Lübeck: „Spielzeit 2026/27“

Im Rahmen einer exklusiven Gala für Abonnenten und Theatercard-Besitzer hat das Leitungsteam des Theater Lübeck den Spielplan für die Saison 2026/2027 präsentiert. Eingeleitet wurde der Abend mit einem brückend gesungenen „Vissi d’arte“ von Ensemblemitglied Evmorfia Metaxaki, am Flügel begleitet von GMD und Operndirektor Stefan Vladar. Puccinis Polit- und Liebeskrimi hat am 13.06.2026 als letzte Produktion dieser Saison Premiere und wird im September wieder aufgenommen.

Theaterfassade, © Olaf Malzahn

Stefan Vladar präsentierte, nicht ohne berechtigten Stolz, das Programm im Musiktheater, das wieder mit besonderen Gastengagements sowie einer ausgewogenen stilistischen Mischung das hohe Niveau der vergangenen Spielzeiten weiterführt.

Am 2. Oktober 2026 hat Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart in der Regie von Philipp Himmelmann Premiere. Der Regisseur hat in den letzten beiden Spielzeiten Carmen und Hoffmanns Erzählungen in überregional erfolgreichen, stringent und sinngebend gekürzten Inszenierungen erarbeitet, die beim Publikum und bei der Presse mit echter Begeisterung aufgenommen wurden. Es verspricht eine spannende, zu Diskussionen anregende Inszenierung zu werden. Außerdem ist es Stefan Vladar gelungen Michael Schade, den international gefeierten Tenor, als Gast für die Hauptrolle zu gewinnen.

In Kooperation mit dem Volkstheaters Rostock präsentiert ab dem 17. Oktober 2026 dessen Tanzkompanie Tschaikowskys unsterbliches Ballett Schwanensee. Am Pult des Philharmonischen Orchesters steht in dieser Produktion der erste Kapellmeister und stellv. GMD Takahiro Nagasaki.

Mit der rabenschwarzen Musical-Satire auf Showbiz und Hitlerkult, The Producers von Mel Brooks, präsentiert das Theater Lübeck ein Stück, das mit Tony Awards überschüttet wurde. Was macht ein heruntergekommener Musicalproduzent, wenn er zu Geld kommen will? Er sucht sich das schlechteste Stück, in diesem Fall „Frühling für Hitler“, das schlechteste Schauspiel, viele Investoren und Investorinnen, produziert einen Flop und setzt sich mit den Sponsorengeldern ab. Und wenn es nun doch ein Erfolg wird? Nathan Bas, der zweite Kapellmeister, wird dieses skurrile Stück musikalisch erarbeiten.

Mit Verdis Un ballo in maschera startet das Theater Lübeck am 29. Januar 2027 ins neue Jahr. Unter der Leitung von GMD Stefan Vladar werden Flurina Stucki als Gast die Amelia und Publikumsliebling Konstantinos Klironomos aus dem Ensemble den Riccardo übernehmen. Als weiterer Gast wird Önay Köse den Renato übernehmen. Ein Wiedersehen mit der faszinierenden Interpretin der vorherigen Carmen-Produktion gibt es mit Ieva Prudnikovaite als Ulrica.

Zum zweiten Mal wird Angela Denoke in Lübeck eine Oper inszenieren. Doch nicht nur das. Sie wird in der Neuproduktion von Francis Poulencs Dialogues des Carmélites von Francis Poulenc zusätzlich die Rolle der Madame de Croissy singen. Diese Oper über die Kraft des Glaubens, über Angst und Selbstüberwindung hat am 12. März 2027 Premiere unter der Leitung von Takahiro Nagasaki. Dem Libretto nach einer Erzählung von Gertrud de la Fort liegt ein historisches Ereignis zu Grunde; die Hinrichtung von 16 Karmelitinnen am 17. Juli 1794 in Paris durch die Guillotine, da sie auch in den Wirren der Französischen Revolution ihrem Gelübde nicht abschwören wollten. Ein Werk, das tief berührt und uns mit der Frage konfrontiert, ob wir den Mut hätten, trotz Gewalt und Gefahr zu unseren Überzeugungen zu stehen. Zu dieser Produktion wird es, wie schon in der Vergangenheit bei der Passagierin von Weinberg und Wozzeck von Alban Berg ein individuelles Begleitprogramm aus Konzerten, Vorträgen und Filmen zu der Thematik Oper geben.

Mit einem Liebhaberstück geht es ab dem 23. April 2027 weiter. Ariadne auf Naxos, unter der Leitung von Stefan Vladar und wieder mit Philipp Himmelmann am Regiepult, verspricht ein weiterer Höhepunkt zu werden. Sophie Naubert, neu im Ensemble seit dieser Spielzeit, wird die Zerbinetta mit ihrem unwiderstehlichen Charm und ihrem außerordentlich ausdrucksstarken Koloratursopran interpretieren, Evmorfia Metaxaki ist die Primadonna/Ariadne, Konstantinos Klironomos der Tenor/Bacchus und Jacob Scharfman der verliebte Harlekin.

Zum Ausklang der Saison geht dann am 12. Juni 2027 Ralph Benatzkys unverwüstliches Im weißen Rössel über die Bühne. Die musikalische Leitung hat Jan-Michael Krüger, Chordirektor und Kapellmeister. Die Regie übernimmt Johannes Pölzgutter, der in der laufenden Saison mit seiner Interpretation von Monteverdis Poppea ein breites Publikum begeisterte.

Zum ersten Mal wird eine mobile Opernproduktion erarbeitet. Grigori Frids Oper in zwei Teilen Anne Frank wird ab dem 22. Januar 2027 im Studio aufgeführt. Magda Amara, Studienleiterin, Leiterin Lübecker Opernstudio und Solorepetitorin, wird die musikalische Leitung der Klavierversion übernehmen, Natalie Beck aus dem Opernstudio die Rolle der Anne Frank. Diese Produktion bringt nach der Premiere dann an Schulen in Lübeck und Umgebung dem Publikum das Seelenleben der Anne Frank in besonders intensiver Weise näher.

Ab dem 5. Dezember 2026 gibt es wieder einige Vorstellungen von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel. Regisseur Herbert Adler und sein Ausstatter Thomas Döll haben mit dieser Inszenierung in dem Bühnenbild, das nach den Originalentwürfen gestaltet wurde, ein seit Jahren zur Weihnachtszeit auf dem Programm stehenden Klassiker geschaffen. Auch in diesem Jahr wird die Produktion wieder eine große Zuschauerzahl erfreuen. Diese berührende und verzaubernde Wiederaufnahme darf auf keinen Fall fehlen.

Das erste Sinfoniekonzert des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck im großen Saal der Musik- und Kongresshalle widmet sich Franz Schubert. Neben der Sinfonie Nr. 5 und der Unvollendeten wird Michael Schade vier Arien aus Opern von Franz Schubert zu Gehör bringen. Termine sind der 13. und 14. September 2026. Die Leitung hat Stefan Vladar.

Tschaikowsky erklingt in den beiden nächsten Konzerten zusammen mit Mussorgsky und Schostakowitsch, während im 4. und 5. Sinfoniekonzert mit Bela Bartok, Ottorino Respighi, Francis Poulenc, Arthur Honegger und Igor Stravinsky Musik des 20. Jahrhunderts zu hören sein wird. Diese Konzerte dirigiert Stefan Vladar, als Solistinnen konnten Yulianna Avdeeva und Katioa und Marielle Labèque gewonnen werden.

In den folgenden Konzerten werden mit Bruckner und Beethoven Klassiker des Konzertkanons zu erleben sein. Takahiro Nagasaki übernimmt die Leitung des 7. Sinfoniekonzerts mit Werken von Jean Sibelius, dem 1953 geborenen japanischen Komponisten Takashi Yoshimatsu und der Frühlingssinfonie von Robert Schumann.

Ion Bostridge wird am 23. und 24. Mai 2027 das Nocturne für Tenor, sieben Instrumente und Streicher von Benjamin Britten Interpretieren, gefolgt von Gustav Holst unverwüstlichen The Planets.

Das letzte Konzert der Saison bringt mit Beethovens Geschöpfe des Prometheus, seiner Sinfonie Nr. 4 und Carl Czernys Konzert für Klavier zu vier Händen und Orchester Komponisten der Wiener Klassik zu Gehör. Dirigent und am Klavier ist Richard Egarr, weitere Solistin ist Alexandra Nepomnyashchaya.

Das beliebte Weihnachtskonzert am 25. Dezember 2026 mit Solistinnen und Solisten und dem Chor des Theater Lübeck unter der Leitung von Jan-Michael Krüger wird in diesem Jahr von Takahiro Nagasaki geleitet, ebenso wie das Konzert Rising Stars in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Musikleben mit Preisträgerinnen und Preisträgern des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds 2026 am 1. März 2027. Zusätzlich übernimmt der Dirigent noch das Solistinnen- und Solistenkonzert der Musikhochschule Lübeck am 2. Juli 2027 in der Musikhochschule Lübeck.

Den Jahreswechsel feiert das Philharmonische Orchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Stefan Vladar am 1. Januar 2027 mit Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit Solistinnen und Solisten und dem Chor und Extrachor des Theater Lübeck. Wie immer ein beglückender, hoffnungsvoller Start in ein neues Jahr.

Axel Wuttke, 11. Mai 2026


IDOMENEO Wolfgang Amadeus Mozart

SCHWANENSEE Peter Tschaikowsky

THE PRODUCERS Mel Brooks

UN BALLO IN MASCHERA Giuseppe Verdi

DIALOGQUES DES CARMELITES Francis Poulenc

ARIADNE AUF NAXOS Richard Strauss

IM WIESSEN RÖSSEL Ralph Benatzky

ANNE FRANK Grigori Fried  

TOSCA Giacomo Puccini

HÄNSEL UND GRETEL Engelbert Humperdinck

Spielzeitheft zum Download