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Bielefeld: „Kassandra“, Mathis Nitschke und Stefan Behrisch 

Ist der Abend ist ein Triumph für die Schauspielerin Christina Huckle, die die Uraufführung von Kassandra fast im Alleingang auf der großen Bühne des Theaters Bielefeld bestreitet, oder für die Figur Kassandra, oder für ihre Schöpferin Christa Wolf? Und was hat das mit dem Opernfreund zu tun? Es ist eine spartendurchlässige Gemeinschaftsarbeit, ausgehend von einer Initiative der . . .

Innsbruck: „Idomeneo“, Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts einzige „opera seria“, Idomeneo, ist am Tiroler Landestheater Innsbruck nur selten zu erleben – die Annalen verzeichnen Inszenierungen 1989 und zuletzt 2011. Nun liegt das Werk erneut in einer Produktion von Henry Mason vor. Er verdichtet diese barock anmutende, grandiose Nummernoper, die Mozart für die Münchner Karnevalsaison 1781 – zugeschnitten auf ein sehr . . .

Warschau, Konzert: „Messiaen, Schostakowitsch“, Nationalphilharmonie Warschau unter Ingo Metzmacher

In zwei Konzerten am 13. und 14. Februar kommen in der Warschauer Nationalphilharmonie unter der Leitung von Ingo Metzmacher zwei Werke zur Aufführung, die in aller Verschiedenheit eine einnehmende Symbiose bilden und Themen präsent machen, die in der heutigen Zeit oft in den Hintergrund geraten, obwohl sie dies nicht sollten. Als eine solche Symbiose ist auch das Zusammenwirken sämtlicher . . .

Duisburg: „Turandot“, Giacomo Puccini

Im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein gibt es einige Produktionen, die für großartige Opernabende stehen, die aber leider nur sehr selten zu sehen sind. Eine dieser Produktionen ist Giacomo Puccinis Turandot in der Inszenierung von Huan-Hsiung Li. In Kooperation mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying) in Taiwan entstanden, feierte die Oper am 5. Dezember 2015 Premiere im . . .

Wuppertal: „Der Wald / Erwartung“, Ethel Smith / Arnold Schönberg

Manuel Schmitt hat 2024 einen Doppelabend in der Oper Wuppertal inszeniert, der unter der Leitung des GMD Patrick Hahn am 7. April 2024 umjubelte Premiere hatte. Zur Wiederaufnahme unter dem Nachdirigat von Yorgos Ziavras bin ich gefahren, weil „Der Wald“ als Wiederentdeckung des Jahres 2024 nominiert war. Der Abend hat alles, was ein spannender Opernabend braucht: zwei kurze, zeitlose . . .

Stuttgart: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Wieder einmal stand Mozarts Zauberflöte auf dem Spielplan der Stuttgarter Staatsoper. Und erneut vermochte sie durchaus zu gefallen. Regisseur Barrie Kosky entwickelte seine ansprechende Inszenierung in Zusammenarbeit mit der britischen Theatergruppe 1927 - diese besteht aus der Regisseurin Suzanne Andrade und dem Animationskünstler Paul Barritt - und der Bühnen- und Kostümbildnerin Esther . . .

Karlsruhe: „Dialogues des Carmélites“, Francis Poulenc

Die jüngste Neuproduktion am Badischen Staatstheater Karlsruhe galt Francis Poulencs 1957 an der Mailänder Scala in italienischer Sprache aus der Taufe gehobener Oper Dialogues des Carmélites. Dieses Werk beruht auf einem historischen Ereignis. Am 17. Juli 1794, exakt zehn Tage vor dem Sturz Robespierres‘, erlitten sechzehn vom Pariser Revolutionstribunal wegen konterrevolutionärer Umtriebe . . .

Baden-Baden, Konzert: „Copland, Gershwin, Prokofiew“, Hélène Grimaud und das Luxembourg Philharmonic unter Elim Chan

Konzert zum Valentins Tag – da glaubt man an eine romantische Liebesgeschichte mit Happy End. Aber nichts davon: Romeo und Julia, das klassische Liebespaar geht gemeinsam in den Tod – kein Valentins-Glück. Vorher Quiet City, und dann ein Concerto, die zum Thema führen. Der Freundeskreis lud zu seinem jährlichen Konzert ein und machte mit seinem Programm einen Sprung in die Moderne zur . . .

München: „Fürst Igor“, Alexander Borodin

Man hat ja schon öfters Komponisten auf der Opernbühne gesehen. Richard Wagner tauchte nicht erst in Barrie Koskys Bayreuther Meistersinger-Inszenierung in persona auf, Jacques Offenbach spielte, verkörpert vom Hausherren, dem Violoncellisten Siegfried Palm, 1978 in der Premiere der Peter-Ustinov-Inszenierung der Banditen an der Deutschen Oper Berlin buchstäblich mit, und Puccini wirbelte in . . .

Santa Cruz de Tenerife: „Orfeo ed Euridice“, Christoph Willibald Gluck

Musikalisch gut, szenisch zu flach – Die Ópera de Tenerife hat mit einer Neuinszenierung von "Orfeo ed Eurydice" den großen Opernklassiker von Christoph Willibald Gluck vor einem ausverkauftem Auditorio Ádán Martín in Santa Cruz neuinszenieren lassen. Ein weiterer Premierenabend des mondänen Hauses unter der Leitung von Intendant José Luis Rivero, der hier wahrhaftig ein Feuerwerk . . .

Bremen: „Il viaggio a Reims“, Gioachino Rossini

Wenn Regisseure Stücke bearbeiten und zu einer eigenen Fassung mit neuer Handlung, neuen Texten und strukturellen Eingriffen verändern, ist das oft mit Vorsicht zu genießen. In Bremen ist das aber bei Rossinis Il viaggio a Reims („Die Reise nach Reims“) weitgehend gelungen. Und es ist in diesem Fall auch legitim, denn Rossinis 1825 für die Krönung des französischen Königs Karl X. . . .

Meiningen: „Cardillac“, Paul Hindemith

Mal Hand aufs Herz: Wer kennt eigentlich Paul Hindemith wirklich außer seiner Zuordnung zur Moderne? Erst gefeiert, dann von den Nazis bedroht, emigrierte er nach dem Verbot seiner Werke als „entartete Kunst“ zunächst in die Schweiz, dann in die USA, wo er äußerst erfolgreich war. Zu selten steht er heute auf den Spielplänen. Und wer in der Oberstufe nicht gerade einen aufgeschlossenen . . .