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Nürnberg: „La finta giardiniera“, Wolfgang Amadeus Mozart

La Finta giardiniera hat eine denkbar vielfältige Deutungsgeschichte hinter sich – weniger auf den Bühnen, wo sie relativ selten auftaucht, als in der Mozart-Fachliteratur. Konnte man vor gut 100 Jahre, bei Hermann Abert, einem der ersten großen Mozart-Biographen, noch lesen, dass der Gesamteindruck des Werks viel weniger „harmonisch und befriedigender“ sei als die Vertonung des . . .

Krefeld: „Trouble in Tahiti“, Leonard Bernstein / „Herzog Blaubarts Burg“, Béla Bartók

Inzwischen hat sich am Theater Krefeld-Mönchengladbach in der Sparte Musiktheater das „On Stage“-Format etabliert, bei dem das Publikum in kleineren Produktionen auf der Bühne Platz nimmt. Dies ermöglicht nicht nur einen interessanten Blick in den Theatersaal, sondern schafft auch eine viel größere Nähe zu den Darstellern und Musikern. In dieser Spielzeit kommt dieses Format bei den . . .

Mönchengladbach: „Adelaide“, Antonio Sartorio

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es in Venedig zeitweise dreizehn Opernhäuser, die gleichzeitig bespielt wurden. Venedig war darüber hinaus die erste Stadt, in der Opernaufführungen gegen Zahlung von Eintritt angeboten wurden; andernorts war die Oper ausschließlich dem Adel vorbehalten. Wenngleich die Eintrittspreise so hoch waren, dass sich die wenigsten Bürger dieses . . .

Mainz: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Mal unter uns Opernkennern: Können Sie aus dem Stand sagen, wo die titelgebende Zauberflöte aus Mozarts beliebtester Oper herkommt? Pamina verrät es am Ende, kurz vor der Feuer- und Wasserprobe: „Es schnitt in einer Zauberstunde mein Vater sie aus tiefstem Grunde der tausendjähr‘gen Eiche aus.“ Dieser Vorgang wird quasi als Vorgeschichte in der Mainzer Neuproduktion zur Ouvertüre . . .

Dortmund: „Mazeppa“, Clémence de Grandval (zweite Besprechung)

Seit einigen Jahren bringen viele Opernhäuser verstärkt die Werke von Komponistinnen auf die Bühne und heben dabei vergessene Schätze. Erinnert sei an Fausto von Louise Bertin in Essen und La Montagne Noir von Augusta Holmes in Dortmund. The Wreckers von Ethel Smyth hat es sogar in Schwerin, Meiningen, Karlsruhe und zuletzt in Detmold auf die Bühne gebracht. Im Dortmunder Opernhaus ist jetzt . . .

Duisburg: „Die blaue Sau“, Anno Schreier

Gewöhnlich werden junge Leute mit Klassikern wie Zauberflöte oder Hänsel und Gretel in die Welt der Oper eingeführt (oder, wie der Rezensent schon mehrfach erleben durfte, erfolgreich mit Werken Richard Wagners). Mittlerweile gibt es Werke, die unter der Gattung Familienoper diese Zielgruppe direkt anspricht, oft mit aktuellen Themen und mit einer Musiksprache, die eingängig, aber raffiniert . . .

Pionteks Bayreuth: „Michael Wessel: Mozart der Humorist“

Erst kürzlich war am selben Ort Mozarts Sonate KV 281 zu hören. Ein Dresdner Klavierschüler spielte sie so, dass man merkte, dass es eines ist, die schnellen Sätze „technisch perfekt“ zu bringen und sie gleichzeitig klingeln zu lassen. Dies habe er, schrieb ich, mit vielen wesentlich erfahreneren Pianisten gemein; selbst weltberühmte Pianistinnen und Pianisten schaffen es nicht immer, . . .

Buchkritik: „Aufgehobene Revolution. Annäherungen an Richard Wagners ‚Ring'“, Laurenz Lütteken

Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner ist auch 150 Jahre nach der Uraufführung des gesamten Zyklus eine Herausforderung. In acht Essays nähert sich der deutsch-schweizerische Musikwissenschaftler Laurenz Lütteken vor allem Wagners Chef d'Œu­v­re. Sein Grundgedanke und roter Faden der vier Texte, die er für die Ring-Inszenierung am Theater LaMonnaie/De Munt in Brüssel 2023/2024 . . .