Konzerte

Bayreuth: „Viaggio in Europa“, Peter Nekoranec und Kateřina Ochmanová

Es klang so alt und war doch so neu – der Satz des Hans Sachs fällt mir ein, als ich die ersten Takte höre. Michel Lamberts Vos mépris chaque jour ist so recht ein Stück nach dem Geschmack von Nostalgikern; auch macht es die hallende Akustik der Schlosskirche, dass das schlichte französische Barocklied, komponiert vom Schwiegervater Lullys, wie ein Lied aus uralten Zeiten ans Ohr der . . .

Bayreuth: „Caesar meets Rodelinda“, Emöke Baráth und Andreas Scholl

An das Friedrichsforum als Spielstätte des Festivals Bayreuth Baroque muss man sich erst gewöhnen. Muss man sich auch an Andreas Scholls und Emöke Baráths Stimmen gewöhnen? Gewiss nicht, denn man kennt sie ja; Scholl ist ein seit Langem agierender Sänger, der einer nun schon älteren Generation von höchsten Männerstimmen angehört, was seiner nach wie vor samtigen Stimme nicht geschadet . . .

Pionteks Bayreuth: „Delirio d’Amore“, Bruno de Sá

In Bayreuth ist er schon das, was man als „alten Hasen“ zu bezeichnen pflegt. 2019 konnte man bereits folgenden Satz über ihn lesen: „Wunderbar auch der Aci des Bruno de Sá, den, hörte man ihn nur, jedes Ohr für einen weiblichen Sopran halten müsste.“ Damals trat er in Giovanni Bononcinis köstlichem Gustostück Polifemo auf: ein Jahr vor der ersten Ausgabe des Festivals Bayreuth . . .

Bayreuth: „Schumann!“, Freiburger Barockorchester unter Simon Rattle

Als er einen guten Tag hatte, nannte er ihn „mittelmäßig“. Aus seinem Mund war das ein hohes Lob, denn ansonsten zählte er ihn zu den „Geistern zweiten dritten vierten Ranges“. Er attestierte ihm, zu dessen Schaden „nicht seine Grenzen erkannt zu haben“ und bezeichnete ihn als „überschraubtes Talent, von welchem er auch nicht eine eigentliche Melodie kenne und den er als ein . . .

Dresden, Konzert: „Mahler: 6. Symphonie“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Durch die Matinee des 1. Symphoniekonzertes eröffnete Daniele Gatti mit Gustav Mahlers sechster Symphonie die neue Saison der Staatskapelle Dresden. – Wer sich als Interpret oder aufmerksamer Hörer durch die zum Teil recht wirren Aspekte von Gustav Mahlers (1860-1911) frühe fünf Symphonien gekämpft hatte, wird erstaunt gewesen sein, wie konventionell seine sechste Symphonie angelegt . . .

Radebeul, Konzert: „Schostakowitsch, Borodin, Arensky“, Albrecht Menzel und Freunde

Das inzwischen zur Tradition entwickelte Musikfestival Radebeul „Albrecht Menzel und Friends“ begann seine Saison 2026 mit erlesener Kammermusik am 22. August 2026. Die privat organisierte und ausschließlich mit Spenden und Ticketverkäufen finanzierte Konzertreihe nutzt aufgelassene und vor dem Verfall gerettete Industriedenkmale sowie Räumlichkeiten traditioneller Weingüter für seine . . .

Lübeck, Konzert: „Mendelssohn, Glière, Pettersson“, Kungliga Filharmoniska Orkestern Stockholm unter Ryan Bancroft

Endlich Pettersson! Liebhaber der viel zu selten aufgeführten Werke des schwermütigen Komponisten hatten schon monatelang auf das SHMF-Konzert am 23. August 2026 in der Lübecker Musik- und Kongreßhalle hingefiebert. Für einige war dieses Konzert der Höhepunkt des diesjährigen Festivals. Zuvor gab es allerdings unproblematischen Mendelssohn und harfenglitzernden Glière. – Wenn sich . . .

Hamburg, Konzert: „Wagner, Stenhammar“, Kungliga Hovkapellet Stockholm unter Alan Gilbert

So etwas wie einen Schnelldurchlauf durch Wagner-Opern boten Alan Gilbert und die Kungliga Hovkapellet Stockholm mit Catherine Foster am 18. August 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie. Für Liebhaber, die nicht nach Bayreuth konnten, war dieses Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2026 ein kleiner Ausgleich, und für diejenigen, die gerade erst vom Grünen . . .

Salzburg: „Verdi: Requiem“, Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti

Die Wiener Philharmoniker sind das Orchester seines Lebens, das Verdi-Requiem ist das Stück seines Lebens. Kein Zweiter durchdringt das Verdi-Requiem so tief wie Riccardo Muti. Das Stück, das er in Salzburg mehrfach dirigierte, vormals zuletzt 2019, ist Teil seiner DNA. – Nun aber ließ der Maestro verlauten, nach den Aufführungen in Salzburg würde er das Werk nicht mehr dirigieren. Am . . .