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Linz: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

Spagat zwischen Mythos und Realität! – Seit nun schon vielen Jahren widmet sich das Landestheater Linz unter seinem Intendanten Hermann Schneider einer eindrucksvollen Pflege des Werkes von Richard Wagner. So war es nur konsequent, dass man nun nach dem Ring des Nibelungen, Tristan und Isolde sowie Parsifal mit dem Fliegenden Holländer, einem Frühwerk des Bayreuther Meisters, und zwar . . .

Dresden, Konzert: „Messa da Requiem“, Giuseppe Verdi

Seit Rudolf Kempe (1910-1976) im ersten „Konzert zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945“ im damaligen „Großen Haus der Staatstheater“ eine Aufführung von Guiseppe Verdis (1815-1901) „Messa da Requiem“ der Sächsischen Staatskapelle leitete, ist dieses Werk die am häufigsten in dieser Abfolge aufgeführte Komposition. Mit Daniele Gattis Interpretation erlebten . . .

Duisburg: „Der Leuchtturm / Dido und Aeneas“, Peter Maxwell Davies und Henry Purcell

Unter dem Titel "Stürmische Geschichten - very British" präsentiert die Deutsche Oper am Rhein einen Abend mit den beiden Opern Der Leuchtturm von Peter Maxwell Davies und Dido und Aeneas von Henry Purcell. Beide Werke stammen von britischen Komponisten, doch zwischen ihren Uraufführungen liegen rund 300 Jahre. Während Dido and Aeneas im Frühjahr 1689 in London uraufgeführt wurde, fand die . . .

Frankfurt: „Die Zauberin“, Peter Tschaikowsky

Bei der Premierenkritik im Dezember 2022 mußten wir den Lesern noch empfehlen, auf Restkarten zu spekulieren, denn sämtliche Folgevorstellungen waren ausverkauft. Das hatte sich die Produktion dieser Rarität zwar redlich verdient, doch war der Verkaufserfolg bereits vor der Premiere eingetreten. Die Zuschauer hatten quasi die Katze im Sack gekauft. Man konnte hier sehen, was passiert, wenn die . . .

Lübeck, Konzert: „Vivaldi, Janoska“, Philharmonisches Orchester unter Stefan Vladar

Ach, Vivaldis Vier Jahreszeiten – wie oft wird man seit Jahrzehnten allein mit Bearbeitungen und Neu-Arrangements überschüttet. Ist da nicht schon die Rezeption mitunter langweilig und sogar gequält? Möglich, aber das slowakische Janoska Ensemble überrascht mit ungewöhnlichen Wendungen, musikalischen Sprüngen und einem ganz neuen Licht auf die Quattro Stagioni. Was für ein Spaß! . . .

Bremen: „Béatrice et Bénédict“, Hector Berlioz

Béatrice et Bénédict, das letzte der insgesamt vier erhaltenen Bühnenwerke von Hector Berlioz, ist eigentlich ein kleines Opernjuwel. Das 1862 in Baden-Baden uraufgeführte Werk (sehr frei nach Shakespeares „Viel Lärm um nichts“) entstand als Auftragskomposition für Edouard Bénazet, den Pächter der dortigen Spielsäle. Nach anfänglich großem Erfolg und rascher Verbreitung verschwand . . .

Flensburg: „Die Fledermaus“, Johann Strauß

Jeder kennt sie, jedes Theater spielt sie: die gern als Königin der Operette bezeichnete Fledermaus von Johann Strauß. Und das nun schon seit mehr als 150 Jahren. Nicht selten sind die Aufführungen ausverkauft. So auch an diesem Premierenabend im Stadttheater Flensburg. Die ebenfalls in dieser Spielzeit herausgekommene Produktion am Theater Kiel scheint also keine Konkurrenz zu sein und das . . .

Hildesheim: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Eine „Zauberflöte“ mal ganz anders! Die kann man jetzt in einer äußerst wirbeligen Neuinszenierung in Hildesheim und an anderen Orten Niedersachsens erleben, wo das Theater für Niedersachsen (TfN) gastiert. Die hehre Welt von Sarastros „Eingeweihten“ wird ordentlich auf die Schippe genommen, und die alles andere als zeitgemäßen, manchmal frauenfeindlichen Dialoge sind geändert oder . . .

Berlin: „Pferd frisst Hut“, Herbert Grönemeyer

Zirzensisches – Aus der (hoffentlich!) nur vorübergehenden Not des Unbehaustseins macht die Komische Oper Berlin die Tugend der Beweglichkeit und damit zugleich der Vielseitigkeit, indem sie neben dem Ersatzspielort Schillertheater auch noch viele andere Stätten bespielt, und das nicht nur mit Opern, sondern, der Spielplanpolitik der vergangenen Jahre zu Fortsetzung verhelfend, auch . . .

Dresden, Konzert: „Natur pur: Mahler und Beethoven“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Seit sich mein neuntes Lebensjahrzehnt zunehmend dem Ende zuneigt, beobachte ich intensiver, wie die aktiven Kulturschaffenden sich um das Auffüllen der biologisch bedingten Ausfälle der Besetzung der Konzertsitzplätze bemühen. Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle gestalten seit dem Jahre 2004 unter dem Motto „Kapelle für Kids“ Musikvermittlungsprogramme für Kinder, um auf diesem . . .

Wiesbaden: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Lieber Opernfreund-Freund, – wenn ein Haus eine seiner erfolgreichsten Produktionen - Intendantenwechsel hin oder her – ab- und mehr oder weniger nahtlos durch eine Neuinszenierung des gleichen Werkes ersetzt, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Kann die neue Produktion an Kraft und Erfolg der bisherigen anknüpfen oder zeigt sich, dass ein „alter Zopf“ ohne Not . . .