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Feuilleton: „Plädoyer für die Operette“. Zur Ehrenrettung einer verkannten Kunst

Die Operette ist besser als ihr Ruf! Ihr Problem sind schlechte Aufführungen, sind dumme Inszenierungen, ist der schlampige, lieblose, unprofessionelle oft gar kitschige oder spießige Umgang mit der Gattung. Die Misere der Operette begann schon in den Dreißigerjahren, sie ist ein Erbe des Nazi-Ungeists, der die vielen jüdischen Operettenkomponisten, Darsteller, Musiker und Regisseure vertrieb . . .

Bregenz: „La traviata“, Giuseppe Verdi (zweite Besprechung)

Sehr gut, aber zu viel Show! – Der international renommierte italienische Opernregisseur Damiano Michieletto, der sich besonders im italienischen Fach einen Namen gemacht hat, wurde mit der erstmaligen Inszenierung der Oper La traviata von Giuseppe Verdi auf der Seebühne in Bregenz betraut, die auch noch im kommenden Jahr laufen wird. Auch wenn sich dieses Stück nicht gerade für die . . .

Bayreuth: „Schumann!“, Freiburger Barockorchester unter Simon Rattle

Als er einen guten Tag hatte, nannte er ihn „mittelmäßig“. Aus seinem Mund war das ein hohes Lob, denn ansonsten zählte er ihn zu den „Geistern zweiten dritten vierten Ranges“. Er attestierte ihm, zu dessen Schaden „nicht seine Grenzen erkannt zu haben“ und bezeichnete ihn als „überschraubtes Talent, von welchem er auch nicht eine eigentliche Melodie kenne und den er als ein . . .

Dresden, Konzert: „Mahler: 6. Symphonie“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Durch die Matinee des 1. Symphoniekonzertes eröffnete Daniele Gatti mit Gustav Mahlers sechster Symphonie die neue Saison der Staatskapelle Dresden. – Wer sich als Interpret oder aufmerksamer Hörer durch die zum Teil recht wirren Aspekte von Gustav Mahlers (1860-1911) frühe fünf Symphonien gekämpft hatte, wird erstaunt gewesen sein, wie konventionell seine sechste Symphonie angelegt . . .

Heidenheim: „Macbeth“, Giuseppe Verdi

Beachtliches Rollendebut – Thomas Weinhappel, der immer mehr ins Licht des allgemeinen Operninteresses tretende österreichische Heldenbariton, debutierte in dieser Produktion der Opernfestspiele Heidenheimin der Rolle des Macbeth in der gleichnamigen Oper von Giuseppe Verdi. Und es wurde ein großer Erfolg – zusammen mit Leah Gordon als Lady Macbeth. Die beiden beherrschten den Abend, . . .

Tops und Flops: „Saison 2025/26 – Der große Überblick“

41 Einzelbeiträge mit der Berücksichtigung von 72 Theatern, davon 20 außerhalb Deutschlands, und zehn Festspielen: Das ist die Bilanz unserer Bilanzen. Wieder berücksichtigen „Reisebilanzen“ eine Fülle von Häusern, die keine eigene „Solo-Bilanz“ erhalten haben. Unsere Kritiker haben über viel Begeisterndes und wenig Ärgerliches berichten können. Gerade zu den kleineren Häusern . . .

Bilanz extra: Tops und Flops der „Saison 2025/26“ im Bereich Musical

Neben Oper und Operette liegt mir im Musiktheater besonders der Bereich des Musicals sehr am Herzen. In der Spielzeit 2025/26 habe ich mir insgesamt 50 verschiedene Musicalproduktionen angesehen, einige davon sogar mehrfach. Trotzdem ist dieser Bereich so groß, dass diese sehr persönliche Saisonbilanz natürlich nur einen sehr kleinen Bruchteil der vielen Musical-Vorstellungen abdecken kann, . . .

Wunsiedel: „Carmen“, Georges Bizet

In diesem Jahr war ich mit meinen Freunden in der Oper Carmen, denn seit 2025 ist die Operette nach vielen Jahrzehnten scheinbar aus der Felsenbühne verbannt worden. Nun gut, die Aufführungen der Jahre nach Heinz Hellberg, waren nicht überwältigend und das hat man auch an der Auslastung der Aufführungen gemerkt. Am heutigen Sonntagnachmittag kann die Luisenburg mit der Auslastung mehr als . . .