Konzerte

Recklinghausen: „Mahlers 9.“, Neue Philharmonie Westfalen unter Rasmus Baumann

Gustav Mahler Neunte wurde tatsächlich auch schon mal auf historischen Instrumenten der Entstehungszeit der Sinfonie (1909) gespielt. Solch musikalischer Denkmalschutz trägt allerdings kaum zum eigentlichen Hörerlebnis bei. Spannender sind die engen Beziehungen Mahlers, der in Wien und New York reüssierte, zu Nordrhein-Westfalen:  drei seiner Sinfonien wurden hier uraufgeführt - 1902 in . . .

Leipzig, Konzert: „Brahms, Honegger“, Gewandhausorchester unter Jakub Hrůša

Leipzig – ein Zentrum europäischer Musikgeschichte – Bach, wohin man schaut. Schon in einer der Vorhallen des Hauptbahnhofs wird man von einem Sinfonischen Blasorchester mit seiner Musik empfangen. Der Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach war und ist bis heute über die vergangenen Jahrhunderte ein Leitbild aller Komponistengenerationen. So nimmt es nicht wunder, dass auch das . . .

Dresden, Konzert: „Dmitri Schostakowitsch / Benjamin Britten“, Musikfestspiele 2025

Ein kluges Programm von beklemmender Aktualität – Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch verbindet nach einer ersten Begegnung 1960 in London, einem späteren Treffen in Aldeborough eine lebenslange, anregende Beziehung. So ahnt man in den Orchesterzwischenspielen des zweiten und dritten Satzes des Britten-Konzerts den Einfluss von Schostakowitsch, andrerseits orientiert sich dieser . . .

Dresden, Konzert: „Siegfried“, Richard Wagner – in historischer Klang-Annäherung

Das Abschlusskonzert der Dresdner Musikfestspiele 2025 gehörte dem dritten Teil des „The Wagner Cycles“, einem konzertanten „Siegfried“ in einer dem Ursprung angenäherten Aufführungspraxis. Nachdem die Musikkritiker der „New York Times“ eine konzertante „Walküre-Aufführung“ der Dresdner Musikfestspiele vom 16. März 2024 im Concertgebouw Amsterdam aus dem Vorjahr in ihre . . .

Baden-Baden: „Berlioz, Boulez“, London Symphony Orchestra unter Antonio Pappano

Sir Antonio Pappano musizierte mit seinem London Symphony Orchestra (LSO) die großartigen Komponisten Berlioz und Boulez mit Perfektion, mit zueinander passenden Stimmfarben und Harmonie, um das Ganze zu einem Kunstwerk werden lassen. Pappanos Dirigat wirkt so, als würde er jede Note gerade selbst zum Klingen zu bringen. Das Konzert mit über hundert Musikern ist gelungen, weil Sir Pappano . . .

Dresden, Konzert: „Mahler: Symphonie Nr. 3“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Nach seiner etwas ungeordnet entstandenen Auferstehungs-Symphonie wollte Gustav Mahler (1860-1911) mit einer dritten Symphonie etwas Höheres, Programmatisches schaffen. Der inzwischen als Dirigent ordentlich etablierte Mahler war inzwischen 1891 von Bernhard Pollini (1838-1897) dank eines hohen Honorars aus Budapest in das aufstrebende Hamburg als Chefdirigent des Stadttheaters geholt worden. . . .

Lübeck: „Das Konzert seines Lebens“, Festkonzert zu Thomas Manns 150. Geburtstag

„Groß ist das Geheimnis der Musik – sie ist ohne Zweifel die tiefsinnigste, philosophisch alarmierendste, durch ihre sinnlich-übersinnliche Natur, durch die erstaunliche Verbindung, die Strenge und Traum, Sittlichkeit und Zauber, Vernunft und Gefühl, Tag und Nacht in ihr eingehen, die faszinierendste Erscheinung der Kultur und Humanität.“ Das schrieb Thomas Mann anläßlich des 50. . . .

Wuppertal, Konzert: „Turangalîla“, Olivier Messiaen

Patrick Hahn wird in Wuppertal vor allem mit seinen unkonventionellen Programmen im Gedächtnis bleiben. Der „Urknall“ der Welt Jean-Féry Rebels, Bernd Alois Zimmermanns „Ich wandte mich um.“, der Lärm New Yorks in Edgar Vareses „Amérique“, das unmögliche Klavierkonzert Ferrucio Busonis und anderes war in Wuppertal zu hören. Und jetzt gab es im 10. Sinfoniekonzert der 162. Saison . . .

Bayreuth: „Johann Strauss, Wagner“, Thüringer Symphoniker unter Oliver Weder

Strauss und Wagner – für die meisten Musikfreunde dürfte die Kombination absurd erscheinen. Hier der bzw. die Meister der „leichten“ Muse und heiterer Operetten, dort der Komponist „schwerer“ Musik und komplexer Musikdramen. Doch da bekanntlich Alles mit Allem zusammenhängt, ist es weder absurd noch willkürlich, zwischen den Wienern und den Bayreuthern Zusammenhänge nicht zu . . .

Zürich, Konzert: „Boulanger, Elgar, Saint-Saëns“, Akademisches Orchester Zürich unter Lukas Meister

In der berühmtesten und letzten seiner Sinfonien hat Camille Saint-Saëns den Einsatz der Orgel effektvoll hinausgezögert: Erst nach 350 Takten legt sie ein sattes, aber fein gewobenes Klangfundament für das Adagio aus, bevor sie dann im zweiten Teil mit wuchtigen Akkorden das Maestoso einleitet und das Tutti ins überwältigende Finale dieser Ausnahmesinfonie führt. Die Organistin Mirjam . . .