Reisebilanz IV: Tops und Flops der „Saison 2025/26“
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Sie heißt Hlengiwe Mkhwanazi. In Coburg ist sie eine Adina, die die vielfältig deutbare, psychologisch durchaus vielfältige Geschichte von Nemorino und seiner Angebeteten auf denkbar menschliche Weise auf die Beine stellt – womit noch nicht einmal ihre stimmlichen Kompetenzen genannt sind; eine Adina zu singen bedeutet ja nicht allein, eine scheinbar kapriziöse und schließlich zur . . .
Was zeichnet eine gelungene Salome-Aufführung aus? Eine hervorragende Sängerin / Darstellerin der Salome. In Coburg gelang es. – In Coburgs Ersatzbau, dem Globe, steht mit Flurina Stucki eine Herodiastochter und Höllenrose auf der Bühne, die der Hauptsache – der stimmlichen Anforderung – in Allem so gewachsen ist, dass Fragen betr. möglicher szenischer Schwächen (auch in Coburg . . .
Das Wichtigste zuerst, eine Frage: Gibt es ein in den letzten – na, sagen wir: 20 Jahren uraufgeführtes Musical, das es an Melodienreichtum und musikalischer Wertigkeit mit dem Klassiker My Fair Lady aufnehmen kann? Gibt es überhaupt ein modernes Musical, das so reich an Schlagern ist wie My Fair Lady, in dem dem ausnahmslos jede Nummer – also jede Nummer – zum unsterblichen Ohrwurm . . .
Sie sind so etwas wie ein Traumpaar der Oper: Mimi und Rodolfo. Wohl und Wehe einer Bohème-Aufführung hängen weniger von irgendwelchen Regiekonzepten oder Ausstattungsorgien, nicht von der Wandfarbe, sondern von den Sängerinnen und Sängern der Hauptrollen ab – wobei auch die Interpretinnen und Interpreten der Musetta und der drei Bohème-Freunde, genau betrachtet, keine mehr oder weniger . . .
Venedig glänzt – die Schneekugel muss nur geschüttelt werden. Man kann auch auf einem Dachboden voller Erinnerungsstücke sitzen und sich in eine Vergangenheit hineinträumen, die man nie erlebt hat. – Eine Nacht in Venedig, ein sogenanntes „Traumstück“ von Johann Strauss Sohn – „Traumstück“ deshalb, weil es so viele traumhaft schöne Melodien enthält –, birgt in . . .
Die letzte Reisebilanz kommt im Norden nicht weiter als bis nach Kassel, im Süden dafür nach Venedig, im Osten sogar nach Tschechien, und berücksichtigt obendrein eine Fülle von kleinen Theatern, die in der zurückliegenden Saison Beachtliches geleistet haben. – . . .
Die Frage ist ja immer: Wie macht sich die Küsterin? Nicht, dass die Oper auch Die Küsterin heißen könnte; es ist schon richtig, dass „ihre Ziehtochter“ im Mittelpunkt des Geschehens steht, auch wenn sie, wie Wolfram Goertz einmal angemerkt hat, „die passivste Heldin ist, die es je in die Großbuchstaben des Titels eines Opernplakats schaffte“. Denn sie, die Ziehtochter, vollbringt am . . .
Am Vorabend stand das letzte Mal die aktuelle Inszenierung der Salome auf dem Programm des Theaters Plauen-Zwickau. Am Ostersonntag konnte man dann im Landestheater Coburg zum vorerst letzten Mal Puccinis Trittico bewundern. Warum bringt der Rezensent beide Aufführungen bzw. Werke miteinander in Verbindung? Weil im Jahre 1937 im Covent Garden Theatre in London sowohl Salome als auch Gianni . . .
Man merkt die dramaturgische Absicht und ist verstimmt – Noch immer stören sie: die sog. Besucher. Ganz zuletzt erscheint sogar ein „Besucher“ aus dem All – als offenkundiges Zitat des Populär-Mythos der Aliens von Roswell. Das macht die Sache auch nicht besser. – Die Sache: das ist der letzte Teil der Coburger Götterdämmerung. 2019 kam das Rheingold heraus, nun endlich . . .
Manchmal können unglückliche Situationen zu etwas durchaus Glückhaftem führen. Wäre also der Hauptdarsteller und -sänger des neuen Coburger „Siegfried“ nicht außer Stande gewesen, die bekanntlich sehr fordernde Schlussszene zu singen, und wäre nicht Zoltán Nyáry oder genauer: Nyáry Zoltán, eingesprungen, um, durchaus stimmig, neben dem stummen Sänger zu stehen, wäre die . . .
Premiere: 18.4. 2022. Besuchte Vorstellung: 6.6. 2022 – Schroff und sehr, ja ungewöhnlich akzentuiert klingen die Streicher mit ihren detonierenden Spitzen in den Raum hinein. Das stürmende Vorspiel lässt keinen Zweifel darüber, dass es zur Sache geht – kein Wunder: wir sitzen in Coburg, einem kleinen Haus, in dem die Nachhallzeit so kurz ist, dass ein halbes Hundert Musiker in einem . . .
Premiere: 02.10.2021 – Auch ernste Themen finden Platz in einem Musical – Ein Vorurteil, welches dem Musical immer wieder angelastet wird, ist oftmals, dass es vor allem um seichte Unterhaltung, Tanz und einer Menge guter Laune geht. In vielen Stücken ist dies sicher auch richtig und im Übrigen gar nicht verwerflich. Doch das Genre bietet so viel mehr. Dies bewiesen u. a. auch . . .
Premiere: 29.9. 2019. Besuchte Vorstellung: 9.1. 2020 – Die Frage war, glaube ich, nicht ob, sondern wie sie es schaffen: Wagners „Vorabend“ so auf die Bühne und in den Orchestergraben zu bringen, dass er klingt. Das Landestheater Coburg hat es, nach 55 „Ring“losen Jahren, tatsächlich geschafft – das „Rheingold“ klingt ungefähr so, wie man es gewohnt ist, und wo es leicht . . .
DIE STUMME SERENADE – Premiere: 25.02.2017 – besuchte Vorstellung: 19.03.2017 – Filmreife Ausgrabung mit dem OPERNFREUND-Stern bewertet – Lieber Opernfreund-Freund, – regelrecht begeistert darf ich Ihnen von der Korngold-Rarität berichten, die derzeit am Landestheater Coburg zu sehen ist. Seine lange vergessene Operette „Die stumme Serenade“ hatte dort bereits . . .