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Oldenburg: „The Turn of the Screw“, Benjamin Britten

Die 1898 erschienene Novelle The Turn of the Screw („Die Drehung der Schraube“) von Henry James gilt als einer der ersten Psychothriller. Auf ihr basiert Benjamin Brittens gleichnamige Oper, die 1954 in Venedig uraufgeführt wurde. – Eine junge Gouvernante soll die Erziehung der verwaisten Kinder Flora und Miles auf einem englischen Landsitz übernehmen, wo die Haushälterin Mrs. Grose . . .

Berlin: „Echnaton“, Philip Glass (zweite Besprechung)

Glass ist der erste amerikanische Komponist, dem der Sprung in den zentraleuropäischen Opernbetrieb und dessen Repertoire geglückt ist. Indes, es ist lange her. – Klaus Umbach schrieb nach der Uraufführung 1984:„Mit der Leichenfeier in a-Moll, einem Bestattungszeremoniell in Zeitlupe und Originaltexten aus dem altägyptischen Totenbuch beginnt »Echnaton«, die jüngste Oper des . . .

Berlin: „Die Ausflüge des Herrn Brouček“, Leoš Janáček

Berlin im Opernglück – Wer seine erste Bekanntschaft mit Leoš Janáček durch seine Oper Katja Kabanova machte, der vermeinte im Aufrauschen des Orchesters den gewaltigen russischen Strom Wolga, in dem sich die unglückliche Titelheldin ertränkt, seine Bahn ziehen zu vernehmen, aber ganz ähnlich hört sich der Beginn von Die Ausflüge des Herrn Brouček an, ein ganz anderes Thema und . . .

Frankfurt: „Doktor und Apotheker“, Carl Ditters von Dittersdorf

Diese Kritik beginnt nicht mit einer Beschreibung der Regie (gewitzt und locker), der Leistungen der Sänger (rollendeckend und spielfreudig) oder einer allgemeinen Einführung zu einem in Vergessenheit geratenen Stück (hübsche Petitesse), sondern mit einer Hommage auf den Bühnen- und Kostümbildner Kaspar Glarner. Die Disposition des Spielplans hat es so gefügt, daß derzeit an der Oper . . .

Zürich: „Agrippina“, Georg Friedrich Händel

"Vor dem Willen zur Macht beugt sich das Recht." – Das sind die Worte, die aus Agrippinas Mund bereits im ersten Rezitativ von Händels gleichnamiger Oper strömen. Wie unfassbar aktuell solche Phrasen von Politikern, oder solchen, die sich dafürhalten, auch 350 Jahre später immer noch sind, müssen wir mit Erschrecken konstatieren. Händel und sein vermutlicher Librettist Grimani hatten . . .

Kontrapunkt: „Brüggemann obsiegt gegen die Salzburger Festspiele“, wichtige Urteile für die Freiheit der Berichterstattung

Salzburger Festspiele blitzen mit Klage gegen Kulturjournalisten auch in zweiter Instanz ab – Festspielfonds und Hinterhäuser gingen gegen kritische Berichte von „Backstage Classical“-Herausgeber vor: Der Salzburger Festspielfonds und Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser haben in ihrer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Kulturjournalisten Axel Brüggemann auch in zweiter . . .

Lüttich: „Guillaume Tell“, Gioachino Rossini

Lieber Opernfreund-Freund, – bevor Gioachino Rossini sich, von ein paar kurzen, von ihm selbst als „Alterssünden“ (Peches de vieillesse) bezeichneten Klavierstücken abgesehen, ganz auf den Genuss von Gaumenfreuden verlegte, präsentierte der damals erst 37jährige Meister aus Pesaro dem Pariser Opernpublikum 1829 noch die Grand Opéra Guillaume Tell. Dieses Werk hat sich jedoch, bis . . .

Nürnberg: „Armide oder Schwein gehabt“, frei nach Christoph Willibald Gluck

Kurz vor Beginn der Aufführung fällt mir ein Buch über das neue Schauspielhaus Nürnberg in die Hände. O-Ton Friedrich Schirmer, 2010: „Was wir Theaterleute immer unterschätzen, ist die energetische Interaktion mit dem Publikum. Darüber wissen wir viel zu wenig. Was während einer Aufführung passiert, wenn sich im Zuschauerraum eine geballte Ladung von 700 Kraftwerken versammelt, die . . .

Köln: „Don Giovanni“, Wolfgang Amadeus Mozart (zweite Besprechung)

Das Multi-Talent E. Th. A. Hoffmann war und ist nicht der Einzige, der Mozarts „Don Giovanni“ zur „Oper aller Opern“ kürte. Kein Wunder, dass das Werk eine ungeheure Faszination auf Musiker und Regisseure ausübt. Eine Faszination, die zugleich mit dem Anspruch verbunden ist, Hoffmanns „Ritterschlag“ gerecht werden zu wollen. Der Glanz der Perfektion des Werks findet sich in der . . .

Stuttgart: „Rusalka“, Antonin Dvořák

Zu einem beachtlichen Opernnachmittag geriet an der Staatsoper Stuttgart die Aufführung von Antonin Dvořáks Oper Rusalka. Bereits die trefflich durchdachte, spannende und farbenprächtige Inszenierung von Bastian Kraft in dem Bühnenbild von Peter Baur und den Kostümen von Jelena Miletic vermochte stark für sich einzunehmen. Sie ist sowohl für modern als auch für konventionell eingestellte . . .