Dortmund: „Spielzeit 2026/27“

Die erste Produktion des 60 Jahre alten, aber jung gebliebenen Hauses widmet sich einem Musical: Rebecca wird erstmals an einem deutschen Stadttheater gezeigt. Das Wiener Erfolgsstück von Sylvester Levay und Michael Kunze nach einem Roman von Daphne du Maurier hat am 19.09. Premiere, wird von Gil Mehmert inszeniert und  Carlos Vázquez dirigiert.

Einen Verismo-Doppelabend gibt es ab dem 7.11. mit Mascagnis Cavalleria Rusticana und Puccinis Gianni Schicchi. Letzteres war gerade in Gelsenkirchen in einer interessanten Kombination mit Rachmaninoffs Francesca da Rimini zu sehen, während die Cavalleria in Konkurrenz zum Hagener klassischem Doppelabend mit dem Bajazzo tritt. In Dortmund wird ebenfalls Gil Mehmert  als Regisseur angegeben, ein Dirigent noch nicht. Die Produktion erlaubt ein Wiederhören mit Bianca Mărgean (Santuzza/Nella), die als Turandot überzeugen konnte.

Weihnachtszeit ist Märchen- und Lebkuchenzeit, weshalb Humperdincks Hänsel und Gretel ab 29.11. zu erleben sein wird. GMD Jordan de Souza dirigiert die Inszenierung von Alexander Becker. Unter dem Titel Das Geheimnis der Knusperhexe gibt es eine kindgerechte Version in zwei Schulvorstellungen.

Sogar kleinkindgerecht geht der Hauskomponist Marc L.Vogler der Frage Wie klingt Grün? nach. Auf diese und andere Fragen können Kinder ab 2 Jahren ab 14.10. im Opernfoyer oder außerhalb in mobilen, buchbaren Vorstellungen Antworten suchen.

Unbekannte französische Opern der Romantik sind ein Schwerpunkt des Intendanten Heribert Germeshausen, womit er überregionale Aufmerksamkeit erzeugt. Ab 14.03.2027 wird es Guercœur von Albéric Magnard sein. Für die szenische Umsetzung konnte Olivier Py gewonnen werden. Jordan de Souza steht am Pult.

Ein weiteres Markenzeichen der Dortmunder Oper ist der Wagner-Kosmos, der sich in der kommenden Saison zum achten Mal öffnet. Als Übernahme von den Bayreuther Festspielen 2026, und das ist schon außergewöhnlich, gibt es Brünnhilde brennt, die erst zweite Auftragskomposition der Festspiele, von Komponist Bernhard Lang und Librettist Michael Sturminger. Ab 04.04.2027 spielt die Weltklasse-Brünnhilde Catherine Foster in nur drei Vorstellungen (24.04., 21.05.) sich selbst. Jonathan Stockhammer dirigiert die Inszenierung von Neil Barry Moss, während das Stück in Bayreuth nur konzertant zu hören sein wird.

Anschließend gibt es echten Wagner, nämlich Tannhäuser oder der Sängerkrieg auf Wartburg. Hierfür sind nur vier Aufführungen angesetzt: 22. und 30. Mai sowie 5. und 12. Juni 2027. Neil Barry Moss inszeniert auch hier, de Souza dirigiert die Dresdner Fassung dieses Künstlerdramas.

Nicht nur Profis sind am Saisonende im Einsatz, denn ab 18.06.2027 kommt Titanic – The Musical als erstes Gemeinschaftsprojekt aller vier Spielclubs der partizipativen Projektreihe „We DO Opera!“ auf die große Opernhausbühne. Damit verankert sich die Dortmunder Oper in der Stadtgesellschaft.

In Ergänzung zu diesen Bühnenproduktionen laden Götz Alsmann und die Oper Dortmund zur Gala Alle Neune – Die Operetten-Show ein. An neun Abenden empfangen er und Ensemblemitglieder mehr oder weniger prominente Gäste, namentlich Bettina Mönch und Gil Mehmert (24.01.2027), Anette Dasch (07.02.), Anna Sohn und Heribert Germeshausen (21.03.), Helen Donath (07.04.), Rolando Villazón (11.04.) Christine Westermann (30.04.), Angelika Milster (06.05.), Tim Fischer (29.05.), Johannes Martin Kränzle (20.06.).

Als einzige Wiederaufnahme gibt es eine gekürzte Die Entführung aus dem Serail mit den Puppen von Nikolaus Habjan. Ab 03.06.2027 sind hauptsächlich Vormittagsvorstellungen geplant.

Bernhard Stoelzel, 20. April 2026