DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
Startseite
Unser Team
Impressum/Copyright
---
Alle Premieren 21/22
Kontrapunkt
Die OF-Schnuppe :-(
Der OF-Stern * :-)
OF Filmseite
Heimkino Seite
Silberscheiben
CDs DVDs
OF-Bücherecke
Oper DVDs Vergleich
Musical
Genderschwachsinn
Et Cetera
-----
Aachen
Aachen Sonstige
Aarhus
Abu Dhabi
Bad Aibling
Altenburg Thüringen
Altenburg Österreich
Amsterdam DNO
Amsterdam Th. Carré
Amst. Concertgebouw
Andechs
Annaberg Buchholz
Ansbach
Antwerpen
Arnheim
Aschaffenburg
Athen
Athen Onassis Cultur
Augsburg
Avignon
Bad Hersfeld
Bad Ischl
Bad Lauchstädt
Bad Reichenhall
Bad Staffelstein
Baden bei Wien
Baden-Baden
Badenweiler
Baku
Bamberg
Bamberg Konzerte
Barcelona
Basel Musiktheater
Basel Sprechtheater
Basel Ballett
Basel Musicaltheater
Basel Konzerte
Bayreuth Festspiele
Bayreuth Markgräfl.
Bayreuth div.
Pionteks Bayreuth
Belogradchik
Bergamo
Berlin Livestreams
Berlin Deutsche Oper
Berlin DO WA
Berlin Staatsoper
Berlin Staatsoper WA
Berlin Kom. Oper
Berlin Kom. Oper WA
Berlin Neuköllner Op
Berlin Konzerte
Berlin Ballett
Berlin Sonstiges
Bern
Biel
Bielefeld
Bochum Ruhrtriennale
Bochum Konzerte
Bochum Sonstiges
Bologna
Bonn
Ära Weise 2003-2013
Bonn Sonstiges
Bordeaux
Bozen
Brasilien
Bratislava
Braunschweig
Braunschweig Konzert
Bregenz Festspiele
Bregenz Sonstiges
Bremen
Bremen Musikfest
Bremerhaven
Breslau
Briosco
Britz Sommeroper
Brühl
Brünn Janacek Theate
Brünn Mahen -Theater
Brüssel
Brüssel Sonstige
Budapest
Budap. Erkel Theater
Budapest Sonstiges
Buenos Aires
Bukarest
Burgsteinfurt
Bytom Katovice
Caen
Cagliari
Casciana
Chemnitz
Chicago Lyric Opera
Chicago CIBC Theatre
Coburg
Coburg Joh. Strauss
Coesfeld
Colmar
La Coruna
Cottbus
Crevoladossola
Daegu Südkorea
Darmstadt
Dehnberg
Den Haag
Dessau
Dessau Weill Fest
Detmold
Dijon
Döbeln
Dornach
Dortmund
Dortmund Ballett
Dortm. Konzerthaus
Dortmund Sonstiges
Dresden Semperoper
Dresden Operette
Dresden Sonstiges
Dresden Ballett
Dresden Konzert
Duisburg
Duisburg Sonstiges
MusicalhausMarientor
Düsseldorf Oper
Rheinoper Ballett
Düsseldorf Tonhalle
Düsseldorf Sonstiges
Schumann Hochschule
Ebenthal
Eggenfelden
Ehrenbreitstein
Eisenach
Ekaterinburg
Enschede
Erfurt
Erl
Erlangen
Essen Aalto Oper
Essen Aalto Ballett
Essen Aalto WA
Essen Phil 2
Essen Phil 1
Essen Folkwang
Essen Sonstiges
Eutin
Fano
Fermo
Flensburg
Florenz
Frankfurt
Frankfurt WA
Bockenheimer Depot
Frankfurt Sonstiges
Frankfurt Alte Oper
Frankfurt Oder
Freiberg
Freiburg
Füssen
Fürth
Fulda
Sankt Gallen
Gelsenkirchen MiR
Genova
MiR Ballett
Genf
Gent
Gera
Gießen
Glyndebourne
Görlitz
Göteborg
Gotha Ekhof-Festsp.
Graz
Graz Styriarte
Graz Konzerte NEU
Graz Sonstiges
Gstaad
Gütersloh
Hagen
Halberstadt
Halle
Halle Händelfestsp.
Hamburg StOp
Hamburg StOp Wa
Hamburg Konzert
Hamburg Sonstige
Hamm
Hanau Congress Park
Hannover
Hannover Sonstiges
Heidelberg
Heidenheim Festsp.
Heilbronn
Heldritt
Helgoland
Helsinki
Hildesheim TfN
Hof
Hohenems
Gut Immling
Ingolstadt
Innsbruck Landesth.
Innsbruck Festwochen
Jekaterinburg
Jennersdorf
Kaiserslautern
Karlsruhe
Karlsruhe Händel
Opera Europa Bericht
Kassel
Kawasaki (Japan)
Kiel
Kiew
Bad Kissingen
Klagenfurt
Klosterneuburg
Koblenz
Köln OperStaatenhaus
Wa Oper Köln
Köln Konzerte
Köln Musical Dome
Köln Sonstiges
Konstanz Kammeroper
Kopenhagen
Kosice
Krummau a.d. Moldau
Krefeld
Krefelder Star Wars
Kriebstein
Landshut
Langenlois
Bad Lauchstädt
Lech
Leipzig Oper
Leipzig Mus. Komödie
Leipzig Ballett
Leipzig Konzert
Lemberg (Ukraine)
Leoben
Leverkusen
Lille
Linz/Donau
Linz Sonstiges
Ljubljana/Laibach
Loeben
London ENO
London ROH
London Holland Park
Lucca
Ludwigshafen
Luisenburg
Lübeck
Lübeck Konzerte
Lübecker Sommer
Lüneburg
Lüttich/Liège
Luxemburg
Luzern
Luzern Sprechtheater
Luzern Sonstiges
Lyon
Maastricht
Macerata
Madrid
Magdeburg
Mahon (Menorca)
Mailand
Mainz
Malmö
Malta
Mannheim
Mannheim WA
Mannheim Konzert
Mannheim Opernstudio
Maribor/Marburg
Marseille
Martina Franca
Massa Marittima
Meiningen
Melbourne
Meran
Minden
Mikulov
Minsk
Miskolc
Modena
Mönchengladbach
MG Sonstiges
Mörbisch
Monte Carlo
Montevideo
Montpellier
Montréal
Moritzburg
Moskau Bolschoi N St
Moskau Sonstige
München NT
München NT Wa
München Cuvilliés
MünchenPrinzregenten
München Gärtnerplatz
München Ballett
München Sonstige
Münster
Münster Konzerte
Münster Sonstiges
Muscat (Oman)
Nancy
Nantes
Neapel
Neapel Sonstiges
Neuburger Kammeroper
Neuburg/Donau
Neustrelitz
Neuss RLT
New York MET
Nizhny Novgorod
Nordhausen
Novara
Nürnberg
Nürnberg Gluck Fest
Nürnberg Konzerte
Oberammergau
Oberhausen
Odense Dänemark
Oesede
Oldenburg
Ölbronn
Oesede (Kloster)
OperKlosterNeuburg
Oslo
Osnabrück
Ostrau
Palermo
Palma de Mallorca
Paraguay
Paris Bastille
Paris Comique
Paris Garnier
P. Champs-Elysées
Théâtre du Châtelet
Paris Ballett
Paris Philharmonie
Paris Versailles
Paris Sonstiges
Paris Streaming
Parma
Passau
Pesaro
Pfäffikon
Piacenza
Pisa
Pforzheim
Plauen
Posen
Potsdam
Prag Staatsoper
Prag Nationaltheater
Prag Ständetheater
Radebeul
Raiding
Recklinghausen
Regensburg
Reggio Emila
Reichenau
Remscheid
Rendsburg
Rheinsberg
Rheinberg
Riga
Riehen
Rosenheim
Rouen
Rudolstadt
Ruhrtriennale
Saarbrücken
Saint Etienne
Salzburg Festspiele
Salzburg LT
Salzburg Osterfestsp
Salzburg Sonstiges
San Francisco
San Marino
Sankt Petersburg
Sarzana
Sassari
Savonlinna
Oper Schenkenberg
Schloss Greinberg
Schwarzenberg
Schweinfurt
Schwerin
Schwetzingen
Sevilla
Singapur
Sofia
Solingen
Spielberg
Spoleto
Staatz
Stockholm
Stralsund
Straßburg
Stuttgart
Stuttgart Ballett
Sydney
Szeged (Ungarn)
Tampere (Finnland)
Tecklenburg
Tel Aviv
Teneriffa
Toggenburg
Tokyo
Toulon
Toulouse
Tours
Trapani
Trier
Triest
Tulln
Turin
Ulm
Utting
Valencia
Valle d´Itria
Venedig Malibran
Venedig La Fenice
Verona Arena
teatro filarmonico
Versailles
Waidhofen
Weimar
Wels
Wernigeröder Festsp.
Wexford
Wien Staatsoper
Wien TadW
Wien Volksoper
Wien Konzerte
Wien Ballett
Wien Sonstiges
Wiesbaden
Wiesbaden Wa
Wiesbaden Konzert
Bad Wildbad
Winterthur
Wolfenbüttel
Wolfsburg
Wunsiedel
Wuppertal
Wuppertal TE
Wuppertal Sonstiges
Würzburg
Zürich
Zürich WA
Zürich Ballett
Zürich Theater 11
Zürich Konzert
Zürich Sonstiges
Zwickau
---
INTERVIEWS A - F
INTERVIEWS G - K
INTERVIEWS L - P
INTERVIEWS Q - Y
---
DIVERSITA:
YOUTUBE Schatzkiste
HUMOR & Musikerwitze
Opernschlaf
Facebook
Kammeropern
Havergal Brian
Korngold
Streaming
Verbrannte Noten
Walter Felsenstein
Wir erinnern uns
Wiesbaden Archiv
---
Sigi Brockmann Seite
Rudolf Hermes Seite
P. Heuberger Seite
Peter Klier Seite
Marcus Lamers Seite
Pionteks Opernseite
Wes Walldorff Seite
---
Oper im Fernsehen
ARTE MEDIATHEK
Oper im Kino
Unbekannte Oper
---
Buckritiken Archiv
Silberscheiben Archi
Bonn Archiv
---
Nationalhymnen
Unsere Nationalhymne
Essays diverse
P. Bilsing Diverse
Bil´s Memoiren
Bilsing in Gefahr
Gender-Kappes Seite
Serien Tipps
CD Archiv 1
---
---
-
--

 

DER KONTRAPUNKT

Lob und Tadel zu freien Themen der Politik, des Gesellschaftslebens und unseres sozialen bzw. oft weniger sozialen Umfeldes und alle freien nicht-anonymen Meinungsäußerungen, die außerhab unserer Kritiken liegen, finden hier ihren Niederschlag. Bissigkeit, Humor, Edelmut, Larmoyanz, Ironie, Wut und Sarkasmus sind nicht unerwünscht ;-) und geben nicht notwendiger Weise die Meinung des Herausgebers wieder.

Eine gewisse Beziehung zur Musik-Kultur wird allerdings immer garantiert. Schreiben Sie uns; vielleicht steht demnächst Ihr Artikel auch auf dieser Seite. Wir freuen uns >>>>>>>>>>>>>>>  opera@e.mail.de

 

 

Schwachsinn, sowie Hirnriss und Co. werden auch das Jahr 2022 prägen

Ich weiß gar nicht, wo ich auch im neuen Jahr hinschauen soll ohne mich grün, blau und schwarz zu ärgern. Beispiele? Gerne – voila:

 

Da kommt man auf die vernünftige Idee (endlich!) per Ministerpräsidenten-Konferenz, dass dreifach Geimpfte (ja wie oft sollen wir uns eigentlich noch impfen lassen um wieder relativ normal leben zu können?!) im Fall von 2G+, der mittlerweile fast überall gilt, natürlich sich nicht noch jedes Mal 45 Minuten für einen Coronatest anstellen müssen. Danke. Promt scheren einige Ministerpräsidenten sofort aus. Bitte gebt uns sofort unseren alten Kaiser Wilhelm wieder…

 

Beispiel NRW: Hier müssen die „Übergeimpften“, egal wohin sie gehen, ob Oper oder Fitness-Studio zusätzlich (!) jedes Mal (!) noch einen separaten Test vorlegen. Und wer prüft das? Natürlich viele viele Ungeimpfte, denn für diese Leute gilt grundsätzlich nur die 3G-Regel, Stichwort Arbeitsplatz, obwohl selbige nicht gerade wenig Menschen täglich kontaktieren. Ich weiß es ziemlich konkret u.a. von Schulen und Fitnessclubs. Der beamtete Lehrer lässt sich nicht impfen. Wie bitte? Sein Problem - aber meine Kinder soll der bitte nicht unterrichten. Doch wer das gerade ist, darf natürlich keiner wissen. DATENSCHUTZ.

 

 

In Theatern werden die eh nur noch wenigen Besucher ebenso beinhart gecheckt. Ist Oper oder Schauspiel ein Superspreader-Event? Übrigens in Ischgl ist wieder voll die Ssau los ;-) Auch hier wird das zuständige Kontrollpersonal nicht kontrolliert, aber Selbiges kontrolliert haarklein und akribisch die Theaterbesucher; stören sogar das Konzert, falls jemandem mal die Maske verrutscht. Der Blockwart ist wieder da, Hurra... Bald geht keiner mehr in die Oper.

 

Schafft endlich den Föderalismus ab! Dann werden nicht nur die Schüler weniger blöd und besser ausgebildet, sondern auch die Faxe in Behörden endlich verboten. Wir wollen unseren alten Kaiser Willhelm wieder haben. Bitte mitsingen, aber schön laut.

 

Bei unseren Nachbarn in Österreich sitzt der neue anständige Bundeskanzler ganz dreist und fesch (oder eher frech) im engen Freundeskreis jodelnd ohne Maske und Abstand in der Skihütte auf 1700 Metern. „Jauh auf da Oalm da gibt es koa Sünd - ähem Corona“. Man hat auf dem Foto (Copyright - bitte googlen) irgendwie den Eindruck die lachen sich tot über ihre blöden Bürger. Stolz lässt er sich fotografieren. Wen störts. Bei uns ist es ganz anders, da verliert der schon ziemlich sichere Bundestagswahl-Gewinner, Kanzlerkandidat Armin, glatt die Bundestagswahl, weil er im Katastrophengebiet kurz lachte. Tsssst - Tut man ja auch nicht.

 

Tennisstars, Fußballer oder Schauspieler sind oft eine besondere Spezies von Homo-Non- Sapiensis - nicht alle, denn da sind die Ausis dann wieder Vorbild. Zumindest einer! So sprach doch der große Christoph Waltz gerade klare unmissverständliche Worte indem er Impfverweigerer und Querdenker trefflich als „Gruppe von asozialen Vollidioten“ titulierte, während in Deutschland – gibt es hier überhaupt noch gute Schauspieler? – sich überschätzende Tatort-Mimen, oft an der Grenze zum Laienschauspieler, das Gegenteil behaupten.

 

Mittlerweile werden sogar Volltrottel, die schwören, dass die Erde eine Scheibe ist, ins TV-Studio eingeladen. Googlen Sie mal, wie viele das schon sind. Flat-Earth-Theory. Nein, das sind keine Trumpisten, die gibt es in der zivilisierten BRD, dem einstigen Land der Dichter und Denker, noch nicht soviele. Zurück zur Kultur!? Nö, macht auch keinen Spaß mehr.

 

 

Täglich zunehmend terrorisieren uns Pressemitteilungen, in denen man vor lauter Genderei und Sternchen-Schwachsinn kaum noch textlich verständlich lesen kann. Pressesprecher, die oft Germanistik studiert haben, entschuldigen sich dann ggf. im ganz privaten freundschaftlichen Gespräch im Hinterstübchen beim Bier mit Maske „Sorry Peter, aber wenn ich das nicht mache, riskiere ich meinen Job.“ Bücher sollen, so fordern ideologie-Fanatikerinnen (Ja hier fehlt das Sternchen bewußt ;-) geändert, gelöscht, umgeschrieben oder gar verbrannt werden. 1984 haben wir da längst erreicht. Oder schon übertroffen. "USA", Stalin, Mao und Co. grüßen. Widerstand zwecklos. Wirklich?

 

Die Oper DER ZWERG (Zemlinsky) heißt demnächst DER KLEINWÜCHSIGE. Auch auf den SINTI-UND-ROMA-BARON werden wir bald treffen, wetten dass? Und in Berlin werden schon die ersten großen Ballette verboten – DER NUSSKNACKER ist zu rassistisch. Na klar! Esst weniger Pilze bitte, meine Damen in der Heeresleitung.

 

Mehr Titel? DIE TROJANER*INNEN, FÜRST*IN IGOR, DIE FRISEUSE VON SEVILLA, DIE REVISORIN, DIE HAMLET*IN, EIN LEBEN FÜR DIE ZARIN, DIE/DER DIVERSE VON HOMBURG, DIE RATTENFÄNGER*INNEN VON HAMELN, DIE NÄHERIN WIBBEL, VAMPYR*IN, ROBERTA DIE TEUFELIN, DIE TEMPELRITTER*INNEN, DIE MONDIN, DIE TEUFEL*INNEN VON LOUDON, DIE MÄNTELIN, DIE TRANSEN DER TAFELRUNDE – Schluss jetzt mit dem Quatsch. Aber was ist mit FIDELIO? Höre ich da oh o oh...

 

Astrid Lindgrens PIPPI LANGSTRUMPF oder Bonsels BIENE MAJA gehören verbrannt in letzter Konsequenz! Agatha Christie – weg damit. Elende Kolonialismus-Verherrlichung. Ich denke, dass auch Samenspender*in, Nazi*in oder Taliban*in vor der Vollverblödung in den Öffentlich Rechtlichen nicht halt machen werden. Gibt es eigentlich noch was Positives? Ja:

 

Lang lebe unser OPERNFREUND

 

Frohes Neues Jahr

wünscht Ihr Hrg.

 

Bleiben Sie bitte fröhlich und uns treu

 

 

MAN LERNT NIE AUS

Ein Fazit der letzten Jahre

Den sehr langjährigen Opernbesucher freut es, dass er in den letzten Jahren doch viel Neues erleben konnte. Zwar waren Texte und Musik vertraut, aber schon bei Übertiteln fremdsprachiger Opern lernte man, dass auf die wörtliche Übersetzung des Textes manchmal weniger Wert gelegt wurde als auf dessen Vergröberung oder etwa Erklärung von Regieabsichten. Viele Komponisten haben ihren Opern Ouvertüren oder Vorspiele vorangestellt, die die Opernbesucher auf das kommende Stück akustisch vorbereiten sollten, darunter bekanntlich häufig bedeutende Musik! Nun haben wir gelernt, dass diese Auffassung falsch ist. Vielmehr dienen diese dazu, bei geöffnetem Vorhang schon Bühnenaktionen darzustellen, für die während der eigentlichen Aufführung offenbar keine Zeit bleibt.

 

Überhaupt keine Ahnung hatten Komponisten und ihre Textdichter für den passenden Spielort der Handlung. So spielt z.B. Beethoven´s „Fidelio“ in einem „Staatsgefängnis“, eigentlich aber nicht „Parsifal“ von Richard Wagner. „Ariadne auf Naxos“ spielt zum Teil auf einer wüsten Insel, nicht aber „Don Giovanni“ von Mozart. Als Spielort wird dann immer häufiger ein Hospital oder Irrenhaus gewählt – scheint manchmal ja auch irgendwie passend. Dasselbe gilt für die Kostüme, hatten sich die Autoren solche passend zur Zeit ausgewählt, in der das Stück spielt, so lernen wir heute, dass schäbige Alltagsklamotten immer passend sind, allerdings auch Abendgarderobe für Bösewichte! Darstellungen ganz grosser Gefühle sollen durch das Bühnenbild zur Schonung der Nerven des Publikums gemildert werden, dann schon lieber Altherrenabend in der Kneipe als verzweifelte Suche nach Erlösung. Auch waren die Autoren von Opern häufig viel zu sparsam bei der Zahl der Mitwirkenden – das muß verbessert werden, indem entweder jede Person verdoppelt wird, zusätzliche Mitwirkende eingefügt werden, manchmal gleich viele davon. Jedem wird verständlich sein, dass eine lange Oper wie Wagner´s „Siegfried“ nicht mit so wenigen handelnden Personen auskommen kann, da muß kräftig nachgeholfen werden am besten von wenig bekleideten Statisten.

 

Seit einiger Zeit werden Premieren in Kinos oder im TV übertragen, das wurde leider durch Corona häufiger nötig. Da scheint es passend, gleich darauf die Inszenierung vorzubereiten und weniger auf die dagegen wenigen Zuschauer im Opernhaus Rücksicht zu nehmen, die ja auch mehr als im Film durch die Musik vom „eigentlichen“ Geschehen abgelenkt werden könnten.

 

Da freut man sich auf weitere neue Opernerlebnisse in 2022.

 

Ihr Sigi Brockmann, 1.1.2022

 

 

 

OPERNFREUNDE benutzen nur grünen Strom

Kurze Anleitung wie man das ganz einfach über die Steckdosen im ganzen Haus, auch ohne Elektriker, einstellen kann.

 

 

Danke an YOUTUBE

 

Eins in die Fresse!

oder

Werden Dampfloks jetzt auch für rassistisch erklärt?

Man fasst sich an den Kopf. Was haben wir heute eigentlich für Intendanten? Da holt der einer für sein relativ großes Opernhaus extra einen linken Theaterregisseur um es den Wagner Hardlinern – alles Nazis ? - mit einem provokanten Tannhäuser, die Storyline spielt heuer zum Teil im Kz, mal so richtig zu zeigen. Ja, diese Burschen brauchen mal so richtig (ähem… ich sag es mal in der Sprache einer einstigen SPD-Vorsitzenden) „eins in die Fresse…“  Blumenreiches Bild, welches jeder versteht, oder? Und dann?

 

Quod erat demonstrandum: Die Goldkettchen Gemeinde, nein keine Zuhälter Gott bewahre (!), am Kettenende prangt nämlich ein güldenes Portrait ihres für sie gottgleichen Komponisten, ist empört und heult wohlkalkuliert auf. Man fordert lautstark Abbruch und droht dem Regisseur  – wie es in solchen Kreisen wohl usus ist (Bayreuth 1976 Patrice Chereau lässt grüßen) - schon im Auditoium und später bei der Premieren-Feier Gewalt an, also das sprichwörtliche „eins in die Fresse“. Bei Philippi sehen wir uns wieder, oder nicht. Bürschlein, wenn wir Dich früher kriegen!

 

Die Inszenierung wird sofort nach der Premiere vom Intendanten gestoppt. Das Ziel war erreicht. Die einst große Landeshaupt-Oper, mittlerweile der Mittelmässigkeit öder Stadttheaterrealität verfallen, kam weltweit endlich wieder in die Presse. Zensur!!! Danach übrigens nie wieder… Aber war das wirklich so geplant?

 

Next please:

 

Gendern per Order Mufti. An einem anderen weniger großen Opernhaus ordnet der Intendant*in das erbarmungslose Gendern an. Dem Pressesprecher*in ist das, als studiertem Germanisten*in sehr peinlich, aber was soll er:sie denn machen? Gendern bis der Arzt kommt, oder eventuell Rausfliegen. Soweit geht die Liebe zur guten alten deutschen Sprache ja nun auch nicht.

 

Sicherlich kein Einzelfall. Daher Sorry für meine Schwachsinnsgenderei hier- das ist verzweilte Ironie. Normalerweise schreibe ich den Pressestellen: Bitte schicken Sie uns keine Pressemitteilungen mit Rechtschreibfehlern mehr zu. Mails mit Gendersternchen oder Ähnlichem werden sofort und ungelesen gelöscht. Sinnlose Plage, Müh ohne Zweck. Entweder krieg ich keine Antwort, eine unverschämte oder man versucht mich auf dümmlichste Art und Weise über den Zeitgeist zu belehren. Unsere Argumente auf der extra eingerichtetetn Genderseite liest niemand.

 

Nur noch ein weiteres ganz aktuelles Beispiel aller-übelster, geradezu menschenverachtender frauenfeindlicher und sonst was Diskriminierung, die bestraft gehört. Koste es was es wolle:

 

Ein bis dato von mir sehr geschätzter Intendant an einem bayerischen Provinztheater holt den berühmten Regisseur, der als enfant terrible bekannt ist, mal wieder an sein Haus. Ein hochintelligentes enfant, das nicht nur explizit Partituren lesen kann (also nicht mit dem Reclam Heft inszeniert), sondern auch bisher stets phantastische, durchdachte und spannende durchaus werktreue (!) Produktionen lieferte, die allerdings Erzkonservativisten immer stetig zur Weißglut brachten.

 

Nun versucht eben dieser Regisseur*in mit einem geradezu perversen kranken rassistischen Bild aus Kolonialzeiten von wilden Löwen in Afrika, die einen Menschen angreifen, klar zu machen, was er für eine gewollte Reaktion – nämlich Mischung aus Angst/Neugier - im Gesichtsausdruck des Chores haben wollte. Das wars dann für ihn, denn die Choristin war eine Farbige… 

Ist diese Welt eigentlich bekloppt geworden? Habt Ihr noch alle Tassen im Schrank?

 

Schneewittchen und die sieben Kleinwüchsigen

Wir sind auf dem Weg der Bücherverbrennung und geradezu stalinistisch anmutender Zensurversuche. Es wird nicht nur Zwangsgegendert, nein da sollen klassische Kinderbücher wie Pippi Langstrumpf, das Dschungelbuch oder Karl Mays Indianergeschichten umgeschrieben werden, Kunstwerke verändert und Orwells Neusprech (1984) realisiert. In Berlin werden gerade Nussknacker, Butterfly und Otelo aus rassistischen Gründen vom Spielplan gelösch t !!! Entartete Kunst?

 

Während dessen schließen die Theater und stirbt unsere Theaterkultur am Coronavirus oder der neuen grünen Kulturpolitik. Können DVD-Player wirklich Opernhäuser ersetzen? Immerhin kann man die ersparten Millionen ja in Radwege und die Subventionierung von Lastenfahrädern investieren.

 

 

Eine krude Mischung aus Impfverweigerern, Satanisten, Ufologen, Freaks, Sektierern, Trumpisten, Esotherikern, AFD-lern, Verschwörungstheoretikern, Ausserirdischen etc. pp. genießt Welpenschutz, während sie in Wahrheit unsere freiheitliche demokratische Grundordnung aus den Angeln heben, weil die Politik der falschen Toleranz, Ignoranz und die demokratische Mehrheit der Deutschen, sich von solchen Minderheiten tyrannisieren lässt. Da entblöden sich tatsächliche Impfverweigerer nicht sich mit Juden im Dritten Reich zu vergleichen.

 

Wehret den Anfängen! Stoppt endlich den Genderschwachsinn! Rettet unsere Kultur und Sprache - Verdammt nochmal! Es ist fast überall wahrlich 5 vor 12.

 

P.B. 23.11.21

(c) Peter Klier

 

0,003 Prozent !!

 
TATSACHE 1:
nur 0,003 Prozent aller Geimpften (Stand heute RKI) haben einen Impfdurchbruch.
 
TATSACHE 2:
30 Prozent der Infizierten aktuell IM KRANKENHAUS (!) waren geimpft - eine mikroskopische Menge generell, wenn man rechnen kann, denn diese rekrutieren sich ja aus eben diesen 0,2 Prozent.
 
TATSACHE 3:
Keine Impfung der Welt schützt mehr als 90 Prozent. Die Grippeimpfung z. B. schützt (ohne, dass wir Proteste hören) nur zu 60-70 Prozent. 
 
TATSACHE 4:
Tatsache 1 und 2 haben nichts miteinander zu tun. Dennoch werden die Zahlen von Tatsache 2 geradezu ideologisch und demagogisch von Impfverweigerern, besser wäre die Bezeichnung "Realitätsverweigerern", als fatale Begründung herangezogen. Dummbeutel im Journalismus - auch der ÖR - verwenden diese Zahlen undifferenziert und zur Angstmache, leider immer wieder.
 
Fazit und Bezug zur Opernszene:
 
Aktuell macht die Wiener Staatsoper 2G - das ist an sich vorbildlich. Leider geben die noch einen drauf - das heißt dann: "2G+". Obwohl  durchgeimpft muss jeder dieser vernünftigen Menschen noch einen Coronatest vor dem Besuch extra machen. Man sollte es kaum glauben!
 
Das wird der Todesstoß für die Theater, wenn sich so etwas durchsetzt, denn es kommen ja ohnehin immer weniger Besucher.  Ich hab schon vor nem Jahr geschrieben, dass wer naiv glaubt, alles sei bald vorbei und die Opernhäuser werden wieder voll ausgelastet, wie früher, auf dem Mond lebt. 
 
Freue mich, wenn ich nicht recht behalte. Aber solche Zeitzeichen wie "2G+" sind vielleicht im Bordell oder sonst wo berechtigt, aber hier eben nicht.      
 
Peter Bilsing 14.11.21
(c) Peter Klier

 

 

Runter vom Sockel

Post vom Intendanten

Intendanten an öffentlich bezahlten Kulturinstituten genossen vor der Pandemie hohes Ansehen, wenn man von einigen Ausnahmen absieht. Mittlerweile arbeiten viele von ihnen daran, vom Sockel zu stürzen und ihre Häuser gleich mitzunehmen. Wie das geht, zeigt eine kürzlich geführte Korrespondenz, die so exemplarisch ist, dass wir den Namen des Intendanten für di

esen Kommentar nicht brauchen.

Ein Journalist, genervt von den E-Mails, die

der Pressesprecher eines Stadttheaters regelmäßig mit vielen Sternchen verschickte, bat den Chefkommunikator, ihn von der Gender-Liste auf den Verteiler mit den Pressemitteilungen zu setzen. Der PR-Arbeiter antwortete, das ginge nicht, er müsse schon in Kauf nehmen, dass er die Sternchen-Mails bekäme, weil es keinen anderen Verteiler gäbe. Das sei eine Weisung des Intendanten.

Der Intendant weist seinen Mitarbeiter an, Pressevertreter mit ideologisch verbrämten Schreiben zu belästigen, statt auf Information angelegte Pressemitteilungen zu verschicken? Wie kann der Pressesprecher dann seine Arbeit erledigen? Als ich von der Geschichte erfuhr, setzte ich mich unverzüglich mit dem Intendanten in Verbindung, um ihn danach zu fragen.

Die Antwort, die der Intendant schließlich erteilte, erscheint mir exemplarisch für viele Häuser, die sich zwar vom Steuerzahler g

ern und ausgiebig finanzieren lassen, aber dessen Willen geflissentlich ignorieren. Und deshalb braucht der künstlerische Leiter des Stadttheaters auch keinen Namen. Es geht hier nicht darum, jemanden bloßzustellen, sondern die Mechanismen aufzuzeigen, mit denen Kulturschaffende in den deutschsprachigen Ländern gerade nachhaltig der Kultur schaden.

Für mich waren, von Jugend an, die Theater – und mögen sie noch so klein gewesen sein – die Tempel der Kunst, die Bewahrer der Sprache. Das mag eine romantisch-verklärte Sicht eines jungen Mannes gewesen sein, der schon als Schüler dankbar dafür war, dass es Reclam-Heftchen gab, in d

enen er die großen Theaterstücke lesen konnte. Selbst Autoren, die versuchten, Sprache zu dekonstruieren, übten einen Reiz auf mich aus, weil ich der festen Überzeugung war, dass man, um solche Zerstörungsversuche zu unternehmen, im Besitz überdurchschnittlicher Sprachkenntnisse sein muss. Ich übertrug das, man mag die Naivität des Pubertiers nachsehen, auf das Theater als solches. War tatsächlich bis vor Kurzem der Überzeugung, dass die Kultur der Hort der deutschen Sprache sei.

Es „sei meine persönliche Auffassung an dieser Stelle geäußert, dass ich zu wissen glaube, dass es in der Bundesrepublik zwar mit dem ‚Duden‘ ein Nachschlagewerk zur deutschen Sprache und ihren Regeln gibt und die ‚Gesellschaft für Deutsche Sprache‘ es sich zur Aufgabe gemacht hat, die deutsche Sprache, die Einhaltung ihrer Regeln und Ihren vermeintlichen Missbrauch zu beobachten und diesen gegebenenfalls zu benennen“, sagt der Intendan

t. Und ehe mir die Deutschlehrer Füllfederhalter mit roter Tinte in die Brust rammen: Die Rechtschreibfehler wurden bewusst übernommen. Eine Petitesse angesichts der Unkenntnis, die der Theaterleiter da von sich gibt. Gut, jeder blamiert sich, so gut er kann. Der Duden ist eine großartige Geschäftsidee, mit der ein Verlag über viele Jahre viel Geld verdient hat. Der Duden hat nämlich das Regelwerk der deutschen Sprache übernommen und abgedruckt. Die hohe Reputation, die sich das Werk damit erworben hat, verspielt es in diesen Tagen, wenn es sich in seiner Onlin

e-Ausgabe den Gender-Ideologen anschließt. Das Regelwerk gibt es entgegen der Annahme des Intendanten tatsächlich. Man bekommt es kostenlos im Internet, wenn man den entsprechenden Suchbegriff eingibt. Es gibt auch die Gesellschaft für deutsche Sprache, die hat mit dem Regelwerk allerdings herzlich wenig zu tun. Der Rat für deutsche Rechtschreibung, eine Versammlung Delegierter der deutschsprachigen Länder, ist das Institut, das über dieses Regelwerk wacht. Das ist übrigens eine geniale Konstruktion. Weil Delegierte aus drei Ländern zusammenkommen, ist der Rat weder für Lobbyisten noch für Staatseinflüsse zugänglich. Manches ist in Deutschland und den Nachbarländern doch besser geregelt, als man glaubt. „Andererseits gibt es in Deutschland keine verbindliche oder gar von Staats wegen vorgeschriebene Regeln in Bezug auf Wortneuschöpfungen, -veränderungen oder die Einbindung anderer Sprachen in den Sprachgebrauch des Deutschen, die es rechtfertigen, uns Vorsatz und Ignoranz als Vergehen vorzuwerfen.“ Auch hier irrt der Intendant gewaltig. Denn das Regelwerk der deutschen Sprache gibt sehr wohl vor, was wir als sprachliche Grundlage unserer Gesellschaft verstehen dürfen. Und das ist sehr gut so. Denn so – und nur so – wird Menschen ein Riegel vorgeschoben, die versuchen, unsere Sprache für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Da hat man aus der Geschichte gelernt. „Gesellschaft verändert sich permanent, da

mit auch die Sprache und auch ihre Regeln.

Wenn der Gebrauch eines Wortes, seine Schreibweise und somit seine Bedeutung Eingang in die Alltagssprache finden, wird es über kurz oder lang auch in den gelebten und sinnvollen Kanon übernommen werden“. Ein wahrer Satz, gelassen ausgesprochen. Eben dafür ist der Rat für deutsche Rechtschreibung zuständig. Er beobachtet ständig, wie sich Sprache verändert, und ist dafür zuständig, das Regelwerk der deutschen Sprache auf dem neuesten Stand zu halten – und dafür zu sorgen, dass nicht jeder Blödsinn zur Regel wird. Deshalb hat er auch im März vergangenen Jahres noch einmal ausdrücklich festgelegt, dass eine „Gendersprache“ nicht funktioniert und deshalb keinen Eingang in das Regelwerk finden kann. Das hätte der Intendant in vielen Medien nachlesen können. Und hätte da auch finden können, dass Sternchen und Doppelpunkt mit anderen Bedeutungen unterlegt sind und die lokale Verortung „innen“ meist keinen

Sinn ergibt.

Aber wozu sich mit Wissen und dem erklärten Willen der Geldgeber belasten, wenn man sich als Nabel der Welt fühlt, in seiner Blase lebt und lieber eigene als die geltenden Regeln erfindet? Daran, so erfahre ich aus dem Schreiben des künstlerischen Theaterleiters, haben sich alle Abteilungen und Sparten mit Freuden beteiligt – ohne anscheinend auch nur im Geringsten darüber nachzudenken, wozu gültige Regeln da sind. Da hat sich offenbar ein ganzes Haus in die Euphorie der Fantasie verstiegen. Das ist auf derselben Rechtfertigungsstufe wie die Aussage „Morgen beschließen wir im Stadttheater, dass rote Ampeln nicht mehr gelten“. Die Gründe für eine solche „autonome“ Ent

scheidung liegen nach Ansicht des Intendanten auf der Hand. „Zum einen werden Texte durch die Nennung von männlicher und weiblicher Form unnötig lang, zum anderen bleiben dabei nichtbinäre Menschen weiterhin unberücksichtigt. Für uns ist es selbstverständlich, dass auch diese nichtbinären Menschen, mit denen wir tagtäglich harmonisch zusammenarbeiten und -leben, von uns mit dem gebotenen Respekt angesprochen werden.“ Ja, um was geht es denn nun? Um die Kürzung lästiger Längen bei Texten oder um Transsexuelle? Oder solche, die

nicht wissen, ob sie Männchen oder Weibchen sind?

Lieber Intendant, mit einem Grundwissen der deutschen Sprache ist allen geholfen. Denn die deutsche Sprache ist, wenn sie nicht behördlichen Bedingungen unterworfen wird, eine auf größtmögli

che Ökonomie ausgerichtete Sprache. Deshalb gibt es das generische Maskulinum. Hier werden alle unsichtbar, und der Inhalt wird sichtbar. Wenn ich darüber spreche, dass die Musiker die Bühne betreten, die Tänzer ihre Körpersprache finden wollen oder die Sänger eines Abends alle Erwartungen erfüllen, ist jedem, der noch nicht komplett verblödet und der deutschen Sprache mächtig ist, vollkommen klar, dass alle gemeint sind. Ich habe das an anderer Stelle bereits ausgeführt. Der Inhalt ist, dass ein Berufsstand gemeint ist. In dem Moment spielt es überhaupt keine Rolle, welche Menschen dem Berufsstand angehören und schon gar nicht, welchem Geschlecht sie angehören. Weil das die unnötigste Information überhaupt ist. Und das der einzig respektvolle Umgang mit Menschen sein kann. Inzwischen haben sich Schriftstellerinnen geäußert, dass sie Autoren sein wollen, weil nicht das, was zwischen ihren Beinen ist, wichtig sei, sondern der Inhalt ihrer Bücher. Da haben sie

verdammt recht. Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass ich auf den Buchdeckel schaue, wer den Text verfasst hat, sondern den Text lese und auf seine Bedeutung prüfe. Aber das gilt in deutschen Theatern ohnehin nicht mehr.

Ach, wie nun die Anekdote mit dem Pressesprecher ausgegangen ist? Dem musste der Intendant nach eigenen Worten gar nich

ts mehr sagen, weil er „ohnehin einen zeitgemäßen Umgang mit Sprache verinnerlicht“ hat. Mit anderen Worten: Der Pressesprecher hat dem Journalisten, nicht anders sind die Worte des Intendanten zu verstehen, ins Gesicht gelogen. Aber so ist das mit der „neuen Sprache“. Es geht nicht mehr um Inhalte und Wahrhaftigkeit, sondern um Ideologie und Dummheit, ach nein, Nichtwissen. Der Journ

alist wird seine Konsequenzen daraus ziehen.

Der Intendant hat sich als Bewahrer der deutschen Sprache vom Sockel gestürzt. Als einen in ideologisch gefärbter Wolle Theatervorstand, der die Gesellschaft in neue Klassen einteilt, um nicht zu sagen, in sexistische Klassen spaltet, braucht ihn das Publikum nicht. Und es ist an der Zeit, Intendanten und ihre Mitläufer, die das Sternchen lieben, zu verabschieden. Schon jetzt bleiben viele Menschen den Häusern fern. Bei den bevorstehenden Haushaltsverhandlungen wird sich für die Stadttheater zeigen, ob sie auf Solidarität von Theaterbesuchern hoffen dürfen, deren Willen sie heute ignorieren.

 

Gastbeitrag von

 

Michael S. Zerban

(Hrg. O-TON), 10.11.2021

 

 

Herausgeber PS

 

Der hier veröffentlichte Kommentar von Michael Zerban, der schon öfter Gastautor berim OPERNFREUND war, gibt auch und besonders die Meinung des OPERNFREUND-Herausgebers wieder. Ich gebe zu, daß wir Pressemitteilungen - es sind mittlerweile schon die Mehrheit - beim ersten Gendersternchen nicht weiterlesen und sofort löschen bzw. auf die Spam-Sperre lege. Die Verhunzung der deutschen Sprache dient keinerlei Gleichberechtigung-Anliegen, sondern ist rein ideologisch motiviert und verkauft zielgerichtet Menschen bzw. die Leser für dumm.

 

Ich habe hierzu schon mehrere Kommentare geschrieben (bitte runterscrollen). Auserdem haben wir eine Extra-Seite

eingerichtet für alle, die sich fundierter informieren möchten und wo wir für alle Gendergegner vernünftige und plausible Argumente und Widersprüche zur Verfügung stellen.         

 

P.B. 10.11.21

 

 

 

Ernsthafte Kontrolle – praktisch null!

Und da wundern wir uns über gestiegene Corona Zahlen.

In diesen Zeiten steigen wieder die Inzidenzen. Genau, aber haargenau so, wie es Fachleute, wie zum Beispiel der vielgescholtene Prof. Dr. Lauterbach, exakt vorausgesagt haben. Und da faseln Wir

rköpfe tatsächlich vom Freedom Day. Wie krank muss man sein um diesen eher politischen Begriff überhaupt in diesem Zusammenhang zu verwenden?

 

Die tatsächliche Inzidenz liegt bei über tausend aktuell, wenn man nämlich nicht verschleiert, sondern das Ganze auf Nichtgeimpfte reduziert, die hauptsächlich betroffen sind. Also kann doch nur 2G die vernünftige Konsequenz sein. Kann es?

 

Was millionenschwere Hauptschüler in Trainingsanzügen oder prominente Linke sprachlich absondern interessiert doch (Sorry!) kein Schwein. Warum wird der Schwachsinn ernst genommen und das sofort publiziert? Jeder Volltrottel findet heutzutage eine Bühne in Presse und ÖR und eine Internetseite, die seinen Schwachsinn bestätigt. Wo ist die Verantwortung?

Wenn ein homo non sapiensis Blödsinn redet, ist das seine Sache – ich will es aber nicht wissen. Und wenn das dann auch noch zur totalen Verunsicherung in Teilen der Bevölkerung führt, ist solches gemein gefährlich und zeugt von unverantwortlichem journalistischen Handeln der Nachrichten Redaktionen.

 

Ja, es gibt Leute, die behaupten tatsächlich, daß es die Mondlandung nicht gab, daß das FBI die Twin Towers selber gesprengt hat, überall Außerirdische rumlaufen und daß Schweine fliegen können bzw. die Erde eine Scheibe ist. Sollen sie – man kann ja nicht jeden in die Psychiatrie sperren. Oder doch?

 

 

Ein aktueller Kontraste Beitrag zeigt, daß nicht wenige diese Leute nicht so harmlos sind. Die Trump Gemeinde lässt auch in Germany grüßen. Blöd ist blöd aber nicht gefährlich? Eine grpßer Irrtum, wie es scheint...

 

Aber dass sogar die 2G Regeln fast nirgendwo richtig kontrolliert werden, wie dieser Filmbeitrag des BR zeigt, erleben wir doch täglich selber - das ist aber ein Skandal. Als Eintrittsvoraussetzung gar immer noch (!) 3G zu schreiben ist der blanke Hohn und grob fahrlässig, denn solche Tests können mittlerweile schon 5-Jährige am PC fälschen. Juristerei und Politik schweigen bzw. bleiben untätig und werden so mitschuldig am aktuellen Desaster.

 

Da müssen wir uns nicht wundern, wenn so auch die Theater kaputt gemacht werden und die Leute verängstigt nicht mehr zurückkommen. In Folge werden immer mehr Städte sich überlegen ob, unter diesen Bedingungen und den immer weniger Besuchern, die Millionen Steuersubventionen noch bezahlt werden müssen. Das Theatersterben hat gerade erstbegonnen.               Peter Bilsing, 5.11.2021

 

 

 

 

Wichtige Erfindungen. Heute

DIE SPRECHENDE ARMBANDUHR

Endlich gibt es sie: Die Uhr für Oper und Konzert!

 

(c) Amazon

 

 

Liebe Opern- und Konzertfreunde, auch Kino- und Theatergänger spreche ich hiermit an. Freunde, Euer Sehnen wurde erhört. Als quasi Nebenprodukt der Raumfahrt, wie mir der Hersteller vertrauensvoll versicherte, entstand "die sprechende Armbanduhr". Darauf haben wir gewartet, oder? Nicht jeder verfügt, wie der Rezensent, über eine Armbanduhr mit Beleuchtung. Ja Freunde, so etwas braucht man heute als Kritiker...

 

Das ideale Geschenk für die opernbegeisterte Verwandtschaft. Das Ei des Columbus besonders für ältere Leute, die ja die oft kleinen Ziffern von Uhren kaum noch lesen können - geschweige im Dunkeln

. Ich habe sie ausprobiert. Funktioniert perfekt und ist nicht zu leise. Man hört sie gut. Wichtig im Konzert vor allem bei Wagner und Co!

 

Und wenn Sie ihre Nachbarn, Freunde oder Verwandte mit Kindern loswerden wollen oder einfach nur ärgern, dann schenken Sie deren Kindern diese sprechende Watch. Diese werden dann ihre Eltern in den Wahnsinn treiben. Besser als jede Barbiepuppe und vor allem Unisex geeignet durch die silberne Farbe ;-)

 

Ein hervorragendes Medium übrigens um, wenn sie im Konzert in der ersten Reihe direkt in der Nähe des Dirigenten sitzen, ihn am Ende der zum gähnen langweilig dirigierten und nicht enden wollenden Beethoven Symphonie darauf hin zu weisen, daß irgendwann mal Schluss sein muß, weil ihr Taxis wartet.*

 

Soviel Spaß für nur 16 Euro ist schon toll.

 

Herzlich grüßt Ihr Opernfreund Herausgeber

 

 

* in diesem Fall empfiehlt es sich allerdings bei mehrmalige, Einsatz immer empört einen ihrer Nachbarn anzuschauen und den Kopf zu schütteln, wenn sie ein Hausverbot demnächst vermeiden möchten.

 

 

Wehret den Anfängen!!

 

Reisserischer Bildartikel, aber keine Fake-News. Zwei Beispiele fallen mir spontan ein, es wird hunderte geben. Die Sprachpolizei arbeitet kontinuierlich. Aus der Operette DER ZIGEUNERBARON (wenn man dies degoutante Werk überhaupt noch spielt - gehört das nicht auf den Index?) wird bald garantiert DER SINTI UND ROMA CHEF. Aus Oscar Wilde / Zemlinsky DER ZWERG muß DER KLEINWÜCHSIGE MENSCH werden.. Die Kulturrevolution hat begonnen. Die Bilderstürmer sind schon unterwegs. "Ja, haben wir denn keine anderen Probleme?" sagt der Unbedarfte oder geschichtlich Ungebildete, oder derjenige, der ablenken will.

 

Vom Verändern historischer Kinder-Buchtexte - pars pro toto Astrid Lindgren - bis zur Bücherverbrennung ist kein großer Schritt. Und von der Umbenennung alter Kunstwerken bis zu dere

n Zerstörung auch nicht. Hier lassen Hitler, Stalin, die Taliban und vor allem Mao ganz herzlich grüßen. Die dämliche Genderei ist übrigens ein nicht unwichtiger Faktor in dem bösen Spiel. Wehret den Anfängen!

 

Hören Sie sich bitte mal den vielleicht interessantesten Podcast an, den es zur Zeit in Deutschland gibt; LANZ/PRECHT (Folge 2). Weise Worte - ein gutes Gespräch - ohne jegliche öffentlich rechtliche Gesinnungsmanipulation oder Ideologie. 50 wirklich  lohnende Minuten!

 

Peter Bilsing (Hrg.) 14.9.2021

 

PS

Bitte schicken Sie mir unbedingt noch Opern oder Literaturbeispiele, die dringend in diesem Sinne verändert werden müssen, um unsere Gesellschaft zu schützen. Danke

 

 

APROPOS: Ich begehre, nicht schuld daran zu sein

28.07.2021

01 a p r o p os renate ipse 300

Ich begehre, nicht schuld daran zu sein

Es gibt Dinge, gegen die ist man machtlos, gegen die hat man den Kampf aufgegeben. Die ersten Premieren in Bayreuth (Tcherniakovs „Holländer“) und Salzburg (Castelluccis „Don Giovanni“) beweisen erneut, was man längst weiß: Der Anspruch an Regisseure heute lautet: „Mach was Dir einfällt, ganz egal, was, und kümmere Dich nicht um die Vorlage. Was immer Du erfindest, es ist egal, es kann dies sein oder auch ganz was anderes, jede Willkür erwünscht, jede Albernheit erlaubt, jeder Schwachsinn sanktioniert. Je schräger, desto besser. Die Presse wird jubeln und das Publikum auch (entweder, weil es so viel gezahlt hat, oder weil es stolz ist, dabei sein zu dürfen).“

Die Schöpfer der Werke sind Freiwild und spielen nicht mehr mit, die Inszenierungs-Interpreten sind (neben den Intendanten) die einzigen Könige der heutigen Bühnen. Die Sänger (und Schauspieler) halten besser den Mund und machen, was von ihnen verlangt wird, sonst haben sie demnächst keinen Job mehr.

Und das Publikum, so es einigermaßen jung ist, weiß gar nicht mehr, wie die Werke – die Opern, die Theaterstücke großer, großer Komponisten und Dichter – eigentlich „gehen“. Wenn es auf der Bühne genügend Krach gibt (und dass ein Auto aus dem Schnürboden knallt, das ist doch etwas), dann hat man doch einen Event-Effekt, über den man reden kann. Ich war dabei, ich hab’s gesehen. Und „Don Giovanni“? Ähhh, also, das weiß ich jetzt nicht…

Nun geben die Herren Regisseure ja auch hochgestochene Interviews. Frank Castorf nannte es den „Interpretationsauftrag“ (er sagt „Auftrach“), der ihn treibe. (Das heißt, dass Gounods „Faust“ ohne den Algerienkrieg im Hintergrund – weil ihm der halt eben durch die Birne rauscht –  nicht funktioniert und Gretchen eine Nutte ist.) Es wird viel vom „Gegenwartsbezug“ geredet, davon, „die Werke zu uns her zu holen“. Selbstverständlich, alles darf man, wenn es gut gemacht ist und gedanklich überzeugt. Wenn Robert Carsen die Händel’sche Agrippina, die zu des Komponisten Zeit als böse römische Kaiserin gemeint war und Barockgewänder trug, zu einer Firmenchefin und Intrigantin in einer Mussolini-Welt macht, geht die Rechnung auf. Das erzählt nämlich im anderen Gewand immer noch die richtige Geschichte. Dann schmeckt auch alter Wein in neuen Schläuchen.

Aber wo sind die Geschichten in den Inszenierungen geblieben, die man in letzter Zeit gesehen hat? Wo zieht man Regisseure im Namen von Komponisten und Autoren, die Großes geschaffen und etwas Bestimmtes gewollt haben, zur Rechenschaft für ihre Einfälle? Nirgends, denn das Feuilleton hat sich – vor allem, um nicht als gestrig oder gar „faschistoid“ verschrien zu werden – hier vielfach, tausendfach mit schuldig gemacht. Wer des Schreibens mächtig ist, kann alles hochjubeln (und alles herunter machen, wie es gerade opportun ist). Er kann es toll finden, wenn Neuenfels den Lohengrin-Chor in rosa Mäuse verwandelt. Mit der Sprache kann man alles machen, man kann – aus welchen opportunistischen Gründen auch immer – zurichten, verbiegen, lügen. Man sollte es bloß nicht. Nein, man sollte es nicht:

Schuld daran sind natürlich auch jene Intendanten, die stolz darauf sind, ihre Bühnen jeglicher Willkür zu öffnen, die das Zerstörungswerk, das sie in Gang setzen, bejubeln. Kommen ihnen nie Zweifel an dem, was sie da tun? Eine Theaterdirektorin hat mir einmal in einem privaten Gespräch gesagt, sie wundere sich, was sich ihr Publikum alles bieten lasse…

Ich wundere mich längst nicht mehr. Aber ich begehre, nicht schuld daran zu sein. Wie fühlt man sich als Rufer in der Wüste? Ziemlich allein.

 

Renate Wagne, 1.8.2021

 

 

DIE THEATER STEHEN BEREIT

Jeden Tag erreichen mich aktuell neue und sehnlichst erwartete Pressemeldungen mit der Ankündigung „WIR SPIELEN WIEDER!“. Das so oft zitierte „Licht am Ende des Tunnels“ wird immer leuchtender. Nach über einem Jahr, mehr oder weniger ohne Livepublikum, laden Deutschlands Theater und Opernhäuser endlich ihre BesucherInnen wieder ein. Von München und Augsburg über Saarbrücken und Frankfurt, von Essen und Dortmund, von Berlin und Hamburg bis Flensburg: sie alle wollen ab Juni ihren Theaterbetrieb vor Publikum wieder aufnehmen. Wenigstens teilweise. Und Schritt für Schritt. Und täglich kommen weitere Häuser dazu. Alle halten sich, wie auch zu Ende des vergangenen Jahres, an strenge Hygienevorschriften um einen reibungslosen Ablauf ihrer Spielpläne garantieren zu können. Vieles scheint nun wieder möglich zu werden. Und auch die Bayreuther Festspiele – letztes Jahr noch der Pandemie zum Opfer gefallen – scheinen in 2021 als gesichert. Wenn auch nur vor begrenzterem Publikum als gewohnt.

 

Für die Theater- und Opernfans kann es noch zu einem versöhnlichen Sommer kommen. Dank der ständig sinkenden Inzidenzen ist es kulturellen Einrichtungen mehr und mehr gestattet ihre Pforten für Besucher zu öffnen. Sicher wird es noch kein Opernbesuch wie vor der Pandemie sein. Eben einer, mit allem „Drum und dran“: Vielen Menschen, ausverkauften Häusern, erwartungsvollem Geraune in den Foyers, Sekt am Erfrischungsstand und auch kein Drängeln am Parkscheinautomaten nach Beendigung der Vorstellung. Letzteres würde ich allerdings nicht vermissen. Aber die Türen öffnen sich. Die Theater stehen bereit.

 

Viele Theater sind in den vergangenen Monaten dazu übergegangen, ihrem Publikum zumindest online Oper, Operette und Konzerte anzubieten. Sicher nur ein Ersatz für einen tatsächlichen Besuch in einem Opernhaus oder in einem der vielen deutschen Konzertsäle. Aber es ist anzuerkennen, dass dieses Angebot vorhanden war und noch ist. Denn spielen und auftreten wollen sie alle! Und hör- und sichtbar bleiben. Auch für den Preis fehlenden Applauses. Und das gehört einfach honoriert und wertgeschätzt. Natürlich kann ein Stream kein Liveerlebnis ersetzen, aber es liess uns dennoch teilhaben an einem Theatergeschehen, wie wir alle es so noch nicht kannten. Und von dem wir uns alle wünschen, dass es sehr bald Vergangenheit ist. Obgleich die Form des Streaming durchaus für die Zukunft ihren Reiz hat. Es gibt auch Gründe die dafür sprechen. Das Liveerleben ersetzt ein Stream sicher nicht.

 

In den zurückliegenden Monaten habe ich viele Telefonate und Chats mit Pressesprecherinnen und Pressesprecher verschiedenster deutscher Theater geführt. Und immer blieb bei mir der Eindruck zurück, wie sehr man sich bemüht diese Pandemiezeit zu überwinden und wie sehr man sich „normale“ Zustände herbeisehnt. Unter diesen Eindrücken habe ich auch so manche meiner DAS OPERNMAGAZIN-Videogespräche mit Künstlerinnen und Künstlern geführt. Denn sie sind es doch, die von den Zwangspausen seit März 2020 besonders betroffen waren. Für viele von ihnen ging und geht es noch immer um nicht weniger als die berufliche und wirtschaftliche Existenz. Nicht wenige von ihnen waren ratlos, wurden mutlos und suchten Hilfe. Die versprochenen Staatshilfen flossen nicht wie angekündigt und wenn, dann kamen sie verspätet und oftmals unzureichend. Aus dieser Not heraus aber wurden Künstler aktiv. Sie spürten, dass die erwartete Hilfe nicht von außen kam und solidarisierten sich. Wie so oft, spielte FACEBOOK dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. So wie beispielsweise die Initiative der Theaterwissenschaftlerin und Regisseurin Magdalena Weingut, die im Frühsommer 2020 die Facebookgruppe „krea [K]tiv – musiktheater stands up“ gründete und mit anfangs knapp zwei Dutzend weiterer Betroffener aus Kunst und Kultur, zu einem der führenden Sprachrohre in der Kunstszene wurde. Eines ihrer Ziele und Forderungen war und ist ein starker Berufsverband für Musiktheaterschaffende. Mittlerweile wurde aus der Facebookgruppe (mit inzwischen über 1800 Usern) ein eingetragener Verein mit eigener Homepage und stetig wachsender Vereinsmitgliedschaften. Aus dem Kreis der Mit-Initiatoren von krea[K]tiv habe ich für mein DAS OPERNMAGAZIN mit Kirsten Schötteldreier ein Videogespräch geführt und einen deutschlandweit beachteten Artikel von Christian Miedl veröffentlicht.

 

Für die Kulturschaffenden, und besonders die Freischaffenden unter ihnen, sind die zurückliegenden knapp 13 Monate eine bittere Erfahrung, die sie so nicht erwarten, gar erahnen, konnten. Dies betrifft aber alle Menschen. Weit über die Kultur hinaus bis in das private Leben hinein erleben wir eine Zeit, die noch sehr lange auf uns Menschen nachwirken wird. Bestenfalls nehmen wir das scheinbar „Gute“ daraus mit, um überhaupt einen Sinn in all dem notwendigerweise nötigen Verzicht der letzten Zeit zu sehen. Bei den erwähnten Kulturschaffenden, die sich solidarisiert haben, um auf ihre Situation hinzuweisen und Auswege aufzuzeigen, ist das Ziel Gehör an den richtigen Stellen zu finden, aufgegangen. Sie werden auch nach Corona eine weiterhin wichtige Rolle spielen. Oder noch anders: die Arbeit fängt für sie alle gerade erst an. Die Probleme und Missstände in der Theater- und Opernwelt waren schon viel länger da und nun sind es die Künstler selbst die für Veränderungen eintreten. Zu Recht – und weil nur sie es einfach können!

 

Mit fallenden Infektionszahlen steigt unsere Erwartung auf ein Leben wie wir es vor Corona lebten. Schrittweise wird es in diese Richtung gehen. Den „einen Tag“, an dem alle Auflagen und Verordnungen fallen, wird es so wohl nicht geben. Zu viele Faktoren, auch politischer Art, beeinflussen die Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig aber lernen wir mit dieser Situation umzugehen und sie sogar zu nutzen. Wie ein Brennglas lässt uns die Pandemiezeit auf so vieles schauen, was schon immer so war und vermutlich auch so geblieben wäre. Aber eigentlich einer Veränderung bedurfte. Diese Veränderungen finden nun statt. Zug um Zug. Auch im großen Bereich der Kultur. Und das ist richtig!

 

Detlef Obens, 24.5.2021 (Hrg.) DAS OPERNMAGAZIN

 

 

Skurriles und Verblüffendes  aus der Opernszene

Die Berliner Opernhäuser schreiben schwarze Zahlen - kaum zu glauben

berichtet das VAN Magazin. Das haben wir doch schon immer gewusst: Spielt die Oper gar nicht kostet es den Steuerzahler weniger, oder werden weniger Schulden gemacht. Nun hoffen wir - Pssssst! Nicht weitersagen bitte - daß dies unsere Politiker nicht umsetzen. Man weiß ja überhaupt nicht, wie sich die Kulturpolitik nach den Wahlen entwickelt. Wenn schon die Kobolde verboten werden sollen von Frau Baerboc - wer weiß, was noch passiert. Immerhin muß man ja mal dran erinnern, daß es einst die Grünen waren, die sagten "Wozu Opernhäuser, es gibt doch DVD Player". Da ist man dann froh - egal wie es ausgeht bei den koalitionsverhandlungen - daß die Kultur überwiegend Ländersache ist.                                             P.B.

 

 

Der Genderhirnriss geht unbeeindruckt weiter

Wir suchen noch vergeblich Schläger*in, Vergewaltiger*in, Massenmörder*in, Nazi*in. Das aktuelle Procedere linker Sender ist also nicht konsequent. Soweit geht man dann doch nicht. Völlig unberührt tausender Proteste versuchen ZDF Sprecher und Sprecherinnen weiter das deutsche Volk zu kommunistischem Zwangs-Neusprech zu erziehen. Jeden Tag verstoßen Nachrichtensendungen gegen die geltenden Regeln der deutschen Sprache; absichtlich mit erzieherischem Hintergedanken à la DDR!

 

Mir persönlich reicht es. Aus! Schluss mit ZDF! Von der Fernbedienung gelöscht! Jetzt gibt es bei mir nur noch ZDF info. Mit dem Zweiten sieht man nicht besser, sondern wird für blöd verkauft. Da lacht man im Hintergrund über die dummen Zuschauer, die das alles noch bezahlen.

 

"Es sind schon erheblich weniger, die sich beschweren..." Dabei man hört das nicht ausgesprochene aber wohl gedachte Höhöhöhöhö im Hintergund. Hohnlachen gegenüber dem Gebührenzahler, so scheint es. Wann ist endlich Schluss mit dem Blödsinn? Wann hält man sich an die Rundfunktgesetze? Schläft der ZDF Fernsehrat? Endlich nimmt sich mit Friedrich Merz auch ein populärer Politiker dieses unverschämten Schwachsinns an. Weiter so bitte, Herr Merz!

 

Jeden Tag schreibe ich diese Antworten an die Pressestellen der diversen Theater mit dem immergleichen Text:

 

Liebe Kollegin,

Texte mit sogenannten „Binnen I“ oder "Gendersternchen" als Ausdruck einer vermeintlichen Gendergerechtigkeit der Deutschen Sprache sind eklatante Rechtschreibfehler. Auch Ihr Text beinhaltet diese. Wohlwissend, oder einfach ignorierend, dass der Rat für deutsche Rechtschreibung am 26. März 2021 detaillierte Empfehlungen zur normgerechten Verwendung von bestimmten Ausdrucksformen gegeben hat, speziell was das „Gendern“ betrifft? Das Binnen I ist eine "orthografisch nicht normgerechte Wortbildung“. Und damit ein Schreib- bzw. sogar ein Grammatikfehler.

https://www.rechtschreibrat.com/geschlechtergerechte-schreibung-empfehlungen-vom-26-03-2021/

Die korrekte Verwendung der deutschen Sprache gerade in Medienveröffentlichungen und Pressemitteilungen hat hier eine Vorbildfunktion, auch und gerade für die Jugend. Etwa 87 Prozent der Bevölkerung in Deutschland lehnen die Veränderung der deutschen Sprache aufgrund von Indoktrinierung bestimmter Gruppen, also die Ideologisierung zur vermeintlichen semantischen Gerechtigkeit der Geschlechter ab.

https://www.deropernfreund.de/genderschwachsinn.html

Bitte schicken Sie uns keinerlei Pressemitteilungen mehr, wenn dieser Unsinn an ihrem Haus beibehalten wird. Näheres finden Sie beim OPERNFREUND auf einer Sonderseite.

 

Sobald ich ein Sternchen sehe, wird nicht weitergelesen und der Absender kommt auf die persönliche Spam-Liste. Protestieren Sie bitte auch. Wir haben nicht mehr 1930. Es kann nicht sein, daß wir uns von einer kleinen Minderheit zwangebeglücken lassen müssen, welche die Oberhoheit in Sachen Verdummung und Verhunzung über unserer schöne deutsche Sprachen anstreben.                                        P.B-

 

Stichwort Wiener PARSIFAL

Guten Morgen liebe Opernfreund Leser!

An solches oder ähnliches muß sich der unbedarfte Oernbesucher wohl gewöhnen: Ein vor allem aus aussermusikalischem polititsch-enagagiertem Grund bekannter Regisseur plant, seine nächste Inszenierung in einem Gefängnis zu "verorten" wie man heute sagt. Wenn es nicht die Zauberflöte wird, dann eben der Parsifal, unabhängig davon, daß die Gralsritter ja ursprünglich zwecks guter Taten in die Welt hinaus ziehen. Wenn überhaupt wird der Text inszeniert, die Musik wird fast als störend wahrgenommen, weshalb selbst bei wunderschönen und bedeutenden Vor- oder Zwischenspielen durch Videos o.ä. den Besucher von der Musik abgelenkt werden sollen, Für die, die alten Operninszenierungen nachweinen, zeigt man Tätowierungen mit Symbolen des Stücks oder es wird dann noch mit Kreide auf Holzwände geschrieben.

 

Natürlich spielen Gewaltdarstellungen eine grosse Rolle, hier konnte ich zusätzlich sehen, daß Herr Zeppenfeld seine morgendliche Gymnastik besser beherrscht als ich alter Mann. Das schließt aber nicht aus, daß Szenen, besonders soweit sie persönliche Beziehungen zwischen den Personen darstellen, eindrucksvoll gelingen. Während langjährige Opernbesucher sich daran gewöhnt haben, daß Sängerinnen und Sänger den von ihnen dargestellten Personen manchmal nur stimmlich Glaubwürdigkeit verleihen können, merkt der aufmerksame Schauspielregisseur, daß ein junger Tor und ein schon etwas graumelierter Tenor nicht als ein- und dieselbe Person auftreten dürfen . Insofern war die Aufteilung des Parsifal etwas logisch, wenn sie nicht übertrieben worden wäre. Stimmlich beherrscht Jonas Kaufmann die nicht übermässig lange Partie natürlich perfekt.

 

Erfreulich ist aber, daß zumindest für den aufmerksamen Zuhörer die musikalische Seite nicht kaputt zu kriegen ist, besonders wenn das Orchester unter A. Jordan die Mischtöne und Klangfarben etwa im p so eindrucksvoll zu Gehör bringt. Herrn Zeppenfeld gelang Gurnemanz besonders betreffend das Baßfundament noch eindrucksvoller als in Bayreuth, das kann aber auch an der Übertragungstechnik liegen. Sensationell vor allem gesanglich aber auch in Darstellung und Erscheinung fand ich E. Garanca als Kundry. In meinen vielen Parsifals zwischen Hamburg und München, zwischen Dortmund, Düsseldorf und Kassel, zwischen Karlsruhe, Baden-Baden und Bayreuth kann ich mich nicht kann ich mich kaum an eine ähnlich tolle Leistung im zweiten Aufzug erinnern - vielleicht Waltraud Meier!. Allein für diese Kundry hat sich für mich das auf zwei Tage verteilte Anschauen der Aufführung gelohnt, meint mit vielen Grüssen  

 

Sigi Brockmann, 21.4.21

 

*Anmerkung des Hrg.

Zu diesem Thema ist unsere Kritikerschar durchaus gespalten - siehe aktuelle Besprechung. Auch die Herausgeberin des MERKERm sieht die Produktion ähnlich positiv.

 

HEIN MULDERS 3

Träumereien in Köln

Bei den Kölnern KulturpolitikerInnen herrscht zu Zeit Jubelstimmung über die Wahl von Hein Mulders zum Opernintendanten ab der Spielzeit 2022/23. Kultur-Politiker Lorenz Deutsch von der FDP glaubt mit Mulders sei „ein guter Fang“ gelungen und Oberbürgermeisterin Henriette Reker berichtet, die Findungskommission sei durch seine „nachhaltigen Erfahrungen und Erfolge mit der Führung von Opernhäusern“ überzeugtorden.

Wenn die Oberbürgermeisterin und ihre Kommission in den vergangenen Jahren regelmäßig das Essener Aalto-Theater besucht hätten, wo Mulders seit 2013 Intendant ist, wäre man wahrscheinlich zu einer anderen Einschätzung gekommen und würde sich nicht irgendwelchen Träumereien hingeben
Hein Mulders Intendanz am Aalto-Theater war und ist nämlich durch eine extreme Planlosigkeit geprägt. Weder bei der Auswahl der Werke noch bei den Regie-Teams war eine klare Linie oder ein Konzept erkennbar.

Vorgänger Stefan Soltesz, der das Aalto-Theater von 1997 bis 2013 als umtriebiger Intendant und GMD geleitet hatte, setzte im Spielplan hingegen klare Akzente. Alle 10 großen Wagner-Opern kamen in seiner Intendanz neu heraus, dazu gab es viele Werke von Giuseppe Verdi und Richard Strauss, von letzterem sogar einige Raritäten wie „Daphne“ und „Die ägyptische Helena“. Zudem darf man die legendäre „Frau ohne Schatten“ nicht vergessen, die Soltesz über 15 Jahre im Repertoire hielt. In der Spielplan-Konzeption war Soltesz zwar nicht innovativ, aber er verfolgte eine klare Linie.

Mit der Auswahl seiner Regisseure hat Soltesz das Publikum oft zur Weißglut gebracht, aber wenigstens gab es da Leute, die regelmäßig am Haus gearbeitet haben und dem Aalto eine Identität gegeben haben (Dietrich Hilsdorf, Michael Schulz, Anselm Weber, Tilman Knabbe). Auch Barrie Kosky, der heute jedermanns Liebling ist, arbeitete mehrfach am Aalto, war damals aber noch auf wilde Provokationen aus. (Beim „Fliegenden Holländer“ hatten die Matrosen Oralsex mit Skeletten, bei „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ mussten die Akteure mehrfach Darmentleerungen auf der Bühne simulieren.) – Trotz solcher Produktionen stand Soltesz aber zu seinen Regisseuren, die dann aber auch ganz sensible und anrührende Inszenierungen schufen wie „Tristan und Isolde“ (Kosky) oder „Madama Butterfly“ (Knabbe).

Bei Mulders hatte man aber den Eindruck, dass dieser keinen Plan hat, wo das Haus hinsollte, für welche Art Musiktheater das Aalto steht. "Macbeth" in der Regie von David Hermann war ein banaler Einstand. Regelmäßig änderte sich die Spielplankonzeption: 2014/15 gab es nur seltener gespielte Werke („Idomeneo“, „Schweigsame Frau“, „Grand Macabre“), 2015/16 wurden viele Koproduktionen gezeigt („Drei Orangen“ aus Amsterdam, „Elektra“ aus Antwerpen, „Faust“ aus Berlin).

Ab 2016/17 gab es dann eine zweieinhalbjährige Folge von 13 misslungenen Inszenierungen, bei denen ein Debakel dem nächsten folgte. Denn Anfang machten hier Imogen Kogge mit „Norma“ und Tatjana Gürbaca mit „Lohengrin“. Dass ein Opernhaus über solch ein Zeitraum eine solche Fülle misslungener und peinlicher Regiearbeiten herausbrachte, war schon fast des Guinness-Buches würdig. Erst Verdis „Otello“ in der Regie von Roland Schwab beendete 2019 die Pleitewelle. 

Da ist es nicht verwunderlich, dass Mulders in neun Jahren nur vier Regiearbeiter ein zweites Mal eingeladen hat. Lotte de Beer und Tatjana Gürbaca sind zwar hochgehandelt, bewiesen aber mit ihren Essener Regiearbeiten, dass sie überschätzt werden. Auf Robert Carsens „Jenufa“-Inszenierung hätte eigentlich noch Verdis „Don Carlos“ folgen sollen, der es dann aber coronabedingt nur bis zur Generalprobe schaffte. David Hermanns Inszenierung der Uraufführung „Dogville“ ist auch auf Eis gelegt.

Zu Zeiten von Stefan Soltesz wurden in Essen viele Partien aus dem eigenen Ensemble besetzen. So kamen im „Ring des Nibelungen“ Wotan (Almas Svilpa) und Alberich (Heiko Trinsinger) aus dem Ensemble. Mit Jeffrey Dowd verfügte das Aalto-Theater über einen Heldentenor, der zwar nicht überragend, aber zuverlässig war. Viele Gastsolisten waren regelmäßig zu erleben. So gehörten auch Größen wie Michaela Kaune, Martina Serafin, Luana de Vol, Silvana Dussmann oder Franz Hawlata zum Haus.

Durch diese Regieteams, die zum festen Stamm des Hauses gehörten, konnte man sich mit dem Aalto-Theater unter Stefan Soltesz identifizieren, Künstler auf ihrem Weg begleiten und ihre Entwicklung miterleben. Bei Mulders wurden hingegen für die Hauptpartien dauernd wechselnde Gäste engagiert, die nicht groß im Gedächtnis blieben.

  

Köln Oberbürgermeisterin Reker wünscht sich: „Köln soll und muss an Ansehen gewinnen, als Opernstadt im Herzen Europas!“ Wenn Hein Mulders die Kölner Oper so führen wird, wie er in Essen gearbeitet hat, wird dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen.

 

Rudolf Hermes, 16.4.2021

 

HEIN MULDERS 2

Der Weg des geringsten Widerstandes

Nun ist es also offiziell: Was als unmöglich - oder zumindest schwer schaffbar - galt ist gelungen und man hat für die Kölner Oper einen Intendanten gefunden. Und dabei musste man gar nicht weit blicken, der Essener Intendant Hein Mulders wagt sich auf den wackeligen Posten am Rhein. Wie auch seine Vorgängerin wird er zunächst die Oper in der Interimspielstätte im Staatenhaus leiten, bevor es dann 2024 vielleicht an den Offenbachplatz zurückgeht.

 

Schaut man sich diese Personalie an, so hat man mit Hein Mulders sicherlich einen erfahrenen Kulturmanager auf der Position, der nach Amsterdam und Essen auf die vermutlich unfähigsten kulturpolitischen Gegebenheiten seiner Karriere treffen dürfte. Aber es sei ihm aller Respekt gezollt sich dem auszusetzen. Neben ihm wird er, anders als in Essen, einen starken, charismatischen und populären GMD haben, der dazu auch noch mit einer Fülle an Entscheidungskompetenzen gesegnet ist.

 

Musikalisch wird man in Köln also gewohnt solide Dinge erleben dürfen, aber das ist in der Oper ja bei weitem nicht die ganze Miete. Was hat Mulders nach der strahlenden Ära von Stefan Soltesz in Essen Mutiges oder Bewegendes geboten? Er hat exzellente und beliebte Produktionen wie die „Carmen“ nach über 20 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand geschickt, um sie direkt durch eine miserable Neuproduktion zu ersetzen, niederschwellige Retro-Schlager-Produktionen füllten vielleicht den Saal, aber verschreckten den Opernfreund – und ansonsten: viel Mittelmaß und biederstes Repertoire. Das ganze gewürzt mit Regie-Desastern wie im „Troubadour“ oder im „Freischütz“. Doch Moment, so einfach sollte man die Intendanz Mulders in Essen nicht abwatschen. Da waren auch einige Lichtblicke: Man erinnere sich an „Le Grand Macabre“, an die Rarität „Hans Heiling“ an Aribert Reimanns „Medea“ und ja, nicht zuletzt an Meyerbeers „Prophete“. Aber, das muss man leider sagen, war es auch schon mit den Highlights in den langen Jahren dieser Intendanz. Mulders selbst sprach schon von Regisseurinnen, die in Essen so gute Arbeit geleistet hätten und die er nach Köln bringen wolle – wer mag das sein? Gerade im Bereich Regie konnte Essen in den letzten Jahren doch nur in den Kategorien „belanglos“ und „schlecht“ einen Platz belegen…

 

Was aber bedeutet das nun für Köln. Mit Mulders hat man einen ruhigen, besonnenen Fachmann geholt, dem man wohl zutraut, dass er mit und nicht gegen den GMD arbeitet. Dass der Franzose Roth gerne viel mehr französisches Repertoire in Köln spielen würde ist ein Gerücht, dass sich hartnäckig hält – vielleicht findet er in Mulders einen guten Partner, der in Köln doch Großes bewirkt? 

 

Man darf Hein Mulders viel Glück wünschen, denn der Umgang mit seinen Vorgängern im Amt sollte ihn warnen. Bisher hat die Kölner Kulturpolitik eigentlich alles dafür getan die Kölner Oper zu den besten Häusern der Republik mindestens eine Armlänge auf Abstand zu halten. Henriette Rekers Ansage, sie erwarte, dass das Haus internationales Renommee erlange… ja, das wird vermutlich ein frommer Wunsch bleiben. Denn solange eine Stadt nicht weiß, was sie an ihrer Oper hat und wie man vernünftige, planvolle und langfristige Kulturpolitik macht, solange gilt auch der Satz „Der Fisch stinkt vom Kopfe her“. Oper braucht Vorlauf, braucht Perspektive und die desaströse Hemdsärmeligkeit, mit der die Personalie Mulders aus dem Hut gezaubert wurde, zeigt einmal mehr, dass man an entscheidenden Positionen wenig bis kein Verständnis für Oper hat.

 

Mit Hein Mulders ist kein Künstler-Berserker gekommen, keiner, der das Rad neu erfinden will und leider auch keiner, der für musiktheatralische Sternstunden steht. Aber unterm Strich scheint die Entscheidung für den Niederländer nur die Lösung zu sein, die am wenigsten Probleme bereitet.

 

Sebastian Jacobs 16.4.2021

 

Hein Mulders 1

Surprise, surprise... Hein Mulders, dessen Vertrag in Essen eigentlich bis 2023 läuft, geht nach Köln zur ewigen Opernbauruine

Essen/Köln, der 12.4.2021

 

Das ist eine Sensation, denn in Essen wußte man augenscheinlich bisher nichts von diesem überraschend schnellen Wechsel bzw. der Vertragsauflösung. Da ich mich in Essen etwas auskenne, wage ich bis zur ersten Pressemeldung des Aalto mal eine Analyse. Reden wir tacheles ;-)

 

Mulders übernahm vom großen Stefan Soltesz die Aalto Oper, zusätzlich wollte man in Essen Geld sparen und übergab ihm auch die Leitung der Philharmonie Essen. Die Philharmonie leitete er dann wirklich vorbildlich. In den letzten Jahren war alles, wirklich alles, was Rang und Namen hatte in Essen zu Gast.

 

Darunter litt die Oper. Nicht nur der OPERNFREUND vergab immer öfter seinen absoluten Negativpreis (Opernfreund Schnuppe); auch sonst wurden die Kritiken immer mauer. Das Aalto, welches unter Soltesz wirklich Weltklasse war, verfiel immer mehr zum simplen Stadttheater. Die schlechten Kritiken und die Beschwerden des Theatervolkes häuften sich. Der Weg zur Provinzbühne ging stetig abwärts. Die Kritik war anhaltend groß und vielfältig. Das Publikum dankte Experimente, Blödsinn und Modernitäten nicht. Zuschauerzahlen sanken...

 

Zwei Häuser waren erkennbar zuviel für Mulders; er schien nicht nur uns hier überfordert. Man weiß nicht was im Hintergrund lief, aber da musste etwas gelaufen sein. Spekulation: Man schaute sich ab 2023 nach einen neuen separaten Opernintendanten um, damit das Aalto wieder zu den Spitzenhäusern avanciert.

 

Daß könnte man Herrn Mulders irgendwie gesteckt haben, denn, so mir nichts dir nichts, aus einem laufenden Vertrag auszusteigen, ist zwar im Fußballmilieu üblich, aber nicht unbedingt in der Hochkultur präsent.

 

Mulders ist ein mutiger Mann sich in den legendären Kölner Klüngel zu stürzen. Laut aktuellen Meldungen, hat die Stadt gerade 15 Millionen aus dem Restaurierungsetat (wie Stefan Keim s.u. schreibt) bei der Pleitebank Greensill verzockt. Also wer ernsthaft glaubt, daß die Oper Köln tatsächlich 2024 wieder öffnet ist ein echter Optimist.

 

Mit besten Grüßen

Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

PS Weitere Kommentare:

 

Stefan Keim schreibt dazu auf DLF.de

 

Es ist kein Vergnügen Opernintendant in Köln zu werden 12.4.2021

 

Ein weiterer

 

Beitrag vom O-TON Herausgeber Michael Zerban 13.4.2021

 

 

Beenden Sie die ideologische Unterwanderung

Die ideologische Unterwanderung der Sprache ist unerträglich. Vor allem im Bereich der Kultur und damit auch der öffentlich-rechtlichen Medien. Man möchte es einfach nicht mehr hören. Und man muss es auch nicht. Denn die öffentlich-rechtlichen Medien haben andere Aufgaben, mit denen sie schon lange nicht mehr zurechtkommen. Ein offener Brief an die Intendanten der Sendeanstalten.

 

Sehr geehrte Intendanten, Sie wissen schon noch, von wem Sie bezahlt werden, oder? Neben ein paar Feministinnen, ein paar Queer-Menschen, was auch immer die sind, und anderen „Opfergruppen“ werden Sie im Wesentlichen von Menschen bezahlt, die sich für das Geschlecht allenfalls im privaten Bereich interessieren. Aber überhaupt nicht von anderen mit geschlechtlichen Fragen belästigt werden möchten. Hören Sie also auf, die Sprache zu verbiegen. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind – wenn mich nicht alles irrt – den gesetzlichen Obliegenheiten verpflichtet. Sie sind gehalten, geltende Regeln in der Gesellschaft zu beachten – und nicht, sie zu torpedieren. Ihre Aufgabe ist, die Hörer- oder Zuschauerschaft in gebotener Sprache über die gesellschaftliche Realität zu informieren. Halten Sie sich dazu bitte an das gültige Regelwerk der deutschen Sprache.

 

Unter Ihnen, man muss sich das vorstellen, sind Historiker. Also Menschen, die wissen sollten, was eine ideologische Sprachvergewaltigung bedeutet und wohin sie in der Vergangenheit geführt hat. Der Hitler-Gruß entstand als besondere Form der Kommunikation, um die arische Rasse „sichtbarer“ zu machen. Sie gestatten in Ihren Sendeanstalten die Einführung eines Sternchens in der Schriftsprache und die Verballhornung des gesprochenen Wortes, um irgendetwas anderes „sichtbarer“ zu machen. Es ist schlimm genug, dass Sie zulassen, dass angebliche Journalisten in ihrer Sprache versuchen, sich über geltende Regeln hinwegzusetzen. Und damit eine klare Kommunikation verhindern. Eine Expert-Innenkommission macht nichts sichtbar, sondern ist Schleichwerbung für eine Kette von Radioverkäufern.

 

Wenn Theater und Opernhäuser glauben, sich über geltende Regeln einfach mal so hinwegsetzen zu können, ist das eine Sache. Schließlich werden sie nach ihrem eigenen Dafürhalten ja vom Staat bezahlt und haben sich so gefühlt nach seinen ideologischen Vorgaben zu richten, auch wenn sie eigentlich genau deshalb staatliche finanzielle Ausstattung erhalten, damit sie sich unabhängig von staatlichen Vorgaben verhalten können. Aber erklären Sie das mal einem Intendanten, der jeden Monat 15.000 Euro von der Stadt überwiesen bekommt. Der versteht Sie vermutlich gar nicht. Auch das hatten wir ja alles schon mal.

 

Aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk bekommt sein Geld nicht vom Staat. Sondern von seinen Hörern und Zuschauern. Und das hatte mal einen guten Grund. Den haben Sie, die Intendanten, offenbar aus den Augen verloren. Sie werden nicht vom Staat bezahlt, weil sie nicht für den Staat, sondern für ihre Hörer und Zuschauer da sind. Eine Studie hat herausgefunden, dass gerade mal 18 Prozent der Bevölkerung bereit sind, eine „Gendersprache“ zu tolerieren. Wissen Sie, was das heißt? Ich erkläre es Ihnen gern. 82 Prozent ihrer Hörer und Zuschauer wollen von einer „Gendersprache“ nichts wissen. Was noch einmal genau war Ihr Auftrag? Demokratische Verhältnisse zu ignorieren, um der Staatsräson zu dienen?

 

Sie versagen gerade auf ganzer Linie. In angeblichen Dokumentarfilmen ist von „Wilderern und Wilderinnen“ die Rede. Da wird nicht nur der alte, weiße Mann wütend. Eine Nachrichtenmoderatorin fühlt sich bemüßigt, eine Parteivorsitzende, die von ihren Wählern spricht, darauf hinzuweisen, dass doch wohl auch die Wählerinnen gemeint seien. Sagen Sie mal, sind Ihre Moderatoren der deutschen Sprache nicht mehr mächtig? Es geht nicht um das Geschlecht der Wähler, sondern darum, was sie wollen! Die Desinformation, die Sie neuerdings in Ihren Nachrichtensendungen betreiben, indem Sie von den eigentlichen Inhalten ablenken und mit Geschlechterfragen irritieren, hat mit Bildungs- und Informationsauftrag nichts mehr zu tun. Wenn Minister innen entscheiden, weiß kein Mensch mehr, was sie außen veranlassen. Das mag ja noch eine schöne Metapher für das politische Handeln dieser Tage sein, Information und Sprachökonomie bleiben außen vor.

 

Wir erleben gerade die schwärzeste Stunde des deutschen Journalismus seit 1945. Viele Jahre haben sich gerade die Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks um eine präzise, regelgerechte und ökonomische Sprache bemüht. Darauf durfte Journalismus einmal stolz sein. Wenn Sie jetzt als Intendanten darauf verweisen, ihren Angestellten und freiberuflichen Mitarbeitern die freie Wahl der Sprache zu überlassen, sollten Sie ganz schnell über Ihren Rücktritt nachdenken. Sie tragen die Verantwortung dafür, was in Ihren Sendern gesprochen wird. Wenn Sie dulden, dass entgegen des erklärten mehrheitlichen Willens ihrer Hörer und Zuschauer ideologische Sprachvergewaltigung betrieben wird, räumen Sie bitte unverzüglich Ihren Posten. Unter Propagandaminister Goebbels mussten noch personelle Neubesetzungen angeordnet werden, damit neue Sprachregelungen von heute auf morgen im Rundfunk durchgesetzt werden konnten. Das ist heute gar nicht mehr nötig. Ist Ihnen das nicht wenigstens ein bisschen peinlich?

 

Sprache, die sich von unten nach oben entwickelt und dann auch ihren Platz im öffentlich-rechtlichen Sender findet, ist super. Sprache, die von oben nach unten diktiert wird, ist Ideologie und brandgefährlich. Das wissen wir und Sie nicht erst seit 1945. Dass die pensionsreife Nachrichtensprecherin Petra Gerster vom Zweiten Deutschen Fernsehen sich über ihre Zuschauer auch noch lustig macht, erreicht damit einen weiteren Gipfel, wenn sie in einem Interview darauf hinweist, dass ob ihres unbeholfenen „Glottisschlags“ die Beschwerden abnehmen und „die Zuschauer sich schon daran gewöhnen werden“. Frau Gerster, dringend zum Intendanten! Da kann man dann mal in Ruhe über eine vorzeitige Ruhestandsregelung nachdenken, weil Gerster offenbar überhaupt nicht mehr in der Lage ist, über das zu reflektieren, was sie da so erzählt. Eine abnehmende Beschwerdezahl ist, Frau Gerster, kein Zeichen für Gewöhnung, sondern ein Zeichen dafür, dass wieder mehr Zuschauer abgeschaltet haben und zu Privatsendern wechseln. Arroganz ist zwar ein Markenzeichen des ZDF, hat sich aber noch nie ausgezahlt.

 

Sehr geehrte Intendanten, Sie kommen Ihrem Auftrag, der Ihnen von mindestens 80 Prozent der Hörer und Zuschauer erteilt wird, nicht mehr nach. Wenn in der freien Wirtschaft 80 Prozent der Kunden Ihr Produkt ablehnen, ist das ein Grund für eine fristlose Entlassung, wohl auch deshalb, weil Ihr Unternehmen damit nicht mehr lebensfähig ist. Und nun erklären Sie uns bitte, warum das bei den öffentlich-rechtlichen Sendern anders sein soll. Nein, erklären Sie uns das nicht, sondern sorgen Sie umgehend dafür, dass die ideologische Einflussnahme sofort beendet wird. Kehren Sie umgehend zu einer Sprache zurück, die die Mehrheit Ihres Publikums erreicht. Dann könnte es sogar sein, dass Sie die nächste „Gebührenerhöhung“ durchgesetzt bekommen. Bislang haben Sie Ihre Existenzberechtigung und Glaubwürdigkeit verwirkt. Da könnten Sie vielleicht höchstens als Intendant*innen an deutschen Theatern was werden. Und in die geht ja auch keiner mehr.

 

Gastkommentar O-TON

Michael S. Zerban, 3.3.2021


DER OPERNFREUND unterstützt diesen offenen Brief in allen Nuancen. Michael Zerban spricht vielen Menschen, denen die deutsche Sprache noch wichtig ist, aus der Seele. Wo bleibt eigentlich der Fernsehrat oder die Aufsichtsgremien bei solch schwachsinnig demagogisch linken Umstrukturierungsversuchen à la DDR, Stalin oder Nordkorea? Es ist unerträglich. Dank an Michael Zerban für die klaren Worte.                                                      

Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

Was Regisseuren so durch die Birne rauscht…

Schwachsinnige Puppen etc.

Dieser Satz von Gerhard Stadelmaier, einem der Promi-Kritiker des deutschen Feuilletons, formuliert so vollendet meine Gefühle angesichts der derzeitigen Inszenierungs-Unkultur, dass ich ihn immer wieder zitiere.

Einer Generation entstammend, die Respekt vor dem Werk über alles stellt (wobei jede zulässige Neuinterpretation selbstverständlich erwünscht ist, wenn sie Sinn macht), kann man derzeit nur verzweifeln – und das nicht nur angesichts dessen, was ein Ponnelle, ein Strehler oder, horribile dictu, auch ein Schenk einst an Theaterverstand und Liebe zur Sache mitgebracht haben.

Was ich heute sehe, ist nur die brutale, aggressive Lust an der Destruktion. Wir haben uns daran gewöhnen müssen, dass es auf unseren Bühnen nicht mehr darum geht, was Libretto und Musik vorgeben, sondern einzig und allein darum, was Regisseuren dazu einfällt. Und oft nicht einmal dazu einfällt, sondern „irgendwie“ einfällt, denn dem Werk gegenüber, das auf dem Theaterzettel steht, gehen sie keinerlei Verpflichtung ein. Und ob ein Zuschauer erkennen mag, was sie da auf der Bühne herumpoltern und –hampern, ist ihnen ja schnurzegal.

Solange das große Netzwerk von Intendanten und Regisseuren funktioniert, wird es so weiter gehen. Solange Entscheidungskompetenz mit nichts anderem mehr verbunden ist als mit Geld, das man unkontrolliert ausgeben kann, und Macht, das zu tun, was man gerade will, wird sich nichts ändern. Rechenschaft ist man niemandem mehr schuldig. Die Theater- und Opernwelt ist zur Spielwiese für tobsüchtige Kinder geworden.

Vorausgeschickt: Da ich bis zu meinem letzten Schnauferer neugierig darauf sein werde, was heutzutage geboten wird, bin ich für jeden Stream dankbar. Was dabei allerdings heraus kommt…

Die ewig gleiche Marthaler-Masche bei Glucks „Orphée et Euridice“ in Zürich, unendlich langweilig.

Dmitri Tcherniakovs ziellose Spinnereien rund um den „Freischütz“ in München (und vorher eine geradezu lächerliche Einführung, in der ein hoffnungsloser Dramaturg und eine Sängerin, die alles täte, damit man sie arbeiten lässt, jeden Blödsinn mit tiefernster Miene zu rechtfertigen suchen).

Lotte de Beers schwachsinnige „Aida“-Puppen samt Amneris mit Erzengel-Flügeln in Paris.

Und schließlich das absolute Chaos (eigentlich ein ur-gestriges Happening), das Milo Rau sich in Genf für Mozarts „La Clemenza di Tito“ ausdachte. Danke für den Stream, jetzt weiß man, was man sich bei den nächsten Wiener Festwochen nicht anschauen muss.

Und die Wien Staatsoper setzt mit einer  uralten „Carmen“ nach – wobei Calixto Bieito auch einer jener Regisseure ist, bei dem man sich dauernd fragt: Und was ist ihm diesmal wieder eingefallen? Nun, man weiß es längst, diese Carmen kam über DVD und Stream schon vielfach zu unserer Kenntnis. Also – es gibt eine Telefonzelle. Und Autos. Toll!

Wirklich? Nun, immerhin erkennt man, wenn auch in eine andere Welt versetzt, in etwa die Geschichte von „Carmen“, also die gegebene „Basis“. Was man bei den anderen genannten Inszenierungen bei bestem Willen nicht behaupten kann.

 

Renate Wagner, 23.3.2021

 

 

Zur vermeintlichen „Gendergerechtigkeit“ der deutschen Sprache

Zur Verteidigung der vermeintlich „gendergerechten“ Sprache wird oft ins Feld geführt, dass Sprachen sich im Laufe der Zeit verändern. Solche Veränderungen kommen aber nur über lange Zeiträume zustande, über Jahrhunderte. Und zwar von innen heraus, ganz wichtig, also von jenen, die diese Sprache sprechen, von unten nach oben. Seit meinem Abitur 1971 kann ich keine wirklich nennenswerten Änderungen der deutschen Sprache erkennen, weder in der Großschreibung noch in der Wortwahl (bis auf mehr Anglizismen, die auch technologiebedingt sind wie IT etc.) noch in der Interpunktion. Das war vor fast 50 Jahren, also einem halben Jahrhundert. Seit 20 Jahren bin ich selbst journalistisch tätig in der internationalen Opernrezension. In der Literatur hat sich auch nichts geändert, auch hat hier die sog. „Gendergerechtigkeit“ nicht Einzug gehalten. Das finden Sie in kaum einem in Deutschland oder Österreich verlegten Buch.

 

Die eigentlich nur mit einer Aufsetzung zu vergleichende sog. „gendergerechte“ Sprache ist Ausfluss eines politischen Willens, der seit relativ kurzer Zeit um sich greift. Es ist ein politisch-bürokratisches Oktroyieren von Änderungen auf die deutsche Sprache, die von einer Minderheit als wünschenswert gesehen und fast ausschließlich von Moderatoren von TV-Sendungen verwendet werden und über Gleichstellungsbeauftragte in staatlichen und privaten Institutionen gewissermaßen „von außen“ durch Verordnungen und Vorschriften durchgesetzt werden. Also eine diskretionäre Sprachänderung von „oben“ statt von unten. Und dabei entspricht das nicht einmal dem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Dort ergab eine Infratest Dimap Studie 2020, dass 56 Prozent der Befragten gegen das „Gendern" sind. Und dabei waren auch Frauen, die sicher auch Bücher lesen.

 

Moderatoren „gendern“ vornehmlich in den Nachrichtensendungen, aber auch jene in Talkshows, immer nur die Moderatorinnn. Interessant ist nämlich, dass die in Dokumentationen und Interviews Befragten, und seien sie auch aus der avantgardistischen Kulturszene, nahezu nie „gendern" – nur die Moderatoren. Man hat oft das Gefühl, Moderator und Interviewter sprechen verschiedene Sprachen - so wie es Zerbinetta von Ariadne in der Oper „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss vermutet… Man könnte aber auch meinen, es handele sich um ein Moderatorenkartell zu Gunsten der vermeintlichen sprachlichen „Gendergerechtigkeit“ gegen den semantischen Mainstream.

 

Die Sprache wird durch das „Gendern" auch (in ihrer Aussage) verfälscht, was gravierend, aber besonders im Fall der deutschen Sprache auch leicht belegbar ist. Ich habe das schon in meinem Aufsatz zum Thema 2019 geschrieben, den ich hier anhängen darf.

 

https://www.klaus-billand.com/deutsch/betrachtungen/zu-politischen-themen/gendergerechtigkeit-in-der-deutschen-sprache-maerz-2019.html

 

Mittlerweile ist dazu noch ein interessanter Artikel erschienen, vom Dichter Reiner Kunze, den ich ebenfalls hier anhänge und sehr zu lesen empfehle.

 

https://www.pnp.de/nachrichten/kultur/Dichter-Reiner-Kunze-Sprachgenderismus-ist-eine-aggressive-Ideologie-2971049.html

 

Kunze ist eine seriöse Kapazität auf dem Gebiet der Dichtung und natürlich Sprache, also eine gute Referenz. Und er hat einiges im Leben mitgemacht, hier seine Wikipedia:

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Reiner_Kunze

 

Es ist in seinem Aufsatz eigentlich alles erklärt und auf die Konsequenzen hingewiesen, was das „Gendern" in der deutschen Sprache bewirken wird: Ihre Verarmung. Ich würde sogar sagen, ihre Verhunzung!

 

Immer wieder stellt man nun fest, dass Moderatoren in einer Nachrichtensendung ein Substativ, das sowohl Frauen wie Männer umfasst, mit der Endung -innen gebrauchen, ohne die Sprechpause zu machen. Damit wird ein klarer Verständnisfehler produziert. Es wird damit versucht, das Gendersternchen auszusprechen, was nicht geht, womit das auf „-innen“ endende Substantiv wie ein durchgehendes Wort gesprochen wird. Damit unterstellt der Moderator automatisch, dass mit der Aussage nur Frauen gemeint sind. Es ist aber aus dem Zusammenhang offensichtlich, dass Frauen und Männer gemeint sind (was im Schriftbild durch das Gendersternchen im Prinzip sichtbar wäre). Diese Formulierung ist also eine ernstzunehmende Verfälschung der Sprache und ihrer Ausdrucksfunktion. Wenn das weiter um sich greift, muss man annehmen, dass Dinge oder Sachverhalte nur noch Frauen betreffen und die Männer ausgeschlossen sind. Schlichte Fehlinformation! Ein möglicher Fall zum Nachdenken: „Die Soldatinnen wurden auf der ganzen Front zurückgeschlagen.“

 

Dabei ist es doch ganz einfach. Im Gegensatz zu anderen Sprachen kennt die deutsche die markierte Form bei der weiblichen Ausdrucksweise. Diese wird dadurch dokumentiert, dass bei der weiblichen Form des Substantivs immer ein -in oder im Plural ein -innen als Suffix anhängt. Die männliche Form hat eine solche Markierung nicht. (Bei: „Ich gehe zum Arzt“ oder „die Ministerpräsidenten“ kann es sich sowohl um Männer wie auch Frauen handeln; es wäre reiner Zufall, wären es nur Männer). Man könnte deshalb sogar sagen, das männliche Geschlecht ist in der deutschen Sprache benachteiligt. Wegen der fehlenden Markierung des männlichen Geschlechts kommt es zur Verwechslung mit der unmarkierten, vermeintlich männlichen Form, der generischen Form, die geschlechtslos ist. Wer also unbedingt das …-in und …-innen anhängen will, oder Binnen I oder Ähnliches wie das sog. Gendersternchen * einbringt, um vermeintlich „gendergerecht“ zu formulieren, beweist, dass er die deutsche Sprache nicht vollumfänglich versteht. Und das kann und darf bei einem weitreichenden Medium doch nicht sein.

 

Wenn man es etwas überspitzt formulieren wollte, wäre sogar zu sagen, dass sich jene, die auf „Gendergerechtigkeit“ pochen, mit dem zwanghaften Anhängen von -in und -innen an die von ihnen vermeintlich für biologisch maskulin gehaltene Form - von zumeist Berufsbezeichnungen - auf -er (die aber de facto eine generische ist) gar keinen Gefallen tun. Denn sie formulieren wieder nicht gendergerecht: Das Weibliche wird lediglich zum semantischen Anhängsel des (vermeintlich) Männlichen, also einem Suffix...

 

Ich möchte aber auch einen Vorschlag zur Güte machen: man könnte bei der ersten Gelegenheit einfach …-er und …-innen beim ersten relevanten Substantiv sagen (aber bitte ohne die Sprechpause, die ohnehin mit der Zeit wieder verschwinden wird, weil niemand eine solch mechanistische Sprachkonstruktion auf die Dauer aushält und sprechen wird) bzw. schreiben und bleibt dann im Rest des Beitrags bei der bisher üblichen, auch in der Literatur maßgebenden Ausdrucksform. Denn ein ständiges, gewissermaßen durchkomponiertes Enden auf …-in oder …-innen würde Zuhörer und Leser in den semantischen Wahnsinn treiben und mehr Text und damit Platz kosten, ohne dass Wesentliches hinzukäme.

 

Womit wir bei einer weiteren Regel wären, gegen die die vermeintlich „gendergerechte“ Sprache ebenfalls verstößt, die Sprachökonomie. Sprachen entwickeln sich nach der Regel, so ökonomisch wie möglich zu sein. Das „Gendern“ mit in der Regel erhöhter Wortzahl spreizt den Text signifikant auf, ja bläst ihn auf, ohne Substanz hinzuzugewinnen. (Das wird auch einer der Gründe sein, warum es in der Literatur nicht gemacht wird). Allein von daher wird das „Gendern“ auf lange Sicht im allgemeinen Sprachgebrauch wohl wieder erodieren zugunsten einer ökonomischeren Sprache. Einfach durch den täglichen Sprachgebrauch. Am Ende könnte man dann frei nach Shakespeare sagen: „Viel Lärm um nichts.“

 

Und haben sich die Befürworter des „Genderns“ einmal gefragt, wie ein Ausländer dann die deutsche Sprache lernen soll?! Wir leben in der Staatengemeinschaft der EU und sollten auch darauf erpicht sein, dass die deutsche Sprache erlernbar bleibt. Deutsche und Österreicher führen überall die Touristenstatistiken an…

 

Es gibt aber noch etwas ganz Verblüffendes:

 

Das alte Englisch, das wesentlich komplexer war, hatte drei Geschlechter wie heute das Deutsche.

 

Die altenglische Endung - ere für jemanden, der etwas macht, war maskulin. Daraus wurde später -er (teacher, singer, lover etc.) oder Deutsch; Lehrer, Sänger, Liebhaber. Die altenglische Feminin-Endung dazu war - estre.

Die Feminin-Endung - estre verschwand später fast komplett, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie z.B."seamstress", so dass im heutigen Englisch nur noch die Maskulin-Endung -er existiert oder -or bei Wörtern, die aus dem Französischen bzw. Lateinischen kommen (professor, actor, doctor etc.).

Das moderne Englisch hat also bei Berufsbezeichnungen, (um die es ja im Genderdeutsch im Wesentlichen geht), nur noch eine Maskulin-Endung, die für alle gilt und auch generell akzeptiert ist.

 

Andererseits legen die englischen Schauspielerinnen Wert darauf, als "actor" angeredet zu werden und nicht als "actress", was als abwertend gilt.

Es ist also nicht so, wie vielfach positiv herausgestellt wird, dass das moderne Englisch kein Gender hätte und damit gerechter wäre, ganz im Gegenteil, es hat nur das Maskulinum!

 

Im Deutschen ist das Weibliche mit einer eigenen Feminin-Endung (-in), mit der sog. Markierung, also privilegiert. Auch in den romanischen und slawischen Sprachen haben sie diesen Vorzug.

https://en.wikipedia.org/wiki/Old_English_grammar

 

Es geht bei dieser Thematik um etwas ganz Wesentliches: Die Beibehaltung der Schönheit und Klarheit der deutschen Sprache, so wie sie sich über viele Jahrzehnte entwickelt hat. Und da wirkt die Oktroyierung einer vermeintlichen „Gendergerechtigkeit“, die de facto gar keine ist, sowie die verschiedenen Erscheinungsformen, wie Gendersternchen * und etliche andere, wie ein krasser Fremdkörper an der Sprache.

 

Ich möchte in dem Zusammenhang noch an den Turmbau zu Babel im Alten Testament erinnern, eine schöne und hier durchaus passende Geschichte. Die Menschen wollten im Stile einer Selbstüberhöhung mit einem immer höheren Bau des Turms Gott gleichkommen. Bekanntlich strafte er sie durch die babylonische Sprachverwirrung, die dazu führte, dass sie sich nicht mehr verstehen konnten....

 

Dr. Klaus Billand

17. Februar 2021

 

Herausgeber Garantie

Liebe Leser,

ich verspreche Ihnen hoch und unheilig, daß es bei uns keinerlei linken Gender-Humbug oder Neusprech-Schwachsinn geben wird. Mit den Ausführungen meines Freundes Klaus Billand stimme ich voll überein. Der Duden kennt kein Gendersternchen. Aber auch wenn sich das ändern sollte, werde ich dies in unseren Texten korrigieren. Ich habe mich schon in meiner Noch-Lehrerzeit den Vorgaben der Schulleitung widersetzt plötzlich den Begriff "Schüler" durch "Lernende" zu ersetzen. Merke: ein Schüler ist nicht notwendiger Weise ein "Lernender".  Auch quält mich die Frage: Was machen 63 Gender-Professoren in NRW? Was ist deren Berufsfeld-Beschreibung? Voila; Achtung das ist kein Aprilscherz!

 

       

Bleiben Sie bitte trotzdem frühlich und verfallen nicht dem Wahnsinn ;-)

 

Peter Bilsing 17.2.2021

 

 

Et Cetera

Vortrag von Prof. Kubelik: Wie Gendern unsere Sprache verhunzt

 

Die Mehrheit, auch der Frauen, lehnt das ab (WELT-online)

 

Gendern ist eine wirre Ideologie (Pro)

 

Wortverwirrung - die neue Gendersprache in Hannovers Verwaltung (Podcast)

 

 

 

Opernhäuser in der Pandemie

Satte Arroganz in Deutschland, konstruktive Demut in anderen europäischen Ländern

Anlässlich des „58. Tenor Vinas“-Wettbewerb fand am 21.01.21 in Barcelona eine Diskussion statt mit Leitenden Angestellten der Opernhäuser aus Mailand, Palermo, Holland, Paris, Barcelona, Madrid sowie der Deutschen Oper und der Staatsoper aus Berlin.

 

Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Häuser finanziert sind: Paris zum Beispiel zu 60% aus Publikumseinnahmen und nur zu 40% aus Subventionen, Mailand und Palermo ähnlich (wobei es an kleineren italienischen Häusern noch deutlich ungünstiger ist). Die beiden deutschen Opernhäuser dagegen sind zu 80% staatlich subventioniert und machen wegen der Kurzarbeitsgeld-Zahlung an ihre Angestellten in Corona-Zeiten jetzt sogar ein Plus.

 

Entsprechend entlarvend die Diskussion: Außerhalb Deutschlands macht man sich Gedanken wie man mit prognostiziert weiter sinkenden Einnahmen klar kommt. Und vor allem wie man das Publikum noch stärker gewinnt - durch die Aufführungen aber auch durch verbesserten Service. Oder man will das Intersse an Oper selbst stärker bewerben, zum Beispiel durch Aufführungen in Schulen. Nichts davon in Berlin; man sei „optimistisch“ war deren Handlungsperspektive. Kein Wunder also, dass gerade in Deutschland das publikumsverschreckende Regietheater blüht und kreative Nabelschau dominiert. 

 

Gibt es also Hoffnung den Trend des Zuschauerschwunds in deutschen Opernhäusern umzukehren? Wohl nur, wenn das staatliche Subventionssystem radikal verändert wird: Die Macher der Opernhäuser müssen gezwungen werden nicht sich selbst, sondern das breite Publikum in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen zu stellen, sowie selbst Basisarbeit für mehr Kulturinteresse zu leisten.

 

Gastkommerntar von Jörg Eich 27.1.2021

 

 

 

Die Alten an die Front

Peinliche Entscheidung

Am 11. Januar hat der Bayerische Rundfunk voller Stolz bekanntgegeben, dass er den Dirigenten Simon Rattle als Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester gewinnen konnte. Offenbar hat bei dem öffentlich-rechtlichen Sender niemand die Peinlichkeit dieser Entscheidung bemerkt oder sie aber mit viel Süßholzgeraspel verniedlichen wollen. So oder so: 89 Cent sind selbst für diesen Sender zu viel.

Simon Rattle scheint mit seinen annähernd 66 Jahren ein sympathischer, älterer Herr zu sein. Ich kenne ihn nicht persönlich. Aber hätten wir uns auf einer unserer zahlreichen Dienstreisen am Frühstücksbuffet eines Hotels getroffen, hätten wir uns ganz bestimmt sehr nett unterhalten. Ich mag ja den britischen Humor auch sehr. Und der Mann hat sicher viel zu erzählen. Schließlich hat er ein Berufsleben hinter sich: Er gilt als einer der weltbesten Dirigenten. Großartig. Ich freue mich immer, solche Menschen, ob beruflich oder privat, zu treffen, weil sie am Ende ihres Berufslebens eine Menge zu erzählen haben und ja auch kein Blatt mehr vor den Mund nehmen müssen. Und ihn da so kurz vor dem Ende seiner beruflichen Laufbahn zu treffen: Das wäre sicher ein ganz besonderes Vergnügen gewesen. Aber was er zu erzählen gehabt hätte, hätte mich wohl eher erschreckt.

Am 11. Januar hat der Bayerische Rundfunk verkündet, dass er Rattle ab 2023 als Chefdirigent für Symphonieorchester und Chor aus dem eigenen Hause verpflichtet habe. „Der Bayerische Rundfunk ist sehr glücklich, dass Sir Simon als neuer Chefdirigent nach München kommen wird. Mit seiner Leidenschaft, mit seiner künstlerischen Vielseitigkeit und mit seinem einnehmenden Charisma wird er ein überaus würdiger Nachfolger von Mariss Jansons sein. Unser Chor und unser Symphonieorchester freuen sich sehr darauf, mit ihm gemeinsam die künstlerische Konzeption für das neue Konzerthaus im Münchner Werksviertel Mitte zu entwickeln“, erzählt Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks. Was schwafelt der Mann da? Der eine alte, weiße Mann engagiert den anderen alten, weißen Mann, um ein Symphonieorchester und einen Chor weiterzuentwickeln für die Zukunft? Da habe ich jetzt etwas falsch verstanden, oder? Rattle ist im Rentenalter. Er hat seine Zeit gehabt, und er hat mit seiner Arbeit vielen Menschen Freude bereitet. Damit ist es gut.

Von Rattle selbst hätte ich erwartet, dass er sagt: „Wie freundlich Ihr Angebot ist, aber ich hätte da eine junge Dirigentin, von der ich weiß, dass sie in meine Fußstapfen treten wird.“ Das wäre die wahre Größe gewesen, die ich von einem englischen Edelmann erwartet hätte. „Ich bin begeistert, die Position des Chefdirigenten von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks anzunehmen“, lässt er sich stattdessen vernehmen. Wie peinlich ist das denn? Ist das die geistige Verwirrung eines alten Mannes, der sich in der Gegenwart nicht mehr zurechtfindet? Allein mit seinen zukünftigen Gastauftritten ist er vermutlich bis zum 80. Lebensjahr ausgelastet. Und das sei ihm gegönnt! Wenn er denn wirklich den Traum aller Dirigenten träumt, irgendwann tot von der Bühne getragen zu werden.

Das Gesülze der dazugehörigen PR-Geschichte wollen wir uns hier ersparen. Die ist ja über alle Sender der öffentlich-rechtlichen Medien gelaufen. Dass man sich als alter Mann nicht von der Bühne verabschieden kann, gehört zu den Erfahrungen, die das Publikum seit Jopi Heesters kennt. Und bis heute gibt es den Vorwurf gegenüber den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, dass sie solch schrecklichen Auftritten nicht Einhalt gebieten. Was aber bei einem erfolgreichen Dirigenten wie Simon Rattle hinzukommt, ist die Frage: Wie kann der Bayerische Rundfunk sich das leisten? Es ist doch gar kein Geld mehr da. Zumindest wenn man der – gescheiterten – Klage auf Erhöhung der Rundfunkgebühren Glauben schenken darf. 89 Cent sollte die Gebührenerhöhung betragen – pro Beitragszahler. Also wieder Millionen mehr für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Rattle wird weniger für die 89 Cent als mehr für die Millionen beim Bayerischen Rundfunk arbeiten.

Dafür verzichtet der Gebührenzahler auf junge Dirigenten, die Symphonieorchester und Chor nach vorn treiben, neue Akzente setzen und neue Hörerlebnisse schaffen, ganz gleich, ob sie weiblich oder männlich dirigiert sind. Der Bayerische Hörfunk erspart sich damit natürlich viel Arbeit. Die Suche nach neuen Talenten, womöglich nach mehr geschlechtlicher Ausgewogenheit, wer will das denn? Wenn man stattdessen einen großen Namen hat, den man auf die Programmzettel schreiben kann? Nein, da hat der Bayerische Rundfunk es sich etwas zu einfach gemacht. Und entschieden den Wunsch nach einer Erhöhung der Rundfunkgebühren verwirkt.

Ich möchte Rattle immer noch gern am Frühstücksbuffet treffen. Allerdings wäre das Gespräch nach der heutigen Verkündung ein anderes. „Sag mal, schämst Du Dich nicht, als Rentner eine Stelle zu besetzen, die eine junge, hoffnungsvolle Fachkraft dringend braucht?“, würde ich ihn auf Englisch fragen. „Ist es mit der Geldmacherei jetzt nicht endlich mal genug?“, würde ich hinzufügen. Und es wäre mir egal, dass er sich beleidigt abwendet und eine Frau im Hintergrund krakelt: „Das ist der Maestro. Wissen Sie nicht, mit wem Sie reden?“ Doch. Ich weiß es. Jemand, der von sich behaupten darf, ein englischer Edelmann zu sein, aber die Gier nicht im Griff hat. Vielleicht, weil er zu alt ist.

 

Michael S. Zerban, 17.1.2021

Gastbeitrag vom Hrg. des O-TON Magazins

 

 

 

CHAOS INTENDANTENWECHSEL

Die Kölner Intendantenwechsel der letzten 20 Jahre sind praktisch alle chaotisch verlaufen.

Der Zeitplan des Intendantenwechsel an der Kölner Oper, wie er jetzt von Oberbürgermeisterin Henriette Reker geplant wird, ist höchst problematisch. Wenn man Meyer nach 10 Jahren nicht mehr möchte, ist das ja ein normaler Vorgang, zumal den meisten Intendanten nach 10 Jahren die Konzepte ausgehen, und man eigentlich alles gemacht haben sollte, was auf der Wunschliste steht. Wenn man die Intendanz aber 2022 neu besetzen will, hätte man die Stelle 2019 ausschreiben müssen,  und im Sommer 2020 den neuen Intendanten küren müssen, damit der auch zwei Jahre Planungszeit hat. Bei kleineren Theatern wie Gelsenkirchen oder Osnabrück, die stark auf das eigene Ensemble setzen, reicht ein Jahr Vorbereitungszeit für einen neuen Intendanten aus. Bei einem Haus wie Köln, das mit vielen internationalen Gästen arbeitet, sind jedoch mindestens zwei Jahre Planung notwendig.
 
Wenn ab 2022 Meyer nicht mehr im Amt ist, aber trotzdem ihre Spielpläne umgesetzt werden, ist das kulturpolitischer Unsinn. Ähnlich war es ja in den ersten zwei Jahren nach Krämers Abgang im Jahr 2002. Da war Krämer auch nicht mehr Intendant, aber auf der Bühne war zu sehen, was Krämer, der zudem noch selbst weiter an dem Haus inszenierte, dass er als Intendant verlassen hatte, geplant hatte
Eine wirkliche Qualitätssteigerung kann die Kölner Oper bei einer Neueröffnung des Hauses am Offenbachplatz (vielleicht 2023) auch nur erreichen, wenn der Etat für Sänger und Regisseure aufgestockt wird. Eigentlich kann man am Niveau jedes deutschen Hauses erkennen, wie hoch der Etat ist. Dass ein Intendant ein Niveau erreicht, dass über seinem Etat liegt, ist eher selten. Stefan Soltesz hat das manchmal in Essen geschafft. 

 

Barbara Mundel (heute am Münchener Residenztheater) war 2002 Intendantin in Luzern, und sie wurde im Dezember 2002 zur neuen Kölner Opernintendantin ab Sommer 2005 berufen (drei Jahre Planung). Dann hat aber im April 2003 der damalige Kölner OB Schramma im Alleingang die Vetragsunterzeichnung verhindert und durchgesetzt, dass der Operndirektor Christoph Dammann, der bis dahin nur kommissarischer Intendant war, den Posten bekommt. Das Ergebnis waren sechs erfolglose Jahre, in denen die Kölner Oper eine Pleiten-Produktion nach der nächsten produzierte.
 
2007 wurde dann ein neue Intendant für die Zeit ab Sommer 2009 gesucht. Die potenziellen Kandidaten Thomas Wördehoff (2009 bis 2019 Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele) und Paul Esterhazy (hat 2016 bis 2019 Wagners "Ring" in Oldenburg inszeniert) wurden aber öffentlich gemacht und dann von der Presse so lange diskutiert, bis beide als vollkommen ungeeignet dastanden.  Eigentlich wollte Kölns Kulturdezernent Georg Quander selbst Opernintendant werden, aber im Januar 2008 erhielt dann Uwe Eric Laufenberg den Zuschlag. Der wurde dann 2012 in einem Streit um den Etat der Oper fristlos entlassen. Birgit Meyer, die mit Laufenberg seit den gemeinsamen Schultagen in Köln Porz befreundet und seine Operndirektorin sowie Chefdramaturgin war, wurde seine Nacholgerin. 
 
In Köln und vielen anderen Städten macht man auch den Fehler, dass der Vetrag des GMD nicht an den des Intendanten gekoppelt ist, wie das an der Rheinoper der Fall ist. Da gibt es immer wieder Streit zwischen Intendant und GMD. An der Deutschen Oper am Rhein wurden Horres-Wallat, Richter-Fiore, Meyer-Kober immer als Team geholt. Bei einer Indentantensuche werden in Duisburg/ Düsseldorf die möglichen Kandidaten nie vorgestellt und in der Presse diskutiert, weil das die unterlegenen Bewerber, egal wie gut sie sind, beschädigen würde.
 
Rudolf Hermes, 15.12.2020    
 
 

ICH VERMISSE MEINE OPER

Persönliche Bekenntnisse vom Hrg. des OPERNMAGAZINS

Und wieder so ein Wochenende, an dem zwar Operntermine auf meinem DAS OPERNMAGAZIN-Terminplaner standen, aber ich realisieren musste, dass zur Zeit nichts stattfindet. Und wieder die gleiche traurige Aussicht auf die nächsten Wochenenden, wo es vermutlich nicht anders aussehen wird…

 

Als jemand, der seit über 40 Jahren dem Musiktheater leidenschaftlich und von Herzen verbunden war und ist, fällt es schwer sich in dieser Zeit damit zu arrangieren, dass einfach so gar nichts mehr geht.

Natürlich ist auch mir klar, dass wir alle gefordert sind, dieser Pandemie zu trotzen. Zu trotzen auch zwangsläufig damit, Liebgewonnenes – wie es die Oper nun mal auch ist – nicht in der Weise nachzukommen, wie wir es nur allzu gern möchten. Die Schließungen der Theater sind in erster Linie für die vielen Künstlerinnen und Künstler ein Desaster. Ein Desaster nicht nur in finanzieller Weise. Es ist viel mehr: diese künstlerische Arbeit, die sie alle so lieben und für die sie alle leben, nicht ausführen zu dürfen. Von einem Tag auf den anderen den Vorhang auf unbestimmte Zeit fallen zu sehen, tut einfach auch ziemlich weh.

Aber auch wir, die wir die Oper – das Musiktheater – lieben, vermissen auf einmal alles, was sonst so normal und alltäglich war. Das Virus lehrt uns das vieles im Leben eben nicht „normal und alltäglich“ ist. Denn erst, wenn wir etwas nicht mehr haben, beginnen wir es zu vermissen – und beginnen es auch noch mehr wertzuschätzen.

Die vielen angebotenen Videos, gleich ob sie aus Wohnzimmern oder aus Theatern kommen, können einfach nicht ersetzen, was es bedeutet in einem Sessel in einem Theater zu sitzen: Das Programmheft in der Hand, der Moment wenn langsam das Saallicht ausgeht und der Dirigent oder die Dirigentin den Orchestergraben betritt. Wenn dann dieser erste Applaus einsetzt und Sekunden später die Musik erklingt, sich gleichzeitig der Vorhang öffnet und das Stück beginnt und man sich völlig der Kunst hingeben kann. Dem allem wohnt so viel Zauber inne!

Sicher, wir werden das alles wieder erleben. Die Oper, die Kultur, hat schon so vieles überstanden und überlebt. Aber im Moment ist sie verstummt und keine Vorhänge heben sich. Und wir alle, die ganze Gesellschaft, bringen viele Opfer. Opfer in der großen Zuversicht, dass sich Besserung einstellt, dass die Infektionszahlen sinken, die Medizin deutliche Fortschritte macht, dass Lockerungen stattfinden und das wir unser „normales und alltägliches“ Leben zurückbekommen.

Der Verzicht auf so Vieles eint uns. Und er schärft auch unseren Blick auf das Wesentliche. Dazu gehört für jeden Menschen die Gesundheit. Die eigene und die seiner Lieben. Und die Bekämpfung dieser Pandemie. Dieses Ziel werden wir erreichen. Davon bin ich überzeugt. Der Weg dahin wird weiter beschwerlich und für viele Menschen auch behaftet von Entbehrungen sein. Dennoch bleibe ich zuversichtlich, dass dieses Jahr 2020, (frei nach Queen Elisabeth II für mich ein „Annus horribilis“) auch sein Ende am Silvesterabend finden wird und das es einen Übergang in ein für uns alle besseres und fröhlicheres 2021 gibt. 

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich an die vielen, vielen erlebten Aufführungen der letzten Jahrzehnte denke und wo ich mich so sehr mit allen Künstlerinnen und Künstlern verbunden fühle. Ein Tag, an dem ich wieder einmal voller Dankbarkeit für Ihre/Eure Leistungen auf allen Bühnen der Welt bin und wo ich einfach aus tiefster Überzeugung schreibe:

Ich vermisse Euch alle – ich vermisse meine Oper! Und – bis bald!

 

Detlef Obens, 2.12.2020

(Herausgeber DAS OPERNMAGAZIN)

 

Sich immer schön treu bleiben

Auch wenn die Kölner Oper nicht spielt, so nutzt die Kölner Stadtspitze die theaterarmen Tage, um sich, ihre skandalöse Kulturpolitik und die Kölner Oper in die Medien zu bringen. Da verkündet eine große Kölner Tageszeitung, die partei- und kulturpolitisch auch planlose Oberbürgermeisterin wolle den Vertrag mit der amtierenden Opernintendantin nicht verlängern. Aber nicht etwa, weil man mit ihr nicht zufrieden sei, sondern weil zehn Jahre in diesem Amt genug seien. In Fachkreisen bezeichnet man das auch als den „goldenen Arschtritt“. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Auf den ersten Blick eine weise Erkenntnis, denn nicht selten war es so, dass Intendanzen, die noch so gut liefen, nach zehn, nach zwölf Jahren an Strahlkraft und Innovation einbüßten.

Was macht man aber nun in Köln? Man hat ein Opernhaus, das nach wie vor eine Baustelle ist, wo vermutlich erst 2024 gespielt wird, man hat eine Intendantin, die eine größtenteils doch sehr solide Arbeit leistet, die beim Publikum trotz der Widrigkeiten des Interims eine enorme Akzeptanz genießt – aber Henriette Reker weist mit ausgestreckter Armlänge Frau Meyer die Tür, ohne einen Ersatz zu präsentieren. So zumindest der aktuelle Stand. Im Hintergrund winkt noch eine Kulturdezernentin, die auch in diesem Fall mal wieder nicht den „Oberhut“ aufhat, und in ihrer desaströsen Amtszeit in Köln eigentlich nur mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht hat. Wir denken hier an die zutiefst peinliche Angelegenheit um den Abgang des exzellenten Schauspielintendanten Stefan Bachmann, der durch einen Mann aus der tiefsten Provinz ersetzt werden sollte, der es dann doch nicht wurde, und Bachmann so blieb. Ja, das hat Tradition in Köln – oder ist das schon Brauchtum?

Jetzt steht man mit der Opernintendanz genau da, wo man eigentlich als Stadt nicht stehen dürfte: kopflos und scheinbar auch planlos im leeren Raum, denn Frau Meyer soll bereits 2022 ihren Stuhl räumen. Nun weiß man, dass große Häuser – und theoretisch ist die Kölner Oper das ja immer noch – eine mehrjährige Vorlaufzeit für Planungen haben. Wer wird es denn nun richten? Glaubt man wirklich, dass man binnen eines Jahres einen so guten neuen Opernchef findet? Oder gibt es ihn schon und wir warten nur noch auf die Verkündung? Oder haben Filz und Klüngel bereits eine interne Lösung gefunden?

Die Gerüchteküche brodelt, und manch einer mag dem - ohne Fragen als Dirigent erstklassigen – GMD Francois Xavier Roth Interesse bescheinigen, doch ist dieser international gefragt und viel unterwegs (vielleicht zu viel, um den Posten in Köln zu bekleiden). Wer könnte es denn dann noch machen? Man weiß es nicht und so wird der Posten vermutlich mal wieder in einer Kurzschlussreaktion mit dem Nächstbesten besetzt, wie einst, als die Kölner Oper in der Ära Dammann in den qualitativen Sturzflug eintrat. Ja, so kann man Kulturpolitik auch machen: Hemdsärmlig, kurzsichtig und unterm Strich wurstig. Und eigentlich zeigt man damit nichts anderes, als dass einem wenig daran gelegen ist, die Strahlkraft von Kultur zu schätzen und sie als wichtigen qualitativen Faktor einer Stadt zu begreifen. Ja, so bleibt man sich in Köln treu. Frei nach dem Motto der Kölner Kulturpolitik: Gestern standen wir noch vor dem Abgrund, heute sind wir schon einen Schritt weiter.

 

Sebastian Jacobs, 26.11.2020

 

 

 

 

Schließung der Opern- und Konzerthäuser im Teil-Lockdown:

Solidarität, so schmerzhaft es auch ist

Es war zu ahnen und trotzdem haben wir den ganzen Tag die Daumen gedrückt und als Mantra vor uns hingemurmelt: „Nicht die Theater, bitte schließt nicht die Theater (und Konzerthäuser)! Das trifft die Falschen!“ Und als die Entscheidung dann raus war, wollte man sich sofort dem gerade veröffentlichten Offenen Brief der Leitung des Staatstheaters Mainz anschließen (hier zu lesen).

 

Aber mit ein bißchen Distanz zu sich selbst als Opernfreund kann man erkennen: Die erste emotionale Reaktion liegt neben der Spur. Das was nun als „Teil-Lockdown“ in grimmiger Einmütigkeit von Kanzlerin und sämtlichen Ministerpräsidenten aller Parteifarben präsentiert wurde, ist eben keine Bestrafungsaktion. Es ist eine Notbremsung. Und nichts von dem, was jetzt dagegen vorgebracht wird, haben wir nicht schon seit Wochen und Monaten gehört: Die Maßnahmen seien zu pauschal, es reiche aus, wenn Hygiene-Konzepte streng beachtet würden, etc. etc. Es reicht aber ganz offensichtlich nicht aus. Restaurantbesitzer, Hoteliers, Theaterleute, sie alle rufen: „Wir sind nicht das Problem! Verschon mein Haus, zünd‘ andre an!“ Trotz all der schönen Konzepte, Spendern mit Desinfektionsmitteln, Bodenmarkierungen zum Abstandhalten in Stadien, Restaurants und Theatern explodieren die Infektionszahlen, füllen sich die Intensivbetten in atemberaubender Geschwindigkeit, kapitulieren die Gesundheitsämter vor der Nachverfolgung.

 

Warum? Weil die Leute vor allem in ihrer Freizeit zu viele Kontakte haben. Das ist schon die ganze Antwort. Und darauf zielen die neuen, zeitlich eng befristeten Maßnahmen: „Hört auf, Euch in Eurer Freizeit mit Menschen außerhalb Eurer Kernfamilie zu treffen!“ – das ist die Botschaft, welche die politischen Entscheider der von ihnen regierten Spaßgesellschaft geradezu verzweifelt entgegenrufen. Schon längst kann bei 75 Prozent der Infektionen nicht mehr nachvollzogen werden, wo genau sie erfolgt sind. Die Neuinfizierten waren keineswegs allesamt vorher auf einer orientalischen Großhochzeit, in einem evangelikalen Gebetshaus oder einer Berliner Szenebar. Womöglich haben sie sich das Virus im Fitneßstudio eingefangen. Oder beim Vereinssport. Oder beim Kaffeekränzchen. Beim Feierabendbier. Oder beim Pausenwein in der Oper, als sie eben doch die Maske abgesetzt haben. Oder sie haben es sich in der Straßenbahn auf dem Weg zur „Tosca“ eingefangen.

 

Es ist übrigens eine kühne Behauptung der Mainzer Theaterleute, daß sich „nachgewiesenermaßen (…) kein Besucher und keine Besucherin in einem Theater- oder Opernhaus mit Covid19 angesteckt“ habe, wenn bei 75 Prozent auch sonst kein Infektionsort feststeht. Gerade Theatermacher sollten für Sprache sensibel sein. Es besteht ein gravierender Unterschied zwischen „es wurde bislang keine Infektion nach einem Theaterbesuch nachgewiesen“ und „es gibt nachgewiesenermaßen keine Infektionen bei Theaterbesuchen“.

 

Man würde sich mit all diesen empörten Theaterleuten (die Mainzer werden nicht die letzten sein) liebend gerne solidarisieren, wenn sie sich in ihren „Offenen Briefen“, „Appellen“ – und was immer da noch kommen mag – nicht immer nur mit dem eigenen Bauchnabel beschäftigen würden. Ihre Denkweise ist geradezu dünkelhaft elitär. "Ja, in Fußballstadien, da haben sie keine Disziplin! Da liegen sie sich bei jedem Tor ohne jeden Abstand in den Armen! Und das mit aerosolverbreitenden Fangesängen können sie auch nicht lassen! Und schauen Sie mal, wie dicht die Leute vor den Clubs stehen! Und dieses Gehopse bei den Pop-Konzerten! Wir aber haben ein diszipliniertes Publikum, das Abstände einhält, zwei Stunden ruhig auf dem Platz sitzt und ohne Rumgegröle geordnet den Saal am Ende wieder verläßt."

Und es stimmt ja auch: Würde man bei den jetzt beschlossenen Maßnahmen die Theater und (klassischen) Konzerthäuser ausnehmen, würde das vermutlich auf die Infektionsverbreitung ohne jede meßbare Auswirkung bleiben.

 

Die Theaterleute sollten aber für eine Sekunde darüber nachdenken, was für ein gesellschaftlicher Sprengstoff darin bestehen würde, wenn man den Laiensportlern ihre Mannschaftssportarten wegnimmt, die Fitneßstudios schließt, überhaupt den Breitensport lahmlegt, die Clubs geschlossen läßt, Pop-Konzerte untersagt, allen und jedem nahezu jeden Freizeitspaß außer Haus nimmt, das Reisen vollständig untersagt, aber der kleinen und feinen Elite eines Bildungsbürgertums gestattet, sich mit Freunden und Bekannten in Konzerthäusern und Theatern zum stillen Genuß erlesener Kunstwerke zu treffen. Es sind oft dieselben Theaterleute, die mit sich intellektuell gebender Attitüde bei jeder Gelegenheit für jeden erdenklichen Zweck „Solidarität“ einfordern, die aber in ihrer Egomanie nicht in der Lage sind, auch nur den Gedanken zu entwickeln, daß ihr vorübergehender Verzicht ein Zeichen von Solidarität mit der sie umgebenden (und recht ordentlich ernährenden) Gesellschaft sein könnte.

 

Alle müssen jetzt einen Monat lang auf nahezu jede Freizeitbeschäftigung verzichten, die mit Kontakten verbunden ist, auf Sport, Reisen, Feiern und leider auf Kunstgenuß. Unser Verzicht auf unser epidemiologisch womöglich harmloses Vergnügen ist Solidarität mit allen anderen, die auch verzichten müssen. Mir blutet das Herz im Hinblick auf zwei vielversprechende Premieren der Oper Frankfurt, die nun im November flachfallen (aber hoffentlich nachgeholt werden). Meinem Bruder dagegen blutet das Herz, weil er wieder nicht ins Stadion kann, weil er mit seinen Vereinskollegen nicht trainieren kann, dem Nachbarn, weil die Restaurantbesuche flachfallen, dem Freund, weil er seine Urlaubsreise stornieren muß. Von allen gemeinsam ist es die Solidarität mit denen, die im Falle einer Infektion schwere Verläufe befürchten müssen, und Solidarität, die darin besteht, ein Gesundheitssystem nicht zu überlasten, damit niemandem wegen überfüllter Intensivbetten die lebensnotwendige Behandlung vorenthalten werden muß.

 

Ja, schon klar, für die Theaterleute ist das nicht „Freizeitvergnügen“. Sie bestreiten damit ihr Einkommen. Die Regierungschefs verlangen von ihnen ein Sonderopfer für die Gemeinschaft. Und jeder Jurist weiß: für Sonderopfer muß es eine angemessene Entschädigung geben. Im Frühjahr hatten das die Regierungen übersehen oder nicht schnell genug berücksichtigt. Nun aber ist die Lage eine andere: Zu den aktuellen Beschlüssen gehört die konkrete Zusage von Entschädigungen, und dieses Mal werden die Kulturschaffenden von den Theatern bis zu den freien Künstlern ausdrücklich als Berechtigte benannt. Das ist gerecht und solidarisch. Die eingeforderte Sonderrolle in einem ansonsten stillgelegten Freizeitsektor wäre es nicht.

 

28.10.2020 / Michael Demel

 

SCHLUSS MIT DEM GENDER-UNFUG !

Ein Aufruf zum Widerstand gegen die Verhunzung der Deutschen Sprache durch eine Minderheit!

Aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache wenden wir mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit:

 

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

 

Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort “das Weib” ableitet.

 

Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

 

Nicht durchzuhalten: Wie kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürger­meister“ nennen müsste? Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserm Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

 

Und dann tragen solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grund­gesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Den mehrfachen Aufstieg von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat dies nicht behindert, und eine mögliche neue Bundeskanzlerin fühlt sich inmitten dieses Missstands offensichtlich ziemlich wohl.

 

Also appellieren wir an Politiker, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten: Setzt die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug wieder durch!

 

Zur Unterschriftenliste

 

V.i.S.d.P. Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer, Josef Kraus

 

Dank für die Karikatur an unseren Hauszeichner (c) Peter Klier

P.S.

Hier geht es zu den schier unendlich vielen anderen OPERNFREUND-Beiträgen zu diesem Thema

 

Wenn sich Labels selber feiern

OPUS KLASSIK

wie ernst ist dieser Preis zu nehmen?

Vorweg, wer die Verkaufszahlen der Tonträger dominiert, kann nicht „unwürdig“ sein, denn „von nichts kommt nichts“! Dennoch ist dieser Preis eine Heerschau, mit dem sich die Labels selbst feiern.

In der Jury sitzen weiterhin vor allem Entscheidungsträger von Musiklabels und finanzstarken Konzerthäusern. Nur wenige wirklich unabhängige Fachleute sind dabei. Da die Jury nur 9 Mitglieder umfasst, kann man sich leicht ausrechnen, wie viele „Unabhängige“ der Jury angehören. Dass künstlerische Kriterien bei der Auswahl erst an zweiter Stelle stehen, versucht man zu verstecken. Sogar als Objektivität geschminkte Zitate aus

Jury-Begründungen werden eingespielt, wenn Sänger wie Jonas Kaufmann, Diana Damrau oder Blockflötistin Dorothee Oberlinger die Bühne betreten. Die sind dann „König der Tenöre“, „einfühlsam“ oder ihre Kunst kostet „alle Facetten der Nacht aus“. Solche Sätze bedienen sich der gleichen abgegriffenen und völlig undurchdrungenen Klischees zur Beschreibung von Musik wie die Marketing-Sprüche der Firmen selbst. Vermutlich stammen sie von den gleichen Autoren. (Einige Formulierungen sind der „berliner Morgenpost entnommen).

Kurioses spielte sich im Vorfeld ab: Für den Komponistenpreis waren Hanns Eisler und Erich Wolfgang Korngold nominiert, beide schon längst verstorben. Der Journalist Axel Brüggemann wies in einem Artikel darauf hin und war gespannt, wie Moderator Thomas Gottschalk wohl Hanns Eisler den Preis überreichen würde! Nach Erscheinen des Brüggemann-Artikels waren Eisler und Korngold plötzlich sang- und klanglos von der Nominierten-Liste verschwunden.

Soviel zur Kompetenz der Veranstalter!

 

Anton Cupak (Hrg. MERKER-online)

 

Lungenheilandstalt auf Opernbesuch in Berlin

Tumult um Maskenpflicht bei der „Walküre“ an der DO
Die neue „Walküre“-Inszenierung an der Deutschen Oper erntete zur Premiere viele Buhs. Doch nun gab es nach der vierten Aufführung am Sonntag auch noch Tumulte zum Ende der Pausen! Teile des Publikums brüllten: „Maske auf, Maske auf!“. Auf den teuersten Logenplätze, rechts über dem Parkett, saßen Zuschauer ohne Mund-Nasen-Schutz! Wie kamen sie in die Oper?
Berliner Zeitung

 

Intendant Dietmar Schwarz meint zum Vorfall: „Es handelte sich um Besucher mit einem ärztlichen Attest, das besagte, dass sie aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Das ist zum Beispiel bei Asthmatikern der Fall.“

Wenn diese eine Karte haben, müssen sie eingelassen werden – so der Opernchef. Kurios ist, dass es sich um mehrere nebeneinander sitzende Besucher gehandelt hat. Ist da etwa eine Lungenheilanstalt gemeinsam auf Besuch in der Oper gewesen? Muss da wirklich provoziert werden? Müssen sich diese Leute in die teuerste Loge setzen, damit sie bereits dadurch Neidgefühle wecken? 

Anderseits „brüllten“ laut BZ die Maskentreuen „Maske auf“. Seit wann brüllt man in der Oper, bei uns in Wien wird gesungen. Außer nach Fallen des Vorhangs nach einer eher harmlosen Neuenfels-Inszenierung!

Drollig auch der Plan des Opernchefs, sollte er nochmals mit dem Problem konfrontiert werden: Wir werden Besucher mit Attest künftig in eine räumlich abgeschlossene Loge setzen, wo sie weniger gut gesehen werden.“

Interessant, Herrn Schwarz geht es nicht darum, dass die Besucher möglichst wenig Gefahr für die anderen Besucher darstellen, sondern darum, dass man sie nicht so gut sieht! Irgendwie bleibt mir ob dieser herrlichen Logik der Mund offen!

 

Anton Cupak, 14.10.2020

(Aus dem Tageskommentar 14.10.)

Bild (c) Peter Klier

 

P.S. MASKENFREI-LOGEN

 

Ich empfehle dem Intendanten bei weiter geplanter Zusammenarbeit mit den Lungenkliniken, sich an den sogenannte RAUCHERLOGEN - bekannt aus den 70ern im Kino - zu orientieren. Da wurden die hinteren Logenplätze einfach mit Glas ummantelt Der Ton kam dann über separate Lautsprecher. Man kann diese auch mit teilverspiegeltem Glas versehen, dann werden diese Besucher nicht gesehen und Missverständnisse vermieden.

 

Peter Bilsing 14.10.

 

 

Auszeichnung als „Opernhaus des Jahres“:

Eine treffsichere Hochstapelei

Alljährlich erwarten die Intendanzen der Opernhäuser im deutschsprachigen Raum gespannt die Veröffentlichung des Jahrbuchs der Zeitschrift Opernwelt. Eine bunte Mischung aus regional und überregional tätigen Opernkritikern zieht in einem Fragebogen zu jeweils 15 Kategorien Bilanz über die vergangene Spielzeit. Von der bemerkenswertesten Uraufführung über die gelungenste Inszenierung bis hin zum besten Tonträger (neuerdings formatneutral als „Medien-Veröffentlichung“ deklariert) wird kleinteilig abgefragt, was denn im Gedächtnis feuilletonistischer Vielschreiber haften geblieben ist. Kein Mensch außerhalb eines winzigen Kreises von Fachleuten würde sich dafür interessieren – wenn nicht die Macher des Nischenmagazins vor Jahren auf die geniale (und in Wahrheit größenwahnsinnige) Idee gekommen wären, die Kritikerumfrage zur Verleihung des Titels „Opernhaus des Jahres“ zu nutzen. Dafür lassen sich die solcherart gewürdigten Opernhäuser feiern, als hätten sie den Oscar im Bereich Musiktheater gewonnen. Tatsächlich handelt es sich um eine veritable Hochstapelei. Die Opernwelt addiert einfach die Eintragungen in der Kategorie „Opernhaus“ auf. Wer die meisten Nennungen bekommt, erhält den Titel. Regelmäßig genügt dafür eine Handvoll Stimmen. In diesem Jahr haben jeweils fünf Nennungen ausgereicht, um die Opernhäuser von Frankfurt am Main und Genf gemeinsam auf das Siegerpodest zu heben. Bei 43 teilnehmenden Kritikern ist das eine Quote von 11,6 Prozent pro Opernhaus. Alles andere würde überraschen. Denn unter den 43 Kritikern haben drei ihren Sitz in London, einer in New York, einer in Mailand und einer in Paris. Deren Fokus liegt naturgemäß auf den Opernhäusern ihres Sitzlandes. Gelegentlich verschlägt es sie zu den internationalen Festivals, weswegen bei ihren Nennungen auch Bayreuth und Salzburg auftauchen. Bleiben 37 Kritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, von denen offenbar nur die wenigsten überregional tätig sind. Ansonsten findet der Redakteur aus Bremen auffällig häufig norddeutsche Produktionen und Künstler gut, sein Kollege aus Bamberg hat Würzburg und Nürnberg im Blick, beim Kritiker aus Zürich werden Basel, Genf, Luzern, Solothurn und (Überraschung!) Zürich genannt, der Redakteur aus Freiburg findet das Theater Freiburg toll und blickt immerhin noch über die nahe Grenze nach Basel, ein Feuilletonveteran aus Wien verfährt nach dem Motto „Wien, Wien, nur du allein“ und so weiter. Natürlich kann da nichts Repräsentatives herauskommen. Die Kür eines „Opernhauses des Jahres“ auf diesem Weg ist die Anmaßung des Jahres.

 

Und doch hat es in diesem Jahr nicht die Falschen getroffen. Nun würde sich der OPERNFREUND niemals anmaßen, mit der Behauptung von Allgemeingültigkeit ein „Opernhaus des Jahres“ zu küren, denn natürlich haben auch die meisten unserer Mitarbeiter ihre regionalen Schwerpunkte. Aber man kann nachvollziehen, wie es etwa die Oper Frankfurt regelmäßig schafft, diese sehr werbewirksame Auszeichnung zu erringen: Man lockt die Kritiker mit Raritäten oder interessanten Namen an. In der vergangenen Spielzeit hat das Haus am Main etwa eine Mega-Rarität wie Pénélope von Gabriel Fauré als Premiere herausgebracht. Das ist für Kritiker aus der ganzen Republik ein Pflichttermin. Außerdem dirigierte Joana Mallwitz, die jung, charmant und enorm talentiert ist und aktuell als Vertreterin der immer noch raren Spezies weiblicher Kapellmeister der Liebling des Feuilletons ist. Ihr wurde auch das Dirigat der neuen Salome anvertraut, zu welcher die Kritiker von Nah und Fern anreisten, weil eine Regie von Barrie Kosky in schöner Regelmäßigkeit für außergewöhnliche Inszenierungen bürgt. Ein anderer junger Shootingstar, Lorenzo Viotti, machte auf Puccinis Manon mindestens ebenso neugierig wie die Besetzung der Titelpartie mit der außerordentlichen Asmik Grigorian und die Regie von La-Fura-dels-Baus-Veteran Àlex Ollé. Drei Pflichttermine für die Kritikerszene, drei Volltreffer – und schon ist man „Opernhaus des Jahres“. Pflichtschuldigst werden dann das vorzügliche Orchester und das herausragende Ensemble des Hauses gelobt, mit dem man von wenigen Gästen abgesehen sämtliche Partien rollendeckend besetzen kann. Tatsächlich aber wurden die Kritiker von den großen Namen angelockt. Daß es nicht die Namen des internationalen Jetsets sind, mit denen sich die großen Häuser in München und Wien schmücken, läßt diese Kritiker glauben, sie hätten einen besonders feinen Geschmack. Tatsächlich aber haben sie lediglich die Stars von morgen erlebt, für die der Frankfurter Intendant Loebe ein feines Gespür hat und nach denen er regelrecht Jagd macht. Viotti und Mallwitz haben in Frankfurt eben schon zu einem Zeitpunkt große Produktionen anvertraut bekommen, als sie noch nicht einmal als Geheimtipp galten. Inzwischen reißen sich die großen Orchester, Opernhäuser und Festivals um sie. Auch der „Sänger des Jahres“ Jakub Józef Orliński ist jedenfalls für Deutschland von der Oper Frankfurt entdeckt worden.

 

Der Frankfurter Opernfreund schätzt an seinem Stammhaus aber eine Qualität, die von den reisenden Berufskritikern gar nicht erfaßt werden kann: Ein reiches Repertoire mit vielen Raritäten, die auch in den Wiederaufnahmen mustergültig aufbereitet werden und musikalisch durchweg exzellent besetzt sind. In der vergangenen Spielzeit waren das etwa ein Triptychon aus drei Kurzopern von Ernst Krenek, die Julietta von Martinu oder eine hinreißende Reprise von Flotows Martha. Die mustergültige Produktion von Delius‘ Romeo und Julia auf dem Dorfe wurde tragischer Weise nach nur einer Aufführung vom Shutdown abgewürgt, die Wiederaufnahmeserie von Honeggers Jeanne d’Arc fiel nach erfolgreichen Proben der Pandemie-Eindämmung ganz zum Opfer. So sehr man der Frankfurter Intendanz unterstellen darf, daß sie ihre Neuproduktionen auch mit einem Blick auf überregionale Aufmerksamkeit programmiert, so sehr gebührt ihr unsere Dankbarkeit dafür, daß sie das so errungene Ansehen nutzt, um einen der deutschlandweit farbigsten Spielpläne auf konstant hohem musikalischem und szenischem Niveau zu präsentieren.

Und deswegen gratulieren wir herzlich zu einer Auszeichnung, über deren fragwürdiges Zustandekommen wir ausnahmsweise freundlich hinwegsehen: Paßt schon!

 

Michael Demel, 2. Oktober 2020

 

 

        

25. September 2020        

MAIL an Zuschauerservice@zdf-service.de

Sehr geehrte Damen und Herren des Zuschauerservice,

 

erstmal herzlichen Dank für Ihre umgehende Rückmeldung. Ich habe mich sehr über sie gefreut, auch darüber, dass Sie dieses Thema des Geschäftsführung näher bringen wollen, die sich dessen sicher lange bewusst ist.

 

Nun, ich bin selbstverständlich auch für die Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt, nicht aber für die Idee, deswegen die so bewährte und einzigartige deutsche Sprache (der Denker und Dichter) zu verändern, ja, wie es nun beim ZDF akustisch wahrnehmbar wird, zu verhunzen. Im Übrigen sehe ich an Ihren angehängten interessanten Leitlinien für die Gleichstellung keinen konkreten Vorschlag in diese Richtung. Praktisch alle stellen auf die Gleichstellung der Frau im Arbeitsleben ab, also speziell auf jene beim ZDF.

 

Bedenken Sie mal Folgendes: Ein mit dem Thema nicht so vertrauter Durchschnittszuschauer, und das sind die meisten, hört auf einmal eine Sprechpause vor -innen. Er wird sich wundern und nachdenken, was das soll. Unterdessen streicht die eigentliche Information nicht von ihm wahrgenommen und schon gar nicht verarbeitet vorüber. Oder etwas anderes: Der Moderator spricht von einer Schauspiel-Premiere und sagt vermeintlich "gendergerecht": "Unser Reporter X hat die Schauspieler (Sprechpause) -innen gesehen." Wie hört sich das an, was kann da assoziiert werden?! Weitere Bespiele für Absurditäten ähnlicher Art ließen sich leicht nennen.

 

Wenn man es etwas überspitzt formulieren wollte, wäre sogar zu sagen, dass sich jene, die auf Gendergerechtigkeit pochen, mit dem zwanghaften Anhängen von -in und -innen an die von ihnen vermeintlich für biologisch maskulin gehaltene Form auf -er (die aber de facto eine generische ist) gar keinen Gefallen tun. Denn sie formulieren wieder nicht gendergerecht: Das Weibliche wird lediglich zum semantischen Anhängsel des (vermeintlich) Männlichen, also einem Suffix...

 

Das führt mich zu einem weiteren Punkt, der klarmacht, dass das Weibliche, eben wenn man in Rechnung stellt, dass die auf -er lautende Form eine (nur) generisch maskuline ist (also sowohl Männer wie Frauen beinhaltet) in der deutschen Sprache klar besser gestellt ist als das Männliche. Das Weibliche hat nämlich eine sog. „markierte“ Form. Also, wann immer es Reporterin oder Reporterinnen heißt, ist automatisch klar, dass es NUR Frauen sind. Das Männliche hat KEINE markierte Form. Eben, es können beim generischen Maskulinum immer sowohl Männer als auch Freuen sein. Ein m.E. von Gendergerechtigkeits-Anhängern völlig übersehener Punkt. Das Männliche ist, wenn man die deutsche Sprache richtig versteht, (der markierten Form des Weiblichen) klar unterlegen. Und sollte Falschverstehen zum Ausgangspunkt gravierender und nachhaltiger sprachlicher Veränderung werden?!

 

Ich würde mich doch sehr freuen, wenn sich das ZDF dazu ernsthaft Gedanken machte. Diese Sprechpause hört sich einfach furchtbar an, und ich bin mir absolut sicher, dass sich die Sprechweise auf die Länge nicht durchsetzen wird. Warum also nicht gleich damit aufhören?!

 

Frau Anne Will in den ARD, die sie bisweilen auch pflegt, habe ich das auch schon nahegelegt.

 

Mit besten Grüßen,

Dr. Klaus Billand

 

 

Digitalisierungs-Steinzeit

Alles freiwillig....

Kartenbestellung in Essen

 

 

 

Vorhin habe ich eine Karte bei der Essener Philharmonie bestellt. Sehr "lustig":

 

- Guten Tag ich hätte gerne eine Karte für das SWR-Symphoniker. er unter Currentzis mit Werken von Lachenmann und Scelsi am nächsten Donnerstag. Ich zahle auch direkt mit Kreditkarte.

 

- Könnten Sie die Karte vorher abholen?

 

- Ich wohne in Duisburg. Ich bezahle die Karte jetzt schon, damit ich sie nicht vorher abholen muss, schließlich sind seit dem LKW-Brand am Donnerstag auf der A40 Auobahn und Zugverkehr zwischen beiden Städten unterbrochen. Ich muss auch, wenn ich ins Konzert fahre, einen Umweg in Kauf nehmen.

 

- Gut, die Kasse am Aalto-Theater hat bis 18 Uhr geöffnet. Dann holen Sie die Karte doch am Donnerstag bis 18 Uhr ab.

 

- Aber das Konzert beginnt doch erst um 20 Uhr, da muss ich ja zwei Stunden warten. 

 

- Wir wollen aber nicht, dass sich an der Abendkasse eine Schlange bildet, wegen Corona. Für den Postversand der Karte ist es jetzt auch zu spät. 

 

- Dann schicken Sie mir die Karte doch einfach per Mail als PDF.

 

- Soweit sind wir technisch noch nicht!

 

- Was ist das denn für ein Service? Wenn ich an den Theatern in Gelsenkirchen, Krefeld oder Dortmund Karten bestelle, ist das kein Problem. Da bekomme ich immer eine PDF-Datei

 

- Ja, wir sind aber noch nicht soweit. Wir arbeiten daran.

 

 

 

- Aber hören Sie mal. Sie können bei diesem Programm mit geradezu exotischen Werken von Lachenmann und Scelsi doch froh sein, dass da überhaupt ein interessierter aufgeschlossener Klassikfreund ins Konzert kommt. Und da legen Sie einem solche Steine in den Weg.

 

- Entschuldigen Sie bitte, Sie müssen ja nichts in dieses Konzert gehen. Es zwingt Sie ja niemand. Das ist alles freiwillig!

 

- Der Service Ihres Hauses ist aber trotzdem, mit Verlaub, große Scheiße.

 

-Ja, warten Sie mal einen Augenblick. Meine Kollegin, die das Gespräch verfolgt hat, sagt mir gerade, Sie können Ihre Karte doch an der Abendkasse abholen. Ihre Reservierungsnummer ist....

 

Ein Opernfreund Leser,

nennen wir ihn Alviano Salvago,

sonst bekommt er demnächst nie mehr Karten in Essen ;-)

 

Redaktion Peter Bilsing

Dank an unseren Hauszeichner Peter Klier

 

 

 

Haben die Corona-Regeln eventuell auch Gutes?

Ja! z.B. Keine Drängelei mehr beim Verlassen des Theaters

Stichwort Zeitgewinn. Konnte der Besucher früher beim Verlassen des Aalto Theaters, wenn man in der Mitte saß, durchaus noch ruhige 10 Minuten sitzen bleiben, da es zu unsäglichen Staus und Drängelei beim Herausgehen kam, so ist das nun völlig anders. Jetzt ruft das Aufsichtspersonal die Reihen einzeln auf, um Schlangenbildung am Ausgang zu vermeiden. Find ich grundsätzlich gut und hoffe, daß man das auch für die Essener Philharmonie übernimmt, wo man in Vor-Coronazeiten in der Konzertpause ruhig sitzen bleiben konnte, denn von den 15 minütigen Pausen verbrachte man gut 10 Minuten in der Rausgeh-Schlange.

 

Peter Bilsing 10.9.2020

 

9.11. für unsere Kulturstätten - reden wir tacheles

Was keiner gerne hören will...

In den vernünftigen Chefetagen der Verantwortlichen von Opernhäusern und Konzertsälen wird deutlicher gesprochen, als in der Öffentlichkeit oder auf Pressekonferenzen. Nach aussen muß man Optimist sein und von alten Zeiten träumen. Es geht ja um scheinbare Existenzsicherung. Doch solcher Art Gehabe führt sich selbst bald ad absurdum. Diese good old days sind erst einmal unwiderruflich vorbei. Those were the days sang einst Mary Hopkins.

 

Glaubt wirklich irgend jemand ernsthaft, daß die Vergangenheit zurück kehren wird, wo man dicht gedrängt mit tausend oder mehr Personen eng im Theater saß? Mit den Mitmenschen auf Tuchfühlung - quasi Hautkontakt - und der rücksichtslos hustende Mitbürger verbreitet seine Aerosole aus 50 cm auf uns herab?

 

Unser Nachbar wurde - und wird es noch lange - zum Todfeind erklärt, denn die Maskenpflicht wird dieses Jahr überdauern und andauern. Der Mitmensch verbreitet die Pest. Halt Abstand und schütze Dich! lautet die Parole. Das ist eine Art "9.11. Ausgangslage". Ich glaube nicht, daß sich dies wieder jemals umkehren lässt. Es beginnen andere Zeiten. Ist das nun der Tod der Oper, des Konzerts oder unserer Kultur?

 

Man kann auch positive Konsequenzen ziehen

 

Statt ein Konzert mit 2.000 Besuchern an einem Tag zu spielen, spielt die Kapelle halt dasselbe Konzert an 5 Tagen vor jeweils 400 Menschen, die dafür dann bequem und entspannt sitzen und natürlich mehr bezahlen. Funktioniert prima schon im Kino, wo man angefangen hat mit großzügig verteilten neueren Kino-Sesseln mit Tischen Raum und Bequemlichkeit zu schaffen. Statt 400 Filmfans sitzen dann nur 100 Personen im Vorführsaal und es kostet nicht 10 sondern 25 Euro. Aber es funktioniert. Immerhin rettet man so das Kino.

 

Kleinere Opern ohne Pause sind genauso schön, man ignorierte sie nur leider häufig. Ja, das Publikum will GÖTTERDÄMMERUNG, AIDA, FIDELIO... etc.pp. möglichst mit Riesenbesetzung und Star-Ensemble. Unter der Prämisse läuft die nächsten Jahre nichts mehr. Placido, Netrebko, Kaufmann und Co. sind halt nur einmal bezahlbar bei den aktuellen Salären - die singen zwar sicherlich auch sechs Mal vor 400 Leuten aber wollen dann auch jedes Mal volle Bezahlung. Die Premiumkultur für die Eliten, oder jene, die sich für diese halten wird zweilfelsohne überleben. Den ausgewählten Salzburger Festspielbesuchern könnte es egal sein, ob der Eintritt 500 oder 3000 Euro kostet. Oder doch nicht? Die Wiener Staatsoper ist eine reine Touristenoper, sie wird auch überleben, weil sie historisches Wahrzeichen der Weltstadt ist.

 

Um unseren Kulturbetrieb überhaupt zu erhalten, müssen große Opfer gebracht werden. Je schneller die Beteiligten das einsehen, umso besser. Doch so etwas wird schwierig. Musiker werden erheblich mehr spielen müssen (mehr Dienste), Sänger mehr und öfter singen und liebgewonnene gewerkschaftlich abgesicherte Statusregeln müssen überarbeitet und dem Krisenstatus angepasst werden. So geht es nicht weiter. Niemals mehr...

 

Es geht ums Überleben

Das sieht keiner in der Szene gerne, aber die Alternative ist simpel: Dann machen wir halt das Theater zu. Hallo Fußballfans der Fankurve in Dortmund/Schalke: Es wird keine Stehplätze mehr geben. Wenn Euch das nicht passt ist es auch egal - eure Meinung interessiert keinen. Ohne weitläufige starke Kompromisse, Opfer und Umstellungen werden 90 Prozent der Theater sonst verschwinden, denn die hohen Kosten waren manchen Parteien und den Politikern, die heute aufblühen, schon immer ein Dorn im Auge. Die Meinung elitärer Opernfans interessiert da keinen.

 

Vorsicht vor übertriebenem Besitzstandswahrungs-Denkens! Überleben wird unsere schöne alte Opernwelt nur durch ganz erheblichen Verzicht, Neuorientierung, Einschränkung, Kostensenkung etc... Schließtage müssen absolut tabu sein. Die Oper hat jeden Tag zu spielen um ihre Existenzberechtigung zu behalten. Dazu gehört auch eine ganztägige Gastronomie. Basta! Hehre Ziele und edles Gedankengut helfen in dieser Situation nicht weiter, wie der zukünftige Verzicht auf moderne Inszenierungen oder Regietheater-Unsinn.

 

Alle Kulturschaffenden müssen große Opfer bringen.

 

Und wer ernsthaft glaubt, die Entwicklung eines, wie auch immer gearteten Impfstoffes brächte alte Zeiten zurück, scheint mir nicht von dieser Welt. Der nächste Virus wartet schon... Machen wir das Beste draus und bleiben Realist. Nicht verzagen und bitte weiterhin fröhlich bleiben.

 

herzlichst Ihr Hrg.

 

 

Peter Bilsing 25.8.2020

 

 

Der große Wechsel in der Ballett-Etage des Wiener Staatsballetts: positiv, sehr positiv gedacht...

31.07.2020

 

Eine neue Ära beginnt auch für das Wiener Staatsballett. Dem sehr erfolgreichen Manuel Legris aus Paris folgt ab September als neuer Ballettdirektor der 61jährige Schweizer Choreograph Martin Schläpfer. Es ist eine überraschende Bestellung gewesen. Sein Bezug zu Wien? Vor Jahren ist er während eines Wiener Festwochen–Gastspiels des Baseler Balletts als ein elegant in die Höhe schnellender Tänzer auf der Bühne des Theaters an der Wien gestanden. Berufen als Choreograph und als Pädagoge hatte er später die Ballettkompanien von Bern, Mainz und seit 2009 das Ballett der Deutschen Oper am Rhein geleitet.

Kein bekannter Name hierzulande. Doch Liudmila Konovalova, aus der strengen Schule des Moskauer Bolschoi-Balletts gewachsen und nun seit einem Jahrzehnt eine der exzellenten Primaballerinen der Wiener Staatsoper, weiß nach sommerlichen Trainingstagen als Gast im Ballettsaal der Düsseldorfer Kompanie die Qualitäten ihres neuen Chefs zu schätzen. In den höchsten Tönen äußert sie sich über Schläpfers Training: „Dieses hat mich so richtig vorbereitet. Sofort habe ich gespürt: es hilft mir, es ist für mich notwendig. Es ist ein gutes Training um sich weiter zu entwickeln. Sehr musikalisch, sehr beweglich. Sowohl für klassische Stücke wie für moderne. Genau das, was ich für mich noch brauche.“ Und Konovalova fügt hinzu: „Er geht direkt auf dich zu, sehr persönlich. In seinem Denken muss man voll konzentriert sein – man kann nicht automatisch arbeiten. Er sieht auch, wenn alle voll mitmachen. Bei den Tänzern des Rhein-Balletts ist es überzeugend so gewesen.“

Der starke personelle Wechsel unter der neuen Leitung hat in der Staatsoper einiges Rumoren mit sich gebracht. Doch die Ersten Solisten aus der Wiener Ära Legris konnten ihre Positionen halten. Und sehr wesentlich ist nun, wohl aber auch mit den Anforderungen etwas heikler: Schläpfer möchte sich in Wien mit Nachdruck als ambitionierter Choreograph präsentieren. Als Schläpfer-Uraufführungen sind für seine Einstands-Saison ein „Mahler, Live“-Programm und „Symphonie Nr.15“ von Dmitri Schostakowitsch angesetzt. Konovalova freut sich auf diese Novitäten: „Das ist es, wonach sich Tänzer sehnen: eigene Kreationen, originale, welche ganz auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind. Für jeden ist es interessant Neuem zu begegnen und alles was man hat mehr und mehr zu entwickeln.“

Aus einer Tänzerinnen-Seele gesprochen: „Ich bin bereit etwas Neues zu machen, sehr offen zu probieren, ein Teil seiner Kreationen zu sein. Es wird für uns etwas geboren. Du möchtest dich weiter verbessern …. wie eine Blume wachsen!“

Somit: Positiv gedopt, positiv gedacht, mit voller Kraft voran – höchstes tänzerisches Niveau ist dem neuen Ballettdirektor von seinem Vorgänger vorgegeben.        

 

Meinhard Rüdenauer, 2.8.2020

Besonderer Dank an unserer Freunde vom MERKER-online (Wien)

 

 

 

Etiam altera pars audiatur

Staatliche Subvention allein garantiert künstlerische Freiheit

Replik zum Gastbeitrag Jörg Eich vom 11.Mai 2020

BILDUNG IST EIN STAATSAUFTRAG. Soll heißen: EIN AUFTRAG DES SOUVERÄNS AN LEGISLATIVE UND EXEKUTIVE! Der Souverän ist der Stimmbürger, welcher die Legislative wählt. Die Legislative und die Exekutive und die Judikative werden vom Steuerzahler honoriert, ob er mit ihrer Arbeit zufrieden ist oder nicht, diese werden also " SUBVENTIONIERT", genauso wie die Arbeit der Kulturschaffenden. Ein Unterschied allerdings besteht: Weder Legislative, noch Exekutive noch Judikative erarbeiten irgendwelche Gelder, sie geben diese nur aus. Und dies sind die Steuergelder, welcher jede, jeder bezahlen muss ob man will oder nicht!

Die öffentlichen Schulen, die Bildungsanstalten werden vom Staat bezahlt, so auch alle Mitarbeiter. Schulen erarbeiten ebenso wenig Eigenmittel wie die oben erwähnten Staatsbehörden. Alle Bürger sind nicht nur Gehaltsempfänger, sondern auch Steuerzahler. Dies gilt ebenso für alle Kulturschaffenden, welche einerseits Subventionen empfangen und andererseits mit Eigenfinanzierung, sprich Eintritten in Theater, Konzert, Film usw. Einnahmen generieren, welche wiederum besteuert werden. Dazu kommt, dass die Kulturinstitutionen, hier im Besonderen Musik- und Sprechtheaterhäuser, immer, fast immer auch Ausbildungsbetriebe sind. Also wiederum Bildungsaufgaben übernehmen.

Nicht vom Staat subventionierte Kultur ist auf Sponsoren und Gönner angewiesen, siehe das amerikanische System. Diese Sponsoren nehmen großen Einfluss auf die Gestaltung der Aktivitäten unter der Drohung, dass das Geld bei Nichteinhalten der Vorgaben einfach nicht fließt.

Staatliche Subvention allein garantiert künstlerische Freiheit. Was passiert, wenn der Staat anfängt die Kulturbetriebe zu gängeln, kann am Beispiel des Dritten Reiches bestens nachvollzogen werden: Was nicht ins politische Schema passte, wurde als ENTARTETE KUNST, bezeichnet und schlicht verboten und unter Strafe gestellt. Heute werden von den Kritikern, den Kulturjournalisten missliebige Produktionen aller Art als GERMAN-TRASH, REGIETHEATER, VERKOPFTE PRODUKTIONEN und anderes mehr bezeichnet.

In einem Interview mit dem Opernfreund beantwortete Olivier Py, seines Zeichens Intendant und Theaterregisseur in Frankreich (Avignon) nachstehende Frage:

OF: Viel ist die Rede vom Regietheater. Im Musiktheater war früher oft der Dirigent der Vorherrschende, heute scheint es der Regisseur zu sein. Im Sprechtheater führt allem Anschein nach das Regietheater oft zu Verstümmelung und extremen Kürzungen der Texte und/oder der Musik. Halten solche Mechanismen nicht oft das Publikum vom Theaterbesuch ab? Oder haben die Theater Angst, lange Aufführungen könnten das Publikum vom Besuch abhalten?

Olivier Py: Abhalten?! Aus welchem Grund? Ich glaube nicht. Das Publikum kommt ins Theater, in die Oper, weil sie eine neue Generation Regisseure, Dirigenten erleben wollen. Auch ändert sich natürlich der Zuschauer, die Zuschauerin. Und ich glaube auch, dass das neue Publikum Interpretationen sehen will, welche mit der modernen Welt verbunden ist, der neuen Welt einen Spiegel vorhält. Wenn das Publikum fehlt, ist der Grund nach meiner Meinung der Eintrittspreis, welcher doch oft sehr hoch, zu hoch erscheint! Wobei anzumerken ist, dass eher das Sprechtheater unter dem Zuschauerschwund leidet. Musiktheater kommt meiner Erfahrung nach sehr gut an und verkauft sich auch gut. Regietheaterismus ist schlussendlich eine journalistische Sichtweise. Jeder Künstler, Regisseur, Dirigent, Sänger oder Sängerin ist ein Original, nie eine Kopie und hat seine eigene Sichtweise auf eine Rolle, ein Werk. Ich bin überzeugt, dass ein Regisseur zum Beispiel nicht bewusst schockieren will, sondern an seine Sichtweis als ein schönes Kunstwerk glaubt. Es kommt vor, dass ich ein Stück traditionell, originalgetreu inszeniere und damit den grossen Skandal hervorrufe. Wieso? Ich weiss es nicht! Das Interview mit Py und anderen Interviewpartnern ist im OF auf der Peter Heuberger Seite zu lesen.

Der grösste Konkurrent von Theatern und Filmsälen ist heute das Fernsehen: Es ist bequemer zu Hause sich ein FERNSEHFORMAT anzuschauen, dabei ein Glas Wein, ein Bier zu genehmigen und dies im bequemen Hausdress. Kein Umkleiden, keine Parkplatzsuche. Dabei geht vergessen, dass Fernsehen auch etwas kostet und zwar wahrscheinlich mehr als ein gelegentlicher Theaterbesuch.

Im Kommentar von Herrn Eich greift dasBeispiel Wien greift zu kurz. Wien ist, war stolz darauf, uralte Produktionen immer wieder mit neuen Sängerinnen und Sängern, aber gleicher Inszenierung auf die Bühne zu bringen und dies als Touristenmagnet vor allem aus Asien zu verwenden. Solches Tun entwickelt die Theaterlandschaft nicht weiter und ist rein monetär bedingt! Die Share-Holder Value, die oberste Maxime der Wirtschaft lässt grüssen.

 

Peter Heuberger (Schweiz-Korrespondent des OPERNFREUNDs), 12.5.2020

 

 

Auch Journalisten tragen Verantwortung

Eine Replik auf Michael Zerban

Polemik muß erlaubt sein. Gerade der OPERNFREUND mag es gerne deutlich. Kontroversen sind ausdrücklich erwünscht. Wenn ein geschätzter Kollege wie Michael Zerban, Chefredakteur von „O-Ton“, einen veritablen Wutausbruch veröffentlicht, dann ist unser erster Reflex, einen so saftig-deftigen Text zu dokumentieren (siehe unten, Original hier: https://o-ton.online/hintergruende/o-ton-berlin-corona-krise-zerban-200416/). Mit einigen Tagen Abstand erscheint es aber nötig, dem Kollegen deutlich Kontra zu geben.

Schon die Überschrift des Kommentars irritiert: „Widerstand ist das Minimum!“ Und was wäre das Maximum? Bürgerkrieg? Man fühlt sich unangenehm an die „besorgten Bürger“ erinnert, die montags in Dunkeldeutschland auch immer von „Widerstand“ gegen das „System“ schwadronieren und sich dabei in ihrer paranoiden Verbohrtheit gerne in eine Reihe mit Stauffenberg und Co. stellen. Und tatsächlich ist sich der Kollege selbst ausdrücklich nicht zu schade, den geschmacklosen, aberwitzigen, die Nazi-Barbarei verharmlosenden Vergleich mit „1933“ zu bemühen (der Autor relativiert zwar, indem er sagt, daß der Vergleich hinkt. Aber die Assoziation ist da bereits geweckt worden).

Dabei ist der Anlaß von Zerbans Zorn eine Fehlinformation, zumindest eine Überinterpretation: Die Bundeskanzlerin habe „in einem Nebensatz“ verkündet, daß „das Aufführungsverbot [für Opern und Konzerthäuser] bis Ende August“ verlängert werde. Diese Behauptung enthält mehr Irrtümer als Substantive. Frau Merkel hat nichts dergleichen verkündet. Sie könnte eine Schließung von Theatern und Opernhäusern ohnehin nicht anordnen. Dafür sind nämlich die Länder zuständig. Die haben, anders als der Kollege es unterstellt, in jeweils ähnlichen Verordnungen die Schließung von Opern- und Konzerthäusern lediglich bis zum 3. Mai verlängert. Nicht mehr und nicht weniger. Was aber ganz sicher bis Ende August (und, seien wir realistisch, bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffes) nicht stattfinden kann, sind „Großveranstaltungen“, also Veranstaltungen, bei denen Hunderte oder Tausende von Menschen auf engem Raum zusammenkommen wie Fußballspiele, Volksfeste, Rock am Ring etc. Darauf haben sich die Länder unter der Moderation der Kanzlerin verständigt, und mehr hat sie nicht gesagt.

Wenn man die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Gefährlichkeit des Virus und zu den Ansteckungswegen ernst nimmt, dann kann man aber tatsächlich leicht voraussagen, daß auch nach dem 3. Mai Opern- und Konzerthäuser noch auf Monate hin geschlossen oder jedenfalls in ihrem Betrieb erheblich eingeschränkt bleiben müssen. Und an dieser Stelle enthält der Kommentar des Kollegen zumindest unterschwellig eine gefährliche Botschaft: Ist doch alles nicht so schlimm! Wörtlich heißt es: „Die Verdoppelungszeit ist inzwischen über einen Monat hinausgewachsen. Ein Monat! In Deutschlands Krankenhäusern stehen zehntausende Betten leer, die erste Klinikgruppe will Kurzarbeit anmelden, weil die Patienten ausbleiben. „Zerbrechlicher Zwischenerfolg“?“

Diese Argumentation wird jetzt gerne gebraucht, vor allem von Wirtschaftsvertretern und Repräsentanten politischer Sekten: Weil die Zahl der Neuinfektionen zurückgegangen ist und die große Katastrophe uns anders als Oberitalien, das Elsaß, Spanien und New York vorerst (!) nicht erreicht hat, können wir nun endlich so weitermachen wie vor der Krise. Daß die aktuelle Ansteckungsrate womöglich nur deshalb so niedrig sein könnte, weil die Auflagen bis jetzt so konsequent waren, ist für derartige Excel-Akrobaten offenbar ein zu großer geistiger Schritt. Ähnlich schlau wäre es, Gurte, ABS, Airbags etc. mit der Begründung aus den Autos zu entfernen, daß die Zahl der Verkehrstoten seit Jahren sinkt. Oder auf die Pille zu verzichten, weil frau ja nicht schwanger geworden ist.

Man wünscht all den Verharmlosern der Gefährlichkeit dieser Seuche nichts Schlimmes, erwischt sich aber gelegentlich bei dem Gedanken, daß für den ein oder anderen ein persönlicher Boris-Johnson-Moment hilfreich sein könnte.

Es ist auch nicht klar, worauf Zerban denn hinauswill. Sollen die Opernhäuser einfach wieder öffnen? Oder mit reduziertem Programm für nur wenige Zuschauer spielen? Der Kollege ruft hier den Frankfurter Intendanten Bernd Loebe als Kronzeugen auf. Dieser habe Zuschauerzahlen von 50 pro Vorstellung für „Lunchkonzerte“ vorgeschlagen. Das ist eine gegriffene Zahl, die aber in realistischen Dimensionen denkt. Die Oper Frankfurt hat 1350 Sitzplätze. Die Reihen stehen so dicht, daß man nur jede dritte Reihe öffnen kann, wenn man einen Abstand von 1,50 Meter zum Vordermann einhalten will. Das wären dann 450 Plätze. Für den Abstand zum Nebenmann müssen aber zusätzlich immer zwei Plätze zu jeder Seite freibleiben. Dann hat man noch 150 Plätze. Man kann diese Rechnung verallgemeinern und feststellen: Unter Einhaltung der Sicherheitsabstände kann man in einem normal bestuhlten Opernhaus oder Konzertsaal maximal 10 bis 15 Prozent der verfügbaren Plätze verkaufen. Wem wäre damit geholfen? Kann man sich die Salzburger Festspiele mit derart dezimiertem Publikum vorstellen? Und was soll denn da gespielt werden? Auf und hinter der Bühne und im Orchestergraben muß der Abstand ja ebenfalls eingehalten werden. Opern kann man so nicht aufführen. Möglich sind also allenfalls Kammerkonzerte in für diese Zwecke zu großen Sälen und vor weitgehend leeren Rängen. Die Veranstalter werden kalkulieren, ob der Aufwand sich dafür lohnt. Wirtschaftlich ist das ganz sicher nicht der Fall. Und die wenigen Plätze müßte man wohl wegen der erwartbar hohen Nachfrage versteigern oder verlosen.

Gefährlich ist, daß Kommentare wie die des Kollegen Zerban den Eindruck erwecken, die Verantwortlichen in den Regierungen würden aus Machtlust handeln oder einfach, um die Leute zu ärgern. Gefährlich deswegen, weil der bisherige Erfolg bei der Eindämmung der Epidemie nur durch die Einsicht weiter Teile der Bevölkerung in die beschlossenen Maßnahmen errungen werden konnte. Diese Einsicht wird durch fahrlässige Wutreden ausgehöhlt.

Die Franzosen haben strenge Ausgangssperren, und zwar noch bis Mitte Mai. Wer da vor die Tür will, braucht einen triftigen Grund. Ähnlich ist es in Italien und Spanien. Bei uns dagegen tummelten sich am Osterwochenende bei strahlendem Wetter Jogger, Ausflügler und Familien im Freien. Die wichtigsten Geschäfte haben geöffnet, ab Montag gibt es weitere Lockerungen. Kann man vielleicht einfach einmal dankbar dafür sein, daß besonnene und gut beratene Politiker die Lage bislang so erfolgreich und so freiheitserhaltend in den Griff bekommen haben? Muß man wirklich „Widerstand“ heraufbeschwören, von „Handstreich“ reden und düstere Vergleiche zu 1933 ins Spiel bringen? Manche halten Fußball für die „schönste Nebensache der Welt“. Wir würden das eher von Opern und Konzerten sagen. Was aber die Hauptsache ist, sollte doch inzwischen jedem klar geworden sein.

 

Michael Demel, 19.4.2020

 

 

 

 

Political Correctness im Jugendtheater Wien

sinnentleert 80 Jahre alten Horvath Klassiker der Weltliteratur

Ja seid Ihr denn alle komplett deppert...?

Von den Romanen des Ödön von Horvath reizt Jugend ohne Gott offenbar besonders zur Dramatisierung. 1937 in der Emigration geschrieben, ist der Beginn des Werks eine politische Parabel, die so aktuell anmutet, dass man sie nicht nur heute, sondern jederzeit anwenden kann. Und zu Beginn des Abends im Theater im Zentrum, den Petra Wüllenweber textlich erstellt und inszeniert hat, ist man auch voll gefesselt.

Man erkennt es: Die Schulsituation, der Lehrer, der von schlicht humanistischen Gedanken ausgeht, für den also auch „Afrikaner“ (in Horvaths Roman heißt es noch „Neger“) Menschen sind; die Schüler, ziemlich heutig in ihrer gehässigen Attitüde dem Lehrer gegenüber, sind im Gedankengut des Zeitgeistes so weit eingefärbt, dass sie ihm für seine Humanitätsduselei alle Schwierigkeiten bereiten – und der Lehrer muss sich entscheiden, ob er sich duckt und den Beruf behält, den er schließlich als Lebensunterhalt braucht, oder ob er den Mund hält und seine Empörung in sich hineinfrisst? Er duckt sich, bis zu einer Wendung am Ende…

…Bloß: Wie sehr unser Zeitgeist alles umfärbt (!!! – ist das nicht auch das Thema des Stücks, wie man sich duckt?), beweist die Schlußformulierung: Der Lehrer, der in seiner Heimat keine Möglichkeit mehr hat, wird als Entwicklungshelfer nach Afrika gehen – als „Neger“ (Außenseiter) zu Negern, wie es bei Horvath heißt. Ist die zeitgemäße Eindeutschung „als Ausländer zu Ausländern“ sinnvoll oder auch nur einsichtig? Wohl kaum. Nur weil man sich vor einem Wort fürchtet, das hier durchaus im historischen Kontext und keinesfalls diskriminierend erscheinen würde?

Renate Wagner, 14.1.2020

 

Gehirnwäsche von Kindern durch den WDR?

war das wohl die erklärte Absicht!?!

Nachdem ich mittlerweile einige hundert Mails zu dem Thema WDR-Beleidigung bekommen habe, wobei mich das obligate Viertel - wie heute normal - in die AFD und Nazi-Ecke stellte, aber immerhin der Rest sich dem WDR-Boykott durchaus gedenkt anzuschließen, wenn der Skandal-Intendant Buhrow nicht zurück tritt, muß ich mich gezwungener Maaßen noch einmal zu dem leidigen Dingen äußern.

Dazu zitiere ich einen der meistgelesenen Blogs im Internet Achgut: Die Empörung wäre wahrscheinlich noch um ein Vielfaches größer, wenn jedermann wüsste, wen der WDR da auf die Kinder loslässt. Der Chorleiter des WDR-Kinderchorliedes, Zeljo Davutovic, sagte in einem Interview des Deutschlandfunks wörtlich:

„Mir persönlich liegt viel daran, diese Offenheit der Kinder zu nutzen. Den Kindern kann man alles präsentieren, wenn sie jung sind, wenn sie im ersten, zweiten, dritten Schuljahr sind. Das nutzen wir positiv.“

Inzwischen hat unser Opernfreund auch eine Karikatur erstellt, die für alle Protestler, die sich durch volksverhetzende Äußerungen dieser Art ("Umweltsau / Nazisau") beleidigt fühlen, copyright-frei verwendet werden darf)

P.B. 1.1.2019

 

 

So sieht es die neutrale Schweiz (Neue Zürcher Zeitung) https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/wdr-als-orientierungsmaschine-eine-schrumpfkur-bitte-ld.1531635

 

Meine Oma ist ne alte Umweltsau...

Satire, Belehrung, Beleidigung, Indoktrination oder Volksverhetzung im vom Volke bezahlten WDR ?!

Zeljo Davutovic heißt der Chorleiter des WDR- Kinderchores Dortmund, der seine Schüler zu einer politischen Hasstirade gegen ältere Mitmenschen unter dem Deckmantel der Satire instrumentalisierte. Wie ernst es tatsächlich gemeint war, kann jeder dem

Statement Davutovics auf der Seite des Chores entnehmen. Man reibt sich die Augen: Keine Entschuldigung wie von WDR-Intendant Buhrow ist da zu lesen (nicht ansatzweise!) sondern eher eine Rechtfertigung. Das sei halt Parodie, Überspitzung und Humor. Wörtlich "Es geht nicht um Oma, es geht um alle!" Er hofft, damit zur Klärung beigetragen zu haben. Soviel Chuzpe ist unglaublich. Für wie blöd hält der Chorleiter eigentlich uns Eltern?

Doch die Entschuldigung von Intendant Buhrow reicht hier nicht. Man erntet, was man sät. Das war ein fast logischer Auswuchs des demagogischen Belehrungswahns des WDR, der nicht umsonst im Volksmund seiner Kritiker ja auch als Westdeutscher Rotfunk bezeichnet wird. Es kann doch wohl kaum sein, daß Herr Buhrow sogar ab Jänner ARD-Intendant wird. Ma schaue sich allein die Skandale seiner Amtszeit an.

Der Fisch stinkt vom Kopf - sagt ein altes Sprichwort. Es gab schon einmal Zeiten in Deutschland, wo Kinder gegen Eltern und Ältere aufgehetzt wurden, Herr Buhrow! Wehret den Anfängen!

Übrigens beschrieb George Orwell diese Methode schon ganz genau in seinem Roman "1984":  Man hetzt die Kinder gegen Eltern respektive Großeltern auf. Erst auf spielerische Weise, später direkter. So vernichtet man die selbstständig denkende, zusammenhaltende Einheit der Familie und schafft manipulierbare, gefügige, schwache und rückhaltlose junge Staatsklaven.

Hat bei Hitlers Nationalsozialisten und Stalin so gut funktioniert, wie in der ehemaligen Ostzone (DDR). An zensierte Nachrichten haben wir uns ja schon gewöhnt, aber jetzt läuft es über unsere Kinder. Stoppt den Wahnsin!

Da beide auch der Allgemeinheit verantwortlich sind und von uns allen bezahlt werden, über den Verstoß gegen die geltenden Rundfunkgesetze will ich gar nicht reden, ist ein Rücktritt von Buhrow und Rauswurf Davutovic das Mindeste. Juristen sollten prüfen, ob so etwas nicht auch den Paragraphen der Volksverhetzung erfüllt. Auch dienstrechtliche Verstöße müßten geprüft werden. So geht es nicht, meine Herren!

Ich habe für mich die Konsequenten gezogen. Der WDR wurde aus allen meinen Radiospeichern gelöscht, desgl. auf dem Fernsehgerät und dem Computer. Sender non grata! Ich werde, solange diese Herren noch tätig sind, den Westdeutschen Rundfunk ignorieren und hoffe daß mir noch viele Bürger folgen und dies auch öffentlich mit Namen, mal nicht internet-anonym, erklären.

 

Peter Bilsing (Hrg) 29.11.201

 

 

 

 

YOUNG MOVES und CHOREOGRAPH*INNEN

Junge Bewegungen nennt das Ballett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg ein vergleichsweise neues Format, bei dem Arbeiten von Nachwuchschoreografen aus den eigenen Reihen auf der großen Bühne gezeigt werden. Und damit nicht so auffällt, wie nichtssagend und fantasielos der Begriff ist, wird er kurzerhand ins Englische übersetzt. Young Moves klingt schick und wird dann auch nicht von so vielen verstanden. Um die Verwirrung fortzusetzen, findet Young Moves „im Rahmen der Plattform Choreographie Young Moves“ statt. Der liederliche Umgang mit der deutschen Sprache findet sich dann auch im Programmheft wieder, wo man von „Choreograph*innen“ lesen kann. Dieses Wort, offenbar eine Eigenerfindung des Hauses, gibt es nicht. Die „Choreographie“ existiert seit gefühlten sechs Rechtschreibreformen nicht mehr, wird im Duden nur noch als historischer Begriff geführt, und Sternchen kommen in der deutschen Sprache nach geltenden Regeln nicht vor. Wenn Kulturinstitutionen in vorauseilendem Gehorsam scheinbar politisch korrekt sein wollen, erfüllt das historisch informierte Deutsche mit größtem Misstrauen. Aber die können der Rheinoper ja fernbleiben.

Oder manchmal eben auch nicht. Denn natürlich möchte man erfahren, was dabei herauskommt, wenn die Tänzer des „Balletts am Rhein“ – gemeint ist damit das Ballett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg – sich als Choreografen versuchen. *                                                            

Michael Zerban 11.7.2019

 

P.S. des Herausgebers

Da wir im OPERNFREUND grundsätzlich Ideologisches, Diskriminierendes und Beleidigendes, sowie den aktuellen Trend zum Neu- und Doofsprech, ebenso, wie alle weiteren Verhunzungen der Deutschen Sprache, grundsätzlich ablehnen, hier noch einige gute Links zum Thema - Dank an Youtube ;-)

Dr. Thomas Kubelik Wie gendern unsere Sprache verhunzt

Wutrede von Dr. Wilhelm Leisenberg über den Genderwahn

Wie der Genderwahn unsere Sprache zerstört

Willkommen in der kranken Welt des komministischen Genderscheiss

...und auch den Aufsatz unseres Kritiker Dr. Klaus Billand möchte ich nicht unerwähnt lassen

 

 

Hilfe, Hilfe, wir hören unseren Jonas nicht!

na sowas...!

Da kaufen sich die Fans von Jonas Kaufmann (nomen est omen ;-) für sündteures Geld in der weltbesten aller besten Philharmonien, jenem Archipel göttlicher Akustik - die Hamburger Elbphilharmonie ist gemeint - Karten auf hinten liegenden Plätzen, die eigentlich für Chöre vorgesehen sind bzw. wo man - was durchaus nicht uninteressant ist bei Orchesterkonzerten - den Blick auf Gesicht, Aktion und Mimik des Dirigenten hat. Da dieser nicht singt, hat das keine akustischen Konsequenzen.

Aber Jonas Kaufmann - der singt.

UND - der größte Tenor aller Zeiten und aller epochalen Weltwenden singt nicht eine Sekunde in ihre Richtung, wenn man nicht unlauteren Quellen glauben darf.

NOCH SCHLIMMER: Da hat doch ein bösartiger Mensch den großen Flügel geöffnet, und so können diese ohnehin Geschlagenen ihren heißgeliebten Jonas noch nicht einmal richtig sehen. Ja, wie elendig und hundsgemein ist das denn!

Dann machen diese Besucher, was ich menschlich für völlig verständlich halte, ihrem Ärger Luft und rufen ihre Probleme lauthals in Richtung Bühne. "Halloooo, wir hören nix!" Solch direkte Rückmeldung findet ja heutzutage nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Konzert statt - normalerweise mit positivem Bravo-Gebrüll nach jeder Arie oder durch Buhs am Ende einer Oper.

Und was ist das Ergebnis?

Der edle Jonas will nun, wie verlautet, nie mehr in jenem 8. Weltwunder - der HamburgerAlptraumphilharmonie - singen. Da habt ihr's, ihr Fans!

Si tacuisses, würde mein alter Lateinlehrer sagen.

Pecunia non olet, sagt der Opernfreund-Chef.

Hallo, Veranstalter, muß man denn wirklich jeden Winkel verkaufen, vielleicht demnächst sogar den Toilettenplatz mit Lautsprecher in der Klobrille, nur um des schnöden Mammons willen? Bei einem Sängerkonzert Plätze zu verkaufen, die im Rücken des Künstlers liegen, grenzt meiner Meinung schon an dreiste Unverschämtheit und Betrug.

Allerdings frage ich mich auch, was so ein Künstler denkt, wenn er einem Teil des Publikums während des Gesangs kontinuierlich seinen Allerwertesten zuwendet. Da hätte ich auch etwas gerufen, aber ich bin halt kein Superstar-Fan und käme also eh nicht in diese Lage. Gsd!

 

Hojottohoh.. ach jott-ach-jott

Ihr Peter Bilsing (Hrg.

 

 

Standing Ovations heißt anhaltender Beifall !

Standing Ovations heißt anhaltender Beifall !

Standing Ovations heißt anhaltender Beifall !

Bitte 5000 Mal schreiben !

 

Vorfall in der Wiener Volksoper ereignete sich bereits am 6.11. nach einer Aufführung „Der Mantel“ von Puccini: Ein Besucher war so begeistert, dass er spontan aufsprang und stehend applaudierte, das gefiel dem hinter ihm sitzenden älteren behinderten Herren nun überhaupt nicht. Er klopfte mit seinem Gehstock gegen die Schulter des ihm rücksichtslos die Sicht raubenden Spontan-Stehend-Klatschers. Der lief sofort zu den Zeitungen und wahrscheinlich auch zum Kadi und beklagte dort sein Leid: Ich wollte doch nur applaudieren. - vergleichbar mit der Rechtfertigung von Besitzern beißender Hunde: Er wollte doch nur spielen.

Mitnichten, lieber Opernfreund, Sie haben den hinter Ihnen sitzenden Besuchern die Sicht genommen und das ist schlichtweg egoistisch, rücksichtslos und ausgesprochen asozial! Meiner Ansicht nach ist der Stehapplaus eine Unsitte, die sich immer mehr ausbreitet. Bei echten Sternstunden kann man ja Verständnis dafür aufbringen, aber heutzutage springt ein Animator - vielleicht sogar vom Haus bezahlt - nach jedem Schmarren auf. Nun machen es die anderen Besucher nach - a) Gruppentrieb b) Dominosteine-Effekt, es sehen die dahinter Sitzenden sons ja nichts meh. Und schon wird eine Begeisterung vorgegaukelt, über die sich selbst jene wundern, die auch aufgesprungen sind.

Wikipedia zum Stehapplaus: In bestimmten Ländern regelmäßig, in deutschsprachigen Ländern meist nur bei großer Begeisterung und mit einer besonderen Ehrenbezeugung verbunden, tritt zum langen Beifall auch das Aufstehen hinzu sogenannter Stehapplaus oder stehender - im Stehen dargebrachter - Applaus. Der englische Ausdruck standing ovation (ovation von lat. ovatio = kleiner Triumph, standing für Partizip stehend oder auch anhaltend, fortdauernd, wird im Deutschen entweder unübersetzt übernommen oder als stehende Ovationen (pl.) wiedergegeben.

Merke: Der englische Ausdruck standing ovation bedeutet also ursprünglich lang anhaltender Beifall, stürmischer Applaus. Das Adjektiv standing bezieht sich nicht auf die Körperhaltung der Applaudierenden, sondern auf die Dauer des Beifalls !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Anton Cupak 3.12.2018

Herausgeber MERKER-online

 

 

P.S. Ergänzung / gleiches Gedankengut

"Guten Tag, ich bin Herbert Müller

Im Prinzip wird wirklich jeder Schwachsinn von den Amerikanern übernommen und falsch interpretiert bzw. übersetzt. So heißt es im Englischen for example: I am Herbert Müller. Was nichts anderes heißt als Mein Name lautet Herbert Müller.

Ohne Nachdenken haben das mittlerweile viele unsere Dümmlings-Redakteurinnen/Redakteure von den Seifemedien a la RTL kommen jetzt auch in den seriösen Medien fast überall übernommen, wo es tagein tagaus heißt: Guten Tag, ich bin Helene Dörflingern-Plappermaul. Ich denke mir dann immer noch diverse fehlende treffliche Zusätz aus, wie:

- und bin Hausfrau

- und bin dumm wie Bohnernstroh

- und bin ein eigentlich ein Stein

- und bin ziemlich hungrig

- bin ein Hurenbock

- und habe eigentlich keine Ahnung wieso ich Moderator beim WDR wurde

Wo ist der noch vor Jahren ganz normale klare Standartsatz:

- Mein Name ist...

- die Sendung wurde moderiert von...

- Herzlich grüßt Ihr... aus Köln

Ich lasse mir das nur in einem Fall gefallen, verehrte Opernfreunde und sonstige Leser ;-) Und das ist hier der Fall: I am what i am...

 

Mein Name ist übrigens Peter Bilsing

und ich bin Motorradfahrer ;-) und 198 cm groß

und Herausgeber vom OPERNFREUND

 

                                               

OPER.WUNSCH. - Gedanken eines Opernfans

Oft erlebt. Mal verstanden, mal weniger, auch mal nicht und dann doch wieder voll und ganz. Die Kritik, die Enttäuschung, der Frust darüber ganz andere Gefühle zu erleben, als die doch ursprünglich gewollten und ersehnten. Schwelgen wollen in Schönheit, vielleicht sogar in Vollendung, stattdessen nun ertragen müssen, was sich auf der Bühne tut und doch so gar nichts mehr mit Berührung und Rührung zu tun hat. Eine abermalige Deutung eines Opernstoffes unter Inkaufnahme von Verlust von Originalität, Einmaligkeit, Zauber und Gefühl? Oder doch mehr das Unabdingbare, das künstlerisch Nötige, um ein Werk, was viele Generationen und Zeiten überstanden hat, den Menschen immer wieder aufs Neue nahe zu bringen? Opernregie – Meinungen gehen bei dem Thema selten zusammen. Regie kann das Werk des Komponisten erklären, umsetzen, fühlbar machen, es kann es sogar noch ein Stück weit erheben. Es kann das Werk aber auch gewollt oder ungewollt missverständlich machen, ihm seine Gefühle nehmen, der reinen Selbstdarstellung opfern und manchmal auch einfach völliger Nonsens sein und es abwerten.  

Ich habe viele Operninszenierungen in sehr vielen unterschiedlichen Opernhäusern und auch Ländern erlebt. In fast 40 Jahren kommt da für einen Opernenthusiasten, wie ich es im Laufe der Jahre zunehmend geworden bin, eine Menge zusammen. Da war Opulentes, Ausschweifendes, Schwelgerisches dabei. In der Mailänder Scala, in der New Yorker Met, in der Arena di Verona und an ähnlich herausragenden Orten. Eben dort, wo Geld und Aufwand keine große Rolle spielen. Und es gab berührende, weil so zurückgenommene und auf das wesentliche zentrierte Inszenierungen, die mit Geld und viel Aufwand nur ihren Zauber hätten verlieren können. Diese auch an eher kleineren Theatern, fernab der großen Presse. Und es waren Inszenierungen dabei, und nicht zu selten, wo zumindest die Frage erlaubt war – sofern es subventionierte Häuser waren – wofür bekommt er oder sie, hier ist natürlich die Regie gemeint,  so viel von öffentlichen Geldern und wer hat das letztlich zu verantworten?  Und immer kamen mir dann die Sängerinnen und Sänger in den Sinn, die, da an diesen Häusern mehr oder weniger in sicheren Beschäftigungsverhältnissen und dadurch  in der Freiheit ihrer Meinung eher beschränkt sind, solche Aufführungen auch noch vertreten mussten und müssen. 

Opernregie ist natürlich ein Reizthema für jeden den es betrifft. Für die an der Oper direkt beteiligten Künstler ebenso, wie auch für die Zuschauer im Theater, die ein paar Stunden ihrer Zeit damit verbringen wollen sich unterhalten zu lassen. Wie ein Mensch unterhalten werden möchte ist natürlich völlig unterschiedlich. Der eine mag es mit vielen Gefühlen, ob heiter oder tragisch, mit Dramatik an den dafür passenden Stellen und einer gewissen Originalität der Komposition. Ein anderer mag es vielleicht eher verklärt, zugespitzt, erhöht, verdeutlicht, umgedeutet und drastisch. Da sind Mittelwege schwerlich zu schaffen. Regie kann sicher beides. Das eine, wie das andere. Sie kann auch alles vermengen und am Ende sieht man die Oper vermeintlich neu. Sie kann einen Operntraum auch jäh beenden lassen. Und ja, auch manchmal sogar Träume erzeugen. Eine Opernregie kann auch, und das ist heutzutage auch immer noch anzutreffen, einen Abend zu einem Erlebnis werden lassen, der einen für lange Zeit packt.

Aber immer geht es um Gefühle. Viele werden es kennen: wann immer in unserem Leben Entscheidendes geschieht, verbinden wir es in der Erinnerung mit Musik. Oder wir erzeugen unsere eigenen Stimmungen indem wir die entsprechende Musik hören. Will ich bewusst sentimental sein, greife ich zur entsprechenden CD oder Platte aus meiner Sammlung, die mir dafür am geeignetsten erscheint und das gleiche gilt auch für die heiteren und fröhlichen Momente. Feiern tue ich mit der dazu passenden Musik, trauern aber auch. Verliebtsein und Liebeskummer haben auch ihre musikalischen Ausdrucksweisen. Und so könnte man diese Reihe noch weiter fort führen. Musik ist also eines der besonderen Stilmittel unseren Emotionen Ausdruck zu verleihen,  sie zu verstärken, oder sie auch in die entgegengesetzte Gefühlsbahn zu lenken. Sie ist uns ein lebenslanger Begleiter, Freund, Tröster und Ratgeber. Musik ist Leben in seiner reinsten Form.

Die Oper ist in erster Linie ein musikalisches Werk. Natürlich. Musik transportiert in ihr alles was die in ihr agierenden Charaktere  ausmacht. Es bedarf nicht zwingend einer akademischen musikalischen Vorbildung um zu hören und zu spüren, was uns ein Verdi, ein Mozart, Wagner oder Puccini, – um nur einige der Größten hier zu nennen – in ihren Werken vermitteln und sagen wollen. Wie viele Emotionen stecken darin und wie berührend kann es sein, ist man auch offen und zugänglich für sie. Unbeschreiblich wenn ein „Un bel di vedremo“ uns erschüttert oder uns Isoldes „Mild und leise wie er lächelt“ so sehr erfasst, dass es schon fast mitleidend wehtut. Momente größter Kraft, geschaffen vor vielen Jahren und doch nichts von ihrer Wucht verloren.

Was kann an ihnen noch gedeutet werden? Und warum überhaupt? Ist die Sprache der Musik in diesen Augenblicken nicht laut und mächtig genug? Braucht sie tatsächlich noch einen Megaphonartigen Sinnverstärker? Hat der Komponist nicht selbst die Deutung in seine Noten geschrieben und gibt jedem, der es verstehen kann, sein Regiebuch in die Hand? Dann könnten magische Opernmomente entstehen. Und ja, dann können sie zweimal, dreimal, viermal, hundertmal, zigmal, immer wieder neu entstehen. Denn das besondere dieser musikalischen Momente im Opernhaus ist doch, dass sie immer einmalig und so gut wie nicht reproduzierbar sind in der Sekunde wo ich sie höre und erlebe. Und das sind die Momente wo ich, der Hörer, bewusst oder auch unbewusst offen bin, empfindsam bin und manchmal sogar um Fassung ringend, ergriffen bin. Und dann möchte ich diese Emotionalität auch erleben. Sei es Lachen, sei es Weinen.

Und natürlich habe ich Operninszenierungen erlebt, die genau das an Gefühlen und Empfindungen in mir verstärkt, übersetzt und auch erlebbar gemacht haben. Es sind eben diese ganz besonderen Opernabende in vielen Jahren, die in Erinnerung geblieben sind. Leider aber speist sich diese Erinnerung an solche Erlebnisse in der letzten Zeit eher spärlich. Man mag mich als konservativen Opernliebhaber bezeichnen. Das ist dann wohl so. Und vermutlich wird sich daran auch nicht viel ändern. Ich mag nun mal Kulissen, die mich zusammen mit dem Gesang und der Musik verzaubern, erheitern, mitfühlen und träumen lassen, Kostüme, die die Sänger nicht bewusst zu lächerlichen Figuren degradieren, sondern vielmehr sie dabei unterstützen, befreit und authentisch ihrer Kunst nachzugehen und ich mag die genussvolle Freude einer Opernvorstellung in ihrer absoluten Gesamtheit. Das bedingt nun nicht, dass jede Oper nach immer dem gleichen Muster und Schema abzulaufen hat, dass Deutungen, Überspitzungen, Ausleuchtungen oder Verstärkungen nicht zulässig seien. Das der Langeweile zugespielt werden soll. Mitnichten. Wie immer gibt es mehr wie eine Meinung und Betrachtungsweise.

Nein, alles ist möglich, wenn dem Komponisten zugehört wird. Oder, wie ich manchmal gern an anderer Stelle schreibe, wenn die Musik durch das Ohr direkt ins Herz gelangt, ja, dann ist man auch der Deutung einer Oper einen bedeutenden Schritt näher gekommen. Und wenn es auch nur die rein persönliche ist. Alles andere erklärt uns die Musik, erklärt uns der Gesang. Musik ist stark genug. Sie benötigt keine Gehhilfe. 

Eine Oper inszenieren zu können, zu dürfen, ist sicher etwas ganz Besonderes und vielfältig Herausforderndes. Die Geschichte eines Werkes, seine Tiefe, seine ganz einmaligen Momente in Verbindung mit dieser großartigen Musik szenisch umzusetzen ist nicht nur spannend. Es ist für alle Beteiligten auch immer im Idealfall ein Lernprozess auf verschiedensten Ebenen der haften bleibt.

Aber es ist auch einfach schön. Irgendwie reizvoll und beneidenswert schön. Ja, vielleicht sollte ich doch mal mutig umdenken? Das Leben besteht nun mal aus vielen ungenutzten Möglichkeiten. Es liegt immer an uns selbst.

 

Detlef Obens 24.11.2018

 

 

WIENER WOHNEN muss 220.000 Türschilder ändern - Bürger werden zu Nummern

13.10.2018

Wie im Zuchthaus in Amerika

Ein Mieter in der österreichischen Hauptstadt will keinen Namen auf dem Klingelschild und beruft sich auf die Datenschutz-Grundverordnung. Die Stadt gibt ihm Recht, die Hausverwaltung reagiert drastisch. Jeder mit gesundem Menschenverstand fasst sich an den Kopf.

Mitarbeiter von Wiener Wohnen haben in den nächsten Monaten einiges zu tun: Ganz oben auf der To-do-Liste steht das Tauschen von „läppischen“ 220.000 Türschildern. Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) dürfen nämlich keine Namen mehr auf den Gegensprechanlagen stehen. Diese werden daher durch Nummern ersetzt. Die

220.000 Mieter bekommen nun Klingelschilder ohne Namen. Nummer, wie im Knast in den Vereinigten Staaten oder in autoritären Staatsystemen. Lässt "1984" hier grüßen?

Oder ist das Kasperltheater pur. Die Namensschilder müssen entfernt werden, die Mieter können/dürfen aber selbst (für die eigene Wohnung) diese Schilder wieder anbringen.

Hätte man da nicht eine einfachere Lösung finden können? Diese ist zwar rechtens, aber dennoch ein Schildbürgerstreich sondergleichen und zudem teuer! Hat man da wirklich einen Richter gebraucht? Hätte nicht jeder Mieter, der nur „nummeriert“ sein will, sein Namenschild selbst ersetzen bzw. einen Antrag bei „Wiener Wohnen“ stellen können? 220 000 Türschilder sind sind eine Schikane, auf die mit Schikanen geantwortet gehört!

Diesen „Gesetzestreuen“ würde ich von der Hausbesorgerin auf „Dienst nach Vorschrift“ setzen lassen. Jeder Furz, den er künftig im Stiegenhaus lässt, gehört angezeigt und gerichtlich geahndet, ein kurzfristiges Abstellen von Gegenständen (etwa ein Einkaufssackerl) würde sofort als Besitzstörung erkannt und dem Anwalt übergeben!

Bei der Müllentsorgung gehört er genauestens beobachtet und gefilmt, denn irgendwann wird ihm sicher ein Sackerl (in Deutschland heißt das Tüte) runterfallen! Zudem hoffe ich, dass er recht oft von Besuchern, die eigentlich zu anderen „nummerierten“ Hausbewohnern wollen, womöglich aus dem Bett geläutet wird! Hoffentlich braucht er nicht so bald Handwerker in seiner Wohnung. Die täten mir nämlich leid, der „Türschildrebell“ dagegen keine Sekunde lang!

 

Anton Cupak 13.10.2018

 

P.S. Nachtrag "Bei uns in Germany"

Im Land der Gutmenschen wird sich bald auch die erste Dame melden und ähnlich argumentieren. Vermutlich wird man noch vom Hausbesitzer Schadensersatz verlangen. Allerdings schätze ich, daß dieser hochgradige Schwachsinn in dem Moment schnell ein Ende haben wird, wenn die Deutsche Post nichts mehr zustellt. An wen auch? Selbst die Benachrichtigung über nicht zugestellte Briefe und Päckchen kann ja nicht eingeworfen werden, denn selbstredent darf ja auch an den öffentlich einsehbahren Briefkästen dann kein Name stehen.        Peter Bilsing

 

ES IST NICHT ALLES GOLD WAS TEUER IST

Stichwort Bayreuth

Nach 30 ununterbrochenen Bayreuth-Jahren wagt der Rezensent folgende These: Immer größere Teile des Publikums wollen sich nicht enttäuschen lassen, besitzen auch immer weniger Kompetenz in der Unterscheidung zwischen sehr guten, guten und weniger guten Stimmen. Nur so ist es erklärbar, dass Sänger, deren vokale Leistung noch vor wenigen Jahren als defizitär abgeurteilt worden wäre, heute von den meisten Zuschauern so bejubelt werden, als wären die Callas oder Caruso himself vor dem Vorhang erschienen. Ich möchte nicht einmal behaupten, dass „die“ Sänger in ihrer Qualität nachgelassen hätten; das Gejammer über den Verfall des Wagner-Gesangs hat ja nun auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Es könnte nur sein, dass sich die Mischung aus der Erwartung eines hochrangigen Kulturereignisses und dem Überhören von Defiziten einer Mischung aus Selbstkonditionierung und Unkenntnis verdankt. Zumindest Ersteres hat etwas mit dem Thema des „Fliegenden Holländers“ zu tun, das die Inszenierung extrem herausgearbeitet hat: mit der Kapitalisierung aller Verhältnisse. Denn wer gibt schon gern zu, dass er für 1000 Euro (Karten plus Hotel plus Spesen) einen Abend erlebt hat, der – gemessen am Ruhm Bayreuths – so doll denn doch nicht war.

Keine Bange, liebe Zuschauer: es ist menschlich. Aber es wäre auch schön, wenn man Sängerleistungen endlich einmal wieder realistisch einordnet. Vergleiche mit früheren Aufführungen - die sich natürlich einer getrübten wie verklärten Erinnerung verdanken können - sind nicht per se verboten. Man muss ja nicht gleich buhen; man sollte es auch nicht. Und schon der nächste Abend könnte einem zeigen, was wirklich guter Wagner-Gesang – auch in Bayreuth – ist.

 

Frank Piontek, 27.8.2018

 

 

Größenwahn oder Geldgier?

Domingo als Dirigent ausgebuht in Bayreuth

Oh Placido, oh Placido - dies hast Du nicht verdient, aber in blinder Selbstüberschätzung herbei geführt. Merke: "Es ist stets das größte Leid, watt dä Mensch sich selbst andeit" so lautet ein rheinisches Sprichwort. Schuster bleib bei deinen Leisten.

Daß Domingo älter sein soll, als in seinem mexikanischen ! Pass steht - geschenkt. Daß er einfach nicht aufhören kann, weil seine Fans ihn weiterhin loben - geschenkt. Daß er sich aber maßlos überschätzt und sich auch noch für einen großen Dirigenten hält - frei nach dem Motto "wenn man das tausendmal gesungen hat, dann kann man das auch dirigieren" basta ! - war bisher auch geschenkt, denn es waren meist nur die Wiener Jubler zugegen und die haben bekanntlich bei ihren Lieblingen ein eingeschränktes Gehör.

Nur leider waren nun in Bayreuth einige Nicht-Wiener-Staatsoper-Fans präsent und bekundeten - wie es in Bayreuth üblich ist - erbarmungslos ihren Unmut über eine scheinbar schlechte Leistung. Egal ob Sänger, Dirgent oder Regisseur - hier geht es klar zur Sache. Nun also steht es in allen Zeitungen als Aufreißer: "Domimngo ausgebuht". Daß er eben kein toller Dirigent ist, sondern nur ein weltbekannter beliebter und sympathischer Taktschläger. So ein Pech!

Ähnliches wurde dem großen Justus Frantz auch schon von kritischen und mutigen Musikjournalisten, die keinen Gehörschaden haben, einst in Düsseldorf bescheinigt.

Warum sind große Künstler nur so naiv?

Haben die keine Freunde, auf die man hören könnte?

Oder ist es der schnöde Mammon, der ja auch Anna Netrebko dazu trieb ein Tee-Service für 2400 zu kreieren, dessen künstlerischer Wert bei BARES FÜR RARES wahrscheinlich mit 16 Euro taxiert worden wäre.

Peinlich, peinlich, peinlich... auch für Bayreuth. Da hatte man nur des großen Namens wg. die eherne Tradition gebrochen, daß der Ring niemals zerteilt aufgeführt werden durfte und dann diese Pleite. Selbst schuld!

Aber die Fans, vor allem die wahren, vergessen schnell und so wird Placido, käme er nächstes Jahr auf die Idee Fabergé-Eier zu kreieren, auch da noch Abnehmer finden, denn wer so saugut singen kann, na der kann doch eigentlich alles ;-).... Oder nicht?

 

Gruezi aus der Schweiz                      

Ihr                    

Peter Bilsing

Hinweis auf einen älteren Kommentar zu Domingo

 

 

Bravo Mezut Özil,

unser Mezut hat es den Deutschen, alles üble Rassisten, jetzt richtig gezeigt. Auch dem rassistischen DFB mit seinem - wie es scheint - total unfähigen und unverständlichen Vorsitzenden. Und zuletzt noch seinem Werbepartner und Sponsor Mercedes. Wie gesagt, alles Rassisten, alle haben was gegen Türken und ihren ehrenwerten Anführer Erdogan. Und neuerdings gegen den Deutschen Özil.

Oder haben Sie schon einmal eine Mercedes-Werbung gesehen, wo Neger* oder Türken, die keine Fußballer sind, auftauchen? Aber Adolf !!  Schauen Sie sich mal den Werbespot an. Wobei "Rassist" jetzt gerade eben mal in diesem Zusammenhang nur für Türken gilt, denn Neger* haben ja z.B. schon in der DFB Elf gespielt. Deutsche Neger*: Koray Günther zum Beispiel.

Und alle (!) Gutmenschen in Deutschland - bevorzugt Grüne, Kommunisten und sonstige Linke schlagen in diese Kerbe. Sogar die unabhängige Tagesschau bewertet Özils Thesen (Mediziner sprechen von Verbal-Diarrhö) als so wichtig, daß man es als vorgestern um 20 15 h als ersten Beitrag brachte. Daß Angie Merkel dazu keine extra Kanzleransprache hält verwundert...

Na ja, daß nun besonders die GRÜNEN (nicht alle!) hier ihren Vorzeige-..... - verdammt jetzt hätte ich fast wieder "Neger" geschrieben - haben, ist verständlich. Bei einer Partei, denen zwar in der Vergangenheit Sex mit Kindern/Jugendlichen als verständlich und tolerabel erschien, und deren Führungspersonal in Persona einer Frau Roth (heuer Bundestagsvizepräsidentin) unbedenklich hinter Schildern wie "Deutschland Scheisseland" oder "Deutschland verrecke!" hinterher läuft** - aber etwas gegen das laute Absingen der Deutschen Nationalhymne hat. Wegen der bösen Erinnerung an die Nazizeit. Oder an: "Brüh im Glanze..."

Dieser Mezut Özil ist der perfekte Vertreter für Glaubwürdigkeit in jeder Anti-Rassismus-Kampagne. Özil ist unabhängig - Jahresverdient 20,6 Millionen Euro. Er hat eine 35 Millionen teuren Villa, also genug Platz für Flüchtlinge und Diskreditierte. Und statt Bibliothek ein eigenes Playstation Zimmer sowie ein riesiges Hauskino. Na da würden sich Asylanten echt wohl fühlen, oder...?

Seinen Mercedes Geländewagen für 200 000 (Sonderanfertigung) und eine weitere Sonderanfertigung, einen S 63 AMG Coupé (ähnlicher Preis), wird er wohl bald wieder zurück geben, nachdem sich die Daimler-Bosse jetzt so scheisse und undankbar ihm gegenüber verhalten haben. Etwas betrübt dabei, daß letzterer doch das Lieblingsauto von seiner Minidogge "Rocky Balboa" (Nomen est omen) war..

Auch lässt der wahre Mann von Welt seine Mitteilungen natürlich auf Englisch verbreiten. Englisch - eine wunderbare Sprache, die insbesondere deutsche Fußballfans ja weitest gehend beherrschen: "Fuck you" - "Champions-League" - "Motherfucker" - "Go home!" - "Coach"...

Hand aufs Herz Leute, hier kann es doch nur eine Lösung geben:

Özil wird - sozusagen als Wiedergutmachung - Berater der Nationalmannschaft und des DFB in Rassismus-Fragen. "Der Islam gehört zu Deutschland" kommt dann aufs Trikot und neben der kleinen schwarz-rot-gold-Fahne platzieren wir einen Halbmond mit Stern. Fakultativer Zusatz: Erdo ich find Dich geil. Der Begriff der "Nationalmannschaft" wird endgültig gestrichen - umbenennung in DIE TRUPPE oder YOGIS TRUPPE.

Halt durch Mezut! Lass Dich nicht entmutigen! Du bist der Größte! Du bist für mich weiterhin ne geile Sau und dä beste Fusssballaballa der Welt ;-) !

Dein Mega-Fan

Der Fortuna-Pitter

 

God save our gracious and glory Queen

 

Nachtrag

*das Wort "Neger" nehme ich natürlich mit Bedauern zurück, aber als alter langjähriger Sarotti-Schokoladen-Esser, Agatha Christie Leser und auch sonst...

Auch fällt mir schwerlich ein Ersatzbegriff ein, denn farbig sind die Leute ja nicht.

** Frau Roth hat später überzeugend erklärt, daß sie keine Ahnung hatte, was da vor ihr für Parolen auf den meterbreiten Transparenten standen und was die linken Chaoten und Jung-Faschisten da riefen.

 

 

Elf Banker solltet Ihr sein !

Wo bleibt eigentlich das Mitgefühl mit diesen armen jungen Menschen ?

Toni Kroos € 20,7 Millionen im Jahr

Mesut Özil € 20,6 Millionen

Thomas Müller € 15 Millionen

Manuel Neuer € 15 Millionen

Jerome Boateng € 11 Millionen

Ilkay Gündogan € 11 Millionen

Mats Hummels € 10 Millionen

Leon Goretzkan € 10 Millionen

Marco Reus € 10 Millionen

Die schäbigen einstelligen Verdiener, führen wir - pfui wie verachtenswert - hier nicht auf. Bis auf einen wirklich in diesem Rahmen bemitleidenswerten Proletarier:

Jogi Löw - der kriegt nur bescheidene € 3,8 Millionen

Alles ohne Werbegelder - versteht sich, denn die kommen noch drauf !

Entschuldigt Leute, aber da muss man doch nun wirklich nicht auch noch die deutsche Nationalhymne mitsingen, oder? Die Buschen denken an was ganz anderes. Mesut Özil, Manuel Neuer, Mats Hummels und Benedikt Höwedes z.B. an Nutella oder Kroos an Lays.

Im übrigen heißt/hieß die Truppe doch "Die Mannschaft". Ich sah auf den Trikot kein Schwarz-Rot-Gold mehr. Die Grünen fordern schon lange das nationalsozialistisch anmutende Absingen der Deutschen Nationalhymne in der Öffentlichkeit zu verbieten. Da läuft dann Claudia Roth - immerhin nun Vizepräsidentin des DEUTSCHEN BUNDESTAGES (!) - durchaus zurecht hinter Bannern wie "Deutschland - Scheisseland" oder "Deutschland verrecke" bei Demos hinterher. TRecht so!

Machen wir doch demnächst die Bunte Fußball-WM. Jedes Land nominiert 20 Spieler, die dann zusammengewürfelt werden und die 32 Besten wählen unter Aufsicht der FIFA dann aus dem großen Haufen eben jenne 32 Mannschaften wie in der Schule, die dann im Turnier gegeneinander antreten. Gespielt wird immer die FIFA-Hymne oder der Godfather-Waltz (Nino Rota).                             

 

P. Bilsing 29-6-18

 

 

Hallo Wien! Schläpfer kommt - Kennt Ihr den?

Wer von Österreichs Journalisten hat sich schon ernsthaft mit Martin Schläpfer auseinandergesetzt? Schweigen im heimischen Blätterwald

Dafür wundert sich die Ballettexpertin der „Frankfurter Allgemeinen“ über dieses Engagement, das gleichzeitig viele Ballettfans in Düsseldorf und Umgebung  jubeln lässt. „Hurra, den sind wir los“!  Zu früh gefreut, liebe Düsseldorfer, Martin Schläpfer hat seinen Nachfolger bereits angelernt. Aber das wissen die Düsseldorfer ohnehin, das hat uns in Wien nicht zu interessieren.

Wiebke Hüster in der FAZ: Nach der wenig aufregenden Neuinterpretation von „Schwanensee“ steht nun die Frage im Raum, wie gut Schläpfer zu Wien und das Gott sei dank traditionsstarke Staatsballett und sein Publikum zu einem Direktor passen, dessen Auffassung von Klassikerversionen unbekannt ist, der sich tanzhistorisch nur in der Moderne auskennt und, was zeitgenössischen Tanz betrifft, nicht stilsicher ist. Nicht zuletzt liegen seine besten Premieren ein paar Jahre zurück…

Wiener Staatsballett: Martin Schläpfer übernimmt das Traditionsensemble
Eine Einschätzung von Wiebke Hüster/ Frankfurter Allgemeine:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/martin-schlaepfer-uebernimmt-das-wiener-staatsballett-15654477.html

Nein, das ist nicht die typische Wiener „Raunzerei“ – und zum Ballett gehe ich weder unter Manuel Legris noch unter Martin Schläpfer. So gesehen könnte es mir völlig gleichgültig sein, wen Bogdan Roscic aus dem Hut zaubert. Hier geht es aber um die Frage, ob Herr Roscic wirklich weiß, was er da macht, denn ein „ferngesteuerter“ Operndirektor kann auch mir nicht egal sein!

Für mich ist Martin Schläpfer kein Unbekannter, denn zwangsläufig muss ich mich jeden Tag auch durch den deutschen Blätterwald schlagen. Aus dem habe ich erfahren, dass Martin Schläpfer und das, was wir als Klassisches Ballett bezeichnen, auf Kriegsfuß stehen. Angeblich, weil er in Düsseldorf gar keine Compagnie für das Klassische Ballett zur Verfügung hatte – Insider freilich vermuten, dass er gar keine klassische Compagnie wollte.

Haben zumindest Orthopäden mit Martin Schläpfer eine Freude? Aus gesundheitlichen Gründen müssten sie eine haben, aus geschäftlichen Gründen eher nicht. Aber gar so viele Orthopäden gibt es gar nicht und wie viele von denen gehen zum Ballett?

Interessant zu wissen wäre, wie Herr Roscic auf Martin Schläpfer überhaupt gekommen ist. Orientiert er sich an an Preisen, die „Opernwelt & Co.“ vergeben? Hier auszuführen, wie solche „Schmieranski-Preise“ zustande kommen, verbietet mir die Sorge um meine Brieftasche und die noch nicht abgeschlossene Suche nach einem geeigneten Medienanwalt!

Jetzt warte ich ab, bis unsere heimischen Ballettschreiber aus ihrer Agonie erwachen.

Anton Cupak 24.6.2018

 

 

 

BRÜSSEL - Die Rezeptions-Geschichte von Wagners Nazi Oper LOHENGRIN muss eigentlich neu geschrieben werden

Im Brüsseler LOHENGRIN tritt vor jeder Vorstellung der Regisseur Olivier Py vor den Vorhang und gibt quasi eine Gebrauchsanweisung für seine Regie- Deutung. Man könnte auch sagen: Er belehrt das Publikum, dass Hitlers LOHENGRIN ein Werk über den Nationalsozialismus sei.

Oh Sorry… schriebe ich gerade „Hitler“? Freudsche Fehlleistung!

Gemeint ist natürlich "Richard Wagner" – der wahre Komponist des LOHENGRIN. Wer ihm dabei die Hand geführt hat… tja – wer weiß? Ich persönlich glaube ja, wie der Pabst oder noch heute in der katholischen Kirche praktizierende Taufelsaustreiber, an die reale Existenz des Leibhaftigen und seiner Konsorten allüberall, wenn ich so die News höre.

Aber jetzt noch einmal, damit es ganz klar ist:

Richard Wagners LOHENGRIN ist ein Werk über den Nationalsozialismus !

Deswegen (kleine Anmerkung des Opernfreund-Hrg.) wird auch immer der zweite Teil der Gralserzählung – der mit den wilden deutschen Horden die überall einfallen – weiterhin weg gekürzt. Finde ich persönlich gut, weil die Gralserzählung ohnehin zu lang ist.

Andererseits wäre der komplette ungekürzte LOHENGRIN ja wieder die ganz große Chance für ein Theater solche Produktion quasi „Europäische Uraufführung“ zu nennen, wie man es ja auch macht, wenn irgend so ein Sektierer von Musikwissenschaftler in alten Scheunen noch Noten einer populären Oper findet, die als verschollen galten – wenn man überhaupt davon was wusste…

 

Peter Bilsing 8. Mai 2018

 

 

YOU´LL NEVER EAT ALONE

Wie bitte, Startenor Kaufmann will in Ruhe essen?

Vorwort vom Herausgeber des OPERNFREUNDs: nachdem Jonas Kaufmann in einem mir nicht bekannten Restaurant nahe der Staatsoper einfach nur seinen Hunger nach der anstrengenden Singerei  - gerade Andrea Chenier ist ja nachweislich sehr anstrengend und kräfteraubend - stillen wollte, lehnte er doch tatsächlich (Ja... wie dreist und unverschämt ist das denn???!!!) im Restaurant den Wunsch eines Fans (oder war es eine Fanin?) ab, ein Autogramm zu geben. "Ich möchte doch nur friedlich essen, bitte haben Sie Verständnis". Ja gibbet denn sowatt? Ab sofort entlud sich - besonders im MERKER-online (Wien) - ein Shitstorm über den Startenor, der sich gewaschen hatte. Dazu schreibt mein guter Freund Anton Cupak (Herausgeber des Merker-online) heute im Tageskommentar:

Diese Frage war in den letzten Tagen Streitthema in unserem Forum. Meine Haltung dazu ist bekannt: die Privatsphäre darf in keinem Fall gestört werden. Künstler pflegen den Kontakt zum Publikum beim „Bühnentürl“, über diverse Opernclubs, durch Interviews etc. Ich weiß aber von total überzogenen Fällen auch aus unserem Merker-Bereich, wo Sänger (meist natürlich Tenöre) unvorsichtigerweise ihre Telefonnummer (im weniger gefährlichen Fall die Mailadresse) bekanntgegeben haben. Über zu nächtlicher Stunde erfolgte Anrufe haben sie sich dann gewundert. In einem Extremfall ging das bis zu einem handfesten Ehezwist. Das muss nicht sein – und diese Auswüchse sind gemeint. Ein Restaurant, in dem der Sänger nicht „flüchten“ kann, ist meiner Ansicht nach aber auch tabu.

Man soll aber auch die Popularität von Opernstars nicht überschätzen. Ich biete eine Wette an, die ich wohl nie einlösen werde müssen: Wenn ich mit Herrn Kaufmann die Meidlinger Hauptstraße von der Philadelphia- bis zur Lobkowitzbrücke (1200 Meter) oder meinetwegen sogar durch die Favoritenstraße oder die (bereits ziemlich abgesandelte) Mariahilferstraße gehe, wird Herr Kaufmann selbst ohne Sonnenbrille kein einziges Mal angesprochen.

Bei Michael Jackson hätte ich diese Wette nie angeboten, selbst Fußballer David Alaba wäre nicht ungefährdet. Sovel zum Bekanntheitsgrad unserer Opernstars. Wien ist nicht nur die Kärtnerstraße!

Ein Leser bietet eine Art Gegenwette an: "Wenn ein Sänger sich derart kommerzialisieren lässt, wie Herr Kaufmann das tut, dann muss er auch damit leben können, dass er „in der Öffentlichkeit“ angesprochen wird, erst recht wenn diese „Öffentlichkeit“ ein von Opernbesuchern und -sängern gleichermaßen frequentiertes Lokal nahe der Oper nach einer Vorstellung ist. Ich würde eine Gegenwette eingehen, dass 95 % der Künstler (aus dem Opernbereich) sich in einem solchen Fall über das Lob freuen würden und die paar Sekunden gerne opfern, die es sie kostet, einem Bewunderer ein Autogramm zu geben, gerade auch, weil man in diesem Genre nicht an jeder Straßenecke erkannt und angesprochen wird. Zur Information: Ich habe meine Infos zu dem Vorfall aus erster Hand und bin überzeugt davon, dass der betreffende Ex-Fan sich Hr. Kaufmann gegenüber nicht ungebührlich verhalten oder ihn in einer unpassenden Situation angesprochen hat, sodass dessen mir geschilderte Reaktion absolut unakzeptabel ist. Aber vermutlich hat ihm ja seine Marketingoffensive schon genug eingebracht, sodass er es nicht mehr nötig hat, seinen Bewunderern mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen."

An den Herrn Kaufmann hätte ich da aber einen Vorschlag: Wenn er nicht vor (!) dem Essen gestört werden will (während des Essens war es ja nicht), dann soll er eben nicht in ein Lokal gehen, in dem es von Opernfreunden (und auch Bewunderern) nur so wimmelt. Nicht jedes Restaurant, in dem wenige Operngäste verkehren, ist deswegen ein schlechtes Restaurant. Besagtes Restaurant kenne ich nicht, aber vielleicht gibt es dort sogar ein Extrazimmer. Wer sich in die Auslage setzt, wird gesehen, das haben Auslagen so an sich!

Für mich selbst ist aber klar: Ich würde Herrn Kaufmann keineswegs in einem Restaurant anquatschen, nicht einmal beim Bühnentürl. Dennoch: Gelbe Karte!

 

Anton Cupak 2.5.2018

 

Post Scriptum

Da bin ich natürlich überhaupt nicht der Meinung von Anton Cupak. Ein Superstar-Tenor hat die verdammte Pflicht und Verantwortung gegenüber seinen Fans bei Autogramm- oder Selfiewünschen auch während des Essens (!) oder des Toilettenganges (!) diesen sofort zu unterbrechen um den edlen Wünschen der Fangemeinde zu entsprechen - letztlich lebt er ja von ihnen, oder nicht?

Beim großen Lucianao war das übrigens kein Problem, soviel ich weiß, denn wenn er nicht sang, aß er meistens und teilte auch den letzten seiner vielen Spaghetti mit seinen Fan-Freunden vom teuren Rotwein gar nicht erst zu reden...                                                    

Peter Bilsing (Hrg.)

 

Statement Daniel Barenboim zum ECHO 2018

Ich habe die Diskussion um die ECHO-Auszeichnung für ein Rap-Album, dessen Texte eindeutig als antisemitisch, frauenfeindlich, homophob und allgemein menschenverachtend zu charakterisieren sind, mit großer Bestürzung verfolgt. Als Jude, der seit vielen Jahren gerne in Deutschland lebt und Freiheit in der Kunst als ein hohes Gut ansieht, hat mich die Debatte besonders beschäftigt und ich habe auch abgewartet, ob seitens der Verantwortlichen eine adäquate Reaktion hierauf erfolgen wird. Meinungsfreiheit und Freiheit in der Kunst gehören zu den wichtigsten Errungenschaften und Werten einer demokratischen und offenen Gesellschaft. Mit jeder Freiheit kommt aber auch eine Verantwortung: unsere Verantwortung, die errungenen Freiheiten so zu nutzen, dass auch die Freiheit eines jeden anderen Menschen und Andersdenkenden bestehen kann – ebenso wie die Verantwortung, andere Menschen in ihrer Würde zu achten und zu respektieren. Diese Überzeugung ist seit vielen Jahren Kern meines Denkens als Mensch und meiner Arbeit als Künstler. Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und die offene Verachtung von vermeintlich Schwächeren und Minderheiten sind ein Missbrauch von Freiheit, den wir als Gesellschaft niemals tolerieren dürfen. Wir müssen uns geschlossen gegen solche Stimmen erheben und dürfen sie nicht auch noch dadurch bestärken, dass wir sie mit Preisen auszeichnen und dadurch legitimieren. Im Gegenteil, wir müssen heute mehr denn je für Menschlichkeit, gegenseitige Achtung und Empathie kämpfen. In diesem Geist habe ich mich, gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin und dem West-Eastern Divan Orchestra, entschieden, unsere Auszeichnungen geschlossen zurück zu geben. Kommerzielle Interessen dürfen nicht überwiegen, wenn es um so essenzielle Fragen des Anstands und unserer Menschlichkeit geht.

 

Daniel Barenboim 22.54.2018

 

P.S. Jugendgefährdende Verbrecher-Volklore

Wir erlauben uns in diesem Zusammenhang auf einen hervorragenden Artikel in der WZ zu verweisen, der in klarer Sprache (!) und mit den richtigen Worten das Thema analysiert und bewertet. Bravo!

 

 

 

TOSCA und der Sprung in den Tiber

oder

SCARPIA ist unverletzlich

Thema mit Variationen

Unseren Freunden vom Merker-online (Wien) schrieb ein Fachmann zur neuesten Salzburger Produktion "kennt sich Michael Sturminger in Rom überhaupt aus? Der idiotische Einfall, dass Scarpia auf der Engelsburg auftaucht, schwer verletzt, ist mehr als ärgerlich. Vom Palazzo Farnese braucht ein gesunder Mensch nahezu 15 Minuten zu Fuß, wenn man die Treppen berücksichtigt. Scarpia, schwer verletzt, aber noch Revolver tragend, schafft das bei Sturminger. Was für ein Schmarrn!"

Dazu sei noch zu ergänzen, wenn wir schon realhistorisch denken:

Tosca war abends im Palazzo Farnese. Wenn Scarpia nach dem Messerangriff tatsächlich die Engelsburg erreicht haben sollte (???) muss er sich ja dann noch Stunden, schwer verletzt, dort versteckt gehalten haben (Sic!) oder sich erst im Morgengrauen auf den Weg gemacht, nachdem er Stunden - unentdeckt - im Palazzo Farnese in seinem Blut gelegen hatte. Einfach unsterblich dieser Scarpia.

Ich möchte noch ergänzen, daß auch der reale Sprung von der Engelsburg höchstens Superman gelungen wäre, weshalb denn es sind mindesten 30 Meter, wie man oben sieht, zu überbrücken. Daher wollten Puccinis Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica (sie kannten sich wohl auch in Rom aus) die Oper eigentlich so enden lassen, daß sie nicht stirbt, sondern wahnsinnig wird. Das allerfdings hätte uns wirklich die folgenden tollen Aktschschlüsse diverser Opernhäuser verschlossen.

In Wuppertal sah ich vor Jahrzehnten mal eine Produktion, die auch anders geendet hätte als wie im Libretto vorgesehen, wäre man bühnenrealistisch vorgegangen, denn das Erschießungkommando stand quasi im Kreis (!) um Mario herum. ;-) !. Nein, das war nicht vom großen Otti. Der kommt jetzt:

Tosca auf dem Trampolin (kommt nach 35 Minuten - aber schauen Sie sich bitte unbedingt auch die anderen köstlichen Opernparodien an!)

 

P.S.

Als Schmankerl jetzt noch ein paar (mit Sicherheit) ernst gemeinte Finali

1.) Angela Georghiu - no comment dazu, sonst werde ich verklagt ;-)

2.) Raina Kabaiwanska

Super-realistisches Doku-Ende mit Blick auf Rom und Domingo

3.) Und in der Arena di Verona 2017 die genial Lösung: einfach Licht aus!

(Leider so dunkel, daß ich die Sängerin nicht erkennen konnte ;-)

4.) Auch die tierischen Versionen der Wolf Trap Opera's production gefallen mir

5.) Daß die große Dame Kiri de Kanawa (Paris 1982) nur langsam im Fahrstuhl runterfährt, verstehe ich bei dem Tempo des Orchester

(schnell vorspulen auf Minute "7", denn die Technik ist grauenhaft)

6.) Hier besteht die ganze Bühne nur aus einer einzigen riesigen einnehmenden Rampe, wobei der Zuschauer natürlich den ganzen Akt sich spannungsvoll fragt: Was macht diese Rampe da und wer wird am Ende da wohl runterspringen?

Aber immerhin springt und singt Viktoriia Chenska toll.

7.) Die Version mit der pistolehaltenden Catherine Malfitano (Amsterdam 1998) ist sagenhaft und olympiareif - bitte achten Sie auf den phänomenalen (superb gehechteten !)  Sprung. Als alter Diplomsportlehrer und ehemaliger Bewertungs-Richter beim Wasserspringen gebe ich die absolute Bestnote dafür: 10 Points! WAHNSIN !!

8.) Tosca hat das Essen anbrennen lassen! Moderne Inszenierung. Bitte  vorspulen auf Minute 12 ;-) . Also stirbt sie in der Küche. Und wie gemütlich Scarpias (?) Schergen dann da reinlatschen.

9.) Hier stirbt Mario (= Puccini ?) direkt im Komponierzimmer - tolle humorvolle Version für Minibühnen, die gar kein Orchester haben. Es geht alles!

10.) Sieger im Concours der am längsten gehaltenen Finaltöne - da es ziemlich dunkel ist, erschießt sie vermutlich der Dirigent.

-------

und zum Schluß  die wirklich allerschönste und herzergreifend absolut jugendfreie Variante ab 5 Jahre  - My favourite !

 

Ihr Peter Bilsing (Hrg.)

God save the queen ;-) !

 

 

 

                            

Aus aktuellem  Anlaß hier eine wichtige Bekanntgabe des OND (Opernfreund-Nachrichten-Dienstes):

So eröffneten z.B. die Nachrichten des Westdeutschen Rundfunks am Premierentag mit dem Satz "Heute abend findet die Eröffnung der diesjähtrigen Bayreuther Festspiele mit Richard Wagners Oper DIE  MEISTERSINGER VON NÜRNBERG statt, der Oper (!) mit der die Nazis immer ihrer Reichsparteitage eröffneten."

Vielleicht verstehen nun nicht-regionale NRW-Leser, warum böse Zungen den Namen WDR immer mehr mit Westdeutscher Rotfunk übersetzten.               PB 27.7.17

 

 

Domingo als Kapellmeister in Bayreuth?

Ist man bei Euch in Germany verrückt geworden?

Eine Mail aus den USA:

In USA lächelt man nur noch über Placido Domingo, der dort auch als "Die Firma Domingo" bezeichnet wird. Greedy, gierig und trotz seiner früheren sängerischen Verdienste eine dubiose Figur, speziell als Administrator und Dirigent.

Als solcher kommt er nicht über einen kleinen Kapellmeister hinaus.

Aber er ist ja ein Aufmerksamkeitsbeschaffer und so fungiert er in Los Angeles auch als Operndirektor. Zwar ist er nie da, denn er muss ja gerade in Dubai ein Restaurant eröffnen, die unsägliche Catherine Jenkins unterstützen oder ewig widerlegte Lügen in Interviews wiederholen, wie er habe die meisten Rollen in der Geschichte der Oper gesungen.

Nota bene: Die meisten Tenorrollen sang Andreas Dippel, ein deutscher Sänger, aus Kassel gebürtig, der von 1890-!908 an der Met 400 Vorstellungen sang, deutsches und italienisches Fach und nachweislich 162 Tenorrollen sang, später Co-Chef der Met war neben Gatti-Casazzi und danach seine eigene Opernschule und Truppe gründete.

Doch auf LA's Opera-Seite gibt es noch immer Angaben, die auf allen anderen Foren längst getilgt sind weil sie Lügen darstellen. Wiki wiederholt diese nicht mehr und auch das Kennedy Center of Performing Arts hat sie getilgt.

Und so einen wollen sie in Bayreuth dirigieren lassen. Man kann auf vielfältige Weise den Verstand verlieren.

 

Noch etwas zur Altersfälschung:

Übrigens Domingo wurde am 15. 1. 1934 in Madrid geboren, nicht am 21. 1. 1941.

Es gab in einer Wiener Zeitung auch eine fake Geburtsurkunde, die er lancierte. Auf die angesprochen redete er sich sehr merkwürdig heraus. Nach seinen Angaben von geb. 1941 muss er in Tel AViv, wo er mit Marta Domingo geb. 1935 engagiert war 1962/63 schon 12 Riesenrollen singen müssen unter anderem Radames (mit 21 und 22); insgesamt über 200 Vorstellungen sang er nachweislich dort. Selbst mit 27 oder 28 die er zu der Zeit war, war das schon ein Hammer gewesen.

Er hat zwei Pässe, den echten spanischen, den niemand zu Gesicht bekommt, den falschen mexikanischen ... dort kriegt man ja ja alles

1994 feierte er heimlich seinen 60. in New York. Ich weiß es von jemandem, der dabei war.                                                                    John Smith 26.7.2017

 

ES ROLLEN KEINE MILLIONEN

Placido Domingos Aida-Welt-Tournee ist geplatzt

Die KASSA wird nicht klingeln - dumm gelaufen für die Investoren

Natürlich kann Placido Domingo rein rechtlich gesehen für die geplatzte Aida-Tournee nicht zur Verantwortung gezogen werden. Er sollte sich aber dennoch fragen, ob er seine Partner tatsächlich wirtschaftlich durchleuchten hat lassen – oder ob ihm das völlig egal war – Hauptsache die Kassa klingelt.

Ja, es ist zumutbar, sich über seine Geschäftspartner zu erkundigen. Selbst in meinem finanziell überschaubaren geschäftlichen Umfeld war das eine Selbstverständlichkeit, die Geschäftspartner sind nach Bonität eingestuft – danach richten sich die Zahlungsmodalitäten – und nicht einmal habe ich auf ein lukrativ scheinendes Angebot verzichtet. Es klingt arrogant, aber eigentlich habe ich meist in wenigen Sekunden gewusst, ob ich mit jemandem zusammenarbeiten will oder nicht. Es gibt ihn, den „Geschäftsadel“ – auch wenn er schon sehr aus der Mode gekommen ist. Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass ich für das, womit ich mit meinem Namen bürge, geradezustehen habe, ohne auf das Recht zu pochen!

Kaum jemand hätte sich für dieses „Aida-Spektakel“ interessiert, hätte nicht Placido Domingo mit seinem Namen (scheinbar) gebürgt. 90 Orchestermusiker, 150 Chorsänger, 85 Ballett-Tänzer und mehr als 500 Statisten: Als im Herbst 2016 die „Aida-Welttournee mit Plácido Domingo“ angekündigt wurde, wurde geklotzt und nicht gekleckert. Zum Glück gab es zunächst nur Karten für zwei Spielorte – Gelsenkirchen und München, was für für eine Welttournee noch ein überschaubares Angebot darstellt.

Doch das Sängerangebot konnte sich sehen lassen: Stars wie Erwin Schrott als Ramphis, Kristin Lewis als Aida, Violeta Urmana als Amneris und Roberto Alagna als Radames klangen verlockend. Diese Künstler vertrauten darauf, dass der große Placido die für ein Geschäft unbedingt nötige Sorgfalt hat walten lassen. Hat er nicht, wie man sieht. Wem soll man nun vertrauen? P.D. sicher nicht mehr!

Anton Cupak 16.6.2017

 

 

 

 

DIE SZENE BRAUCHT MANUEL BRUG

Ein Kritiker im Haßgewitter der Kaufmann Fans

Manuel Brug polarisiert und provoziert. Täte er das nicht, wäre er ein Anonymus wie viele „Graue Mäuse“ in der Journalistenzunft. Gegner werfen ihm Schwarz-Weiss-Malerei vor, gemeint ist, dass er nur vernichtend urteilen oder überschwänglich loben kann.

Mit Jonas Kaufmann hat sich Brug nun ein „Opfer“ gesucht, das ihm weitere Aufmerksamkeit, weitere Kritik an seiner Person garantiert. Egal wie man zu Herrn Kaufmann steht, solche „Typen“ wie ihn braucht die Opernwelt. Wir leben in einer Zeit der Superstars, die Medien fordern stets neues „Material“. Es mag menschenverachtend klingen, aber die Künstler sind für die Medien „Material“.

Journalisten wiederum brauchen Reibebäume – und es ergibt wenig Sinn, sich an „kleinen Nummern“ zu reiben. Unter diesem Aspekt muss man auch die Schreibweise des Herrn Brug sehen, dass er sich wirklich um Jonas Kaufmann Sorgen macht, nehme ich ihm nicht ab.

Jonas Kaufmann wird hoffentlich selbst wissen, was er sich zumuten kann, die Ratschläge des Herrn Brug brauchen ihn nicht zu interessieren. Den Schmeicheleien seiner Anhänger sollte er aber auch nicht trauen. Ein wirklich guter Ratgeber ist gefragt, nur wo findet man heute einen Menschen, der nicht zuerst an den eigenen Vorteil, das eigene Geschäft denkt.

Anton Cupak 16.3.2017

 

Hintergrund-Info für Nicht-Kaufmann-Fans:

Jonas Kaufmann: Vorsicht, bissiger Tenor !

Andrea Chenier: Sind die schönen Tage schon vorbei

Jetzt singt er wieder, Gott sei Dank

 

 

OTELLO Düsseldorf

Epileptiker müssen draußen bleiben !

Am Eingang der Deutschen Oper am Rhein steht ein Schild, welches darauf hinweist, dass bei der einleitenden Sturmszene von Verdis „Otello“ Stroboskop-Licht eingesetzt wird. Menschen mit Neigung zur Epilepsie seien also gewarnt. Was machen nun aber diese armen Leute? Wird man sie später einlassen oder gar erst in der Pause zum zweiten Akt? Die gesundheitlich ungefährdeten Opernbesucher freuen sich hingegen vermutlich: das wird Oper doch wohl mal richtig spannend. Nix davon in MICHAEL THALHEIMERS Inszenierung, welche im Februar dieses Jahres bereits an der Opera Vlaandern Gent heraus kam…

Und das alles an einem Haus, wo noch vor kurzem ein umstrittender TANNHÄUSER mit drastischen KZ-Bildern schon direkt nach der Premiere vom Intendanten C. Meyer abgesetzt wurde, nicht wegen der harrschen Kritik der altvorderen Wagnerianer, sondern weil es (vorgeblich) einigen Premieren-Besuchern schlecht geworden war in der Opernaufführung.

Ich wäre nicht ich, wenn mich der Hinweis für Epileptiker besonders interessieren würde. Speziell was man damit erreichen wollte. Sollen die Menschen nun draußen bleiben? Sollen sie ganz auf den ersten Akt verzichten? Hätte man da nicht eine andere Lösung als das Stroboskop-Licht gefunden?

Anton Cupak 9.10.16

 

 

DER OPERNFREUND  | opera@e.mail.de