Krefeld, Konzert: „ABBA – A Tribute in Symphony“, Niederrheinische Sinfoniker unter Mihkel Kütson

Wer kennt sie nicht, die legendäre schwedische Popgruppe ABBA mit ihren unzähligen Hits, die auch heute noch generationsübergreifend für beste Stimmung sorgen. Die Band wurde 1972 gegründet und erlangte 1974 mit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest mit dem Lied Waterloo internationalen Ruhm. Auch wenn sich die Band 1982 (vorerst) auflöste, gehört das rund zehn Jahre später veröffentlichte Best-of-Album mit über 30 Millionen verkauften Exemplaren zu den erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Nachdem die Niederrheinischen Sinfoniker bereits mit den Filmmusik-Konzerten Helden der Leinwand seit einigen Jahren regelmäßig die Theatersäle in Krefeld und Mönchengladbach füllen und auch das Sonderkonzert Gospel goes Classic gut vom Publikum angenommen wurde, wendet sich das Orchester mit ABBA – A Tribute in Symphony erneut einem eher ungewohnten Musikgenre zu.

© Julian Scherer

Ein Vorteil bei der Übertragung der Songs auf ein großes Orchester ist sicherlich, dass die Stücke von ABBA grundsätzlich bereits sehr orchestral sind. Trotzdem ist es ein unvergleichlicher Klang, wenn ein über 40-köpfiges Orchester die großen ABBA-Hits spielt und beispielsweise bei Knowing Me, Knowing You die Streicher besonders stark erklingen. Neben den Niederrheinischen Sinfonikern ist die ABBA-Tribute-Band Super Swede mit von der Partie. In originalgetreu nachgeschneiderten Kostümen reißt sie das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes von den Sitzen. Nach dem Beginn mit Waterloo und Money, Money gibt es spätestens bei S.O.S. kein Halten mehr und die Zuschauer stehen mehrheitlich auf und nehmen den Rhythmus der Lieder in sich auf. Jeannette Wernecke als Agnetha und Yvonne Ernicke als Anni-Frid sorgen zwischen den einzelnen Songs immer wieder mit charmanten Moderationen für den informativen Teil des Abends, während Tom Luca als Björn die Stimmung im Saal anheizt. Abgerundet wird das Quartett von Stefan Brandt am Flügel, der die Rolle des Benny übernimmt. Für Jeannette Wernecke, die von 2004 bis 2010 festes Ensemblemitglied am Niederrheinischen Gemeinschaftstheater war, sind diese Konzerte gleichzeitig eine erneute Rückkehr auf die Bühnen, auf denen sie bereits in mehreren Opernproduktionen zu sehen war.

© Laura Kozub

Nachdem der erste Akt mit einem Meer aus Handylichtern beim Song Fernando stimmungsvoll zu Ende gegangen war, folgen unmittelbar nach der Pause mit One of Us und Chiquitita die nächsten großen Hits. Insgesamt erklingen in diesem rund zweieinhalbstündigen Konzert über 20 Hits der Kultgruppe, zuzüglich eines Hit-Medleys als Zugabe. Und nicht nur hierbei leistet GMD Mihkel Kütson am Dirigentenpult Höchstleistungen. Den gesamten Abend über sorgt er für eine passende Abmischung zwischen Orchester und Band und nimmt dabei immer wieder geschickt das Publikum mit. Das Publikum darf sich übrigens noch sehr lange an dem sympathischen GMD erfreuen, denn vor wenigen Tagen wurde sein Vertrag ab 2028 um weitere fünf Jahre verlängert. Somit bleibt er dem Theater Krefeld-Mönchengladbach auch über die Intendanz von Michael Grosse hinaus bis mindestens 2033 erhalten. Über diese Verlängerung freuen sich auch die beiden Oberbürgermeister der Städte. Oberbürgermeister Frank Meyer sagt: „Sein Wirken findet weit über die Region hinaus Anerkennung. Ich bin froh, dass wir erneut mit ihm verlängern konnten: Er wird mindestens 20 Jahre an unserem Theater bleiben – das kann man schon als Ära bezeichnen.“ Sein Mönchengladbacher Amtskollege Felix Heinrichs ergänzt: „Die Niederrheinischen Sinfoniker stehen exemplarisch für die kulturelle Stärke und Vielfalt unserer Region: Das Orchester verbindet Konzert- und Musiktheaterbetrieb auf höchstem Niveau, begeistert mit stilistischer Vielfalt und erreicht mit innovativen Formaten ein breites Publikum. Daran hat Mihkel Kütson einen entscheidenden Anteil. Ich freue mich, dass er als musikalischer Botschafter von Krefeld und Mönchengladbach weitermacht.“

© Laura Kozub

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Mit ABBA – A Tribute in Symphony sorgen die Niederrheinischen Sinfoniker einmal mehr dafür, den Klang eines großen Orchesters einem breiten Publikum abseits ihrer großen Symphoniekonzerte zugänglich zu machen, was heute wichtiger denn je ist. Somit sind diese Sonderkonzerte nicht nur Kassenschlager, sondern auch eine sehr gute Werbung für das Orchester als solches. Für das weitere Konzert in dieser Woche in Mönchengladbach sind derzeit weniger als zehn Karten verfügbar. Etwas bessere Chancen bestehen aktuell noch für die letzte Aufführung am Pfingstsonntag, dem 24. Mai, im Krefelder Theater. Wer an diesem Feiertag noch auf der Suche nach einer stimmungsvollen Abendunterhaltung ist, sollte dieses Konzertprogramm durchaus einmal näher ins Auge fassen.

Markus Lamers, 12. Mai 2026


ABBA – A Tribute in Symphony

Theater Krefeld

Premiere: 9. Mai 2026 im Theater Mönchengladbach
besuchte Vorstellung 10. Mai 2026

Dirigent: GMD Mihkel Kütson
Niederrheinische Sinfoniker

Weitere Aufführungen: 14. Mai 2026 in Mönchengladbach und 24. Mai 2026 in Krefeld