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Lüttich: „Lucrezia Borgia“, Gaetano Donizetti

Lieber Opernfreund-Freund, – herrlichster Belcanto wird seit gestern an der Maas geboten: in der Lütticher Neuinszenierung von Donizettis Lucrezia Borgia reißt nicht nur Jessica Pratt in der Titelrolle das Premierenpublikum zu Begeisterungsstürmen hin. – Die historische Lucrezia Borgia, 1480 als Tochter des späteren Papstes Alexander VI. geboren, wurde von ihrer Familie dreimal . . .

Berlin: „The Turn of the Screw“, Benjamin Britten

Ein Fall für die Medizin oder die Geisterjäger? – Eigentlich sind in Berlin die Werke von Benjamin Britten die Domäne der Deutschen Oper, gab es doch, nicht zuletzt durch das Wirken von Sir Donald Runnicles als Generalmusikdirektor, The Rape of Lucretia, Peter Grimes, Billy Budd, A Midsummer Night’s Dream und Death at Venice. Die Staatsoper jedoch hat sich das wohl populärste Werk . . .

Baden-Baden, Konzert: „Tschaikowsky, Rachmaninow“, Liederabend

Asmik Grigorian: Diva oder Primadonna? Ausdruck von Stärke, Selbstbestimmung und Erfolg oder erfolgreich gefeierte Sängerin? – Seit geraumer Zeit ist die Sängerin zur bête noir geworden. Einen Himmelsplatz behauptet sie nur noch im Weltreich der Pop-Musik. Erfolgreiche Frauen der Opernbühne präsentieren sich heute lieber down to earth als abgehoben. Und doch: Asmik Grigorian ist die . . .

Karlsruhe: „Lohengrin“, Richard Wagner (zweite Kritik)

Eine der bemerkenswertesten Neuproduktionen dieser Spielzeit ist Wagners Lohengrin am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Lange hat man nicht mehr eine so gute szenische Realisation von Wagners romantischer Oper gesehen. Dem Inszenierungsteam um Manuel Schmitt (Regie), Julius Theodor Semmelmann (Bühnenbild) und Carola Volles (Kostüme) gelang es, das Werk geschickt zu modernisieren, ohne dabei . . .

Piacenza: „Cronaca di un amore – Callas e Pasolini“, Davide Tramontano

Cristina Ferrari, die wegen ihrer Besetzungspolitik trotz schwieriger Finanzlage immer wieder zu preisende Leiterin des Hauses, hat in Koproduktion mit der Fondazione Haydn von Trient und Bozen und dem Teatro Comunale Bologna ein neues Werk in Auftrag gegeben. Ist diese Tatsache an sich schon positiv zu bewerten, so erfreut es auch, dass der Kompositionsauftrag an einen 26-Jährigen ging. Davide . . .

Bonn, Konzert: „Matthäus-Passion“, Beethoven Orchester unter Attilio Cremonesi

Sein 5. Freitagskonzert in der Spielzeit am Karfreitag, dem 3. April 2026 spielte das Beethoven Orchester Bonn in seiner neuen alten Heimatspielstätte, der frisch renovierten Beethovenhalle. Man hatte den ausgewiesenen Barockexperten Attilio Cremonesi als Dirigent gewonnen, der mit dem Beethoven Orchester, dem Philharmonischen Chor Bonn und einem erlesenen Solistenensemble eine spannende Passion . . .

Feuilleton: „Ostern: Religiöser bzw. kultureller Hintergrund – Osterbräuche – Ostermusiken“

Ostern (das Wort spielt an auf eine germanische Licht- und Frühlingsgöttin) beginnt eigentlich am Aschermittwoch, denn dieser Tag ist der Auftakt der vorösterlichen Fastenzeit, einer vierzigtägigen Vorbereitung auf das längste christliche Fest, dessen erster trauriger Höhepunkt Christi Sterben ist. Deshalb müssen die reuigen Sünder ihr Haupt mit Asche bestreuen und sich mit einer . . .

Wiesbaden: „Die Vögel“, Walter Braunfels

Kein Geringerer als Bruno Walter dirigierte die Uraufführung am Nationaltheater München im Jahr 1920 und gab sich auch Jahre später in seinen Memoiren von der Qualität des Stückes überzeugt. Der Musikwissenschaftler Alfred Einstein stellte Die Vögel von Walter Braunfels in eine Reihe mit Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos und Die Frau ohne Schatten und verglich sie gar mit Wagners . . .

Köln: „Spielzeit 2026/27“, Bericht von der Präsentation

Intendant Hein Mulders, Dramaturgin Svenja Gottsmann und Stephan Steinmetz stellten letztmalig, wie Kölns Chefdramaturg in seiner Begrüßung hervorhob, im Staatenhaus, der langjährigen Interimsspielstätte der Kölner Oper, das Opernprogramm für die Spielzeit 2026/27 vor. Denn die Wiederöffnung des Hauses am Offenbachplatz sei nun endgültig gesichert. Mit einem großen Bürgerfest würden . . .

Köln: „Die Walküre“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Die Kölner Neuinszenierung der Tetralogie Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner hat mit der Walküre ihre Halbzeit erreicht. Beim Publikum stieß Regisseur Paul-Georg Dittrich mit seinen zum Teil diskutablen, zum Teil fragwürdigen Ansätzen auf geteilte Reaktionen. Ob sich sein Konzept in den beiden ausstehenden Teilen des Rings, Siegfried und Götterdämmerung, noch überzeugend runden . . .