Graz: „One touch of Venus“, Kurt Weill

Kurt Weill gelang mit „One Touch of Venus“ ein beachtlicher Erfolg am Broadway. Mehr als 500 Vorstellungen zeigten dem Immigranten, der nach seinen spektakulären Erfolgen mit Die Dreigroschenoper und Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny mit der Machtübernahme des Naziregimes aus Berlin flüchten musste, dass er nun endlich auch musikalisch voll in seiner neuen Heimat New York angekommen war. Dennoch tat sich das am „Pygmalion“-Stoff angelehnte Musical eher schwer, sich auf den  . . .

Graz: „La Traviata“, Giuseppe Verdi

Bei dieser Produktion handelt es sich um die Wiederaufnahmeder von Peter Konwitschny vor rund zwölf Jahren verantworteten Regie. Mehr als Konwitschnys Auffassung von Alfredo als selbstverlorenem Bücherwurm und der Einführung von Alfredos noch im Pflichtschulalter befindlichen Schwester muss auf die in dieser Fassung vom Regisseur veranlassten Striche eingegangen werden. Können die fehlenden Wiederholungen in Alfredos Cabaletta bzw. das völlige Fehlen der Cabaletta von Germont Vater noch  . . .

Graz: „La Traviata“ Giuseppe Verdi

Konwitschnys Traviata-Deutung hatte vor über zehn Jahren ihre umjubelte Premiere in Graz, man konnte sie seither im Fernsehen erleben, es gibt sie auf DVD , sie war ebenso umjubelt in Nürnberg, in London, in Seattle und im Theater an der Wien zu sehen. Warum also darüber neuerlich berichten? Der nochmalige Besuch hat eindrucksvoll bewiesen, was jeder Opernfreund weiß: Gültiges modernes Musiktheater – und das ist hier Konwitschny zweifelsfrei gelungen! – erweist seine wahre Stärke im  . . .

Graz: „Madama Butterfly“ Giacomo Puccini

Diese Inszenierung hat eine Vorgeschichte: sie war bereits 2020 bis zur Generalprobe fertig erarbeitet – die Premiere musste damals allerdings coronabedingt abgesagt werden. Nun wird sie nachgeholt. Der holländische Regisseur Floris Visser mit seinem Team (Bühne: Gideon Davey, Kostüme: Jon Morrell) hat zwei wesentliche Eingriffe in das Libretto vorgenommen: alle drei Akte spielen in einem (vom Regisseur so benannten) „Erinnerungsraum des Museums“ und von Beginn an ist der „erwachsen  . . .