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Buchkritik: „Von Bayreuth nach Auschwitz“, Anno Mungen (zweite Besprechung)

„Wer versucht, sich einen Reim zu machen auf die verstörende Koexistenz von Künstlertum und Verbrechertum in ein und derselben Person, setzt sich dem Verdacht aus, exkulpatorische Absichten zu verfolgen. Für einen solchen Verdacht bietet dieses Buch jedoch keine Handhabe, denn sein Resümee lässt an Entschiedenheit nichts zu wünschen übrig.“ – So konnte man es 2015 lesen, nachdem . . .

Wuppertal (Konzert): „Busoni, Beethoven, Dvořák“, Mao Fujita und das Deutsche Symphonieorchester Berlin unter Kent Nagano

Wer sich auf Beethovens 1. Klaviersonate gefreut hatte, wurde enttäuscht. Zuletzt hatte der 28-jährige Mao Fujita doch die Bearbeitung der Bach‘schen Violin-Partita von Ferruccio Busoni (1866-1924) für die Eröffnung des Konzerts in Wuppertal gewählt. In seinem 1906 verfassten „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ hatte er von einem „kaleidoskopischen Durcheinander“ . . .

Duisburg: „María de Buenos Aires“, Astor Piazzolla

In der Regel weiß man spätestens zur Pause, ob einem die laufende Opernvorstellung gefällt. Bei María de Buenos Aires, die derzeit an der Deutschen Oper am Rhein aufgeführt wird, liegt die Sache jedoch etwas anders. Selbst nach zwei Nächten „drüber schlafen” schwanken die Gedanken noch immer zwischen „Wow, das war toll” und „Oh je, was habe ich da gerade eigentlich gesehen”. . . .

Mailand: „Lucia di Lammermoor“, Gaetano Donizetti

Bei der letzten vor der Sommerpause gezeigten Produktion handelt es sich um eine von Marco Monzini bestens betreute Wiederaufnahme der Arbeit des für Regie, Bühnenbild und Kostüme verantwortlichen Yannis Kokkos vom Frühjahr 2023. Die Wiedergabe der bei Ricordi erschienenen kritischen Ausgabewurde damals von Riccardo Chailly betreut, dem es bekanntlich am Herzen liegt, auch nicht die kleinste . . .

Dresden, Konzert: „Dukas, Chin, Prokofjew“, Staatskapelle unter Elim Chan

Zum Saisonschluss erklangen in der Matinee des 12. Symphoniekonzerts Werke von Paul Dukas, Unsuk Chin und Sergej Prokofjew. – Nur begrenzt wenige Konzertstücke waren für eine stimmige Eröffnung eines Vormittagskonzertes so geeignet, wie das Scherzo Der Zauberlehrling von Paul Dukas (1865-1935). Der verträumte Beginn der Komposition nach einer Ballade Johann Wolfgang von Goethes . . .

München: „Der Besuch der alten Dame“, Gottfried von Einem

Natürlich kann, ja muss man den Satz zitieren, den der Dichter in seinen dem Stücktext angefügten Anmerkungen geschrieben hat: „Ich beschreibe Menschen, keine Marionetten.“ Wer eine Inszenierung von Nikolaus Habjan anschaut, weiß, dass er mindestens eine Puppe zu sehen bekommt. Nun kann man eine Puppe nicht mit einer Marionette verwechseln, aber hier wie dort drängt sich der Eindruck . . .

Düsseldorf: „Il Trovatore“, Giuseppe Verdi

Mit Giuseppe Verdis Il Trovatore tun sich die Opernhäuser schwer. Auf der einen Seite strotzt das Werk nur so vor Ohrwürmern. Andererseits wird hier eine Geschichte voller Gewalt, Sexismus und Rassismus erzählt. Da wird einem Regisseur, der das drastisch auf die Bühne bringt, schnell vorgeworfen, selbst ein gewaltverherrlichender sexistischer Rassist zu sein. – Der Nürnberger . . .

Baden-Baden, Konzert: „Schubert, von Weber, Mendelssohn Bartholdy“, Romain Guyot und das Chamber Orchestra of Europe unter Yannick Nézet-Séguin

Yannick Nézet-Séguin erweckt die Sommerhauptstadt Baden-Baden zu neuem Leben mit Schubert, Weber und Mendelssohn. – Die musikalische Romantik schließt an die klassische Musik von Haydn, Mozart und Beethoven an. Sie hatten ihre Höhepunkte erreicht und standen nicht mehr für die Gedanken der neuen Zeit, die Revolution von 1848. Die neue romantische Bewegung wird zur Geschichte des . . .

Wuppertal, Konzert: „Mahler: 6. Sinfonie“, Sinfonieorchester Wuppertal unter Patrick Hahn

Abschied von Patrick Hahn – Mahlers Sechste, die „Tragische“, „ist ihm aus dem Herzen geflossen“ wird Alma Mahler zitiert. Nachdem er in Wuppertal die Erste, seine Vierte und Fünfte in den letzten Jahren schon aufgeführt hatte, hat Patrick Hahn die Sechste zu seinem Abschiedskonzert gewählt (zuletzt hier im Juni 2015 unter Toshiyuki Kamioka aufgeführt). – Bei der . . .