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Stuttgart: „La Sonnambula“, Vincenzo Bellini

Seit einiger Zeit steht an der Staatsoper Stuttgart Bellinis Oper La Sonnambula wieder auf dem Spielplan. Die Inszenierung, für die Jossi Wieler (Regie), Sergio Morabito (Co-Regie und Dramaturgie) und Anna Viehbrock (Bühnenbild und Kostüme) verantwortlich zeichnen, ist eine der besten, die das Staatstheater Stuttgart derzeit zu bieten hat. Dem Regieteam ist eine stringente, innovative und . . .

Baden-Baden, Konzert: „Händel, Vivaldi“, Chouchane Siranossian und das Venice Baroque Orchestra unter Andrea Marcon

Frühlings Erwachen mit Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi. Große Kunst musiziert von großen Künstlern. Ein Konzertabend, der beschwingt und mit seiner Leichtigkeit beeindruckt. Es spielt ein Orchester im Stehen auf der Bühne, umringt das Cembalo und seinen Meister und Dirigenten. Alle Musiker sind Streicher, blicken einander immer wieder mit einem Lächeln an, das Lob für die . . .

Wien: „L’opera seria “, Florian Leopold Gassmann

Der Komponist Florian Leopold Gassmann (1729-74) büxte in jungen Jahren aus dem elterlichen Haus in Böhmen, um in Italien zum Musiker ausgebildet zu werden, von wo aus er schließlich an den Wiener Kaiserhof Joseph II. gelangte. Mit im Schlepptau hatte er keinen Geringeren als Antonio Salieri. Mit einer komischen Oper, die sich über die „ernste“ Oper lustig macht, gewann Gassmann 1769 . . .

Dresden, Konzert: „Mahler: Kindertotenlieder, 7. Symphonie“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Mit den Kindertotenliedern schloss Daniele Gatti und die Dresdner Staatskapelle im siebten Symphoniekonzert ihre Beschäftigung mit dem Liedschaffen Gustav Mahlers (1860-1911) innerhalb des derzeitigen Zyklus ab. – Am Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Mahler aus den etwa 6000 veröffentlichten Gedichten des Begründers der deutschen Orientalistik Friedrich Rückert (1788-1866) zunächst . . .

Berlin: „Das schlaue Füchslein“, Leoš Janáček

Fuchs im Tutu – Eine wahrlich fuchsverliebte Stadt ist Berlin, wo man nicht nur abends aus der Oper kommend oder morgens mit dem Hund Gassi gehend auf einen der rotschwänzigen Burschen trifft, sondern wo ein solcher seinen anerkannten festen Wohnsitz im Park von Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, hat und ein anderer pünktlich nach Marktschluss am Maybachufer kontrolliert, . . .

Lüttich: „Pique Dame“, Peter Tschaikowsky

Lieber Opernfreund-Freund, – Tschaikowskys Pique Dame hat sich in den vergangenen Jahren ihren Platz auf den europäischen Spielplänen zurückerobert. Im belgischen Lüttich hatte sie gestern unter der Regie von Marie Lambert-Le Bihan ihre umjubelte Premiere vor voll besetztem Haus. – Pikovaïa dama ist nach Eugen Onegin und Mazeppa die dritte und letzte von Tschaikowskys Opern, . . .

Mainz: „Der Kaiser von Atlantis“, Viktor Ullmann

Wie wenige Werke des neueren Musiktheaters ist Viktor Ullmanns Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung mit den Umständen ihrer Entstehung verknüpft. Der Komponist schrieb sie 1943 bis 1944 und war ebenso wie der Autor des Librettos, Peter Kien, im Konzentrationslager Theresienstadt (das Wort „Ghetto“ wäre hier verharmlosend) interniert. Es diente als Vorzeige-Lager der . . .

Pionteks Bayreuth: „Smooth Jazz Wagner“, Anna Hajduk-Rynkowicz, Maria Michoń

Wagner und Jazz, geht das? Und ob! 1964 gab Stan Kenton sein Wagner-Album heraus, ein Monument des Progessive Jazz. Im Wagner-Jubeljahr legte der Drummer Eric Schaefer mit Who is afraid of Richard W.? eine beeindruckende Variationsfolge über Motive aus Wagners Opern vor. Insofern ist der Programmtitel Smooth Jazz Wagner alles andere als abwegig; schließlich kann man ja auch, wovon der neueste . . .

Frankfurt: „Die Passagierin“, Mieczysław Weinberg

Als die Oper Frankfurt im März 2015 Die Passagierin herausbrachte, war es gerade fünf Jahre her, daß das bereits 1968 vollendete Stück bei den Bregenzer Festspielen seine späte Uraufführung erlebt hatte. Es war nach dem Staatstheater Karlsruhe 2013 überhaupt erst die dritte Inszenierung dieser ungewöhnlichen Auschwitz-Oper. Die Frankfurter Produktion wurde als Gastspiel bei den Wiener . . .

Stuttgart: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Thematisch-szenische Überfrachtung – Mit der Neuinszenierung der Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner an der Staatsoper Stuttgart in der Regie von Elisabeth Stöppler wurde wieder einmal versucht, so viel gesellschaftskritische Überlegungen in das Werk hineinzubringen, ja regelrecht hineinzupferchen, wie nur eben möglich. Dieses „Regiekonzept“ mit dem Bühnenbild von . . .