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CD: „Das Himmelskleid“, Ermanno Wolf-Ferrari (zweite Besprechung)

Ermanno Wolf-Ferrari ist vor allem für seine komischen Opern bekannt, wie z.B. „Susannas Geheimnis“ oder „Die vier Grobiane“. Mit diesem etablierten Ruf überraschte der Komponist die damaligen Kritiker, als er nun mit seiner ernsten Oper „Das Himmelskleid“ 1927 die Zuhörer in eine „symbolische Zwielichtwelt“ führte. Die Form ein Legende, die sich zu religiöser Größe erhebt, . . .

Berlin: „Das Märchen von der Zauberflöte“, nach W. A. Mozart

Ihre jüngsten Besucher auch in diesem Jahr nicht im Stich gelassen hat die Deutsche Oper Berlin, indem sie zur Adventszeit zwar 2022 nicht die Hänsel-und-Gretel-Produktion von Andreas Homoki auf den Spielplan setzte, sondern die mindestens ebenso beliebte Zauberflöte, d.h. genau gesagt Das Märchen von der Zauberflöte nach Wolfgang Amadeus Mozart. Die langjährige Regieassistentin und . . .

Nürnberg: „Hänsel und Gretel“, Engelbert Humperdinck

Der Besuch einer Aufführung von Hänsel und Gretel birgt ja selbst für den hartgesottensten Opernkritiker die Gefahr, dass ihm plötzlich vor Ergriffenheit der innere Griffel aus der Hand fällt und aus seinen Augen plötzlich die Tränen rinnen. Ein „Kinderstück“, im besten Fall verbunden mit Kindheitserinnerungen wie, im Normalfall, sonst nur ein zweites sie birgt, die Zauberflöte. Dass . . .

Lübeck: „Hänsel und Gretel“, Engelbert Humperdinck

Für zwei Stunden mal wieder Kind sein! Staunen, bange sein, Tränchen wegdrücken, Lachen, wild applaudieren! So etwas wünschen wir Erwachsenen uns gerade in der sentimental anspruchsvollen Vorweihnachtszeit doch immer wieder, wenn wir uns an früher erinnern, als wir tatsächlich mit festem Kinderglauben das Christkind für den Überbringer all der wunderbaren Geschenke hielten, die unsere . . .

Kontrapunkt: „Pace, pace“ – ein Plädoyer gegen Rufschädigungen

In Ergänzung meiner Besprechung zu Verdis "La forza del destino" in Paris noch eine persönliche Bemerkung zum Fest der Versöhnung, Weihnachten: Ich rezensiere seit 1988 die Aufführungen an der Pariser Oper und habe seitdem alle wichtigen Pressekonferenzen verfolgt. In diesem Jahr 2022 passierte es zum allerersten Mal, dass ein Intendant auf einer Konferenz das Engagement einer Sängerin . . .

Gelsenkirchen: „Das schlaue Füchslein“, Leoš Janáček

Sonst singt Johannes Martin Kränzle den Beckmesser in New York oder Bayreuth, den Alberich in Berlin oder den Faninal in München, jetzt ist er als Förster in Janaceks „Das schlaue Füchslein“ in Gelsenkirchen zu erleben. Dem inszenierenden Intendanten Michael Schulz ist mit dieser Besetzung ein echter Coup gelungen, denn nun kann Kränzle diese Rolle endlich einmal im tschechischen . . .

Nürnberg: „Talestri, Königin der Amazonen“, Maria Antonia Walpurgis

Fantastisch: Da steht eine Frau in der Hauptrolle auf der Bühne, die die Oper selbst inszeniert hat – und sie macht es so bravourös, lippensynchron und einsatzbereit, dass wir geradezu körperliche erfahren, dass es der Frau ernst war, als sie das Stück inszenierte (und dass sie das sog. Handwerk so beherrschte wie einst Patrice Chéreau, als er in einer legendären, leider nicht auf Film . . .

CD: „Harfenkonzerte von Glière und Mosolov“ mit Xavier de Maistre

Eine wunderbare CD ist bei SONY Classical erschienen. Im Mittelpunkt steht Xavier de Maistre, der Doyen der gegenwärtigen Harfenspieler im internationalen Konzertgeschehen. Zwei Konzerte für Harfe und Orchester sind die zentralen Werke dieser Einspielung. Reinhold Glière, der Russe mit deutsch-polnischen Wurzeln, war kein Erneuerer. Er sah sich als ein Vollblutromantiker – und das im Jahr . . .

Stuttgart: „La Cenerentola“, Gioachino Rossini

Zu einem ungemein heiteren, vergnüglichen Opernabend geriet die Wiederaufnahme von Rossinis La Cenerentola an der Stuttgarter Staatsoper. Deren ehemalige Chefregisseurin Andrea Moses hat Rossinis Oper mit ihren vielfältigen Verkleidungen, Verwicklungen und Verwechslungen in hohem Maße kurzweilig, lebendig und mit zahlreichen lustigen Einfällen garniert geradezu funkensprühend in Szene . . .