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Frankfurt: „Le postillon de Lonjumeau“, Adolphe Adam

Wenige Stunden nach dem Fastnachts-Umzug in Frankfurt hatte am Sonntag eine Opéra comique ausgerechnet des Komponisten Premiere, dessen Oper Le Brasseur de Preston das musikalische Material zum berüchtigten Narhalla-Marsch lieferte. Dafür kann Adolphe Adam nichts. Seine Oper Le postillon de Lonjumeau jedenfalls ist weit entfernt von brachialem Fastnacht-Sitzungs-Humor. Das Libretto bietet eine . . .

Santa Cruz de Tenerife: „Giulio Cesare in Egitto“, Georg Friedrich Händel

Angekündigt war eine semiszenische Aufführung, doch die spannende Inszenierung Bruno Berger-Gorski`s mit Bezügen zum aktuellen Nahost – Krieg begann schon mit einer Kontrolle im Eingangsbereich durch schwer bewaffnete und vermummte Soldaten. Die überraschten Zuschauer wurden durch Gittergassen geführt und arabische Frauen in Burkas protestierten mit geballten Fäusten mit ihren . . .

Dresden, Konzert: „Mahler: Lieder aus des Knaben Wunderhorn / Symphonie Nr. 4“, Staatskapelle unter Daniele Gatti

Seinen Zeitgenossen war Gustav Mahler (1860-1911) vor allem als Dirigent von seltener Gestaltungsgabe, Werktreue, und Erkenntnisstärke bekannt. Viele Stunden seiner eigentlich kostbaren Zeit verschwendete er, insbesondere in den Jahren von 1897 bis 1907 als Direktor der Wiener Hofoper, für logistische Tätigkeiten und zur Abwehr von Intrigen. – Bereits mit sechs Jahren komponierte Gustav . . .

Pilsen: „Dalibor“, Bedřich Smetana

Am Ende ist es eine ehemalige Hauptrollensängerin (Aida, Mimi, Turandot, Rusalka, Salome, Senta, so Sachen), die das Finale des dritten Akts rettet. Ihr Name muss, obwohl sie nur einige wenige Sätze sang, zuerst genannt werden: Ivana Šaková. Einst war sie die Milada, nun steht sie, die inzwischen als Ensemblemitglied des J.K. Tyl-Theaters sog. „Wurzen“ singt, als Einspringerin für die . . .

Stuttgart: „Der Räuber Hotzenplotz“, Sebastian Schwab

Seit einiger Zeit steht an der Stuttgarter Staatsoper erneut Sebastian Schwabs bereits im Jahre 2023 aus der Taufe gehobenes Singspiel Der Räuber Hotzenplotz auf dem Spielplan. Hierbei handelt es sich um ein für Kinder wie auch für Erwachsene in gleichem Maße geeignetes Werk. Die hier zu besprechende Vormittagsvorstellung geriet zu einem vollen Erfolg für alle Beteiligten. – Aus . . .

Wuppertal: „Faust“, Charles Gounod (zweite Besprechung)

Goethe äußerte 1829 in einem Gespräch mit Eckermann, dass er eine Vertonung seiner Faust-Tragödie für unmöglich halte, da „das Abstoßende, Widerwärtige, Furchtbare, was sie stellenweise enthalten müsste“, der Zeit zuwider sei. Tatsächlich hat kein bedeutender deutscher Komponist des 19. Jahrhunderts sich darangegeben, diesen Kronschatz deutscher Dichtung als Opernstoff zu . . .

Berlin, Konzert: „Mendelssohn Bartholdy“, Staatskapelle unter Christian Thielemann

Bedingt durch eine Erkrankung des für das Konzert vorgesehenen Dirigenten Paavo Järvi übernimmt Christian Thielemann, seit 2024 GMD der Berliner Staatsoper Unter den Linden, dankenswerterweise die Leitung des Abends, allerdings verbunden mit einer grundlegenden Programmänderung – aus Sibelius, Korngold und Nielsen wird Mendelssohn. Wer nun enttäuscht geglaubt hatte, das sei eine . . .

Mailand: „Die Walküre“, Richard Wagner

Nach “Rheingold” (worüber wir im Dezember 2024 berichtet haben) wurde mit dem Ersten Abend des „Ring“ ein weiteres Glied des im Entstehen begriffenen neuen Zyklusprojekts von David McVicar (Regie und mit Hannah Postlethwaite auch Bühnenbild), Emma Kingsbury (Kostüme) und David Finn (Beleuchtung) geschmiedet. – McVicar setzt seine schon am Vorabend des Mammutwerks gezeigte Sicht . . .

Buchkritik: „Christoph Eschenbach. Lebensatem Musik“, Margarete Zander

Zum Fünfundachtzigsten – Stutzen lässt schon einmal der Titel Lebensatem Musik des zum achtzigsten Geburtstag des Dirigenten und Pianisten Christoph Eschenbach heraus gegebenen Buchs, denn wie könnte es Leben ohne Atem oder Atem ohne Leben geben? Sehr schnell wird jedoch bereits im ersten Kapitel klar, dass  Leben wie Atem des Komponisten abhängig waren vom Erleben der Musik, die den . . .

Modena: „I due Foscari“, Giuseppe Verdi

Diese Produktion war bereits im Mai 2024 in Piacenza zu sehen gewesen, weshalb ihre Entstehungsgeschichte bzw. jene des Werks hier nicht wiederholt werden muss, weil damals im „Opernfreund“ besprochen. Sie war nach Modena gewandert, weil es sich um ein gemeinsames Projekt der beiden Häuser der Region Emilia-Romagna handelt. – Die ursprüngliche Besetzung sollte erhalten bleiben, doch . . .