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Santa Cruz de Tenerife: „Roméo et Juliette“, Charles Gounod

Gehobene Ästhetik – In einer äußerst sehenswerten und nahezu traumhaft schönen, ja gar als opulent zu bezeichnenden Inszenierung des brasilianischen Regisseurs André Heller-Lopes aus Rio de Janeiro, brachte die Ópera de Tenerife in einer Produktion des Auditorio de Tenerife nun eine Neuinszenierung von „Roméo et Juliette“ aus der Feder von Charles Gounod heraus. Heller-Lopes hat . . .

Flensburg: „Dialogues des Carmélites“, Francis Poulenc

Lieber Opernfreund-Freund, – Poulencs grandiose Dialogues des Carmélites hatten gestern am Theater Flensburg Premiere. Fast ausschließlich mit Ensemblemitgliedern besetzt, gelingt Opernchef Hendrik Müller und GMD Harish Shankar ein unter die Haut gehender Opernabend. – Die Hinrichtung von 16 Ordensschwestern am 17. Juli 1794 ist historisch verbürgt. Die Nonnen hatten sich . . .

Berlin: „Belshazzar“, Georg Friedrich Händel

Ihrem erfolgreichen, weil nicht zuletzt abwechslungsreichen Konzept treu geblieben ist die Komische Oper Berlin auch in der sich ihrem Ende zuneigenden Saison (und wird es auch in der kommenden Spielzeit bleiben) mit einem Mammut-Ereignis im Hangar auf dem Tempelhofer Feld, der Uraufführung einer Kinderoper (in der nächsten Saison wegen finanzieller Schwierigkeiten leider nicht möglich), einer . . .

Frankfurt: „Tristan und Isolde“, Richard Wagner

Es ist ein Abend der starken Stimmen. Daß die Frankfurter Stammkräfte ihre Exzellenz demonstrieren würden, hatte man erwartet. Claudia Mahnke gibt wieder mit ihrem glutvollen und höhensicheren Mezzo eine ideale Brangäne. Alleine ihr Wachgesang im zweiten Aufzug ist schon einen Besuch der Vorstellung wert. Auch Andreas Bauer Kanabas wiederholt seine herausragende Premierenleistung als König . . .

Dortmund: „Märchen im Grand-Hotel“, Paul Abraham

Von den NRW-Opernhäusern besitz das Dortmunder Theater die größte Expertise zu Paul Abraham: 2014 gab es hier Roxy und ihr Wunderteam, 2017 folgte Die Blume von Hawaii. Das 1934 in Wien uraufgeführte Märchen im Grand-Hotel erlebte erst 2017 seine semi-konzertante Wiederaufführung an der Komischen Oper in Berlin und kam 2018 inszeniert auf die Bühne des Mainzer Staatstheaters. Mittlerweile . . .

Buchkritik: „Aufgehobene Revolution. Annäherungen an Richard Wagners Ring“, Laurenz Lütteken (zweite Besprechung)

Schon das Foto auf dem Cover zeigt, wo es hingeht. Da sieht man, ausgeschnitten aus einer Inszenierung von 2020, die drei Nornen auf dem Felsen das Seil schwingen. Wir wissen: Mit dem Wissen hat es ein Ende – doch das Drama fängt danach, nach dem Vorspiel, erst an. – Es ist dies eine jener Wagnerschen Paradoxien: dass ein Drama dort behauptet wird, wo es in Wahrheit Epos ist und auf . . .

Bonn: „Otello“, Giuseppe Verdi (zweite Besprechung)

So vielschichtig Shakespeares Tragödie angelegt ist, so überwältigend stark präsentiert sich Giuseppe Verdis musikalische Umsetzung des Otello. Egal, welche Fassette des psychisch aus dem Gleichgewicht geratenen Titelhelden und welches Problem der Handlung man in den Mittelpunkt stellt: Mit einer starken musikalischen Ausführung und einer nicht gerade absurd entgleisenden Inszenierung ist . . .

Dresden: „Parsifal“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Parsifal als superkatholisches, spektakelhaftes Kirchen-Weihfestspiel – Fast vier Jahrzehnte nach der letzten Dresdner Neuinszenierung hob sich der Vorhang für eine neue Parsifal-Produktion in der Semperoper Dresden. Unter der musikalischen Leitung von Daniele Gatti feierte Wagners ‚Bühnenweihfestspiel‘ seine mit Spannung erwartete Premiere. Floris Visser gibt mit seiner Regiearbeit . . .

Detmold: „Das schlaue Füchslein“, Leoš Janáček (zweite Besprechung)

Lieber Opernfreund-Freund, – märchenhaft geht es derzeit am Landestheater in Detmold zu. Das schlaue Füchslein von Leoš Janáček tobt mit seinen Spielgefährten über die dortige Bühne. In der herzigen Lesart von Regisseur Lars Marcel Braun darf das Werk ganz und gar bilderbuchartige Geschichte bleiben.   – Erzählt wird von einer jungen Füchsin, die vom Förster . . .

Berlin, Ballett: „Nurejew“, Kirill Serebrennikov

Im 20. Jahrhundert gab es zwei Tanzgötter - Vaslav Nijinsky in der ersten Hälfte und Rudolf Nurejew in der zweiten. Während von Ersterem außer einigen Fotos und Kostümen kaum Zeugnisse existieren und sich eher Legenden um das Schicksal und die Kunst des Tänzers ranken, sind Leben und Schaffen Nurejews in vielen Büchern, Abbildungen und Videos dokumentiert. Es ist kein Geheimnis, dass ihm . . .

Wuppertal: „Götterdämmerung“, Richard Wagner (konzertant)

Strahlende Sonne, blauer Himmel, festlich gekleidetes Publikum am frühen Sonntagnachmittag vor der Stadthalle: das hatte Festspielcharakter. Der 3. und letzte Tag, die Götterdämmerung steht bevor und bricht in der Halle los mit drei erhabenen Akkorden des sehr großen Orchesters. Die Celli wogten und die drei Nornen (Deniz Uzun, Edith Grossmann Sofia Fomina) nordische Schicksalsgöttinnen mit . . .

Hildesheim: „Rigoletto“, Giuseppe Verdi

Warum nur müssen Regisseure immer wieder Opern-Libretti auf den Kopf stellen? Dass Gilda Opfer eines patriarchalen Systems ist, das sie von klein auf isoliert und ihr jede Form von Selbstbestimmung nimmt, wie Regisseurin Shira Zsofia Szabady ineinem Interview vor der Premiere ausführt, ist gut nachvollziehbar, weil dies ja auch dem Libretto entspricht. Ebenso kann man die Deutung verstehen, . . .