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Berlin: „Das schlaue Füchslein“, Leoš Janáček

Fuchs im Tutu – Eine wahrlich fuchsverliebte Stadt ist Berlin, wo man nicht nur abends aus der Oper kommend oder morgens mit dem Hund Gassi gehend auf einen der rotschwänzigen Burschen trifft, sondern wo ein solcher seinen anerkannten festen Wohnsitz im Park von Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, hat und ein anderer pünktlich nach Marktschluss am Maybachufer kontrolliert, . . .

Lüttich: „Pique Dame“, Peter Tschaikowsky

Lieber Opernfreund-Freund, – Tschaikowskys Pique Dame hat sich in den vergangenen Jahren ihren Platz auf den europäischen Spielplänen zurückerobert. Im belgischen Lüttich hatte sie gestern unter der Regie von Marie Lambert-Le Bihan ihre umjubelte Premiere vor voll besetztem Haus. – Pikovaïa dama ist nach Eugen Onegin und Mazeppa die dritte und letzte von Tschaikowskys Opern, . . .

Mainz: „Der Kaiser von Atlantis“, Viktor Ullmann

Wie wenige Werke des neueren Musiktheaters ist Viktor Ullmanns Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung mit den Umständen ihrer Entstehung verknüpft. Der Komponist schrieb sie 1943 bis 1944 und war ebenso wie der Autor des Librettos, Peter Kien, im Konzentrationslager Theresienstadt (das Wort „Ghetto“ wäre hier verharmlosend) interniert. Es diente als Vorzeige-Lager der . . .

Pionteks Bayreuth: „Smooth Jazz Wagner“, Anna Hajduk-Rynkowicz, Maria Michoń

Wagner und Jazz, geht das? Und ob! 1964 gab Stan Kenton sein Wagner-Album heraus, ein Monument des Progessive Jazz. Im Wagner-Jubeljahr legte der Drummer Eric Schaefer mit Who is afraid of Richard W.? eine beeindruckende Variationsfolge über Motive aus Wagners Opern vor. Insofern ist der Programmtitel Smooth Jazz Wagner alles andere als abwegig; schließlich kann man ja auch, wovon der neueste . . .

Frankfurt: „Die Passagierin“, Mieczysław Weinberg

Als die Oper Frankfurt im März 2015 Die Passagierin herausbrachte, war es gerade fünf Jahre her, daß das bereits 1968 vollendete Stück bei den Bregenzer Festspielen seine späte Uraufführung erlebt hatte. Es war nach dem Staatstheater Karlsruhe 2013 überhaupt erst die dritte Inszenierung dieser ungewöhnlichen Auschwitz-Oper. Die Frankfurter Produktion wurde als Gastspiel bei den Wiener . . .

Stuttgart: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Thematisch-szenische Überfrachtung – Mit der Neuinszenierung der Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner an der Staatsoper Stuttgart in der Regie von Elisabeth Stöppler wurde wieder einmal versucht, so viel gesellschaftskritische Überlegungen in das Werk hineinzubringen, ja regelrecht hineinzupferchen, wie nur eben möglich. Dieses „Regiekonzept“ mit dem Bühnenbild von . . .

Nürnberg: „Lieder von Schubert und Wolf“, Laura Hilden und Gabriele Lasota

Die Kunst, Lieder zu singen – „Die Kunst, Schiller zu sprechen“ – so heißt ein bekannter Aufsatz von Ernst Bloch. Die Kunst, Lieder zu singen – so könnte eine Rezension übertitelt sein, in der um Lieder von Schubert und Wolf geht – und um die Interpretinnen eben dieser Lieder. – Lieder im Gluck, so heißt die gesamte Reihe, stattfindend im Gluck-Saal, also dem Zentrum . . .

Buchkritik: „Genie und Gewissen. Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus“, Michael Wolffsohn

Karajan und kein Ende – Michael Wolffsohns neuestes Buch „Genie und Gewissen“ entlastet den Star-Dirigenten – Das „Wunder Karajan“ wurde vor allem von der NSDAP-treuen Presse erfunden und setzte sich als beispiellose Karriere auch nach 1945 fort. Karajan wurde zu einem der künstlerisch herausragenden, mit mehr als 300 Millionen zu Lebzeiten verkauften Tonträgern kommerziell . . .

Wuppertal, Konzert: „Siegfried“, Richard Wagner

Angekündigt als „6. Sinfoniekonzert“ am 22. Februar 2026 glänzte Patrick Hahns konzertante Aufführung der Oper „Siegfried“ in der für ihre exquisite Akustik berühmten Historischen Stadthalle Wuppertal auch diesmal mit einem jugendlich-temperamentvollen Dirigat und einer hochkarätigen Besetzung. Wagners Opernzyklus konzertant aufzuführen, mit nur kleinen Lichteffekten, erschließt . . .