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Düsseldorf: „Eugen Onegin“, Peter Tschaikowsky

Kaum eine andere Oper scheint so sehr mit der Gefühlswelt des Komponisten verbunden zu sein wie Eugen Onegin. Fast zeitgleich mit der Entstehung dieser Oper ging der homosexuelle Tschaikowsky eine Ehe mit Antonina Miljukowa ein, auch um seine Familie vor öffentlichem Gerede zu schützen. Ausgangspunkt hierfür waren Liebesbriefe der jungen Frau an den russischen Komponisten, in denen sie ihm . . .

Dresden, Konzert: „Bartók, Dvořák und Honegger“ mit Hrůša und Hadelich

Den Auftakt des Konzertes bildete Béla Bartóks „Violinkonzert Nr. 2 Sz 112“: Bartok komponierte sein zweites Violinkonzert in den Jahren 1937 bis 1938 für seinen Freund und langzeitigen Konzertpartner Zoltán Székely (1903-2001) erst nach einigem Zögern. Er fürchtete, dass der in Holland lebende Geiger keine Zeit für eine Konzerttätigkeit finden könne und sein zweites Violinkonzert . . .

Dessau: „König Roger“, Karol Szymanowski

Es ist still um Karol Szymanowski geworden in den letzten Jahren, nicht zuletzt wegen seiner Homosexualität im homophob repressiven Polen.  Umso verdienstvoller ist es, dass sich Generalintendant Johannes Weigand vehement für das Hauptwerk, „König Roger“ wie für den Komponisten einsetzt. Man könne es gar nicht oft genug spielen, meinte er nach der Premiere. Am Anhaltischen Theater . . .

Berlin: „Hercules“, Georg Friedrich Händel

Ist es ein Akt der Wiedergutmachungen, dass Regisseur Barrie Kosky den Halbgott Hercules, den Georg Friedrich Händel zwar zum Titelgeber für sein Musikalisches Drama gemacht, aber im Verlauf von über drei Stunden nur mit drei Auftritten und zwei Arien bedacht hatte, auf der Bühne des Schillertheaters mit zwei gewaltigen Gipsstatuen allgegenwärtig sein lässt? Eine ist dem Farnese Herakles . . .

Mönchengladbach, Ballett: „Tschaikowskys Träume“, Robert North

Am Theater Mönchengladbach feierte am Wochenende ein neuer Ballettabend Premiere, der dem Leben des Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky gewidmet ist. Der Abend reiht sich damit in eine erfolgreiche Serie ein, denn bereits mit Beethoven! und Mata Hari hat das Theater das Leben berühmter Persönlichkeiten durch die Ballettcompagnie eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Auch wenn Robert North . . .

Kontrapunkt: „Handys raus!“ Das Publikum darf mit dem Smartphone abstimmen, wie es weiter geht.

Üblicherweise erfolgt in Theater und Konzert im Handyzeitalter stets eine Ansage für Vollidioten. Tenor: Man möge bitte das Handy ausschalten! Mir fehlt - wenn schon überflüssig, denn meistens klingelt es doch irgendwo - dann wenigstens noch der Hinweis auf leises Husten bzw. die Einnahme von Hustenbonbons (die es übrigens in der Kölner Philharmonie nebst Taschentuch früher gratis gab). . . .

Frankfurt, Konzert: „Sergej Rachmaninow / Dmitri Schostakowitsch“, Alain Altinoglu & hr-Sinfonieorchester

Am 1. März 2024 bot die Alte Oper Frankfurt den Rahmen für ein bemerkenswertes Konzerterlebnis, das die Werke zweier bedeutender Komponisten des 20. Jahrhunderts, Sergej Rachmaninow und Dmitri Schostakowitsch, in den Fokus rückte. Unter der Leitung von Chefdirigent Alain Altinoglu entfaltete das hr-Sinfonieorchester eine Interpretation, die nicht nur das klangliche Spektrum der Kompositionen . . .