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Oldenburg: „Cabaret“, John Kander

Das 1966 in New York uraufgeführte und sechs Jahre später mit Liza Minelli verfilmte Musical Cabaret von John Kander ist ein Dauerbrenner im Musical-Repertoire. Dieser „Tanz auf dem Vulkan“ zeigt eine entfesselte Lebensgier, bei der alles erlaubt zu sein scheint. Die Handlung spielt im Berlin der 1920er Jahre vor dem Hintergrund des bedrohlich aufziehenden Nationalsozialismus. Den direkten . . .

Antwerpen: „Iphigénie en Tauride“, Christoph Willibald Gluck

Lieber Opernfreund-Freund, – in der griechischen Mythologie ist allerhand los. Zum Beispiel in der Familie von Agamemnon, Anführer der Griechen und Kriegsheld im Trojanischen Krieg. Zusammen mit seiner Frau Klytämnestra hat er vier Kinder: Iphigenie, Elektra, Chrysothemis und Orest. Iphigenie opfert er, um die Göttin Artemis zu besänftigen. Die gebrochene Mutter erdolcht daraufhin . . .

Pforzheim: „Aida“, Giuseppe Verdi

Am Theater Pforzheim ist seit kurzem eine neue Aida zu sehen und zu hören. Regisseur Markus Hertel und seine Ausstatterin Sibylle Meyer wollten offenbar das Publikum nicht verstören und siedelten die Handlung in einem mehr konventionellen Rahmen mit abstrakten Zutaten an. Insgesamt haben wir es hier mit einem neutral gehaltenen Bühnenbild zu tun, das einige wenige ägyptische Zutaten aufweist. . . .

Regensburg: „Tristan und Isolde“, Richard Wagner (zweite Besprechung)

Wie sag ich‘s meinem Kinde? Oder anders: Wie bringe ich den höchst engagierten Sängerinnen und Sängern, aber auch dem hörbar und sichtlich begeisterten Regensburger Publikum nahe, dass es dem angereisten Rezensenten nicht gar so gefallen hat? Wie kann ich andeuten, dass die sog. Standing Ovations, die für außerordentliche Kunstleistungen reserviert sein sollten, den Opernfreund auch am . . .

Dresden, Konzert: „Fagerlund, Tschaikowski, Lutosławski“, Dresdner Philharmonie unter Dima Slobodaniouk

Eine gut überlegte Programmfolge – die Interpretation großartig! – Die Kompositionen von Sebastian Fagerlund, hierzulande noch weitgehend unbekannt, das b-Moll Klavierkonzert Tschaikowskis, überraschend in der frühen Fassung von 1879, die 3. Sinfonie von Witold Lutosławski, heute leider nur selten auf den Programmzetteln - diese Zusammenstellung wird zu einem Glücksfall. – Mit . . .

Hannover: „Der Bajazzo“, Ruggero Leoncavallo

Eine Überraschung ist es nicht, dass es nach zehn Jahren in Hannover wieder eine Neuinszenierung von Leoncavallos „Pagliacci“ gibt; überraschend ist dann aber doch, dass die Oper allein aufgeführt wird, ohne den „Zwilling“, Mascagnis „Cavalleria rusticana“, oder eine andere Kurzoper. Das mag wohl auch daran liegen, dass die Staatsoper den gerademal 75 Minuten langen „Bajazzo“ . . .

Zürich, Konzert: „Mozart, Prokofjew, Schostakowitsch“, Tonhalle-Orchester unter Paavo Järvi

Überwältigende Sinfonie ohne Kopf - Schostakowitschs 6. Sinfonie steht in derselben Tonart wie Tschaikowskys 6., nämlich in h-Moll. Das ist kein Zufall. Schostakowitsch hat Tschaikowskys Sinfonien nicht nur gut gekannt, sondern auch sehr geschätzt. Die 6. Sinfonie, genannt "Pathétique" von Tschaikowsky endet - sehr ungewöhnlich - mit einem langsamen Satz, einem Adagio lamentoso, mit . . .

Berlin, Ballett: „Saaba / Minus 16“, Sharon Eyal und Gai Behar / Ohad Naharin

Lärmempfindlichen Zuschauern sei für den Besuch des neuen Abends beim Staatsballett ein Hörschutz empfohlen, denn die vom Tonträger eingespielten Musikstücke stellen eine empfindliche Belastung für den Gehörnerv dar. Der Abend ist zweiteilig und beginnt mit Saaba, einer Choreografie von Sharon Eyal und Gai Behar, die 2021 in Göteborg uraufgeführt wurde. – Es ist bereits die vierte . . .

Nürnberg: „Eines langen Tages Reise in die Nacht. Instrumentalversion“, Philipp C. Mayer

Frei nach Wittgenstein: Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man singen – oder spielen. Oder ein Instrument spielen; es kommt in diesem Fall auf das Selbe heraus. – Eugen O’ Neills Stücke sind nicht dafür bekannt, dass in ihnen zu wenig Worte gemacht werden. Im Gegenteil: Es sind reine Wort-Dramen, die auch auf einer reduzierten Bühne sehr gut funktionieren – . . .