Lübeck: „Mendelsohn Bartholdy, Schubert“, Danang Dirhamsyah

Und wieder beginnt eine kleine, exquisite Konzertreihe mit dem indonesischen Pianisten Danang Dirhamsyah, unterstützt von der Possehl-Stiftung Lübeck. Das mit Poesie ohne Worte betitelte Programm führte in die Welt der Romantik mit ausgesuchten Werken von Mendelssohn-Bartholdy und Franz Schubert.

Danang Dirhamsyah, Foto: Axel Wuttke

Von den insgesamt 48 Liedern ohne Worte, von Mendelsohn-Bartholdy (1809-1847) im Zeitraum von etwas mehr als 10 Jahren komponiert, hat sich Danang Dirhamsyah für den ersten Teil des Konzertes 12 ausgesucht. Die Auswahl zeigt einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die unterschiedlichen Stimmungen dieser Komposition. Außerdem bieten sie dem Künstler die Möglichkeit, die ganze Bandbreite seines Könnens hervorragend zu präsentieren.

Es ist ein Erlebnis, mit wieviel Feingefühl er die Atmosphäre der Stücke aufnimmt und durch emotionales Spiel die Zuhörer mit seiner Interpretation anspricht. Die verschiedenen Tempi inspirieren den Künstler zu einem hochkonzentrierten, aber immer persönlich geprägten Spiel, das vom Publikum entsprechend akklamiert wurde.

Nach der Pause widmete er sich 4 Impromptus von Franz Schubert (1797-1828). Hier merkt man wieder, wie schon in vorherigen Konzerten, seine große Sensibilität und sein Einfühlungsvermögen bei der Interpretation dieses Komponisten. Das Seelenvolle, das bei Schubert immer so ergreifend mitschwingt, wird von ihm mit sensiblem Anschlag und einer wunderbaren Technik präsentiert, so dass sich der Zuhörer direkt emotional angesprochen fühlt. Was von der schönen, privaten Atmosphäre des Saales im Haus Eden passend unterstrichen wird.

Danang Dirhamsyah, Foto: Axel Wuttke

Schon beim ersten Impromptu Op. posth. 142 Nr. 2, bestich die Schlichtheit des eingängigen Lied-Themas, und das ganz aus dem Gefühl heraus gestaltete Spiel. Es ist die Ruhe und das unprätentiöse Auftreten und Spiel von Danang Dirhamsyah, dass das Hörerlebnis so besonders macht.

Mit den schnellen Achtel-Triolen ist das Impromptu Op. 90 Nr. 2 ein besonders bevorzugtes Stück der Unterrichtsliteratur, wobei die Komplexität und der Anspruch an den Pianisten weit darüber hinausgeht. Was das Spiel und der Ausdruck des Künstlers eindrucksvoll bestätigt.

Das ruhige, fast wie ein Gesang anmutende Impromptu Op. 90 Nr. 3 spielt der Pianist ganz verinnerlicht und mit zartem Ausdruck. Die Melodie und die harfenartige Begleitung werden hier nur von der rechten Hand gespielt, was einen besonderen pianistischen Reiz ausmacht.

Die fast schon spätromantische Sphäre des Op. 90 Nr. 4 vermittelt der Künstler durch farbiges und geradezu mitreißendes Spiel. Es ist wunderbar mit anzusehen, wie sehr er eine Einheit mit der Musik bildet, ohne je in körperliche Manierismen zu verfallen, wie es immer wieder bei Pianisten zu sehen ist.

Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus für dieses, Innigkeit und Optimismus versprühende Frühlings-Konzert beim Pianisten. Man darf sich schon jetzt auf die anderen drei Konzerte freuen.

Axel Wuttke, 29. April 2026


Felix Mendelsohn-Bartholdy: Lieder ohne Worte, Auswahl
Franz Schubert: Impromptus Op. posth. 142 Nr. 2, Op. 90, Nr. 2-4

Lübeck, Haus Eden

Konzert am 26. April 2026

Klavier: Danang Dirhamsyah


Die nächsten Konzerte mit Danang Dirhamsyah finden statt am

10. Mai 2026, Haus Eden, 17:00 Uhr
Konzert für Gesang und Klavier mit Sopranistin Rebecca Cordes und Danang Dirhamsyah

23. Mai 2026, Haus Eden, 18:00 Uhr
Klavier zu vier Händen mit Danang Dirhamsyah und Hermann Valdez

27. Juni 2026, Haus Eden, 18:00 Uhr
Konzert für Bratsche und Klavier mit Danang Dirhamsyah und Kirill Volkov

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.