Lüttich: „Guillaume Tell“, Gioachino Rossini

Lieber Opernfreund-Freund, – bevor Gioachino Rossini sich, von ein paar kurzen, von ihm selbst als „Alterssünden“ (Peches de vieillesse) bezeichneten Klavierstücken abgesehen, ganz auf den Genuss von Gaumenfreuden verlegte, präsentierte der damals erst 37jährige Meister aus Pesaro dem Pariser Opernpublikum 1829 noch die Grand Opéra Guillaume Tell. Dieses Werk hat sich jedoch, bis . . .

Nürnberg: „Armide oder Schwein gehabt“, frei nach Christoph Willibald Gluck

Kurz vor Beginn der Aufführung fällt mir ein Buch über das neue Schauspielhaus Nürnberg in die Hände. O-Ton Friedrich Schirmer, 2010: „Was wir Theaterleute immer unterschätzen, ist die energetische Interaktion mit dem Publikum. Darüber wissen wir viel zu wenig. Was während einer Aufführung passiert, wenn sich im Zuschauerraum eine geballte Ladung von 700 Kraftwerken versammelt, die . . .

Köln: „Don Giovanni“, Wolfgang Amadeus Mozart (zweite Besprechung)

Das Multi-Talent E. Th. A. Hoffmann war und ist nicht der Einzige, der Mozarts „Don Giovanni“ zur „Oper aller Opern“ kürte. Kein Wunder, dass das Werk eine ungeheure Faszination auf Musiker und Regisseure ausübt. Eine Faszination, die zugleich mit dem Anspruch verbunden ist, Hoffmanns „Ritterschlag“ gerecht werden zu wollen. Der Glanz der Perfektion des Werks findet sich in der . . .

Hildesheim: „Artus – Der junge König“, Peter Allwood

Bereits im Februar lief am Theater für Niedersachsen die Premiere der Deutschen Erstaufführung des familienfreundlichen Musicals Artus – Der junge König (in England unter dem Titel Pendragon), das 1994 im The National Youth Music Theatre Company at Horsham Arts Centre uraufgeführt wurde, danach beim Edinburgh Fringe Festival, von wo es seinen Weg über Amerika bis nach Australien startete. . . .

Santa Cruz de Tenerife: „Giulio Cesare in Egitto“, Georg Friedrich Händel

Angekündigt war eine semiszenische Aufführung, doch die spannende Inszenierung Bruno Berger-Gorski`s mit Bezügen zum aktuellen Nahost – Krieg begann schon mit einer Kontrolle im Eingangsbereich durch schwer bewaffnete und vermummte Soldaten. Die überraschten Zuschauer wurden durch Gittergassen geführt und arabische Frauen in Burkas protestierten mit geballten Fäusten mit ihren . . .