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Frankfurt: „The Prodigal Son / The Burning Fiery Furnace“, Benjamin Britten

Das Bockenheimer Depot ist eine Spielwiese für kreative Bühnenbildner, die von dem architektonischen Rahmen und der Offenheit in der Raumgestaltung immer wieder zu außergewöhnlichen Rauminstallationen inspiriert werden. Auch in der aktuellen Produktion mit zwei „Kirchenparabeln“ von Benjamin Britten ist es erneut einem Produktionsteam gelungen, den Zuschauer bereits beim Betreten der . . .

Stuttgart: „Der Klang der Offenbarung des Göttlichen“, Kjartan Sveinsson

In diesem Musiktheater gibt es keine Sänger, die Hauptrollen darstellen. Der isländische Komponist Kjartan Sveinsson orientiert sich bei diesem Werk an dem Roman „Weltlicht“ von Halldor Laxness. Weltschmerz und Raummusik gehen hier suggestiv ineinander über. Es ist ein bildmächtiger Abend zwischen Konzert, Theater und bildender Kunst. Der Komponist Kjartan Sveinsson und der bildende . . .

Baden-Baden: „Berliner Philharmoniker“, Mahler und Schönberg

Richard Strauss, dessen Werke einen Programmschwerpunkt der diesjährigen Osterfestspiele Baden-Baden bilden - hatte es in seiner Position als Generalmusikdirektor der Berliner Philharmoniker noch abgelehnt, Arnold Schönbergs Fünf Orchesterstücke uraufzuführen. Unterdessen ist dieses Werk zum Glück längst im erweiterten Repertoire des Orchesters angekommen und wurde gestern Abend dem . . .

Dresden: „Der Rosenkavalier“, Richard Strauss

Im Rahmen der „Dresdner Strauss-Tage 2023“ dirigierte Cornelius Meister. „Der Rosenkavalier“ ist eine jener neun Opern, die Richard Strauss (1864-1949) von seinem älteren Freund Ernst von Schuch (1846-1914) am 26. Januar 1911 in Dresden hat uraufführen lassen. Das Uraufführungs-Konzept der über längere Zeit noch gespielten Inszenierung stammte von Max Reinhardt (1873-1943). Seine . . .

Stuttgart: „Johannes-Passion“, Johann Sebastian Bach

Diese Inszenierung von Ulrich Rasche beweist, dass man Johann Sebastian Bachs „Johannes-Passion“ auch auf einer Opernbühne aufführen kann. Vielschichtige Erzählstränge vermischen sich hier mit magischen Lichtobjekten. Obwohl das Werk für den liturgischen Rahmen vorgesehen ist, kommen die theatralischen Gedanken nicht zu kurz. Das zeigt sich auch an den Kostümen von Sara Schwartz und . . .

Hamburg, Konzert: „Via Crucis“, Werke von Liszt, Grieg, Schubert und Xenakis

Am Palmsonntag jubelte die Jerusalemer Menge dem auf einem Esel reitenden Jesus noch zu. Fünf Tage später hing er am Kreuz – die Kreuzigung war eine der widerwärtigsten und qualvollsten Hinrichtungsmethoden, von den römischen Besatzern tausendfach angewandt, alleine schon der Demütigung wegen. Jeder weiß, wie die grausame Geschichte erst einmal ausgeht – und wie sie lichtvoll . . .

Kontrapunkt: „Zur vermeintlichen Gendergerechtigkeit der deutschen Sprache“

Zur Verteidigung einer vermeintlich gendergerechten Sprache im Deutschen wird oft ins Feld geführt, dass Sprachen sich im Laufe der Zeit verändern. Solche Veränderungen kommen aber nur über längere Zeiträume zustande, über mehrere Jahre und gar Jahrzehnte, und zwar von innen heraus, also von jenen, die diese Sprachen sprechen, von unten nach oben. Meist werden neue Worte oder . . .

Baden-Baden: „Die Frau ohne Schatten“, Richard Strauss

Richard Strauss' und Hugo von Hofmannsthals Opus Magnum ist ein sperriges Kunstprodukt und zugleich eines der faszinierendsten Werke der gesamten Opernliteratur geworden. Strauss wollte den "FroSch", wie er die Oper liebevoll nannte, als letzte romantische Oper verstanden wissen, der sozialkonservative Feingeist von Hofmannsthal entwarf ein überaus komplexes Libretto, ein symbolistisches . . .

Braunschweig: „Dante“, Benjamin Godard

Heute ist der Komponist Benjamin Godard (1849-1895) fast vergessen, der früh das Violinspiel erlernte und bereits seit seinem 10. Lebensjahr am Pariser Konservatorium Komposition und bei Henri Vieuxtemps Violine studierte. Schließlich war er dort ab 1887 Lehrer einer Kammermusikklasse.  Als Verfasser von Salonmusik und mehr als einhundert Liedern war er seinerzeit durchaus populär; außerdem . . .

Bayreuth: „Polizeiorchester Bayern“ unter Johann Mösenbichler

Mal ehrlich: Die deutsche Polizei hat, ginge nach nur nach den schlechten Überschriften der letzten Zeit, einen  verbesserungswürdigen Ruf. Mit Blick auf die bekannten Defizite könnte man sagen, dass Harmonie durchaus anders aussieht, aber man soll das Kind nicht mit dem berühmte Bade ausschütten – denn „Harmonie“ und „Polizei“: das geht durchaus zusammen. – Seit bald . . .

Santa Cruz de Tenerife: „Der Zwerg“, Alexander von Zemlinsky

Als durchaus exotische Besonderheit für kanarische Gefilde brachte die Ópera de Tenerife im Auditorio Adán Martín von Santa Cruz de Tenerife im März in einer Koproduktion mit den Opern Lille und Rennes sowie der Fondation Royaumont und dem Theater von Caen Alexander von Zemlinskys selten gespielte Oper „Der Zwerg“ nach dem Märchen „Der Geburtstag der Infantin“ von Oscar Wilde . . .