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Kontrapunkt: „Wir gendern weiter – verdammt nochmal“, Neues vom Theater Zwickau

Das Thema Gendern (hier: Genderverbot) sorgt in Zwickau für Wirbel und Ärger. Was ist los? – Der Stadtrat hat ein Verbot erlassen und will damit, unter vielen anderen, auch dem Theater vorschreiben, wie es die deutsche Sprache normal, also Grammatik-korrekt (!), anwenden bzw. gebrauchen soll. Der Intendant und sein Team aber wollen - und verkünden das sofort lauthals in der Presse - die . . .

Wien: „Tannhäuser“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Optisch recht gut, szenisch oft fragwürdig – Die Neuinszenierung des „Tannhäuser“ von Richard Wagner in der Regie von Lydia Steier and der Wiener Staatsoper überzeugt zwar durch ein beeindruckendes Bühnenbild, enttäuscht aber durch eine immer wieder schwache und irreführende Regie mit absurden Einfällen. Man erinnerte sich bisweilen an ihre wenig überzeugende Salzburger . . .

Bonn: „Musik für die Lebenden“, Gija Kantscheli

Die Detonation einer Bombe in einem Theater auf der Opernbühne, dass an das Theater in Mariupol (Ukraine) erinnert, bildet den Auftakt. Sie stellt die Schrecken des Krieges, die man sonst nur in den Fernsehnachrichten sieht, eindrucksvoll dar. Der wundervolle Kinder- und Jugendchor der Bonner Oper ist Träger zahlreicher Szenen in „Musik für die Lebenden“, der einzigen Oper des georgischen . . .

Kontrapunkt: „Ordnung schafft die Polizei, wo Menschen wohnen und das nicht erst seit den Pharaonen…“, auch in der Wiener Staatsoper!

Auszug aus dem Tageskommentar unserer Freunde vom MERKER-online: – Wiener Staatsoper. Bei der gestrigen Walküre: Unnötig aufgebauschter Polizeieinsatz in der Wiener Staatsoper wegen einer Nichtigkeit. Vier Polizisten rückten auf Steuerzahlers Kosten deswegen aus! – Leser Karl S. hat den Vorfall dokumentiert: Erlauben Sie mir Ihnen und Ihren Lesern einen Vorfall in der heutigen . . .

Oldenburg: „Das schlaue Füchslein“, Leoš Janáček

Die Oper Das schlaue Füchslein von Leoš Janáček wurde 1924 in Brünn uraufgeführt. Es ist ein liebenswertes Werk, das die Natur, den Wald, die Tier- und die Menschenwelt märchenhaft charakterisiert, das den ewigen Kreislauf des Lebens und die Harmonie der Natur schildert. Janáček gelang mit dieser Oper eine Art tschechischer „Sommernachtstraum“. Er hat Das Schlaue Füchslein . . .

Hof: „Les pêcheurs de perles (Die Perlenfischer)“, Georges Bizet

Lieber Opernfreund-Freund, – im Orientalismus in der Oper, der sich in Mozarts Entführung aus dem Serail ebenso findet wie in Lakmé von Léo Delibes oder Puccinis Turandot, wollten Komponisten dem mitteleuropäischen Publikum ferne Länder zeigen, andere, fremdartige Klänge präsentieren, oft ohne je selbst in den betreffenden Regionen gewesen zu sein. Auch Georges Bizet hat Ceylon, wie . . .

OF-Stern für „Thumbprint“ an den Wuppertaler Bühnen

In den letzten Jahren habe ich auf Opernbühnen kaum Besseres, zeitaktuell Ergreifenderes (Ausnahme Freiburg: The Handmaid's Tale) gesehen. Das ist kein Kassengift (gemeint sind Erstaufführungen, Auftragswerke und moderne neue Opern, von denen viele Eintagsfliegen waren, oft wirklich schlecht komponiert). Ich gehe heute zum zweiten Mal die Wette ein, daß dieses Meisterwerk noch hundertfach . . .

Leipzig, Konzert: „Brahms, Honegger“, Gewandhausorchester unter Jakub Hrůša

Leipzig – ein Zentrum europäischer Musikgeschichte – Bach, wohin man schaut. Schon in einer der Vorhallen des Hauptbahnhofs wird man von einem Sinfonischen Blasorchester mit seiner Musik empfangen. Der Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach war und ist bis heute über die vergangenen Jahrhunderte ein Leitbild aller Komponistengenerationen. So nimmt es nicht wunder, dass auch das . . .

Frankfurt: „La damoiselle élue / Jeanne d’Arc au bûcher“, Claude Debussy / Arthur Honegger

Die erste Wiederaufnahme war bereits für den März 2020 angesetzt. Mitten in die Proben platzte der Corona-Lockdown. Weitere fünf Jahre hat es gedauert, bis die Oper Frankfurt sich erneut den enormen Herausforderungen dieser außergewöhnlichen Produktion gestellt hat. Für das Orchester und die Chorkollektive ist es nach acht Jahren faktisch eine Neueinstudierung, die glänzend gelungen ist. . . .

Mailand: „Siegfried“, Richard Wagner

Mit dem 3. Teil von Richard Wagners monumentalem Werk wurde der von David McVicar verantworteten Neuproduktion der Tetralogie ein neues Glied hinzugefügt. Nachdem sich der Zwischenvorhang mit der Darstellung eines Drachens in Form einer Kinderzeichnung gehoben hat, setzt der Regisseur und (gemeinsam mit Hannah Postlethwaite) auch Bühnenbildner seine Auslegung des „Rings“ als zwischen Mythos . . .

Stuttgart: „Der rote Wal“, Vivan und Ketan Bhatti

Es war schon ein ungemein eindringliches und spannendes, dabei aber auch recht ungewöhnliches Stück Musiktheater, das an diesem denkwürdigen Abend an der Stuttgarter Staatsoper aus der Taufe gehoben wurde. Die Premiere von Der rote Wal, einem Auftragswerk der Stuttgarter Staatsoper, geriet zu einem fulminanten Erfolg, wie er nicht alle Tage vorkommt. Beim Schlussapplaus gab es Standing . . .

Berlin: „Lash – Acts of Love“, Rebecca Saunders

Corpus delicti Wimper – Gleich zwei Premieren, bei denen man sich nicht auf seine Erfahrungen wie die mit einer Carmen oder Traviata verlassen konnte, gab es am Donnerstag und Freitag in Berlin, an der Staatsoper eine deutsche Erstaufführung mit Bernard Foccroulles Cassandra, in der uraufführungsfreudigen Deutschen Oper sogar una prima assoluta mit Rebecca Saunders‘ Lash, welcher Titel . . .