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Baden Baden, Konzert: „Tschaikowsky, Rachmaninow“, Liederabend

Asmik Grigorian: Diva oder Primadonna? Ausdruck von Stärke, Selbstbestimmung und Erfolg oder erfolgreich gefeierte Sängerin? – Seit geraumer Zeit ist die Sängerin zur bête noir geworden. Einen Himmelsplatz behauptet sie nur noch im Weltreich der Pop-Musik. Erfolgreiche Frauen der Opernbühne präsentieren sich heute lieber down to earth als abgehoben. Und doch: Asmik Grigorian ist die . . .

Karlsruhe: „Lohengrin“, Richard Wagner (Zweite Kritik)

Eine der bemerkenswertesten Neuproduktionen dieser Spielzeit ist Wagners Lohengrin am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Lange hat man nicht mehr eine so gute szenische Realisation von Wagners romantischer Oper gesehen. Dem Inszenierungsteam um Manuel Schmitt (Regie), Julius Theodor Semmelmann (Bühnenbild) und Carola Volles (Kostüme) gelang es, das Werk geschickt zu modernisieren, ohne dabei . . .

Piacenza: „Cronaca di un amore -Callas e Pasolini“, Davide Tramontano

Cristina Ferrari, die wegen ihrer Besetzungspolitik trotz schwieriger Finanzlage immer wieder zu preisende Leiterin des Hauses, hat in Koproduktion mit der Fondazione Haydn von Trient und Bozen und dem Teatro Comunale Bologna ein neues Werk in Auftrag gegeben. Ist diese Tatsache an sich schon positiv zu bewerten, so erfreut es auch, dass der Kompositionsauftrag an einen 26-Jährigen ging. Davide . . .

Bonn, Konzert: „Matthäus-Passion“, Beethoven Orchester unter Attilio Cremonesi

Sein 5. Freitagskonzert in der Spielzeit am Karfreitag, dem 3. April 2026 spielte das Beethoven Orchester Bonn in seiner neuen alten Heimatspielstätte, der frisch renovierten Beethovenhalle. Man hatte den ausgewiesenen Barockexperten Attilio Cremonesi als Dirigent gewonnen, der mit dem Beethoven Orchester, dem Philharmonischen Chor Bonn und einem erlesenen Solistenensemble eine spannende Passion . . .

Feuilleton: „Ostern: Religiöser bzw. kultureller Hintergrund – Osterbräuche – Ostermusiken“

Ostern (das Wort spielt an auf eine germanische Licht- und Frühlingsgöttin) beginnt eigentlich am Aschermittwoch, denn dieser Tag ist der Auftakt der vorösterlichen Fastenzeit, einer vierzigtägigen Vorbereitung auf das längste christliche Fest, dessen erster trauriger Höhepunkt Christi Sterben ist. Deshalb müssen die reuigen Sünder ihr Haupt mit Asche bestreuen und sich mit einer . . .

Wiesbaden: „Die Vögel“, Walter Braunfels

Kein Geringerer als Bruno Walter dirigierte die Uraufführung am Nationaltheater München im Jahr 1920 und gab sich auch Jahre später in seinen Memoiren von der Qualität des Stückes überzeugt. Der Musikwissenschaftler Alfred Einstein stellte Die Vögel von Walter Braunfels in eine Reihe mit Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos und Die Frau ohne Schatten und verglich sie gar mit Wagners . . .

Köln: „Spielzeit 2026/27“, Bericht von der Präsentation

Intendant Hein Mulders, Dramaturgin Svenja Gottsmann und Stephan Steinmetz stellten letztmalig, wie Kölns Chefdramaturg in seiner Begrüßung hervorhob, im Staatenhaus, der langjährigen Interimsspielstätte der Kölner Oper, das Opernprogramm für die Spielzeit 2026/27 vor. Denn die Wiederöffnung des Hauses am Offenbachplatz sei nun endgültig gesichert. Mit einem großen Bürgerfest würden . . .

Köln: „Die Walküre“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Die Kölner Neuinszenierung der Tetralogie Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner hat mit der Walküre ihre Halbzeit erreicht. Beim Publikum stieß Regisseur Paul-Georg Dittrich mit seinen zum Teil diskutablen, zum Teil fragwürdigen Ansätzen auf geteilte Reaktionen. Ob sich sein Konzept in den beiden ausstehenden Teilen des Rings, Siegfried und Götterdämmerung, noch überzeugend runden . . .

CD: „Parsifal auf zwei Klavieren“, Christiane Behn / Emiliano Ramniceanu

Kann man Wagner für das Klavier bearbeiten? Man kann – aber gelingt es so, dass man den Eindruck hat: Das genau ist Wagner? – Es gelingt – und es gelingt nicht, denn es liegt in der Natur der Sache, dass ein Perkussionsinstrument zumal Wagners späte Farbmagie nicht 1:1 zu reproduzieren vermag. Die Zahl der berühmten und unbekannt gebliebenen Klavier-Transkripteure ist zwischen . . .

Interview: „The Wagner Cycles: Der Ring, historisch informiert“, Prof. Dr. Thomas Seedorf

Interview mit dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Seedorf über seine Mitwirkung am Projekt  „The Wagner Cycles“ – Prof. Dr. Thomas Seedorf war nach Studium und Promotion an der Hochschule für Musik und Theater Hannover ab 1988 am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Freiburg tätig. Seit dem Wintersemester 2006/07 lehrt er als Professor für Musikwissenschaft an . . .

Stuttgart: „Dialogues des Carmélites“, Francis Poulenc

Auf einem historischen Ereignis beruht Francis Poulencs Oper Dialogues des Carmélites. Am 17. Juli 1794, gerade mal zehn Tage vor dem Sturz Robespierres, erlitten sechzehn vom Pariser Revolutionstribunal wegen konterrevolutionärer Umtriebe zum Tode verurteilte Karmeliterinnen auf dem Place de la Revolution einen gewaltsamen Tod unter der Guillotine. Poulenc knüpft mit seinem Werk an Gertrud . . .

– Eilmeldung – „Durchbruch in der Probenarbeit: Tenöre hören erstmals zu“

Was sich gestern in einem mitteleuropäischen Opernhaus ereignete, wird bereits jetzt als Wendepunkt der Aufführungsgeschichte bezeichnet: Ein Tenor hat während einer Probe auf Anweisungen reagiert. Augenzeugen berichten übereinstimmend, dass der Sänger nach einer Bemerkung des Dirigenten tatsächlich innehielt, nachfragte und anschließend etwas anders sang. „Zunächst dachten wir an einen . . .