Reisebilanz III: Tops und Flops der „Saison 2025/26“
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Mit dem Fokus auf die Opernhäuser in der Region Rhein/Ruhr haben wir das Ende unserer Bilanzen zu einzelnen Häusern und Regionen erreicht. Wie im vergangenen Jahr präsentieren wir nun wieder Bilanzen von Kritikern, die im Laufe einer Spielzeit gezielt zu einzelnen, vielversprechenden Produktionen im In- und Ausland reisen. Den Anfang macht ein Rundblick über Produktionen in Deutschland und . . .
Auch in diesem Jahr haben wir unsere Kritiker wieder gebeten, eine persönliche Bilanz zur zurückliegenden Saison zu ziehen. Wieder gilt: Ein „Opernhaus des Jahres“ können wir nicht küren. Unsere Kritiker kommen zwar viel herum. Aber den Anspruch, einen repräsentativen Überblick über die Musiktheater im deutschsprachigen Raum zu haben, wird keine Einzelperson erheben können. Die . . .
Lange gab es in Berlin keinen Lortzing mehr auf den Opern-Spielplänen. Das gilt selbst für Lortzings größten Erfolg, die 1837 uraufgeführte Verwechslungskomödie Zar und Zimmermann. Sie orientiert sich mit ihren durch gesprochene Dialoge voneinander abgesetzten Musiknummern formal an der französischen Opéra-comique. Lortzing gilt als Begründer der komischen Spieloper, indem er Elemente . . .
Zwischen Sahnetorte XXL und Kalaschnikow – Nicht müde zu beteuern, dass er fast gar nichts, kaum etwas, nur wenig und dann nur vom Text an Lortzings Singspiel Zar und Zimmermann geändert habe, wurde Martin G. Berger, bevor am 20. Juni die Premiere über die Bühne der Deutschen Oper ging, und bricht dem zwar brutal Gegner vernichtenden, aber auch Russland dem Fortschritt öffnenden Zaren . . .
Beginnen wir heute mit dem Orchester und seinem Chefdirigenten. Mit der Aufführung der Götterdämmerung wurde Donald Runnicles offiziell als Generalmusikdirektor verabschiedet. Als er sein Amt 2009 antrat, befand sich das Orchester in einem desolaten Zustand. Es war finanziell gegenüber den anderen beiden Opernorchestern der Stadt benachteiligt. Die schlechtere Bezahlung spiegelte sich in der . . .
Mit dem dritten Teil der Tetralogie scheint Stefan Herheims Inszenierung zu sich selbst gefunden zu haben. Womöglich ist es die begrenzte Zahl an Protagonisten, welche seine Regiehandschrift nun klarer, selbstverständlicher erscheinen läßt. Womöglich kommt seinem immer auch ironisch grundierten Ansatz die Lockerheit dieses „Scherzos“ innerhalb des Rings entgegen. Womöglich hat man sich . . .
Beginnen wir heute mit den Sängern. Daß die mindestens drei Jahrzehnte lang wortreich beschworene „Krise des Wagnergesangs“, sollte es sie je gegeben haben, überwunden ist, konnte man schon bei den zurückliegenden Bayreuther Festspielen hören. Nun bietet die Deutsche Oper nach dem „Vorabend“ auch für den „ersten Tag“ des Bühnenfestspiels eine Besetzung ohne Ausfälle auf. Seit . . .
Auf der Ebene des Parketts waren am Einlaß rechts die Programmhefte ausverkauft (was an der Deutschen Oper erstaunlich häufig passiert), am Einlaß links hatte sich eine ziemlich lange Schlange ziemlich unflexibler Besucher gebildet, die nacheinander so lange über alles Mögliche mit der bedauernswerten Bediensteten diskutieren wollten, was zum Teil durch Sprachbarrieren, zum Teil durch . . .
Zierliche Zeichnungen von Olga Prader durchziehen die Saisonankündigungen der Deutschen Oper, auf dem Titelblatt erwächst aus einem Behältnis mit aufgemaltem Messer in einem Mund ein Herz, das tropfenweise sein Blut verliert. Darunter steht das Motto der Spielzeit 26/27: Make Love… . Auch für alle weiteren Spielzeiten mit Intendant Aviel Cahn sind Motti vorgesehen, die die jeweilige Saison . . .
Hochkarätige Langeweile – Die dreiaktige Oper mit dem Libretto Nicola Francesco Hayms nach einer Vorlage von Francesco Bussani, Giulio Cesare in Egitto, entstand in der künstlerisch kreativsten und auch kommerziell einträglichsten Periode des Londoner Opernschaffens von Georg Friedrich Händel. Es ist das fünfte Stück, das Händel für die Royal Academy of Music geschrieben hat. . . .
Sternstunde – Viele Jahre lang war Christoph Seuferle als Operndirektor für reizvolle Besetzungen, für die Entdeckung neuer Stimmen für die Deutsche Oper verantwortlich, während der noch laufenden Saison auch als Intendant zwischen Dietmar Schwarz und Aviel Cahn für den Spielplan und beschenkt nun das Publikum mit einer Serie von wunderbaren Aufführungen von Händels Giulio Cesare in . . .
Viva la Tosca! – Zwei grundverschiedene Städte sind Wien und Berlin und haben doch so einiges gemeinsam: wunderbare Philharmoniker, interessante Staatsopern und nicht zuletzt hochbetagte Tosche (oder Toscas). Die von Margerete Wallmann in Wien ist jüngst bei ihrer 668. Vorstellung angelangt, die Berliner aus dem Jahre 1969 bei ihrer erst 229. – Die eine wie die andere wird von . . .
Im 20. Jahrhundert gab es zwei Tanzgötter - Vaslav Nijinsky in der ersten Hälfte und Rudolf Nurejew in der zweiten. Während von Ersterem außer einigen Fotos und Kostümen kaum Zeugnisse existieren und sich eher Legenden um das Schicksal und die Kunst des Tänzers ranken, sind Leben und Schaffen Nurejews in vielen Büchern, Abbildungen und Videos dokumentiert. Es ist kein Geheimnis, dass ihm . . .
Erfreuliches Repertoire – Einen schmerzhaft in der Wunde Oper steckenden Nagel auf den Kopf getroffen hat vor kurzem der Intendant der Deutschen Oper Berlin, Christoph Seuferle, wenn er feststellte, dem Musiktheater von heute fehlten die wirklich großen Stars. Derer hätte man früher noch viele zur freien Auswahl zur Verfügung gehabt, während sie heutzutage an den Fingern einer Hand . . .