Wie schon in den vergangenen Jahren gelingt der Intendanz der Dresdner Philharmonie auch 2025 für die letzte Stunde des Jahres eine musikalische Überraschung: vier Tuben im Zusammenwirken mit der Königin der Instrumente, der Orgel. Sicher, man kennt die vielfältigen Arrangements von Renaissance- und Barockmusik für unterschiedlichste Besetzungen, es gibt Konzerte für vier Violinen, für vier Cembali, aber Musik für vier Tuben? Die Tuba, zwar stimmgewaltig, aber im Hintergrund der üblichen Orchesteranordnung und meist mit der Bekräftigung der Basslinie beschäftigt? Das Melton-Quartett,vier gestandene Herren, Solotubisten namhafter deutscher Orchester, lehrt die Konzertbesucher das Staunen. 1987 gegründet, ist es das erste und einzige Quartett von vier professionellen Tubaspielern in Deutschland: Hartmut Müller ist neben seiner Tätigkeit beim Wuppertaler Sinfonieorchester auch als Solist international bekannt. Müller gründet 2007 das TRIO EUPHONY für Sopran, Harfe und Tuba. Heiko Triebener, Mitglied der Bamberger Symphoniker, hat sich durch solistische Auftritte und Erste Preise bei internationalen Wettbewerben weltweit einen Namen gemacht. Jörg Wachsmuth ist nach dem Sieg im Markneukirchener Wettbewerb Solotubist der Dresdner Philharmonie, Kammermusiker und Honorarprofessor an der Dresdner Musikhochschule. Ulrich Haas, nach frühen Wettbewerbserfolgen Tubist der Duisburger Philharmoniker, unterrichtet auch an der Folkwang Hochschule in Essen. Bereits mit den ersten Konzerten erregt das Quartett große Aufmerksamkeit. Bald folgen Auftritte in Rundfunk und Fernsehen, auf internationalen Musikfestivals. CD-Veröffentlichungen sorgen für weltweite Beachtung. Komponisten schreiben Werke für sie, in einem eigenen Musikverlag sind bisher mehr als 50 Werke erschienen. Die Musiker bringen in Seminaren, Meisterkursen und Familienkonzerten ihre Kunst und die technischen Möglichkeiten ihrer besonderen Instrumente nahe. Das Melton-Quartett ist inzwischen eine feste Größe in der internationalen Musikwelt. In der Organistin – sie ist auch ausgebildete Pianistin – Katharina Königsfeld haben die vier Herren eine ideale Partnerin. Bei Sony Classical bis 2021 unter Vertrag, leitet sie heute die Orgelakademie Kitzbühel, gibt Meisterkurse und ist als Pianistin in der Kammermusik aktiv.

Das heutige Programm spannt einen weiten Bogen vom Grand Choeur D-Dur op.18 von Felix Alexandre Guilmant (1837-1911) für Orgel solo als schwungvollem Introitus über Gioachino Rossini (1792-1868) Tarantella napoletana für Tubaquartett, einer Arie aus der Kantate BWV 508, der Badinerie aus der Orchestersuite Nr.2 BWV 207 und dem sächsischen Kurfürsten August III. gewidmeten Marsch BWV 207a von Johann Sebastian Bach (1685-1750), der klanglich reizvollen Carillon-Sortie von Henri Mulet (1878-!967) für die Orgel, What a Wonderful World (George David Weiss (1921-2010),einer für die Meltons und Orgel komponierten, eindrucksvollen Ballade von John Stevens (geb. 1951) und einem hochvirtuosen Allegro aus der Ouvertüre zu Wilhelm Tell von Gioachino Rossini (1792-1868) zum stimmungsvollen Blumenwalzer von Peter Iljitsch Tschaikowski (1840-1893) für Tubaquartett und Orgel.
Ein großartiges Konzerterlebnis entlässt die Hörer angeregt und beschwingt in das neue Jahr.
Bernd Runge, 31. Dezember 2025
Werke von Guilmant, Rossini, Bach, Campra, Mulet, Weiss, Stevens, Tschaikowski
Kulturpalast, Dresden
31. Dezember 2025
Melton-Quartett
Katharina Königsfeld, Orgel