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Buchkritik: „Italien übertrifft alles, was man mir darüber gesagt hat“, Günter Berger

„Sie werden Italien wie eine alte Kokotte finden, die sich für so schön hält, wie sie es in ihrer Jugend war.“ Nein, Friedrich II. war nicht begeistert von Italien. Und er fügte, nebst anderem, als schlechte Beispiele „die Herren Soprane“ und schlechten Musikmeister“ hinzu. – Der Preußenkönig hatte gut reden, hat er doch niemals seinen Fuß in das Land (nennen wir trotz . . .

Bochum: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, Thomas Zaufke und Karel Svoboda

Wenn die Tage kürzer werden und die Regale im Supermarkt mit den Leckereien für die Weihnachtsfeiertage fast leergekauft sind, ist es auch Zeit für liebgewonnene Traditionen. Für viele Menschen gehört dazu auch der Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel aus dem Jahr 1973, eine tschechisch-deutsche Koproduktion, die inzwischen zu den bekanntesten Märchenfilmen überhaupt zählt. Neben . . .

Dresden: „Die wunderbaren Jahre“, Torsten Rasch

Torsten Raschs Oper „Die wunderbaren Jahre“ erzählt von einer Jugend unter den Bedingungen der DDR-Diktatur. Nora Bussenius macht daraus in Dresden einen visuell und musikalisch eindrucksvollen Abend. Doch ausgerechnet die wunderbaren Jahre selbst bleiben kaum erfahrbar. – „Die DDR-Biografie, also eine persönliche Lebensgeschichte von in meinem Fall 35 Jahren in einem Staat der . . .

Berlin, Konzert: „Richard Strauss“, Staatskapelle unter Christian Thielemann

„Mein Lebenswerk ist zerstört. Meine Opernwerke werde ich nicht mehr hören und sehen, kurz, mein Leben ist zu Ende und ich kann nur mehr in Gottergebenheit warten, bis mich mein seliger Namenskollege zu sich in den Walzerhimmel holt“. (Richard Strauss im Herbst 1944). Der Zweite Weltkrieg ist in seiner Endphase, die für den Komponisten so bedeutsamen Kulturmetropolen Dresden, Berlin, . . .

Wien, Ballett: „Nijinsky“, John Neumeier

Genie und Wahnsinn – Wer sich nur ein bißchen aus Ballett macht, dem ist der Name Vaslaw Nijinsky (1889 – 1950) ein Begriff, legendärer Tänzer und Choreograph, größter Star der von Serge Diaghilew gegründeten Ballets Russes. Wenn einem jungen Mann, aus dem einmal John Neumeier wird, ein Buch über Nijinsky in die Hände fällt, wird diese lebenslange Faszination auch ein . . .

München: „Die Reise nach Reims“, Gioachino Rossini

Dass das Theater ein Irrenhaus und die Oper die Abteilung für die Unheilbaren ist, ist eine hübsche Binsenweisheit, die man auch im Programmheft findet. Also spielt Rossinis Reise nach Reims nicht im Gasthaus zur Goldenen Lilie, sondern in einer Nervenheilanstalt, wobei die Übergänge zwischen Kurhotel, Klinik und geschlossener Anstalt fließend sind. Auch in München gab es, erfährt man aus . . .

Stuttgart: „Die schlaue Füchsin“, Leoš Janáček

An der Staatsoper Stuttgart ist mit großem Erfolg Leoš Janáčeks Oper Die schlaue Füchsin wiederaufgenommen worden. Wer nun versucht, in diversen Opernführern das Werk zu finden, wird vergeblich suchen. Andererseits wird er ohne Zweifel auf eine Oper Janáčeks mit dem Titel Das schlaue Füchslein stoßen. Hierbei handelt es sich in der Tat um ein und dasselbe Werk. Regisseur Stephan Kimmig, . . .

Gelsenkirchen: „Tosca“, Giacomo Puccini

Ein erstklassiges Sängerfest erlebte das Musiktheater im Revier bei seiner umjubelten Premiere des Politthrillers Tosca, an dem Wochenende, an dem in mehreren Ländern - Albanien, Frankreich, Italien, Serbien, USA - Menschen millionenfach auf die Straßen gingen, um, leider teils mit Gewalt, gegen verkrustete und zum Teil korrupte Regierungen zu demonstrieren. Wohin das führen kann, zeigen uns . . .

Dresden, Konzert: „ Gustav Mahler, 10. Symphonie“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

In den ersten Juli-Tagen des Jahres 1910 reiste Gustav Mahler (1860-1911) mit der Absicht, eine Dante-Symphonie zu komponieren, in seine Sommerresidenz nach Toblach. Von der Ankunft seiner Frau aus ihrer Kur bis zum 3. September erarbeitete er die Entwürfe der geplanten fünf Sätze und begann mit der Ausarbeitung des Orchestersatzes. Die Vorbereitung der Uraufführung der achten Symphonie und . . .

Wien: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

Spuk in Vaters Bibliothek – Das kommt vom vielen Lesen. Herr Daland ist offenbar nicht nur ein reicher, sondern auch gebildeter Herr und verfügt über eine überwältigende Bibliothek. Von dort ist Töchterchen Senta, im weißen Unterkleid, nicht wegzukriegen. Sie versteckt sich auch gern, wie Kinder es tun, unter dem Tisch, denn vor allem hütet sie ein Riesenbuch. Und das erzählt ihr . . .