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Wien: „Lady Magnesia / Zweimal Alexander“, Mieczysław Weinberg / Bohuslav Martinů

Mit einem Doppelabend über Eifersucht verabschiedet sich die Wiener Kammeroper womöglich nicht nur in die Sommerpause, sondern aus einer Zeit, in der man ihr noch eine Zukunft zutraute. Weinbergs „Lady Magnesia“ und Martinůs „Zweimal Alexander“ erscheinen an diesem Abend wie die letzte Erinnerung daran, wofür dieses Haus stand: für Neugier statt Sicherheit, für das Schräge, . . .

Ulm: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Nürnberg ist überall. Oder anders: „Nürnberg“ kann auch Ulm sein. – Richard Wagners Nürnberg: Es war nie eine reale, sondern stets eine mythische Stadt, eine Kunstprojektion, mit Hans Sachs zu sprechen: Ein Traumbild – gelegentlich auch ein Albtraumbild. Man hat‘s in den letzten Jahrzehnten gesehen, da nicht mehr das einst als „traut“ geltende Abbild eines fantastischen . . .

Ulm: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Dies ist Kay Metzgers dritte Meistersinger-Inszenierung, denn unter anderem schon 1994 gestaltete er als Co-Regisseur von August Everding dieses Werk am Meininger Theater mit. Lediglich dreimal wurden Die Meistersinger von Nürnberg bisher in Ulm aufgeführt – 1899, 1914 und zuletzt 1926. Die Ausstattung ist diesmal aber anders. Zusammen mit Petra Mollerus (Kostüme: Eva-Maria Weber) hat . . .

Bonn: „Die Reise zu Planet 9“, Paolo Madron / Pierangelo Valtinoni

Das Parkett der Oper Bonn war am 2. Juni 2026 voll mit Kindern aus Grundschulen und weiterführenden Schulen, 3. bis 7. Schuljahr, die vermutlich fast alle zum ersten Mal in ihrem Leben in der Oper waren. Die Vormittagsvorstellungen um 11:00 Uhr sind eingerichtet worden, damit ganze Schulklassen mit ihren Lehrern die Oper zusammen besuchen und das Gesehene im Unterricht besprechen können. Anhand . . .

Freiburg: „Europa“, Lars von Trier / Niels Vørsel

Als im Juni 1991 der letzte Film der Europa Trilogie Lars von Triers und seines Autors Niels Vørselals alptraumhafte Parabel im Kino anlief, wurde er gleich als bedeutendes politisches Statement wahrgenommen. Es ist ein dystopischer Entwurf über einen sich selbst perpetuierenden chaotischen Zustand eines Landes, das nach dem Ende des 2. Weltkrieges in seinen nicht überwundenen Traumata, dem . . .

Prag, Konzert: „Verdi: Requiem“, Staatskapelle Dresden unter Daniele Gatti

Mit Daniele Gattis Interpretation von Giuseppe Verdis (1813-1901) Messe da Requiem erlebten wir am 4. Juni 2026 das Gastkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden zum Abschluss des Prager Frühlings 2026 in der Smetana-Konzerthalle in Prag. – Der Konzertsaal befindet sich im Prager Gemeindehaus, dem Obecni dům, einem in den Jahren von 1906 bis 1912 im Jugendstil errichtetem Bau mit . . .

Stuttgart: „Casanova“, Johann Strauss, Ralph Benatzky

Lange ist an der Stuttgarter Staatsoper keine Operette mehr gegeben worden. Umso erfreulicher ist es, dass mit dem bereits in der vergangenen Saison in der Württembergischen Landeshauptstadt neu produzierten Casanova nun ein gänzlich unbekanntes Werk dieser Gattung den Weg auf die Stuttgarter Opernbühne geschafft hat. Gespielt wurde eine extra für die Staatsoper Stuttgart erstellte Fassung. . . .