Dresden: „Der Ring des Nibelungen“, Richard Wagner

Dresden: „Der Ring des Nibelungen“, Richard Wagner

Neben einer Zyklus-Aufführung im Premierenjahr der „Götterdämmerung“ 2003 und dem ersten Zyklus 2023 konnten wir die von uns geschätzte Ring-Inszenierung von Willy Decker bereits mehrfach, nur zum Teil als Komplettwerk, mit der Musikalischen Leitung Christian Thielemanns erleben. Als der Chefdirigent der Semperoper im Zeitraum vom 29. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018  fünf  . . .

Frankfurt: „Orlando“, Georg Friedrich Händel

Frankfurt: „Orlando“, Georg Friedrich Händel

Sie haben genug davon, die „Probleme unserer Zeit“ in einer Barock-Oper gespiegelt zu bekommen? Sie wollen gar nicht wissen, ob ein 290 Jahre altes Stück „brennend aktuell“ sein kann? Sie brauchen mal eine Pause von den vielen Verlegungen der Entstehungs- oder Handlungsszeit in Was-auch-immer-für-eine-Epoche? Möchten weder eine „Übermalung“ sehen, noch der „Freilegung von  . . .

Bonn: „Agrippina“, Georg Friedrich Händel

Bonn: „Agrippina“, Georg Friedrich Händel

Bereits im Juni 2021 war Leonardo Muscatos Inszenierung von Georg Friedrich Händels „Agrippina“ als Stream zu erleben, nun kommt die Produktion auf die Bühne des Bonner Opernhauses und entpuppt als großer Wurf. Solch eine unterhaltsame Händel-Inszenierung hat man seit Stefan Herheims „Xerxes“ nicht mehr gesehen. In dieser Oper spielen zwar gleich drei römische Kaiser mit, aber  . . .

Barcelona: „Tosca“, Giacomo Puccini

Barcelona: „Tosca“, Giacomo Puccini

Auswirkung unbegrenzter Macht in Namen der Gottesfurcht – In einer Koproduktion mit dem Théâtre Royal de la Monnaie, dem Teatro de la Maestranza y Salas del Arsenal Sevilla und dem Opéra Orchestre National Montpellier brachte das ehrwürdige und prachtvolle Gran Teatre del Liceu Barcelona im Januar eine Serie von 15 (!) „Tosca“-Aufführungen heraus, die mit den 2.286 Sitzplätzen –  . . .

Salzburg: „La finta giardiniera“, Wolfgang Amadeus Mozart

Salzburg: „La finta giardiniera“, Wolfgang Amadeus Mozart

Je mehr ich über Mozarts „Dramma giocoso“ La finta giardiniera, KV 196 nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass die Musik und das Libretto eine Mischung aus Ironie und Aufrichtigkeit widerspiegeln, wie sie im achtzehnten Jahrhundert üblich war. Keine der Situationen ist für bare Münze zu nehmen, und doch kommen gleichzeitig echte, tiefe Gefühle zum Ausdruck. Das Libretto, das  . . .

Frankfurt, Konzert: „Royal Philharmonic Orchestra“ unter Vasily Petrenko

Frankfurt, Konzert: „Royal Philharmonic Orchestra“ unter Vasily Petrenko

Gut vier Jahre ist es hier, dass das Royal Philharmonic Orchestra in der Alten Oper zu Gast war. Nun war es endlich wieder soweit und Englands Nobel-Orchester präsentierte sich mit seinem neuen Chef-Dirigenten Vasily Petrenko in Frankfurt. Schon Aristophanes, Dichter im antiken G  . . .

Mailand: „Liederabende“ von Markus Werba und Renée Fleming

Mailand: „Liederabende“ von Markus Werba und Renée Fleming

Einen schönen Liederabend gab es am 8.1., als Markus Werba Schuberts "Winterreise" interpretierte. Der Künstler hat offenbar einen direkten Zugang zu diesem Meisterwerk, der es ihm ermöglicht, den Liedern eine Spontaneität zu verleihen, als würde ihm Wilhelm Müllers Text als sein eigener in dem Moment einfallen, in dem er mit dem jeweiligen Stück beginnt. Damit gelangen ihm die Lieder, die  . . .

Bremen: „Ariadne auf Naxos“, Richard Strauss

Bremen: „Ariadne auf Naxos“, Richard Strauss

Die Oper Ariadne auf Naxos von Richard Strauss ist nicht nur ein Stück über das Theater, über Künstler und Primadonnen, sogar über das Verhältnis von Kunst und Geld, sondern betritt auch den schmalen Grat zwi­schen antikem Opernstoff und Commedia dell’arte. Die vom Libretti­sten Hugo von Hofmannsthal kunstvoll gehaltene Balance und gegen­seitige Durchdringung dieser beiden Welten  . . .

Nürnberg: „Goldberg“, Ballett von Goyo Montero

Nürnberg: „Goldberg“, Ballett von Goyo Montero

Abstrakt? Ein abstraktes Ballett. Kann ein (Tanz-)Theater zumal von Goyo Montero, der sich so gut auf die Menschendarstellung versteht, „abstrakt“, also nur dem Verstand oder in der Einbildungskraft zugänglich sein? Natürlich kann ein Theater nicht abstrakt sein – aber die neue Produktion des Nürnberger Compagniedirektors ist sicher das Abstrakteste, das er je für Nürnberg geschaffen  . . .

Berlin: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Berlin: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Nanu, gibt es denn noch eine dritte Fassung von Verdis Oper Simon Boccanegra nach der von 1857 und der weitaus erfolgreicheren und zumeist gespielten von 1881? Es scheint so zu sein, wenn man den landauf landein verbreiteten Ausführungen von Regisseur Vasily Barkhatov Glauben schenken kann, der das Stück gerade an der Deutschen Oper inszeniert hat. Da war nämlich im Vorfeld immer wieder die  . . .

OF-Schnuppe: „Simon Boccanegra“ – Buh-Orkan in Essen

OF-Schnuppe: „Simon Boccanegra“ – Buh-Orkan in Essen

Leider mal wieder eine Schnuppe für Essen. Wenn Sie auf den alten Opernfreund klicken, finden sich allein in den letzten Jahren fünf Schnuppen für Essen! Möchte man so das Theater wieder füllen? Ein Theater, welches unter Intendant Stefan Soltesz einst Weltrang besaß und nun wieder zur Provinzbühne degeneriert ist.Unser Kritiker schreibt: „Pure Langeweile, die mit ein paar Klischees des  . . .

Essen: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Essen: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Wenn in Giuseppe Verdis düsterster Oper im Publikum gelacht wird, dann stimmt etwas nicht, mag man denken.  Gestern feierte „Simon Boccanegra“ am Essener Aalto-Theater Premiere und fiel, nicht mit Gelächter, aber mit lautem Buh-Sturm (die ersten Buhs gab es bereits zur Pause) beim Publikum durch. Grund für diese Unmutsbekundungen war, was das Kreativteam aus dem Abend machte, während  . . .

Mailand: „Salome“, Richard Strauss

Mailand: „Salome“, Richard Strauss

Die Neuproduktion der Oper von Richard Strauss konnte 2021 wegen der Pandemie nicht vor Publikum über die Bühne gehen und war nur einigen ausgewählten Journalisten während der Aufzeichnung für ein Streaming gezeigt worden. Nun konnte sie unter normalen Bedingungen gespielt werden (bei der erwähnten Aufzeichnung waren Orchester und Dirigent ja im Parkett platziert gewesen). Der Eindruck, den  . . .

Lübeck: „Die Hochzeit des Figaro“, Wolfgang Amadeus Mozart

Lübeck: „Die Hochzeit des Figaro“, Wolfgang Amadeus Mozart

Das Adjektiv „toll“ im Titel „La Folle Journée ou le Mariage de Figaro“ („Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro“) des Schauspiels von Beaumarchais, das Mozarts „Le nozze di Figaro“ zugrunde liegt, kannten unsere Eltern noch als gleichbedeutend mit „verrückt“. Daß der Lübecker „Figaro“ in unserem heutigen Verständnis nur „toll“ gewesen sei, wäre eine  . . .

Frankfurt, Konzert: „Academia di Santa Cecilia“ unter Antonio Pappano

Frankfurt, Konzert: „Academia di Santa Cecilia“ unter Antonio Pappano

1918 wurde die bis heute beliebteste Sinfonie von Sergej Prokofjev uraufgeführt. Dieser kurze sinfonische Edelstein erhielt den Beinamen „Symphonie Classique“. Joseph Haydn war bei diesem Werk die zentrale Inspiration, aber auch Mozart und Tschaikowsky flossen stilistisch mit ein. Heiter und vital im Tonfall stellt dieses Werk durchaus hohe Ansprüche an die spielerische Qualität eines  . . .