Archiv

Buchkritik: „Maria Callas“, Eva Gesine Baur (zweite Besprechung)

Zwei Seelen wohnten, ach, in ihrer Brust. Sie war „die Callas“, die berühmteste Opernsängerin ihrer Zeit, der nun im Jahr ihres hundertsten Geburtstags neue Huldigungen zwischen Buchdeckeln dargebracht werden. Und sie war „Maria“, das eigentlich immer unglückliche Geschöpf, das griechische Mädchen aus New York, die tolle Stimme im walküren-großen, verlachten Körper, schließlich . . .

Salzburg, Osterfestspiele: „Tannhäuser“, Richard Wagner

Den aus München angereisten Zuschauern – und von denen gibt es bei den Osterfestspielen Salzburg einige – dürfte die Neuproduktion von Richard Wagners Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg bekannt vorkommen. Bei der diesjährigen großen Opernproduktion der Festspiele handelt es sich um eine Neueinstudierung einer Inszenierung von Romeo Castellucci, die schon 2017 an der . . .

Nürnberg, Konzert: „Eroica“, unter Joana Mallwitz

Die Dirigentin nennt es „eines der rätselhaftesten Werke, die Ludwig van Beethoven jemals komponiert hat“. – Kein Zweifel: Eine Symphonie, über die schon manch auch dickleibiges Buch erschien, ist ein Rätselwerk, doch in den zwei Stunden, die dem ersten Aussagesatz folgen, wird Joana Mallwitz zusammen mit der Nürnberger Staatsphilharmonie einige Geheimnisse lichten. Also die . . .

Linz: „Meistersinger von Nürnberg“, Richard Wagner

Auf der Website der Linzer Singakademie, vormals „Sängerbund Frohsinn“, (www.linzersingakademie.at) findet sich eine bemerkenswerte Episode: „Aus Dank und in Anerkennung des künstlerischen Wirkens Bruckners überließ Wagner dem „Frohsinn“ den Schlusschor aus den „Meistersingern von Nürnberg“ zur Uraufführung, die zum glänzendsten Konzert unter der Leitung Bruckners am 4. 4. . . .

Dresden, Konzert: „Don Juan / Symphonie fantastique“ unter Jakub Hrůša

Nur Weniges hatte gefehlt, und Hector Berlioz (1803-1869) wäre Dresdner Hofkapellmeister geworden. Dank seiner Leitung mehrerer Konzerte der Hofkapelle in den Jahren 1843 und 1854 waren ihm die Sympathien der Musiker zugeflogen. Seine langjährige Bekanntschaft mit dem Konzertmeister Karol Lipinski (1790-1861) und der Umstand, dass der Generalintendant der Hoftheater Wolf von Lüttichau . . .

Budapest: „Schwanensee“, Peter I. Tschaikowski

Basierend auf Marius Petipa und Lew Ivanov, deren „Schwanensee“-Version zu Peter I. Tschaikowskis meisterhafter Komposition maßgeblich zum Weltruhm dieses klassischen Meisterwerks beigetragen hat, brachte Rudi van Dantzig gemeinsam mit Toer van Schayk als Co-Choreograf (der auch für das Bühnensetting und die Kostüme verantwortlich zeichnete) 1988 ihre „Schwanensee“-Fassung heraus, die . . .

Krefeld: „Passionnément – Verrückt nach Liebe“, André Messager

Seit einigen Jahren zeigt das Theater Krefeld-Mönchengladbach im Rahmen seiner „On stage“-Produktionen recht selten gespielte Werke des Musiktheaters und hierbei hat man in der Vergangenheit schon die ein oder andere Perle ausgegraben. In dieser Spielzeit steht mit der Operette Passionnément von André Messager sogar eine deutschsprachige Erstaufführung auf dem Spielplan, die teilweise . . .

Hamburg: „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi

Müssen es immer die Verdi-Opern mit den bekannten Hits sein, die auf den Spielplänen der großen Häuser stehen? Und vor allem – muß immer ein Stück im Dreiviertaltakt die auch noch so dramatischen Szenen musikalisch untermalen? Im Melodramma „Simon Boccanegra“ bietet Verdi genau das Gegenteil – wunderschöne, leidenschaftliche, mitreißende Musik mit einer phantastischen Kongruenz . . .

Frankfurt: „The Prodigal Son / The Burning Fiery Furnace“, Benjamin Britten

Das Bockenheimer Depot ist eine Spielwiese für kreative Bühnenbildner, die von dem architektonischen Rahmen und der Offenheit in der Raumgestaltung immer wieder zu außergewöhnlichen Rauminstallationen inspiriert werden. Auch in der aktuellen Produktion mit zwei „Kirchenparabeln“ von Benjamin Britten ist es erneut einem Produktionsteam gelungen, den Zuschauer bereits beim Betreten der . . .