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Wien: „María de Buenos Aires“, Astor Piazzola

Dieses als „Tango Operita“ von Astor Piazzolla (1921-92) bezeichnete Werk entrollt sich in 16 Bildern, die musikalischen Zwischenspiele miteingerechnet. Das Libretto stammt von dem argentinischen Lyriker Horacio Ferrer (1933-2014). Die Geschichte der Titelheldin wird einem Kreuzweg gleich in nicht chronologischer Reihenfolge in 12 Gedichten voller magischem Realismus erzählt. Zu Beginn wird . . .

OF-Stern für „26 Jahre La Bohème“ in Essen am Aalto

Man braucht nicht mehr als dieses Bild. Bilder sagen oft mehr als Worte. Differenzierende Worte finden Sie, liebe Opernfreunde, hier. Den Stern haben Silviu Purcarete und sein Bühnenbildner Johannes Leiacker endlich (!) verdient. Diese Produktion wird, wie guter Rotwein, von Jahr zu Jahr besser. Damals 1997 gab es sogar vereinzelt Buhrufe! Heute würde man solche Ignoranten im Saal vermutlich . . .

Berlin: „La Gioconda“, Amilcare Ponchielli

Sollte dem leidgeprüften Berliner Opernfreund, der sich tapfer durch Guantanamo-Käfige, Chicagoer Gefängnisse, Berliner RTL2-WGs gekämpft, der ausgehackte Augen und verspeiste Eingeweide verdaut hatte, die letzte Hoffnung und Vorfreude auf eine Opernvorstellung in Erhabenheit und Schönheit vergällt werden? Zumindest wirkte die Ankündigung des designierten Intendanten der Deutschen Oper . . .

Hamburg: Abschlußkonzert des Festivals „Kosmos Bartók“

„Viel Spaß“ wünschte am Ende seiner Einführung Harald Hodeige dem Publikum, nachdem er kenntnisreich und mit zahlreichen Musikbeispielen die beiden Werke, mit denen das Abschlußkonzert des vom NDR veranstalteten Festivals „Kosmos Bartók“ bestritten wurde, vorgestellt hatte. Der Sender hatte am vergangenen Dienstag bereits auf „Käpt´n Blaubarts Burg“ als besonderen Höhepunkt . . .

Frankfurt: „Hindemith, Chin, Strawinsky“, hr-Sinfonieorchester unter Susanna Mälkki

Das Konzert in der Alten Oper Frankfurt am 9. Februar 2024 war zweifellos ein musikalisches Highlight, das durch ein ungewöhnliches Programm eine besondere Note erhielt. Den Abend eröffnete das hr-Sinfonieorchester unter der Leitung der fabelhaften Gastdirigentin Susanna Mälkki mit Paul Hindemiths Sinfonie „Mathis der Maler“. Dieses Werk, entstanden in den turbulenten Jahren des Dritten . . .

Zürich: „Beethoven, Bartók, Nielsen“, Tonhalle-Orchester unter Paavo Järvi

Sowohl Béla Bartók in seinem zweiten Violinkonzert als auch Carl Nielsen in seiner fünften Sinfonie haben in frappierender Weise mit stellenweise fast nicht auszuhaltendem Aufbau von spannungsgeladener Stimmung komponiert. Die freischwebende Tonalität und die Polytonalität, welche diese beiden Komponisten angewandt hatten (beide Werke entstanden in den Zwischenkriegsjahren im Abstand von 15 . . .