist und -Arrangeur (was ihm vier Oscars bescherte), und Klatschspaltenlesern als Ehemann der Stargeigerin Anne-Sophie Mutter von 2002 bis 2006. Man kann daraus ablesen, dass er ein musikalisches . . .

Köln: „Die Walküre“, Richard Wagner (dritte Besprechung)

Mit einer rundum gelungenen Walküre ist der neue Kölner Ring des Nibelungen fortgesetzt worden. Für die Inszenierung zeichneten Paul-Georg Dittrich (Regie), Pia Dederichs und Lena Schmid (Bühnenbild) sowie Mona Ulrich (Kostüme) verantwortlich. Diese Produktion hält für alle Geschmäcker etwas bereit und weist sowohl moderne als auch konventionelle Elemente auf. Jedem der drei Aufzüge sind . . .

Bonn: „Der Freischütz“, Carl Maria von Weber (zweite Besprechung)

Alptraum fürs Musiktheater – Der als „Alptraum für Deutschland“ deklarierte Agit-Prop-Abend am Theater Bonn ist am Ende vor allem das: ein Alptraum fürs Musiktheater. Wenige Wochen vor seinem 200. Todestag dürfte sich Carl Maria von Weber noch einmal kräftig im Grab umgedreht haben. Seine 1821 uraufgeführte romantische Oper „Der Freischütz“ wird am Theater Bonn auf dem Altar . . .

Dresden, Konzert: „Weber, Schumann, Brahms“, Yefim Bronfman und die Staatskapelle unter Tugan Sokhiev

Der Dirigent Tugan Sokhiev und der Pianist Yefim Bronfman bestreiten häufig gemeinsame Konzerte. So ist es auch nicht außergewöhnlich, dass die bewundernswerte Kombination der beiden Musiker gelegentlich in Symphoniekonzerten der Sächsischen Staatskapelle zusammen musizieren. Beide Musiker sind zwar in der ehemaligen Sowjetunion geboren, stammen aber nicht nicht aus dem russischen Kernland. . . .

Aachen: „Malina“, Carola Obermüller und Peter Gilbert

Hans Werner Henze bezeichnete „Malina“, den einzigen vollendeten Roman der ihm eng verbundenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann als „Gustav Mahlers Elfte Symphonie.“ Die Bachmanns Gedichten und Prosawerken stets mitschwingende Musikalität scheint Komponisten geradezu einzuladen, sich mit ihren Dichtungen zu beschäftigen. Wobei ein Roman natürlich noch schwierigere Herausforderungen . . .

Bremerhaven: „Die tote Stadt“, Erich Wolfgang Korngold

Korngold schrieb sein 1920 uraufgeführtes Meisterwerk Die tote Stadt im Alter von erst 23 Jahren. Stilistisch steht das Werk zwischen dem Verismo und Richard Strauss: Das üppig besetzte Orchester schwelgt in Klangfarben, die Nähe zu Puccini ist unverkennbar. Die Oper ist insgesamt äußerst melodisch; zwei Nummern sind richtige „Schlager“ geworden: Das gefühlvolle Lied des Pierrot „Mein . . .