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Wiesbaden: „Evviva la Rossa“, Romina Boscolo

Lieber Opernfreund-Freund, – „Diva auf Abwegen“ könnte man den Abend überschreiben, den das Wiesbadener Ensemblemitglied Romina Boscolo dem Publikum am vergangenen Wochenende zusammen mit dem Ensemble le MUSE im Rahmen der Maifestspiele präsentiert hat. Die Italienerin hat zusammen mit dem Ensemblechef und Arrangeur Andrea Albertini ihrer verstorbenen Landsmännin Milva eine Hommage . . .

Düsseldorf: „Die tote Stadt“, Erich Wolfgang Korngold (zweite Besprechung)

Lieber Opernfreund-Freund, – im Rahmen der aktuellen Produktion Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold bietet die Deutsche Oper am Rhein während jeder Vorstellung 30 Zuschauern die Möglichkeit, die Aufführung durch eine so genannte AR-Brille zu verfolgen. AR steht dabei für augmented reality und bedeutet „erweiterte Realität“. Dieses mit Vodafone entwickelte Gimmick . . .

Wiesbaden: „Die Sache Makropulos“ und „Aus einem Totenhaus“, Leoš Janáček

Mitreißendes Musiktheater für Freiheit und den Kampf für ein sinnvolles Leben – Angesichts der politischen Entwicklungen des Jahres 2022 hat der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und der Maifestspiele 2023, Uwe Eric Laufenberg, entschieden, das Thema Freiheit, womit auch die Pressefreiheit und das freie Wort an sich gemeint sind, sowie den Kampf für ein selbstbestimmtes . . .

Bremerhaven: „Breaking the waves“, Missy Mazzoli

Mit der deutschen Erstaufführung der Oper Breaking the Waves von der amerikanischen Komponistin Missy Mazzoli präsentierte das Stadttheater Bremerhaven eine Besonderheit. Das 2016 in Philadelphia uraufgeführte Werk basiert auf dem gleichnamigen Film von Lars von Trier. – Die Handlung spielt in den 1970er Jahren in einem schottischen Dorf. Jan arbeitet auf einer Bohrinsel und ist nach . . .

Kontrapunkt: „Augmented Reality“ – Watt iss datt? Kamma dat essen?

Der klassische Düsseldorfer würde wahrscheinlich erstmal sagen: „Ja watt iss datt dann? Kamma datt essen?“ Wir sind in Düsseldorf eine Kulinariker-Stadt und nennen uns nicht ohne Grund „Klein-Paris“. Mode und Essen sind Schwerpunkte in der NRW-Hauptstadt – neben Baustellen, versteht sich. – Ich muss erst mal sagen, dass ich diese AR bei meinem Elektroauto, einem VW ID 4, seit . . .

Frankfurt, Konzert: „Neue Philharmonie Frankfurt“, Beethoven, Rachmaninow, Schumann

Ein kontrastreiches Programm präsentierte die Neue Philharmonie Frankfurt im Congress Park Hanau. In düsterem c-moll schrieb Ludwig van Beethoven seine wuchtige „Coriolan“-Ouvertüre. 1807 entstand dieses Werk als Schauspielmusik zum gleichnamigen Theaterstück. Die Ouvertüre selbst ist ein Meisterwerk der musikalischen Dramaturgie. Beethoven gelingt es, die Geschichte des römischen . . .

München: „Luisa Miller“, Giuseppe Verdi

Insgesamt vier Opern komponierte Giuseppe Verdi, die auf Stücken von Friedrich Schiller basieren – „Giovanna d´Arco“ nach „Die Jungfrau von Orleans“, „I masnadieri“ nach „Die Räuber“, „Luisa Miller“ nach „Kabale und Liebe“ und „Don Carlo“ nach „Don Carlos“. Das letztgenannte Werk ist die wohl bekannteste Oper dieses Quartettes, in „Luisa Miller“ hat Verdi . . .

Dresden, Konzert: „Brahms, Beethoven, Shepherd“, unter Kent Nagano

Unsere Neugier auf Neues im Konzertsaal und wie sich die Musikwelt nach der Pandemie entwickeln werde, ist uns Veranlassung gewesen, der Einladung der Dresdner Musikfestspiele zur Uraufführung seines Auftragswerkes „One a Clear Day“ im Kulturpalast zu Folgen. Die Freude wurde nicht eingeschränkt, dass die Musikfestspiele nur Unterauftrag-Geber des Oratoriums waren und wir einen dritten . . .

Berlin: „Matthäus-Passion“, Johann Sebastian Bach

Säkularisierte Matthäus-Passion – Vor knapp einem Vierteljahrhundert stürmte bis heute unvergesslich der junge Bariton Dietrich Henschel als Jesus mit seinen Jüngern über einen Steg quer durch das Parkett auf die Bühne der Deutschen Oper, d.h. in die Stadt Jerusalem, und die ebenfalls noch ganz junge Michaela Kaune berührte mit ihrem innigen Gesang. Götz Friedrich hatte Inszeniert . . .

Neustrelitz: „Hopfen und Malz“, Daniel Behle

Die Operette ist tot? Nö, sie könnte vor Lebensfreude sprühen, aber sie wird seit Jahren ausgehungert – von Sparwut, die Operettenensembles abgebaut hat, von Intendanten, die sie aus den Spielplänen tilgen, von mahlerisiert ehrgeizigen Generalmusikdirektoren, die sie höchstens als Metier ihrer stabwedelnden Unteroffiziere geringschätzen, und von humorlosen Regisseuren. Was die schlampige . . .

Wien: „Der Idiot“, Mieczysław Weinberg (Zweite Besprechung)

Mit der 1986/87 entstandenen Oper auf ein Libretto von Alexander Medwedew unternahm der sowjetische Komponist polnisch-jüdischer Abstammung den Versuch, einen 700 Seiten umfassenden Roman zu vertonen. Durch Straffung ist ihm das – meiner Meinung nach – besser gelungen als vor ihm Prokofjew mit seiner monströsen Oper „Krieg und Frieden“. Der Antiheld des Romanes wie der Oper ist der von . . .