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Wuppertal, Konzert: „Beethoven, Korngold, Weill“, Sinfonieorchester Wuppertal unter Christian Reif

Zunächst erscheint es konventionell, das 1. Sinfoniekonzert der Saison mit Beethovens Vierter Sinfonie zu eröffnen. Robert Schumann sprach von ihr als der „griechisch schlanken Maid zwischen  der 3. (Eroica) und der 5. Sinfonie (Schicksalssinfonie)“. Sie entstand in Wien im 4. Stock des Pasqualiti- Hauses auf der ehemaligen Mölker Basteihoch über der heutigen Ringstraße gelegen. . . .

Meiningen: „Didone abbandonata“, Domenico Sarro

Er würde sich die Augen reiben, säße er im Publikum. Ein gemalter Bühnenraum wie einst in seinem Theater schafft die perfekte Illusion eines Palastes am Meer. Die Kostümideen könnten fast von ihm sein, Maske und Accessoires charaktertypisch. Wer hat ihm da über die Schulter gesehen? Werden ihm der Titel Didone abbandonata, der Komponist Domenico Sarro und der Librettist Pietro Metastasio . . .

Berlin: „Jesus Christ Superstar“, Andrew Lloyd Webber

Judas Ischariot Superstar – Papst Paul VI., während dessen Pontifikat das Stück 1971 in New York uraufgeführt wurde, hegte die Hoffnung, es könne zur Belebung des Interesses am Christentum beitragen und stimmte so keineswegs in das Empörungsgeschrei ultrakonservativer Gremien ein. In Weißrussland wurde es wegen der heftigen Ablehnung durch orthodoxe Kreise verboten, man stieß sich . . .

Oldenburg: „La traviata“, Giuseppe Verdi

Während des Vorspiels zu Verdis La traviata sieht man Violetta nackt auf dem Bett liegen, während sich ihr Freier die Hosen zuknöpft und Geldscheine aufs Bett wirft. Die Szene erinnert an Edward Hoppers Bild „Excursion into Philosophy“. Regisseur Jan Eßinger macht in seiner Inszenierung zu Beginn sehr deutlich, dass Violetta eine Prostituierte ist. Im 1. Akt gibt es kein rauschendes Fest . . .

Lüttich: „Faust“, Charles Gounod

Lieber Opernfreund-Freund, – die Opéra Royal de Wallonie-Liège hat die neue Spielzeit am vergangenen Wochenende mit einer fulminanten Premiere von Gounods Faust eröffnet. Das Werk gerät in der opulenten Lesart von Thaddeus Strassberger und dem wunderbaren Dirigat von Giampaolo Bisanti zum optisch-klanglichen Gesamtkunstwerk. – Anfang September wurde bekannt, dass der Vertrag von . . .

Mailand: „La Cenerentola“, Gioachino Rossini

Nach der Sommerpause begann die Scala wie üblich mit einer Vorstellungsserie, die aus der Accademia hervorgegangenen bzw. noch darin Studierenden die Möglichkeit gibt, sich einem internationalen Publikum vorzustellen. Dafür wurde diesmal die klassische, alterslose Produktion eingesetzt, die Claudio Abbado gemeinsam mit Jean-Pierre Ponnelle 1971 in Florenz und 1973 dann in Milano herausgebracht . . .

Leipzig: „Così fan tutte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart hat Leipzig auf seiner Reise zum und vom preußischen Hof zweimal besucht: vom 20. bis 23. April und vom 8. bis 17. Mai 1789. Die Oper Leipzig hat einige seiner beliebten Opern (»Le nozze di Figaro«, »Don Giovanni« und »Die Zauberflöte«) in ihr Repertoire aufgenommen und nun Mozarts dritte und letzte Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte hinzugefügt. . . .

Bayreuth: „Il Generoso Cor“, Suzanne Jerosme

Il Generoso Cor – das edelmütige Herz: das Motto des mit einer Stunde kurz-konzentrierten Konzertnachmittags sagt schon, wie die Stimme klingt. Suzanne Jerosme hat im wahrsten Sinn des Worts allerlei gesungen, sie kann die Mimi wie die erste Dame wie die Susanna, sie kann barocke Dramatik und Lyrik, sie kann Koloraturen und tief Versenktes so singen, als sänge sie nichts Anderes als eben das, . . .

Bremen: „Madama Butterfly“, Giacomo Puccini

Eine „normale“ Produktion von Puccinis Madama Butterfly hat es in Bremen lange nicht gegeben. Die letzte Inszenierung 2011 von Lydia Steier spielte in einem Nachtclub mit Cio-Cio-San als Showstar und tödlichen Schüssen auf Pinkerton. Und jetzt präsentierte Ulrike Schwab, die in Bremen bereits mit „I Pagliacci“ und „Salome“ für ungewöhnliche Theaterabende sorgte, ihre spezielle . . .

Wien, Volksoper: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Snoopy-Land mit Badewanne – Die Premiere begann um 17 Uhr, und der Anteil an Kindern im Publikum war so groß, als hätte die Volksoper dezidiert eine Kinderoper angesetzt. Aber es war eine neue „Zauberflöte“ – obwohl das Haus die überaus gelungene Produktion von Henry Mason hatte (erst aus dem Jahr 2020!), in der vieles, was in dem Werk steckt, herausgeholt worden war. Lotte de . . .