Am 3. März 2024 wurde an der Staatsoper Stuttgart mit immensem Erfolg Bernhard Langs neue, etwas über anderthalb Stunden lange Oper Dora aus der Taufe gehoben. Das eine Anspielung auf historische und mythologische Stoffe darstellende Libretto stammt aus der Feder von Frank Witzel. Die Ur-Aufführung war dermaßen erfolgreich, dass die Kritiker der Fachzeitschrift Opernwelt sie zur Uraufführung des Jahres 2024 kürten. Bereits vorher wurde ihr die Auszeichnung mit dem Opernfreund-Stern zuteil. Jetzt erlebte Dora in der Württembergischen Landeshauptstadt ihre sensationelle, von dem zahlreich erschienenen Publikum widerspruchslos und mit großer Begeisterung aufgenommene Wiederaufnahme.
Auch dieses Jahr hat die Stuttgarter Staatsoper in seinen Foyers im Voraus wieder eine Plakatkampagne mit der Frage Who the Hell ist Dora? gestartet. Diese Frage wird in dem äußerst informativen, sehr lesenswerten Programmheft gleich mehrmals beantwortet. Das gesamte Leitungsteam hat dazu Stellung genommen: Für den Textdichter Frank Witzel ist Dora eine junge Frau, die in dieser Situation einen Weg sucht, ohne genau zu wissen, was sie will (Programmheft S. 17). Komponist Bernhard Lang sieht in ihr eine Stimme. Eine Stimme, die aus einer Zeit heraus spricht und damit eine Spiegelung dessen ist, was sie umgibt (Programmheft S. 17). Regisseurin Elisabeth Stöppler interpretiert sie als Leerstelle…, eine sehr wortgewaltige und pulsierende Leerstelle (Programmheft S. 40). Bühnen – und Kostümbildner Valentin Köhler sieht in ihr eher einen Zustand als eine Figur (Programmheft S. 41). Und Stückdramaturg Miron Hakenbeck empfindet sie als schwarzes Loch…, eine unglaubliche Gravitation, die alles aufsaugt (Programmheft S. 40). Hier handelt es sich um durchaus einleuchtende Interpretationen der Titelfigur.

Meiner Ansicht nach stellt Dora eine Art weiblichen Faust dar, der getrieben ist von einer gänzlichen Ziel- und Perspektivlosigkeit. Sie ist eine nach dem Sinn des Lebens suchende Frau Mitte zwanzig ohne tiefschürfende Optionen, die sich aus ihrer verhassten kleinbürgerlichen und von innerer Leere und Gleichgültigkeit geprägten Umwelt sowie der langweiligen Familie heraussehnt und aus dieser Intention heraus zu guter Letzt sogar den Teufel anruft. Als dieser schließlich tatsächlich erscheint, erkennt sie den als modernen Beamten in schwarzem Anzug und mit Aktentasche auftretenden Herrn der Hölle nicht. Durch diese Kostümierung rutscht der Teufel nicht in ein traditionelles Klischee ab, sondern wird auch für unsere Gegenwart glaubhaft. Er ist eine fiktive Figur, ein religiöses Überbleibsel aus einer Welt, die der Feministin Dora fremd ist (so Stückdramaturg Miron Hakenbeck). Im letzten Akt erscheint der Teufel in Gustaf Gründgens‘ Mephisto-Kostüm und wird nun von Dora endlich als solcher erkannt. Hier wie da vermag er Dora, deren Lebensperspektiven gänzlich gescheitert sind, aber Nichts zu geben. Er befindet sich in einer ausgemachten Identitätskrise. Die Menschen nehmen ihn nicht mehr wahr, weswegen er seine Funktion eingebüßt hat. Das hindert ihn allerdings nicht, maliziöse Handlungen vorzunehmen. So treibt er durch Verleumdungen den in Dora heimlich verliebten Landratsamt-Sekretär Berthold in den versuchten Selbstmord. Nach dem Scheitern seines Suizids landet Berthold im Rollstuhl und befindet sich ab jetzt in einer geistig sehr instabilen Lage. Die Aufforderung des Teufels im fünften Akt, zuerst Berthold und dann sich selbst von der Klippe zu stürzen, weist Dora vehement zurück. Das von ihr unwissentlich ins Spiel gebrachte und sowohl von dem Teufel als auch von Berthold aufgenommene Sondern ist der springende, philosophisch angehauchte Punkt des Ganzen. Dem Teufel gelingt es nicht, Dora zu seiner Idee des Bösen zu bekehren. Auf der ganzen Linie gescheitert zieht er ab. Dora weiß mit ihm ebenso wenig anzufangen wie mit den Einflüsterungen des Antiken Chores. Dieser Chor hat wie in der Antike die Funktion eines Kommentators. Er stellt Fragen und bewertet das Geschehene. In ihm vereinigt sich das gesamte kulturelle Erbe der Menschheit. Bereitwillig erteilt er Ratschläge zur Lösung der aufgetauchten Konflikte, nur um am Ende gleich Dora ratlos und überfordert dazustehen.
Bernhard Lang hat eine ungemein eindrucksvolle Komposition geschaffen. Zu Beginn und am Ende des Werkes ertönt aus den Logen des ersten Ranges das imposante Schlagwerk – ein unmissverständlicher Hinweis darauf, mit welcher Kraft und Energie im Folgenden die Handlung vor den Augen und Ohren der Zuschauer ausgebreitet werden wird. Auch symbolisiert das Schlagwerk die ausgeprägte Energie Doras. Gekonnt setzen Lang und Witzel sie mit so mancher Opern-Heroine der Vergangenheit gleich, so beispielsweise mit Brünnhilde und Elektra. Daher rührt Langs ausgeprägtes Spiel mit Zitaten aus der Musikgeschichte, die durch Synthesizer-Klänge verfremdet werden.

Bereits ganz am Anfang ertönt ein Zitat aus Wagners Götterdämmerung, und zwar die einleitenden Akkorde der drei Nornen des Vorspiels. Wie dort das Schicksalsseil reißt, lässt Lang auch hier den zeitlichen Faden für Dora reißen. Am Ende der Oper erklingt zu einem sehr ergreifenden, in hohem Maße philosophisch angehauchten Gesang Doras noch das Erlösungs-Motiv aus der Götterdämmerung, eine immens eindringliche Hommage Langs an Brünnhildes Schlussgesang aus dem dritten Ring-Abend. Im ersten Akt verwendet Doras jüngerer Bruder das Wanderlied-Motiv aus Wagners Siegfried. Bereits nach den Wagner-Klängen des Beginns bahnt sich das Agamemnon-Motiv aus Strauss‘ Elektra seinen Weg an die Oberfläche. Nach dem ersten Einwurf des Antiken Chores nimmt Dora eine weitere, recht dramatisch wirkende Phrase aus Elektra – Mach keine Türen auf in diesem Haus – auf. Zahlreiche Musik-Zitate werden außerdem im dritten Akt vernehmbar. Es beginnt mit einer Passage aus Gounods Faust. Sehr passend führt Lang ein wenig später ein Zitat aus Verdis Otello ins Feld, als der Teufel gleich Jago mit Hilfe von ausgeprägten Verleumdungen den armen Berthold glauben macht, Dora betrüge ihn mit seinem Chef Landrat Dr. Pfeifer, und ihn derart gekonnt in die Eifersucht treibt. Kurze Zeit danach stimmt Berthold sehr gefühlvoll das Lied Sie trug einmal ein grünes Kleid an, das Schuberts Die liebe Farbe aus Die schöne Müllerin entlehnt ist – einer der stärksten und innigsten Momente der ganzen Oper. Pink Floyd wird vom Komponisten ebenfalls nachhaltig bemüht.
Diese Referenzen an die musikalische Vergangenheit sind ausgesprochen schön anzuhören. Darüber hinaus haben wir es hier mit einem ungemein intensiven, stark rhythmusbetonten Klangteppich zu tun. Das kammermusikalisch besetzte Orchester setzt sich aus lediglich 25 Musikern zusammen. Hier drängt sich selbstredend die Frage auf, ob es Zufall ist, dass Dora 25 Jahre alt ist und im Orchestergraben ebenso viele Musiker sitzen. Nun, nach Auskunft von Bernhard Lang war es reiner Zufall. Es ist ein musikalisch wahrlich außergewöhnlicher Trip, geprägt von einem markanten Pulsschlag, der nicht nur von der bereits erwähnten Schlagzeuggruppe erzeugt wird. In gleicher Weise bemerkenswert ist Langs Loop-Technik, das sind die ständig wiederkehrenden Wiederholungsschleifen, die Doras Gefangenschaft in immer demselben eintönigen Trott symbolisieren. Erwähnenswert erscheint indes, dass jeder Loop anders gestaltet ist. Das Ganze gemahnt sehr an die Rap-Musik, was der Auslotung des Textes sehr zugute kommt. Kompliziert muten Langs rege verwendete Vierteltöne an. Das Vokale changiert zwischen Gesang, Sprechgesang und reinem Sprechen. Die 25 Musiker des Staatsorchesters Stuttgart verstanden es an diesem Abend blendend, die zu dem Werk passende Atmosphäre zu schaffen. Während die Uraufführungsserie letzte Spielzeit von Elena Schwarz dirigiert wurde, stand jetzt der junge Christopher Schumann am Pult. Er schlug etwas langsamere Tempi an als Frau Schwarz und war in seiner Auslotung von Langs Partitur auch um einiges analytischer als sie. Phantastisch war indes seine Detailarbeit. Viele Einzelheiten waren hörbar.

In jeder Beziehung hoch gelungen ist die Inszenierung. Regisseurin Elisabeth Stöppler und ihr Bühnenbildner Valentin Köhler setzen nicht auf eine konkrete Verortung der Handlung, sondern siedeln diese vielmehr in einem abstrakten Ambiente an. Das Geschehen spielt sich in einem weißen, hellen Echo-Raum ab, in dem Dora eine Art Seelenreise antritt. Dieser surrealistisch anmutende Trip geht nicht ins Äußere, sondern driftet ganz und gar in das Innere der Titelfigur ab. So wenig sie sich nach außen hin fortbewegt, so ausgeprägt ist ihr Weg nach innen. Ganz Kleines wird hier zum ganz Großen. Der Raum, der ein Modell ihrer Gedanken und Gefühle bildet, ist gänzlich auf sie bezogen. Da erscheint es nur logisch, dass vier überdimensionale, bewegbare Buchstaben ihren Namen bilden. Dora ist sowohl Ort als auch Zeit. Und wenn die Hinterwand zu Beginn des zweiten Aktes auf einmal unvermittelt nach hinten absinkt, lässt sich dies als Beginn von Doras Reise in ihr Inneres auffassen.
Zu Beginn sieht man sie und ihre Familie inmitten des Antiken Chores in einer Reihe still und bewegungslos dasitzen, wobei man Dora indes gut anmerkt, dass sie sich langweilt. Obwohl sie ein Kollektiv bilden, scheinen hier sämtliche Personen in Wirklichkeit der Einsamkeit zu frönen. Diese wird erst ganz am Ende aufgehoben, wenn Dora als eine Art Faustine im männlichen Faust-Look und der lädierte Berthold, der im Schlussakt als Gretchen in einem ausladenden weißen Kleid, über dem Boden schwebend, in seinem Rollstuhl sitzt, zusammenfinden. Die Parallele zu Goethes Faust springt ins Auge. Die Geschlechter haben sich eindeutig umgekehrt. Bei Goethe wird Gretchen zum Opfer des Teufelspakts, bei Witzel/Lang Berthold. So erklärt Frau Stöppler in einem Interview mit dem Verfasser dieser Rezension ihren hervorragenden Regieeinfall. Für das Schlussbild, in dem Dora und Berthold etwas voneinander entfernt platziert sind und sich ansehen, bieten sich mehrere Auslegungsmöglichkeiten an. Einmal könnte man meinen, dass am Ende alles offen bleibt. Es ist aber auch die Interpretation möglich, dass Doras Leben, indem sie sich selbstlos um den unheilbar kranken Berthold kümmert, endlich einen Inhalt erhält. Sie hat den Sinn des Lebens, der sich ihr in dem Sondern offenbarte, gefunden. Berthold stellt eine neue Option dar, die von Dora dankbar angenommen wird. Auf diese Weise erlangt sie die so lange ersehnte Befreiung, die schlussendlich in ein erlösendes Lachen mündet.

Der dritte und vierte Akt werden gänzlich von einem im Hintergrund aufragenden Gerüst dominiert. In dem Augenblick, als Berthold nach Beendigung seines Liedes von Doras grünem Kleid durch die unwahren Einflüsterungen des Teufels gänzlich desillusioniert die Hosen herunterlässt, legt auch Dora ihr grünes Kleid ab und wirft es von sich. Diese Ideen erklärt die Regisseurin in dem bereits oben erwähnten Interview mit dem Verfasser dieser Kritik folgendermaßen: Das Hose-Herunterlassen erschien mir eine probate Reaktion auf diese Demütigung durch den übergriffigen Teufel. Dora häutet sich am Ende der Szene, will die Zuschreibung des grünen Kleids (in dem Berthold sie ja in seinem Traum imaginiert) abstreifen und damit ihr altes Ich loswerden. Anschließend steht sie in Unterwäsche da, neutralisiert sich also für einen kurzen Moment. Bereits zuvor hat Dora das Gespräch zwischen Berthold und dem Teufel belauscht, obwohl Lang und Witzel an dieser Stelle für sie gar keinen Auftritt vorgesehen haben. Hier stellt Frau Stöppler trefflich unter Beweis, dass sie mit Tschechow‘ schen Elementen umzugehen versteht. Bereits in diesem Akt schläft Dora ein. Im Folgenden erlebt sie insbesondere im vierten Akt einen ausgemachten Alptraum. Nicht immer wird dabei seitens der Regie die Trennlinie zwischen Traum und Realität klar offengelegt, aber das soll wohl beabsichtigt sein. Die Auseinandersetzung Bertholds mit dem Teufel sowie später die Nachricht der Schwester von Bertholds gescheitertem Suizidversuch gehören sicher zur Wirklichkeit, während die in diesem Akt teilweise seltsame Aufmachung des Antiken Chores – stellvertretend seien an dieser Stelle nur die komischen großen Ohren erwähnt – und der Streit Doras mit ihren Eltern in das Reich der Träume gehören. Auch wenn Dora ihren Vater, ihre Mutter und ihren Bruder lustvoll mit einem Messer ins Jenseits befördert, ist das der Traumwelt zuzuordnen. Hier haben wir es nur mit einem Wunschtraum Doras zu tun. Jedenfalls stehen die von ihr Getöteten nach einer Weile alle wieder auf. Ebenfalls der Traumsphäre entsprungen ist das überdimensionale Urfaust-Reclamheft, das der Bruder mit sich führt. Zentrale Relevanz kommt zudem den Videos zu, deren Inhalte lediglich als ein Produkt von Doras Kopf zu verstehen sind. Hier sieht man Dora in den verschiedensten Rollen, so beispielsweise als Meerjungfrau und nur knapp bekleidete Aphrodite. Deutlich wird, dass sie dem Element des Wassers sehr zugetan ist. Die Figuren des Alltags, mit denen sie stets aufs Neue konfrontiert wird, sind größtenteils Projektionen ihrer selbst. Dora als Projektionsfläche: Ein hervorragender Regieeinfall, der Frau Stöppler alle Ehre macht. Die Videos und Projektionen sind manchmal geradezu riesig. Es offenbart sich in erster Linie zu Beginn des zweiten Akts mit Macht, dass die meisten von Doras sie genüsslich malträtierende Familienmitglieder – erst die Schwester gebietet ihnen Einhalt – genauso böse sind wie der Teufel und gleich ihm eine ausgeprägte sadistische Ader aufweisen. Insgesamt eröffnet die äußerst kluge und spannungsgeladene Produktion einige Assoziationsräume und überlässt es dem Publikum, sich eine eigene Interpretation des Gesehenen zurechtzulegen. Dieser Ansatzpunkt von Frau Stöppler war sehr überzeugend und von ihr mittels einer sehr stringenten Personenregie äußerst intensiv und kurzweilig auf die Bühne gebracht. Langweilig wurde es wirklich nie. Leerläufe stellten sich an keiner Stelle ein. Bravo!
Auf hohem Niveau bewegten sich die gesanglichen Leistungen. In der Titelrolle der Dora brillierte Josefin Feiler. Mit einem Maximum an darstellerischer und vokaler Energie stürzte sich die junge Sängerin in ihre schwierige Rolle, die sie in jeder Beziehung glänzend auslotete. Bereits ihre schauspielerische Leistung wirkte einfach grandios. Und was sie gesanglich leistete, war absolut genial. Seit der Uraufführung vergangene Spielzeit ist ihr wunderbar italienisch fokussierter, ausdrucksstarker sowie ungemein wandlungs- und differenzierungsfähiger Sopran noch kräftiger geworden. Problemlos zog sie alle Register ihrer anspruchsvollen Partie und sang problemlos vom tiefen f bis zum es‘‘‘ herauf, ohne dass ihre Stimme, die sie bestens im Griff hatte, dabei jemals aus der Fokussierung rutschte. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass die Dora ihre absolute Glanzrolle ist. Mit dieser Partie hat sie sich nachhaltig für das dramatische Fach qualifiziert. Jetzt möchte man von ihr unbedingt einmal Rollen des jugendlich-dramatischen Fachs wie die Meistersinger-Eva, Freia, Gutrune und Agathe hören. In diesen Partien wäre sie sicher ebenfalls phantastisch. Ohne Zweifel stellt die brillante Josefin Feiler eine der besten jungen Sängerinnen des Stuttgarter Ensembles dar, der eine große Karriere bevorsteht. Zwischen ihr und dem ungemein aufgedreht und fetzig spielenden sowie recht maskig singenden Teufel von Marcel Beekman stimmte die Chemie. Die beiden waren bestens aufeinander eingespielt. Beekman machte aus seiner Rolle ein wahres Kabinettstückchen und betonte stark deren komischen Seiten. Der Spagat zwischen voller runder Brust- und leichter Kopfstimme gelang Elliott Carlton Hines als Berthold ausgezeichnet. Einfach rührend war die große Emotionalität, mit der er den Landratsamts-Sekretär ausstattete.

Das war die sympathischte Figur der Oper. Zu einem Höhepunkt der Aufführung geriet sein sehr gefühlvoll und geradlinig gesungenes Schubert-Lied. Shannon Keegan sang tadellos die Schwester.Äußerlich mehr der Bruder als der Vater Doras war der kraftvoll und robust intonierende Bassist Stephan Bootz. Ein hell klingender, angenehmer Mezzosopran zeichnete Maria Theresa Ullrichs Mutter aus. Einen geradezu heldentenoralen Anstrich verlieh der mit einem markanten Bariton ausgestatte Dominic Große Doras Bruder. Gut gefiel der Antike Chor der aus Peyee Chen, Susanne Leitz-Lorey, Truike van der Poel, Frauke Elsen, Johannes Mayer, Martin Nagy, Guillermo Anzorena und Andreas Fischer bestehenden Neuen Vocalsolisten extended.
Der Applaus fiel überaus herzlich aus. Er war angereichert mit vielen Bravo-Rufen für den extra zu der WA angereisten Bernhard Lang und die Interpretin der Titelrolle Josefin Feiler. Der Komponist, die ebenfalls anwesende Regisseurin sowie das gesamte Ensemble durften sich am Ende über die Opernwelt-Auszeichnung der Dora zur Uraufführung des Jahres 2024 herzlich freuen, die der Chef der Opernwelt allen Beteiligten überreichte. Herzliche Gratulation zu diesem nur zu verdienten Preis! Möge die Dora auch nächste Saison auf dem Spielplan der Stuttgarter Staatsoper stehen. Sie hat das Zeug zu einem wahren Publikumsrenner!
Fazit: Eine ungemein spannende und sehr innovative Produktion, deren Besuch jedem Opernfreund dringendst ans Herz gelegt wird! Hier haben wir es mit einer der besten Opern der Jetztzeit zu tun, die hoffentlich von vielen anderen Opernhäusern nachgespielt wird! Wieder einmal hat sich die Fahrt nach Stuttgart voll gelohnt!
Ludwig Steinbach, 24. März 2025
Dora
Bernhard Lang
Staatsoper Stuttgart
Premiere: 3. März 2024
Besuchte Aufführung: 23. März 2025
Inszenierung: Elisabeth Stöppler
Musikalische Leistung: Christopher Schumann
Staatsorchester Stuttgart