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Frankfurt: „Turandot“, Giacomo Puccini (zweite Besprechung)

Andrea Breths inszeniert eine schwarz-weiße, plakative Turandot in Frankfurt am Main. Thomas Guggeis am Pult beschert eine musikalische Sternstunde. – Turandot ist die letzte Oper, die Giacomo Puccini komponierte. Er hat sie 1924 ge­schrieben, sie blieb unvollendete. Ein Jahr später wurde sie mit dem nachkomponierten Finale von Franco Alfano von Arturo Toscanini an der Mailänder Scala . . .

Hamburg: „Frauenliebe und -leben“, Robert Schumann / „Herzog Blaubarts Burg“, Béla Bartók / „Eine florentinische Tragödie“, Alexander von Zemlinsky

Ein großes Thema, drei Variationen. Unter dem Titel Frauenliebe und -sterben fasst Regisseur Tobias Kratzer drei Kompositionen zusammen, die sich um das Bild der Frau, Geschlechterkampf und Rollenverständnis in unterschiedlichen Epochen, drehen. Das ist auf den ersten Blick gut gedacht, lässt sich aber nur bedingt auf die gewählten Stücke übertragen. – Am Anfang des Abends steht der . . .

Berlin, Konzert: „Strauss, Beethoven“, Staatskapelle unter Christian Thielemann

Nicht zufällig gilt Richard Strauss (1864-1949) der Musikwelt, lange bevor er sich der Opernkomposition zuwendet, als Lyriker. Die frühen Lieder - Zueignung, Morgen, Cäcilie - und andere werden zu wahren Hits. Doch der Schein trügt: der Liedkomponist Strauss ist nur den Wenigsten wirklich bekannt, obwohl ungefähr 150 Lieder gedruckt vorliegen; 20 von ihnen gehören zum Repertoire in den . . .

Berlin: „Spielzeit 2026/27“, Staatsoper Unter den Linden

Ein reichhaltiges, interessantes Programm mit dem Who is Who der internationalen Sängerwelt stellt die Berliner Staatsoper für die Saison 2026/27 vor und erweckt freudige Erwartung, getrübt von der Sorge darüber, dass es wie zuletzt mit Norma, Hoffmanns Erzählungen oder Un Ballo in Maschera wieder die Regie sein könnte, die einem ungetrübten Kunstgenuss im Wege stehen wird. – Es . . .

Nürnberg: „Der Freischütz“, Carl Maria von Weber

„So das hätten wir auch überstanden“. Der Stoßseufzer des Besuchers, der nach dem für Sänger und Orchester großen, für das Regieteam zurückhaltenden bis ablehnenden Schlussapplaus das Haus verließ, blieb nicht vereinzelt. Manch Besucherin sehnte sich vernehmlich nach dem „alten“, so „schönen“ Freischütz zurück – was das Nürnberger Publikum nun serviert bekam, war nicht . . .

Münster: „A Midsummer Night’s Dream“, Benjamin Britten

William Shakespeares A Midsummer Night’s Dream inspirierte viele Komponisten zu einer die abwechslungsreiche Handlung des Bühnenstücks vertiefenden Musik. In Deutschland ist am bekanntesten Felix Mendelssohn Bartholdys Schauspielmusik zum Sommernachtstraum. Benjamin Britten komponierte 1960 eine Oper darüber, für die er zusammen mit Peter Pears ein Shakespeares Stück verkürzendes Libretto . . .

Wien: „Alessandro nell’ Indie“, Leonardo Vinci

Spektakel müssen sein! – Das MusikTheater an der Wien hat mit dem Sparen schon begonnen, bevor man sich nächste Saison aus diesen Gründen von der Kammeroper trennt: Es ist jedenfalls billiger, eine Inszenierung einzukaufen, statt sie selbst zu produzieren. Das tat man jüngst mit großem Erfolg mit „L’opera seria“ aus der Mailänder Scala. Und nun hat man vom Festival Bayreuth . . .