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Buchkritik: „Menschen. Zeiten. Musik“, Peter Gülke

Rück- und Ausblick – Erst einmal enttäuscht sein wird der reine Opernfreund, wenn er sich das Inhaltsverzeichnis von Peter Gülkes neuem (letztem?) Buch mit dem Titel Menschen. Zeiten. Musik durchliest, obwohl der Titel ihn hätte warnen müssen. Erst als allerletztes von hundert Kapiteln, die dreihundert Seiten füllen, findet sich ein opernträchtiges mit dem Zitat der Marschallin aus . . .

Bremerhaven: „La Traviata“, Giuseppe Verdi

Das während des Vorspiels zu Giuseppe Verdis La Traviata auf einen Zwischenvorhang projizierte Video zeigt eine von Regisseurin Katharina Kastening hinzuerfundene Vorgeschichte: Violetta ist Mutter von zwei Kindern und aus einem Kriegsgebiet geflohen. Man sieht Bilder von zerbombten Häusern wie in der Ukraine. Das soll offenbar implizieren, dass Violetta aus Not und um ihre Kinder versorgen zu . . .

Frankfurt: „Written on Skin“, George Benjamin / Martin Crimp

Written on Skin ist der beispiellose Fall einer zeitgenössischen Oper, die sich in wenigen Jahren auf breiter Ebene im Repertoire durchgesetzt hat. Daß die Uraufführungs-Produktion aus Aix-en-Provence von 2012 in den Co-produzierenden Häusern von London, Amsterdam, Toulouse und Florenz gezeigt wurde, lag in der Natur der Sache. Für die Qualität dieser Produktion sprachen aber bereits . . .

Kontrapunkt: „Theatermacher, stoppt endlich das Gendern!“ – das finale Wort zur Genderdebatte

Die Abneigung gegen Gender-Sonderzeichen teilt mit uns unter vielen anderen der Herausgeber der Zeitschrift "O-Ton". Wir übernehmen daher gerne seinen aktuellen Kommentar: – Obwohl der Rat für deutsche Sprache einmal mehr deutlich gemacht hat, dass Gender-Sonderzeichen – keinen Eingang in das amtliche Regelwerk für deutsche Sprache Eingang finden, weil unter anderem – . . .

Linz: „Des Esels Schatten“, Richard Strauss / „Der zerbrochene Krug“, Viktor Ullmann

„Der Doppelabend mit zwei Opern von Viktor Ullmann (1898–1944) und von Richard Strauss (1864–1949) präsentiert zwei komische Werke, die inhaltlich viel gemeinsam haben, da sich beide um einen Gerichtsprozess drehen. Sie stammen von zwei Zeitgenossen, deren Lebenswege jedoch sehr unterschiedlich verliefen. Denn während Strauss der erfolgreichste deutsche Opernkomponist seiner Zeit war, der . . .

Zürich: „Giulio Cesare in Egitto“, Georg Friedrich Händel

So aufwendig inszeniert und fulminant musiziert machen Barockopern Spass und bereiten Freude, enorme Freude. Die Premiere von Händels GIULIO CESARE IN EGITTO am Opernhaus Zürich wurde zu einem überwältigenden, rauschenden Erfolg für alle Beteiligten und versetzt Zürich hoffentlich ins Barockfieber – Gelegenheit für solch fiebrige Erlebnisse wird es im März zuhauf geben, startet doch . . .

Berlin, Konzert: „Mahler: 2. Sinfonie“, Staatskapelle unter Simon Rattle

„Manche Züge der Musik der letzten anderthalb Jahrzehnte wurden von Mahler vorausgenommen… die Emanzipation der Klangfarbe…ferner die Diskontinuität, das Zerbrechen des Zusammenhangs in Stücke, die bei scheinbarere Divergenz und Unverbundenheit dennoch rätselhaft aufeinander bezogen sind und schließlich der Hang, Bruchstücke der niederen Musik in die artifizielle einzufügen…, also . . .

Essen: „Die Fritjof-Saga“, Elfrida Andrée

Die schwedische Komponistin Elfrida Andrée (1841–1929) gehört zu den bemerkenswertesten, lange unterschätzten Gestalten der skandinavischen Musikgeschichte. Als Organistin, Dirigentin und Komponistin war sie eine Pionierin in mehrfacher Hinsicht: Sie gehörte zu den ersten Frauen in Schweden, die ein professionelles Musikstudium absolvieren durften, und setzte sich aktiv für die Öffnung . . .