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Berlin, Konzert: „Musik aus fernen Rundfunktagen. Kompositionen von Schostakowitsch, Dostal, Fischer, Künneke“, Staatskapelle unter Christian Thielemann

Nach musikalischen Testsendungen im Jahr 1919 der Versuchsfunkstelle Eberswalde, nach der Übertragung eines Weihnachtskonzerts der Mitarbeiter der Reichspost 1920 wird am 8. Juni 1921 mit Madame Butterfly die erste Oper aus der Berliner Staatsoper über den Lichtbogensender auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen ausgestrahlt. Die erste Unterhaltungssendung durch die Radio – Stunde AG am . . .

Dresden, Konzert: „Strawinsky, Bruckner“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Nachdem am Beginn des neuen Jahres mit dem Abschluss der Rekonstruktion der Ballsäle des Dresdner Barockschlosses die letzten materiellen Wunden des Terrorangriffs vom Februar des Jahres 1945 geschlossen waren, scheint es angebracht, zu überlegen, ob diese Art des Gedenkens noch zeitgemäß ist. – Auch in unserer Familie, obwohl die jährlichen Konzerte an den 13. Februar-Abenden immer . . .

Duisburg: „Dracula – Das Musical“, Frank Wildhorn

Derzeit scheint Frank Wildhorn der Komponist der Stunde zu sein. Im Theater Münster ist aktuell das sehenswerte Musical Der Graf von Monte Christo zu sehen, am 7. März 2026 findet im Theater am Domhof in Osnabrück die Premiere von Artus – Excalibur statt und seit einigen Wochen präsentiert ShowSlot mit Dracula eines seiner musikalisch besten Stücke auf einer großen Tour durch Deutschland . . .

Frankfurt: „Amor vien dal destino“, Agostino Steffani

Bei der Vorstellung des neuen Spielplans im vergangenen Jahr staunte man nicht schlecht, daß unter den Produktionen am Großen Haus eine unbekannte Barockoper eines weithin unbekannten Komponisten auftauchte. Intendant Loebe verriet dazu nicht viel mehr, als daß der Komponist im hiesigen Dom begraben liege, was jedoch dem Zufall geschuldet sei, denn er sei auf einer Durchreise plötzlich in der . . .

Berlin, Konzert: „Schönberg: Gurre-Lieder“, Orchester der Deutschen Oper unter Donald Runnicles

XXL in der Philharmonie – Großes vorgenommen für seine letzte Spielzeit an der Deutschen Oper, ehe er nach Dresden gehen wird, hat sich Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles, bereits einen neuen Tristan zur Premiere geführt, sich erneut um die Wiener Moderne mit Korngolds Violanta verdient gemacht, und er wird nach zwei Ring-Aufführungen seine Götterdämmerung in der . . .

Buchkritik: „Oper Dortmund: Der Ring des Nibelungen 2022 – 2025“

Wagner und kein Ende… Der bekannte Seufzer könnte auch lauten: Der Ring und kein Ende – denn kein Werk der Operngeschichte hat bis in die jüngste Gegenwart die Gemüter und Gehirne des intellektuellen und nicht intellektuellen Publikums so bewegt wie die Tetralogie. Es ist also durchaus berechtigt, gerade in Zusammenhang mit dem Großwerk vom „Kosmos Wagner“ zu sprechen, wie man es . . .

Mailand: „Götterdämmerung“, Richard Wagner

Um es gleich vorwegzunehmen: Das Publikum feierte bei dieser Premiere nach dem musikalischen Marathon Solisten, Dirigent und Orchester, buhte aber das Regieteam aus. Persönlich kann ich mich den Buh-Rufen nicht anschließen, aber auch nicht einem uneingeschränkten Lob für die sängerischen Leistungen. – Wie bereits von den vorangegangenen Inszenierungen der „Ring“-Teile berichtet, . . .

Gelsenkirchen: „Francesca da Rimini / Gianni Schicchi“, Sergej Rachmaninow / Giacomo Puccini (zweite Besprechung)

Von der Premiere dieses Doppelpacks hat bereits Jochen Rüth recht begeistert berichtet (Link zur Rezension). Aufgrund seiner im Großen und Ganzen zutreffend Kritik habe ich die Vorstellung besucht und möchte mich nun bestätigend und ergänzend dazu äußern.  Man muss erst einmal auf die geniale Idee kommen, zwei kürzere Opern, die beide von Dantes „Divina Commedia“ inspiriert wurden, . . .

Düsseldorf: „Maria de Buenos Aires“, Astor Piazzolla

Mit Astor Piazzollas Tango-Operita Maria de Buenos Aires ist es so eine Sache. Vermeintlich seichte Musik trifft auf hochkomplexe und beinahe schon surreale Textwelten, die das Werk deutlich vielschichtiger machen, als man es vielleicht denken mag, denn die eine, klare Handlung, die sucht man vergebens. Und so stehen Regisseure immer wieder vor der Herausforderung, was man denn nun mit dem Stück . . .

Dresden, Konzert: „Boulanger, Poulenc, Nielsen“,  Dresdner Philharmonie unter Nicholas Collon

Drei Komponisten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich mit ihren Werken von vorangegangenen Ausdrucksformen lösen, nach neuen Wegen suchen und damit auf unterschiedliche Weise in die Moderne führen. – Mit dem frischen D´un matin de printemps von Lili Boulanger (1893 – 1918) wird der heutige Konzertabend eröffnet. Das kurze Stück beschreibt die Schönheit eines . . .