Köln: „37. Kölner Sommerfestival“, Spielzeit 2026

Noch bevor die Theater ihre jeweilige Spielzeit beginnen, hat sich in der Kölner Philharmonie in den Sommermonaten das Kölner Sommerfestival etabliert. In diesem Jahr findet es bereits zum 37. Mal statt. Das Festival wurde 1988 von Michael Brenner und dem Gründungsintendanten der Kölner Philharmonie, Franz Xaver Ohnesorg, mit dem Musical Evita ins Leben gerufen. Mit inzwischen über 1,7 Millionen Besuchern ist es eine der längsten und erfolgreichsten Kooperationen zwischen einem privaten Kulturveranstalter und einem städtischen Haus in Deutschland. Mit Ausnahme der Pandemiejahre 2020 und 2021 ist das Kölner Sommerfestival seither ein Garant für hochwertige nationale und internationale Produktionen und Ensembles aus so unterschiedlichen Genres wie Show, Tanz, Musical, Performance, klassische Musik und Unterhaltungsmusik. In der Kölner Philharmonie waren im Rahmen des Kölner Sommerfestivals inzwischen ganze dreißig Deutschland- und Europapremieren zu sehen. Vor kurzem wurde nun das Programm für das Jahr 2026 vorgestellt, erstmals unter der Intendanz von Ewa Bogusz-Moore, das vom 28. Juli bis zum 23. August 2026 erneut erneut drei interessante Produktionen bereithält.

© Thomas Brill 

Den Auftakt macht vom 28. Juli bis zum 2. August das Musical Die Weiße Rose von Alex Melcher und Vera Bolten. Das Werk wurde im vergangenen Jahr beim Deutschen Musical Theater Preis gleich siebenfach ausgezeichnet, unter anderem in den Kategorien „Bestes Musical“, „Beste Liedtexte“, „Bestes Buch“, „Beste Regie“ und „Beste Choreografie“. Dabei verbindet das Musical einen rockigen Soundtrack mit einem präzise recherchierten Buch über die gleichnamige studentische Widerstandsgruppe im nationalsozialistischen Deutschland. Auf diese Art schafft es einen interessanten Blick auf einen wichtigen Punkt deutscher Vergangenheit, der heute mehr denn je in Erinnerung gerufen werden sollte.

Mit dem Programm Dance Me bringt das renommierte Ballets Jazz Montréal aus Kanada eine Hommage an den Sänger und Songwriter Leonard Cohen auf die Bühne. Vom 4. bis 9. August ist die Compagnie mit ihren vierzehn Tänzerinnen und Tänzern damit in Köln zu sehen. Tanz, Musik, Videosequenzen und ein ausgeklügeltes Lichtdesign verschmelzen in Dance Me zu einer ganz besonderen Liebeserklärung an den Künstler. Das Programm basiert auf 16 unvergesslichen Songs aus Cohens musikalischem Vermächtnis, darunter Klassiker wie Suzanne, So Long, Marianne, Dance Me to the End of Love oder das weltberühmte Hallelujah. Die drei Choreografen Andonis Foniadakis, Annabelle Lopez Ochoa und Ihsan Rustem sowie der Dramaturg Éric Jean schufen zur Musik eine Mischung aus Modern Jazz, neoklassischem und zeitgenössischem Tanz. Das Programm ist dieses Jahr übrigens exklusiv für Deutschland nur beim Kölner Sommerfestival in der Philharmonie zu sehen.

Dance Me / © Rolando Paolo Guerzoni  

Zum Abschluss steht vom 12. bis 23. August mit Romeo & Julia – Liebe ist alles ein weiteres großes Musical auf dem Spielplan. Peter Plate und Ulf Leo Sommer von Rosenstolz schufen mit diesem Theaterabend ein Werk, in dem der Sprechtext in der historischen Schlegel-Übersetzung von Shakespeares Originaltext erklingt. In Kombination mit bekannten Rosenstolz-Hits und neu für das Musical komponierten Liedern ergibt sich somit eine ganz besondere Mischung, die im Berliner Theater des Westens bereits mehr als eine halbe Million Zuschauer begeistern konnte. Nun geht dieses Musical von August 2026 bis Februar 2027 erstmals auf große Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Tourstart wird hierbei am 12. August 2026 in der Kölner Philharmonie gefeiert.

Einzelheiten zum Programm und den genauen Aufführungsterminen sind online unter https://www.atgtickets.de/koelner-sommerfestival/ zu finden.

Markus Lamers, 15. Mai 2026