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Bergamo, Festival Donizetti: „Alfredo il grande, Il Diluvio universale, Lucie de Lammermoor“

ALFREDO IL GRANDE – Gemäß der Regel, im Rahmen des Festivals je eine Oper des Bergamasker Komponisten zu spielen, die vor genau 200 Jahren uraufgeführt wurde, war dieses Jahr dem 1823 im Teatro San Carlo erstmals gezeigten Werk gewidmet, dass sich mit Britanniens erstem König beschäftigt, der im 9. Jahrhundert die dänischen Wikinger verjagte, die ihm die Herrschaft entreißen . . .

Kontrapunkt zum Karajan-Büsten Skandal: „Wann wird Wagner endlich verboten!?“

Habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Hieß es früher. Heute realitätsfremd, denn bei MacDonalds oder Starbucks gibt es heute eh nur Plastikbecher. Nur wir Omas und Opas, also jene „alten Umweltsäue“ für die der WDR-Kinderchor diesen Namen geprägt hat, haben noch wertvolles Porzellan. Wie komme ich jetzt darauf? – Ach so, gerade lese ich, dass man eine Karajan-Büste im Theater . . .

Mainz: „Die Piraten von Penzance“, William Gilbert und Arthur Sullivan

Die als „Comic Opera“ herausgebrachten Werke des Duos Gilbert und Sullivan sind eine sehr britische Angelegenheit und eine nostalgische noch dazu. In der Tradition der Pariser Offenbachiaden verfasste William Schwenck Gilbert ab den 1870er Jahren Libretti, bei denen er in mitunter ins Absurde kippenden Handlungen mit Sprachwitz und beißendem Spott auf gesellschaftliche Verhältnisse . . .

Leipzig, Ballett: „Paradise Lost“, Mario Schröder

Zum Ende dieser Spielzeit wird sich Mario Schröder als Ballettdirektor und Chefchoreograf des Leipziger Ballett verabschieden - nur zu verständlich, dass seine letzten Arbeiten für die Compagnie auf das besondere Interesse der Leipziger Ballettfreunde stoßen. So auch sein neuer Ballettabend Paradise Lost, für den er Joseph Haydns „Missa in Augustiis“ d-Moll, die „Nelson-Messe“, mit . . .

Gelsenkirchen: „Eine Nacht in Venedig“, Johann Strauss

Die letzte Gelsenkirchener „Nacht in Venedig“ liegt schon 26 Jahre zurück. Aus Anlass der Bundesgartenschau gab es 1997 eine Open-Air-Produktion im Amphitheater am Rhein-Herne-Kanal. Einige der damaligen Gelsenkirchener Nachwuchstalente wie Anja Harteros, Nikolai Schukoff und Gerhard Siegel sind heute gefragte Stars. Damals inszenierte Dick Top bunt und überdreht, jetzt führt Intendant . . .

Flensburg: „Ravnen“, Johan Peter Emilius & Hans Christian Andersen

In Flensburg zählen sich etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung zur dänischen Minderheit. Darüber hinaus wohnen über 2.000 dänische Staatsbürger in der Grenzstadt. So verwundert es nicht, dass das kulturelle Leben stark von dänischen Einflüssen geprägt ist und die Dänische Landesoper (Den Jyske Opera) aus Aarhus regelmäßig in der Fördestadt zu Gast ist. – Von dem 1805 in . . .

Frankfurt, Konzert: „Mozart“, Orchestre des Champs-Elysées unter Philippe Herreweghe

Das Pro Arte Konzert in der Alten Oper am 27. November 2023 stand ganz im Zeichen von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Orchestre des Champs-Elysées und das Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe brachten zwei seiner Werke zur Aufführung: die Sinfonie Nr. 35 D-Dur KV 385, bekannt als „Haffner-Sinfonie“, und das Requiem d-Moll KV 626, das letzte und unvollendete Werk des . . .

Zürich, Konzert: „Tonhalle Orchester“, Simone Young

Dass Richard Strauss kein Kostverächter war, wenn es um orchestrale Maßlosigkeit ging, ist allgemein bekannt. Dass ein zeitgenössischer Komponist ebenfalls mit großer orchestraler Kelle anrichtet, ist hingegen nicht selbstverständlich. Allerdings macht der Amerikaner Bryce Dessner das ganz anders als Strauss. In Dessners Komposition St. Caroly by the Sea, welche gestern Abend in der Tonhalle . . .

Baden-Baden: „Werther“, Jules Massenet

Werther – Goethes Brief-Roman als Quelle von Massenets Oper. Dazu Nietzsche: „Im Verhältnis zur Musik ist alle Mitteilung durch Worte von schamloser Art.“ Ist Werther eine Oper oder (nur) einfach ein vertonter Roman? Jules Massenet wurde 1842 in Montaud an der Loire geboren, genoss seine Ausbildung am Conservatoire in Paris, wohin er 1878 als Kompositionslehrer berufen wurde. Nahezu 40 . . .

Köln, Kinderoper: „Die Bremer Stadtmusikanten“, Attila Kadri Şendil

Etwa 60 Kinder im Kindergartenalter und 140 Erwachsene, vor allem natürlich die Eltern, waren in die Kinderoper gekommen, um die neueste Produktion für Kinder ab fünf Jahren zu erleben. Mucksmäuschenstill saßen die Kinder auf Sitzkissen und spornten den Esel, den Hund, die Katze und den Hahn auf ihrem Weg nach Bremen an. Der aus Izmir stammende Komponist und Klarinettist Attila Kadri Şendil . . .

Stuttgart, Ballett: „Romeo und Julia“, Sergei Prokofjew

Im Rahmen von Ballett-Rezensionen wird das Corps de ballet selten entsprechend gewürdigt und oft nur am Rande erwähnt. Anhand dieser beiden Aufführungen von Crankos ältestem Handlungs-Klassiker sollen die Tänzer und Tänzerinnen des Ensembles mal zuvörderst für ihren so exakt wie animiert pfiffigen Einsatz in den immer wieder faszinierend strukturierten Volksszenen auf dem Marktplatz von . . .