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München: „Die Reise nach Reims“, Gioachino Rossini

Dass das Theater ein Irrenhaus und die Oper die Abteilung für die Unheilbaren ist, ist eine hübsche Binsenweisheit, die man auch im Programmheft findet. Also spielt Rossinis Reise nach Reims nicht im Gasthaus zur Goldenen Lilie, sondern in einer Nervenheilanstalt, wobei die Übergänge zwischen Kurhotel, Klinik und geschlossener Anstalt fließend sind. Auch in München gab es, erfährt man aus . . .

Stuttgart: „Die schlaue Füchsin“, Leoš Janáček

An der Staatsoper Stuttgart ist mit großem Erfolg Leos Janacecs Oper Die schlaue Füchsin wiederaufgenommen worden. Wer nun versucht, in diversen Opernführern das Werk zu finden, wird vergeblich suchen. Andererseits wird er ohne Zweifel auf eine Oper Janacecs mit dem Titel Das schlaue Füchslein stoßen. Hierbei handelt es sich in der Tat um ein und dasselbe Werk. Regisseur Stephan Kimmig, . . .

Dresden, Konzert: „ Gustav Mahler, 10. Symphonie“, Daniele Gatti & Sächsische Staatskapelle Dresden

In den ersten Juli-Tagen des Jahres 1910 reiste Gustav Mahler (1860-1911) mit der Absicht, eine Dante-Symphonie zu komponieren, in seine Sommerresidenz nach Toblach. Von der Ankunft seiner Frau aus ihrer Kur bis zum 3. September erarbeitete er die Entwürfe der geplanten fünf Sätze und begann mit der Ausarbeitung des Orchestersatzes. Die Vorbereitung der Uraufführung der achten Symphonie und . . .

Wien: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

Spuk in Vaters Bibliothek – Das kommt vom vielen Lesen. Herr Daland ist offenbar nicht nur ein reicher, sondern auch gebildeter Herr und verfügt über eine überwältigende Bibliothek. Von dort ist Töchterchen Senta, im weißen Unterkleid, nicht wegzukriegen. Sie versteckt sich auch gern, wie Kinder es tun, unter dem Tisch, denn vor allem hütet sie ein Riesenbuch. Und das erzählt ihr . . .

Wuppertal, Konzert: „Grieg, Nielsen, Sibelius“, Sinfonieorchester Wuppertal unter Cornelius Meister

Die Schauspielmusik zu Ibsens Drama „Peer Gynt“ von Edward Grieg (1843-1907) umfasste ursprünglich 23 Nummern. Sie wurde vom Komponisten auf zwei Suiten eingedampft. In der heute gespielten 2. Suite geht es um Brautraub, einen arabischen Tanz, um Peer Gynts Heimkehr, um Solveigs Lied also um das ganze Leben des Lügners, Brauträubers, Sklavenhändlers Gynt, der zuletzt im „Irrenhaus“ . . .

Düsseldorf: „Die Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Seit vielen Jahren wurde in Düsseldorf daran gearbeitet, eine Neuinszenierung der Meistersinger von Nürnberg auf die Bühne zu bringen. Die Idee dazu stammt noch aus der Zeit vor der inzwischen oft komplett verdrängten Corona-Pandemie. Dabei stand die Produktion immer wieder unter keinem günstigen Stern. So musste zuletzt auch der für die Premiere vorgesehene langjährige . . .

Duisburg, Ballett: „Grey Area“, Bridget Breiner, David Dawson, Lesley Telford

Für das Dutch National Ballet in Amsterdam schuf David Dawson im Jahr 2002 eine Choreographie, die im Folgejahr mit dem renommierten Prix Benois de la Danse ausgezeichnet wurde. Zu einer fast schon hypnotischen Musik von Niels Lanz bewegen sich drei Tänzerinnen und zwei Tänzer in einer Art Zwischenstadium, zwischen Ende und Neubeginn. Der Titel The Grey Area ist dabei nicht unbedingt farblich . . .

Wien: „Eine florentinische Tragödie“ / „Herzog Blaubarts Burg“, Alexander von Zemlinsky / Béla Bartók (dritte Besprechung)

Psychologisierende Einengung – Die Florentinische Tragödie von Alexander Zemlinsky und Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók erlebten an der Wiener Staatsoper eine Neuinszenierung von Valery Barkhatov. Der russische Regisseur legte beide Stücke als eines im selben profanen Bühnenbild (ein elegantes zweistöckiges Wohnzimmer mit Ehebett) von Christian Schmidt zusammen und reduzierte . . .

Feuilleton: Warum Thielemanns und Sobotkas Vertragsverlängerungen an der Berliner Staatsoper ein Segen sind

Ein Kommentar von Kirsten Liese – Vor wenigen Tagen verlängerten Christian Thielemann und Elisabeth Sobotka ihre Verträge an der Berliner Staatsoper bis 2034 (!) – also um acht Jahre. Das ist nach der kürzlichen Zusage des Bundes, seine jährlichen Zuschüsse für die Berliner Staatskapelle ab 2028 um eine Million jährlich aufzustocken, die schönste Nachricht innerhalb des . . .