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Baden-Baden, Ballett: „Die Schneekönigin“, Taras Shewtschenko

Kann das Märchenballett der Nationaloper der Ukraine diese Welt zum Guten, Schönen und Wahren verändern? Hat Platon Recht? – Der Vorhang aus sattem roten Samt hob sich, aus dem Graben strömte Wiener Blut von Johann Strauß und auf der Bühne tanzende Menschen in verschneitem Städtchen, mit heimeligen Häusern und Plätzen - einfach eine romantische Welt und Idylle. Da war klar, was man . . .

Braunschweig: „La Bohème“, Giacomo Puccini

Für vier Tage im Dezember hat das Staatstheater nach sieben Jahren die damals überaus erfolgreiche, im Ganzen stimmige Neuinszenierung von Ben Baur wiederaufgenommen.Der Erfolg beruhte auch darauf, dass derebenso für die Bühnenbilder verantwortliche Regisseur die traurige Geschichte erfreulicherweise so erzählte, wie sie von den Librettisten und dem Komponisten konzipiert ist. Lediglich das . . .

Feuilleton: „Donald McIntyre“ – ein persönlicher Nachruf

Vor kurzem verstarb in hohem Alter der großartige Wotan Sir Donald McIntyre des sog. Bayreuther Jahrhundert-Ring in der Regie von Patrice Chéreau. Nicht nur setzte Chéreau mit seiner Interpretation der Tetralogie Richard Wagners einen Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte dieses größten Werkes der Opernliteratur. Auch Donald McIntyre schuf mit seiner Interpretation der zentralen Figur im . . .

Dresden: „The Snow Queen“, Hans Abrahamsen

Im Advent eine Märchenoper zu präsentieren, verspricht jedem Opernhaus einen nachhaltigen Erfolg. Die Sächsische Staatsoper Dresden wählte für ihre Weihnachtspremiere ein Werk des 1952 geborenen dänischen Komponisten Hans Abrahamsen, The Snow Queen, das am 13. Oktober 2019 in dänischer Sprache in Kopenhagen uraufgeführt wurde. Dresden entschied sich bei seiner Neuproduktion für die . . .

Pionteks Bayreuth: „Madame Butterfly in Walhall – Fest-Spiele 1945-1950“

Wussten Sie, dass Ingrid Bergman – genau: die Ingrid Bergman, die 1943 die Ilsa Lund im Filmkultklassiker Casablanca gespielt hatte – 1945 auf der Bühne des Bayreuther Festspielhauses stand? – Zugegeben: Sie stand nicht ganz auf der Bühne, trat auch nicht als Walküre auf, war aber auch keine Touristin. Oliver Zeidler, der Kurator der neuen Ausstellung im Grafikkabinett des . . .

Düsseldorf: „Katja Kabanova“, Leoš Janáček

Mit dieser Produktion, die ursprünglich am Duisburger Haus der Deutschen Oper am Rhein am 5. März 2022 Premiere hatte und in Koproduktion mit dem Grand Théâtre de Genève aufgelegt wurde, beweist die Oper am Rhein, dass sie als Ort der Janáček-Pflege immer noch ernstgenommen werden muss. Unter dem Dirigat von Axel Kober in der Inszenierung von Tatjana Gürbaca mit dem Bühnenbild von Henrik . . .

Wien: „L’Orontea“, Antonio Cesti

Das Original-Libretto (Prolog und drei Akte) stammt von Giacinto Andrea Cicognini und wurde von Giovanni Filippo Apolloni für Cestis Komposition angepasst. Die Uraufführung fand am 19. Februar 1656 im Saaltheater Innsbruck statt. Die verwirrende Handlung kurz zusammengefasst: Orontea, Königin von Ägypten, verliebt sich in den verletzten Fremden Alidoro. Trotz Standesunterschieden und . . .

München: „Die Nacht vor Weihnachten“, Nikolai Rimsky-Korsakow

Zu einem vollen Erfolg geriet die Aufführung von Nikolai Rimsky-Korsakows Oper Die Nacht vor Weihnachten an der Bayerischen Staatsoper. Mit dieser Neuproduktion einer absoluten Rarität ist dem Nationaltheater München ein großer Wurf gelungen. Dieses Werk beruht auf einer Geschichte von Nikolai W. Gorgol. Aus der Taufe gehoben wurde die Oper, für die der Komponist persönlich das Textbuch . . .

Dresden, Konzert: „Mendelssohn, Schnittke, Brahms, Schostakowitsch“, Andrei Ioniţă und Naoko Sonoda

Um sein Publikum außerhalb der open-air-Zeit an die bevorstehende Sommersaison zu erinnern, hatten die Moritzburg-Kammermusikfestspiele am 9. Dezember des Jahres in den Kronensaal des Schlosses Albrechtsberg zu einem Meisterkonzert mit dem aus Rumänien stammenden Cellisten Andrei Ioniţă und der aus Japan gekommenen Pianistin Naoko Sonoda eingeladen. – Das Haus Albrechtsberg war in der . . .

Berlin: „Fedora“, Umberto Giordano (zweite Besprechung)

Magda Olivera als Vorbild für Vida Miknevičiūtė. – Umberto Giordanos vergessenes Meisterwerk Fedora meisterhaft reanimiert - jetzt auch in Berlin – Was für eine Opern-Orchidee! Nur selten sieht man sie auf den immer eintönigeren Wiesen der Opernspielpläne, zumal hierzulande. Kein Wunder, wer soll die Titelpartie singen? Eine der berühmtesten, wenn nicht gar die berühmteste . . .